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ltung, daß.sie dafür nicht etwa auch der Teufel geholt hat, wie es mit ihrem derzeitigen Pensionär, hem Schwarzkünstler Faust aus Bretten, .leider Gottes geschehen.

Von Maulbronn ist's nicht gar zu weit nach zwei weiteren Klosterstätteu: Herren alb nnd Franenalb, etwa in der Mitte zwischen Wildbad und Baden-Baden gelegen. Franenalb ist eine malerische Barockruine, aber in den Hauch, der darüber weht, bläst ein neuzeitlicher Wind. Nach den etwas weltlich veran­lagten Nönnlein, hat hier schon ein Bierbrauer gehaust, .der die Grabgewölbe der Verblichenen als Kühlräume profaniert hat, und späterhin hat eine Spinnerei hier ihre Räder und Spulen schnurren lassen. Wenn cs in diesen Manern spuken sollte, kann es nur eine recht gemischte Geistergesellschaft sein. In Herren- alb ist noch weniger vorhanden ans alten Klostertagen. Tas Paradies", . eine Vorhalle der ehemaligen Cisternienserkirche^ zeigt schöne romanische Fensterpfeiler und Bögen mit später aufgesetzten gotischen Fialen, nnd die alten Klostergebäude sind nmgemodelt und modernen Zwecken dienstbar gemacht. Abep die märchenhafte Schönheit der Bcrgwälder ringsum, die die from­men Väter einst gelockt zur Ansiedelung, ist geblieben. Und wenn auch nicht Pilger im Mönchsgewand in diesem Schwarzwaldtal Einkehr mehr halten, so sind es andere, müde, von der Hast deS Ettverbs, den Fährnissen des Lebens erschöpfte, nervös ge- wordene Menschlein, die hier neue Kräfte suchen und .finden. Herrenalb ist nämlich eine» der angenehmsten, in seinen Preisen noch soliden Schwarzwaldbäder, das in seiner Lieblichkeit kaum seinesgleichen hat. Und wenn man sich in derPost" dort ein- guartiett, kann ntnu sich geborgen wie im alten Kloster fühlen, so gut und zuverlässig ist alles. Freilich: die Wirte heißen auch: Mönch. und nomen est omen! Das ist eine alte Ge­schichte. A. R.

Lttsrakisches.

D ii e Fra u". Von den auf dem Berliner Internatio­nalen Frauenkongreß gehaltenen Vorträgen veröffentlicht die Sep­tenibernummer derFran" (herausgegeben von Helene Lange, Verlag .von W. Moeser, Berlin), ,,Tas Endziel der Frauenbeweg­ung" von Helene Lange nndDie Frau als soziale Erzieherin" von Lady Aberdeen. Ter erste Vorttag, der die großartige Tagung des Frauenkongresses beschloß, faßt die leitenden Gedanken der Frauenbewegung zusammen, wie die historische Entwickelung sie geprägt hat und wie sie jetzt auf ..den verschiedenen Einzelgebieten der Frauenfrage sich durchzusetzen beginnen. Die Verfasserin bezeichnet als das Endziel der Frauenbewegung soziale Lebens- formen, an deren Gestaltung .beide Geschlechter den gleichen geistigen Anteil haben. Lady Aberdeen, die Vorsitzende des Frauen­weltbundes behandelt aus der Tiefe mütterlicher Erfahrung und der Weite einer großen öffentlichen Wirksamkeit vor allem Einfluß der Mutter auf die soziale Gesinnung der Heranwachsenden Gene­ration. Das Heft bringt außerdem u. a. einen interessanten Artikel von Anna Plothow über Pariser Wohlfahrtseinricht- ungen nnd einen zeitgemäßen feinsinnigen Efsah über Detlev von Lilienerons Kriegslyrik von Tr. phil. Helene Herrmann.

Hat man im Altertum geraucht? Ueber diese Frage bringt das jüngst erschienene Heft 7 derMitteilungen der Vereinigung der Saalburgfreunde" einen Auszug aus einem Vor­trage des Oberstleutnants Dahm. Der Vortragende fand im Sommer 1902 bei seinen Ausgrabungen in der Römerfestung Aliso bei Haltern, .die als Hauptstützpunkt der Römer während ihres dreißigjährigen, unter Kaiser Augustus gegen unsere Vor­fahren geführten, blutigen Angriffskrieges berühmt geworden ist, an verschiedenen Stellen unter römischen Resten 64 Bruchstücke von Tonpfeifen und zwar was besonders hervorzuheben ist ' in Schichten, die bis 3 Meter tief unter der heutigen Erd­oberfläche lagen und nachweislich in nachrömischer Zeit völlig unberührt geblieben sind. Tie Pfeifen ließen deutlich erkennen, daß aus ihnen geraucht worden ist. Sie stimmten in ihren Formen vollkommen überein und ließen sich in drei verschiedene Typen gruppieren; von diesen ftel besonders einer durch un- gewöhnlich plumpes Aussehen und- rohe Arbeit, sowie dadurch auf. daß das Köpfchen groß genug war, um als Zigarrenspitze tu dienen; .die beiden anderen Typen, .die in ähnlichen Formen auch im 17. .bis 19. .Jahrhundert nachweisbar sind, wiesen Ornamente, .Formerzeichen und Buchstabenstempel auf, .unter denen besonders ein leider nicht deutlich ausgeprägter, zwei­teiliger Fabrikstempel bemerkenswert ist, der gleichlautend mtf jtoet Pfeifenstengeschen angebracht 'war und folgende Legende geigte;

