Ausgabe 
12.12.1904
 
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Scheu, ehe schnell springen in Haus. ManU mir nicht gefallen. Denk's ich, ich ihm wollen aufpassen, wenn der aus die Haus zurückkommen; aber ich haben zu Ville Arbeit wegen die Geburtstag, un müssen gehen nach Werkzeug­schuppen un inzwischen Wagen mit Mann sein fort."

Haben Sie den Mann genau genug gesehen, um ihn beschreiben zu können?"

Nein, gutes Herr, ich ihn nix können beschreiben, aber ich ihn doch wiedererkennen, als er sein gewesen noch einmal da am Abend mit andern Manu, den ich sehen Nachmittag, als Massa sein ausgefahren mit englisch öerrtt und Damen. Da ich gehen Rosen aufbinden vor die Portal und sinnen dort ein Wagen. Denk's ich«, Fremder von vormittag wieder da und ich ihm nun können ganz nahe sehen, wenn er wieder sortfahren. Endlich kommen ein Mann aus Haustür, aber nicht der vom Morgen. Er sein groß und stattlich, haben aber auf der Nase dunkle Brille. Er s chreiten zum Wagen, nehmen heraus einen langen Rock und sagen zu Kutscher, soll fahren in der Stadt. Herr legen Rock über Arm und gehen zu Fuß. Mir sein das sehr wunderlich; dunkle Brille mir verdachtvoll; kann sein schwache Augen, kann aber sein, sie nicht wollen sehen lassen. Ich auspassen, wohin er gehen. Er nehmen zuerst Weg auf Stadt, dann wieder zurück in Seitenstraße, un bald verschwinnen. Am Abend, als ich, sein fertig mit Ville, Ville Arbeit, ich gehen auf Wohnung zu, da plötzlich ich sehen zwei Männer an Seitenhaustür stehen." .

Um wieviel Uhr ungefähr war das?" unterbrach der Coroner schnell.

Der alte Mann schnitt eine Grimasse und kraute sich hinterm Ohr.Ja, gutes Herr, die Uhr ich nicht wissen, ich wissen nur, daß Sonne schon längst unter."

Waren das nun die Männer, die Sie am Tage schon gesehen hatten?"

3a, gutes Herr. Ich mich verstecke hinter dicke Strauch; sie leise sprechen miteinander; dann einer gehen ins Haus. Im hellen Flurlicht ich deutlich erkennen erste!: Mann, und während ich machen zwei, drei Schritt zu sehen noch besser, schlagen Tür zu und andere Wann plötzlich fort, ich nix wissen wohin, aber es sein gewesen große Mann mit Brille. Mir das sein sehr merkwürdig; denk's ich, das sein verdachtvoll. Zuerst ich schleichen und horchen, wo große Mann hin, aber ich nichts entdecken; dann ich denken, ob nicht E>effer aufpassen bis Mann aus Hchus wieder- kommen, und zuletzt id) fassen Entschluß, Herrschaft Sache zu melden. Ich mich machen dazu auf Weg nach Seiten­eingang, als auf einmal wieder aufgeht Haustür und erste Mann mit Haushälterin heraustreten. Ich hören, wie Mairn mit feiner Stimme sagen, Frau nix nicht sollen vergessen, daß dies ein Geschäfts kontrakt; er erfüllen seinen Anteil und verlangen seine Bezahlung; woraus Haushälterin sagens er würden schon bekommen seine Geld, sie ihm stehen dafür. Weiter ich sehen und hören nichts, denn ich mir sagen: Moses, alter Narr, was du hier stehen und horchen, dich nichts angehen das!" und ich wegschleichen nach Hause. Seitdem ich aber sein mächtig traurig, daß ich nix zu Massa sagen von verdachtvolle Menschen." Und der Alte schüttelte den Kops, und Tränen rannen über seine gefurch­ten Wangen.

Won wem erfuhren Sie Herrn Mainwarings Tod?" Bon .Kutscher."

