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Kin angenehmes Kröe.
Hnntoristifcher Roman.
Von Victor von Reisner.
(Nachdruck verboten.) JJD.
(Fortsetzung.)
Dinko stößt Mirko in die Seite.
„Hörst Du" raunte er ihnr zu, „wir sollen ihnen entgegenkommen" — und Mirko, ein Herz und eine Seele mit dem Bruder, verstand ihn auch! sofort und pflichtete grienend bei:
„Ja, wir wollen der netten Kleinen möglichst entgegenkommen."
Leutnant Vladoj dachte etwas ähnliches, und Ljubiza — ach, Ljubiza wäre der Mama für ihre herzlichen Worte am liebsten um den Hals gefallen und dem Herrn von Höchstfeld auch — natürlich dem alten, um ihnen zu beweisen, wie aufrichtig und man es hier mit ihnen meine.
Endlich kam Herr von Höchstfeld mit seinem Licht zurück und wunderte sich nicht wenig, die Gäste im Finstern anzutreffen.
„Verzeihen Sie tausendmal", entschuldigte er sich- „ich bin eben noch zu sehr an meine deutsche Dienerschaft gewöhnt, die auch ohne Befehl nach dem Rechten sieht. Ich werde sofort. . ."
„I, bleiben Sie nur ruhig da"- hielt ihn der Pfarrer schmunzelnd zurück, „wir wollen Ihnen gar keine Umstände machen."
„Aber ich muß doch wenigstens für Licht und etwas Getränk sorgen."
„Das ist ganz und gar nicht nötig", widersprach ihm der Pfarrer", „wir wollen uns heute einmal ganz allein bedienen."
„Ja, ja, Sie sollen uns nicht noch einmal Vorwerken, daß wir nicht arbeiten können", erinnerte ihn Graf Ste- penaz an das Gespräch vom gestrigen Vormittag und kletterte auf den Stuhl hinauf, um mit dem Anzünden des Kronleuchters zu beginnen. Sofort griffen auch die anderen zu — Herren und Damen — und eins, zwei erstrahlte der Salon tot vollen Lichterglanz.
Im selben Augenblick kam Frau von Höchstfeld zurück. Sie wußte nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. Der humoristische Anblick verfehlte auch auf sie seine Wirkung nicht ganz — aber andererseits fühlte sich doch zu sehr in ihrer Hausfrauenehre gekränkt und deshalb protestierte sie mit ehrlicher Entrüstung:
„Rein, meine Herrschaften, das müssen Sie bleiben lassen! In meiner Verwirrung habe ich freilich vergessen, die nötigen Befehle zu erteilen — Sie dürfen indes daraus nicht schließen, daß wir. . ."
,Lesus ttetoj, so echauffieren S' Ihnen doch nit un
nötigerweis", das macht uns ja Mr Spaß", wurde sie von der Gräfin beruhigt, „wir wissen doch ganz gut, daß Sie noch nit eing'richtet sind und daß es hier auch nit so schnell geht."
„Und dieserhalb und desterwegen und weil Sie doch auch unmöglich auf so viele Gäste schon eingerichtet sein können" setzte der Pfarrer hinzu, „haben wir auch gleich alles selbst mitgebracht. Weich Schinken, Kuchen und Kaffee zum Frühstück."
Frau von Höchstfeld stützte sich auf ihren Gatten,
„Ium Frühstück. . hauchte sie, der Rest blieb ihy in der Kehle stecken.
Der Pfarrer, der sie mißverstand, schaute sie vergnügt lächelnd an und bestätigte noch einmal:
„Jawohl, zum Frühstück. Oder haben Sie vielleicht gar gedacht, daß unsere Damen des Morgens Schlivovttz trinken?"
Frau von Höchstfeld richtete sich gewaltsam auf.
„Ich wollte nur sagen", erklärte sie mit mühsamer Selbstbeherrschung, „daß wir genügeird Kafsee vorrätig haben — nur ahnte ich nicht, daß uns die Herrschaften! bis zum Frühstück das — Vergnügen schenken werden."
„O ja, so lange bleiben wir auf jeden Fall", entgegnete der Pfarrer in völliger Harmlosigkeit. „Nachher fahrest wir zu irgend einem anderen, es ist einmal eine angebrochene Woche, mit der sich ja doch nichts vernünftiges mehr anfangen läßt."
Mit einem verbindlich; sein sollenden, aber total mißlungenen Lächeln machte srch endlich Frau von Höchst- feld los. „Erwin, was sagst Du dazu", flüsterte sie dem! Major zu, „sie gerieren sich ja hier ganz als die Herren! Jetzt fehlt nur noch daß sie Dich zwingen, ihnen das Bi-Bi-Mliküm zuzutrinken."
„Keine Angst, liebe Evelrne", beruhigte er sie, „in einem deutschen Hause werden sie unmöglich diese barbarische Sitte —" — er brach! jäh ab und starrte nach; der Eingangstür, wo Leutnant Vladoj mit dem Bilikum und die Zwtl- lingsbrüder mit einem Fäßchen Wein auftauchten, welches sie, ohne viel zu überlegen, aus einen der seidenen Fauteuils niederstelltem
Das war mehr- als Frau von Höchstseld ruhig mit anseyen konnte.
„Meine neuen Möbel!" schrie sie ganz entsetzt auf, und die beiden Jünglinge, endlich ihre Nnversichtigkeit begreifend, hoben das. Fäßchen wieder herab, wischten die nassen Ränder oberflächlich mit der Hand ab und meintest entschuldigend:
„Oh, das macht weiter ntchW, gnädigste Frau, wenst man darauf sitzt, merkt man es gar nicht?
Ihre Mama lachte ganz glückselig — es waren doch wirklich ein paar schlagfertige Burschen, aus die sie stolz sein konnte!
Herr von Höchstfeld hatte sich mittlerweile mit aller! Entschiedenheit geweigert, das Bilikum zu leeren.