T . M . SEI

MILDI8 . F

Nehnliche Pfeifen wurden seit MenscheNalterü im westlichen Deutschland, in Holland, in Frankreich, in der Schweiz und in England an ungezählten Orten in prähistorischen Gräbern, in römischen Trümmern und in mittelalterlichen Ruinen gefunden, ftnd in allen diesen Ländern traten zahlreiche, durchaus ernst tu nehmende Gelehrte mit aller Entschiedenheit für das hohe Alter der Rauchpfeife ein, darunter in neuester Zeit A. de Molin,

Konservator des Museums zu.Lausanne, und Kenne, Direktor des Museums zu Metz. ^Aus der antike« Literatur ist durch die in der Hauptsache übereinstimmenden Berichte von Herodot, Pom- ponius Mela, dem älteren Plinius und Plutarch erwiesen, daß einzelne barbarische Völkerschaften des Orients schon in der Zeit um 600 v. Ehr. .in geschlossenen Filzzelten als Genußmittel die gasförmigen, .«arkotisch wirkenden Verbrennungsprodukte ge­wisser Vegetabilien (Hanfsamen, .Huflattich, Cvpergras usw.) ein» geatmet : also geraucht haben, während bei den Griechen und Römern diese Sitte nicht üblich war. Nach Plinius war der Gebrauch der Pfeife zu .Beginn unserer Zeitrechnung bekannt. Auffallend spärlich fhtb die Ueberlieferungen über das Rauchest im Mittelalter. Bekannt sind zwei Grabmonumente (eines1 aus dem 12. Jahrhundert in der Normandie, ein zweites aus dem 13. Jahrhundert in Irland), auf denen der Verstorbene mit einer kurzen Pfeife im Munde dargestellt ist; ferner existiert ein Gedicht aus dem Jahre 1276 von Mosen Febrer, .in dem das Rauchen von Lavendel erwähnt wird. Aus allen diesen Tat­sachen geht nach Dahm ganz unzweifelhaft hervor, .daß bereits in der Zeit vor Einführung des Tabaks aus Amerika geraucht wurde. Tie Annahme, .daß der Gebrauch der Pfeife bis weit in unsere prähistorische Zeit zurückreiche, wäre also keineswegs ge­wagt. ____

vermischtes.

* Wieviel Eiweiß wir täglich brauchen dar­über haben sich die Ansichten der Gelehrten im Laufe der Zeit erheblich geändert. Früher hielt man 100 bis 150 Gramm täglich für erforderlich, aber die Chemiker haben später die Ziffer bis1 auf 75 und dann auf 45 Gramnr herabgesetzt. Jetzt sind wieder einmal sehr ausführliche Versuche nach dieser Richtung gemacht worden, hie sich auf fast l >/s Monate erstreckt haben; und ihre Veranstalter, die beiden Chemiker Labbs und Marchoisne, die darüber an die Pariser Akademie der Wissenschaften berichtet haben, .erklären, daß nicht mehr als 25 Gramm Eiweiß in der täglichen Nahrung des Menschen notwendig seien.

Uiigedruüte Gedichte von Eduard Mvrike.

In dem prächtigenMörike-Heft" derJugend" veröffentlicht Tr. R. Krauß, der Herausgeber des Mörike-Briefwechsels, folgende bisher ungedruckte Gedichte des schwäbischen Dichters.

Einer Schülerin ins Album.

Tiefe Bilder, .diese Töne, Tie so gern Tein eigen wären, Möchten in der reinen Schöne, Deines Geistes fick verklären. Laß darin zur guten Stunde Dir wein flüchtig .Bild begegnen Und ein Wort aus deinem Munde Mich auf alle Tage segnen!

An 8.

Tn stehest groß und kalt und doch so milde, Tust einem jeden immerfort das Gute, Und keiner weiß, .wie's in der Tiefe blute: Du gleichst der Pyramide Rätselbilde.

Tein stummes Antlitz und Tein ganzes Wesen S Ach, langes Sehnen, bittre Leiden haben Ihm diese dunklen Chiffern eingegraben, Und Eine nur kann es versteh'« und lesen.

Einer ausländischen Schülerin ins Album.

Viel Glück auf Deinen Weg! und sei Zuletzt um Eines noch' gebeten:

Vergiß .nicht unser liebes Deutsch Und nicht die schwäbischen Poeten!

Charade.

Nachdruck verboten.

Das zweite sah die erst' ich tragen, Doch krönt sie auch die meisten Ding, Im Staat selbst könnt Ihr sie erfragen, Ihr Rang ist wahrlich nicht gering?

Die zweite ist der Schirm der Frauen, Stolz ist ihr Mut, keck ist ihr Sinn;

Es kann sich selbst im Spiegel schauen Der Leser nicht die Leserin!

Das ganze hör' ich kommandieren Der Jnsant'risten schneid'gen Zug! Auch mancheit Bücherschrank sah zieren Von ihm ich manches schöne Buch (Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Bilderrätsels in vor. Nrt. Nichts ist dauernd als der Wechsel.

.Nehafjisn: August Goek. Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Univerfitäts'Buch- und Steindruckerei, R.Lange, Gießen,