Der Kutscher gab ja an, Sie hätten ihm das Vorge­fallene mitgeteilt."

Nein, gutes Herr, Kutscher es mir erzählen. An den: Morgen ich eilig laufen nach Werkzeugschuppen; noch viel müssen Herrichten für Feier. Ms ich kommen vorüber an Stall, junge Herr Walter gerade schnell fortreiten. Kutscher stehen üor Stall, und ich fragen, wohin junge Herr so eilig. Da er sagen, nach- Stadt, Massa sein gemordet."

Wissen Sie, wie lange der junge Mann fortblieb?"

Ich ihn sehen bald zurückkommen, aber gleich wieder fortreiten und dann er ausbleiben bis Mittag."

Hiermit endete die Wernehmung des alten Moses.

(Fortsetzung folgt.)

Ein Luftkurort in Overhefssn.

An einem von der Natur besonders bevorzugten Punkte un­weit des Dorfes Ilbeshausen ist bekanntlich ein neuer Luftkurort im Entstehen, der vermöge seiner idyllischen Lage einer großen Zukunft cntgegengehen dürfte, zumal er in erster Linie als

Nachkurort für das in zweistündiger Fahrt (mit Automobil in einer Stunde) zu erreichende Nauheim mit seinen 24 OOO Kurgästen bestimmt ist. Jetzt reisen diese zur Nachkur in den Schwarz­wald, nach Thüringen, in den Harz waruni sollten sie nicht nach dem so n ahe gelegenen Vogelsberg gehen, wo sie all das sinden, was ihnen jene Gegenden bieten, während sie beit Vorteil haben, daß entweder sie den Nauheimer Arzt oder der Nauheimer Arzt die Patienten in wenigen Stunden erreichen können?

Hören wir, was Medizinalrat Tr. Nebel-Lauterbach überH o ch w al d h aus en" sagt:Das vorgesehene Bau-Ter- rain in Ilbeshausen liegt in einer sehr günstigen Lage; ohne eingeengt zu sein, ist es nach Norden, Westen und Süden und teilweise auch nach Osten von Höhen umgeben. Direkt hinter ihm beginnt der Hohe Vogelsberg, so das; etwa eine Stunde hinter dem 500 Meter hoch gelegenen Baugelände schon die Höhe des Nesselsberges (713 Meter) erreicht wird. Ter ganze Gebirgs­stock ist bedeckt von dem herrlichsten Wald, dem sogenannten Ober­wald, der sich stundenweit nach allen Richtungen erstreckt; er ist wildreich, hat prächtige Wasserläufe, interessante Felsen-Partien und entzückende Aussichtspunkte. Tie Luft ist ungemein frisch und anregend. Von allen Touristen und Besuchern wird die gün­stige Wirkung auf nervöse Abspannung, Schlaflosigkeit, Appetit- mängel und ans asthmatische Zustände, hervorgehoben. Wenn auch der Frühling etwas später hier einzieht, als an manchen anderen Orten, so holt die Natur hier rasch alles nach; die Birn­baumblüte in Ilbeshausen bietet dann einen reizenden Anblick. Ter Sommer ist meist nicht übermäßig heiß und spät in den Herbst hinein bleibt es grün. Ganz wunderbar ist die in der Umgebung herrschende Ruhe. Auf viele Stunden im Umkreis ist nicht eine einzige Fabrik (außer einer kleinen Holzschneiderei), es ilt auch nicht zu erwarten, daß je eine Industrie hierher baut. Tie Eisen­bahn fährt nur mit wenigen Zügen, sodaß man den Vorteil der Bahnverbindung hat, ohne den störenden Verkehr einer groyen Bahn. Der Platz ist wahrhaft weltabgeschieden, und man kann sich denken, wie wohl ein ruhebedürftiger Mensch sich in dieser fried­lichen Umgebung fühlen muß. In der Gegend ist bie Viehzucht gegen den Ackerbau vorherrschend. Man sieht überall grüne Wiesen und frische Weiden. Tiefer Umstand und der reiche Wassergehalt garantieren eine fast staubfreie Luft. Die Winde führen hier nie Staubwolken mit sich, und gerade bei Ilbeshausen,bricht sich deren Krast an den unermeßlichen Waldflächen, und sie streichen über das geschützte Gelände hin. Die umliegenden Höhen liefern retct)= tich Wasser. Ilbeshausen selbst hat eine treffliche Wasserleitung, und die geplante Kolonie soll ihre eigene Leitung erhalten. Schon mehrfach waren Projekte aufgetaucht, an der fraglichen 'Stelle ein Sanatorium zu errichten. Nun steht dieser Bau nahe bevor, und in Kürze soll eine Villenkolonie dort entstehen. Wir zweifeln nicht daran, daß die Besucher entzückt sein werden von der herr­lichen Gegend, der ruhigen Umgebung mit rhren prächtigen Wal­dern und Wiesengründen, und daß mancher dort die erholte Ge­sundung wiederfinden wird, die bei diesen mächtigen Heilsaktoren aar nicht ausbleiben kann. Sollte dem Gedanken, tu Hochwald- Hausen das geplante Aerzteheim zu errichten, nähergetreten wer­den uiid eine Kommission zur Prüfung des Bauplatzes knerher- kommen, so glauben wir, daß Hochwaldhausen die Konkurrenz nut anderen Plätzen mit Ehren bestehen kann."

Das Komitee der Aerzte hat steh für Hochwaldhausen enc- schieden nnd veranstaltet zurzeit Sammlungen unter den Kollegen zu dem Baufonds für das Aerzteheim. Auch ein Heim für werb­liche Angestellte n'nb Pflegerinnen (Vorfitzende Frau E. Broll- Frankfvrt a. Ai. und Schwester Kralle-Berlin) ist geplant. Ein Logierhaus des'Försters Flohr war in dem vergangenen sommer- vollbesetzt, die mehrfache Zahl von Gasten mußte leider aibgewtesen werden. Tas erste HotelZum Felsenmeer", nach den Alanen des bekannten Architekten Ludwig-Hofmann-Herboru int Vogels­berger Stil erbaut, wird am 1. Januar eröffnet, mit dem Bau einer größeren Zahl von Logierhäusern wird im ^-r-uhjagr be­gonnen werden. Infolge der billigen Preise der Grundstücke (u.oO Mar k für den Quadratmeter) wdes Grundstück ist 750 Quadrat­meter (Vs Morgen) groß ist die Nachfrage eine ;chr rege, zumal der Erwerber die Wahl hat, auf unbegrenzte Zett nur die Zi»,en (75 Mk. jährlich) für sein Grundstück zu bezahlen. Auch uoer- uimmt eine solide nnd reelle Architektenfirma den Bau von Logce^- häusern in beliebiger Größe und zu billigem Preise gegen ver­hältnismäßig geringe Anzahlung von em Viertel der Baunmime. Wer sich jetzt in Hochwaldhausen niederlaßt und baut, hat selbst­verständlich den Nutzen an der künftigen Steigerung des Wertes der Grundstücke, denn der Preis von 2.jO Mk. durfte Nicht mr lange Zeit bestehen bleiben, in anderen gut beachten Luftkurorten wird das Zehnfache in guter Lage bezahlt. Es durfte vielleicht noch interessieren, die Höhenlage nebeneinander zu stellen: Einten- burg i. Th. 226 Meter, Harzburg 246 Meter, Jauedrichsroda 409 Meter, Ilmenau 473 Meter, Hvchwaldhaufen 500 Meter.

Noch sei bemerkt, daß mit Fertigstellung der un Ban begriffenen Linien VilbelStockheim und GedernGrebenhain man Hocy- waldhaufen in zwei Stunden von Frankfurt a. M. m direktem Wagen erreichen kann. Die Eröffnung der beiden Teilstrecken wird bestimmt im Jahre 1905 erfolgen.