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gend, zu ihm hin und klopfte ihm beruhigend auf die Schulter.

Nur nicht gleich aus dem Häuschen, Hinko", sagte er gutmütig,bedeute doch, daß sie keine Ahnung von unserem herzlichen Beisammenleben haben. Du mußt ihnen erst Zeit lassen, ihre sogenannte Kultur abzustreifen, dann werden sie sich schon anders geben. Einstweilen - sind sie eben noch zivilisierte Barbaren und verdienen als solche unsere volle Nachsicht."

Und um ihnen den Uebergang nit z'schmerzlich z'machen, wollen wir ihnen mit verdoppelter Liebens­würdigkeit entgegenkommen", schlug die Gräfin vor.

(Fortsetzung folgt.)

Omglanzvolles" Kausframniverll.

Wer wollte es leugnen, daß das schwierige Geschäft des Plät­tens der selbständigen Hausfrau schon manchen Seufzer, manchen Schweißtropfen, und es soll sogar schon Fälle gegeben haben . manche Träne erpreßt hat. Die nicht ganz tadellos ge­plätteten Oberhemden sind gar oft die Quelle bittersten Ver­drusses im Ehestand und in der Familie, denn es ist keine einfache ©tidje, das Platten, und manche arme Hand quält sich ihr ganzes Leben lang vergeblich, die Zufriedenheit von Gatten und Söhnen zu erringen. Nächst der Uebung kommt es so sehr auf Geschicklichkeit an und auf praktische Griffe, die wir incht kannten und die uns vorher nicht geahnte Vorteile und Erleichterungen schaffen.

Wie man die Mühsal dieser wichtigen Hausarbeit in eine leichte, fast spielende Beschäftigung mitglanzvollem" Erfolge ver- wandele, war der Fachlehrer I. Klaksbrunn aus Wien bemüht, in einem Vortrag, den er am vorigen Dienstag abend im Al­hambrasaale hielt, seinen Zuhörerinnen und Zuschauerinnen ver­ständlich zu machen. Wir haben bereits kurz den ersten Vortrag erwähnt, glauben aber unseren Leserinnen zu dienen, wenn wir eine möglichst ausführliche Inhaltsangabe, namentlich der prak­tischen Anleitungen und Winke des Vortragenden für diejenigen Hausfrauen hier wiedergeben, welche Herrn K. nicht zu hören Gelegenheit hatten.

Das Bügeleisen, gleichviel welchen Systems, fei nur von mitt­lerer Schwere und habe abgeschliffene glattpolierte Kanten. Der Untersatz sei ein einfacher Eisenblechreifen, kein Ziegelstein, Flecht­werk oder Drahtgestell.

Zum Einstärken von 6 Hentdcn, 6 Kragen und 6 Paar Man­schetten nehme man 120 Gramm seine Reisstärke, 1 gestrichenen Teelöffel Albanin, 1 gestrichenen Teelöffel Borax (welch letzterer mit wenig Wasser aufkochen soll). Diese Ingredienzien werden mit SA Liter heißen: Wasser gemischt, und man durchweicht damit die Wäsche recht gründlich. Die Stärke muß die Stofffaser innig durchdringen, damit nicht beim Plätten die gefürchteten Blasen entstehen. Neue Wäsche erfordert mehrmaliges gründliches Reiben, bei alter genügt ein sanfteres Verfahren. Auch tut man gut, das Einstärken am Abend vor dem Plätten zu besorgen. Die Wäsche lasse man dann 23mal durch die Wringe gehen und reibe sie mit einem in Wasser getauchten Tuche güt ab. Die Plättunterlage soll wollig, aber fest gespannt sein. Mit Sorgfalt wird die Wäsche fadengrade gezogen und zuerst links, dann rechts geglättet. Beim Hemd nehme man das Bindchen zuerst vor, glätte es schön rund und stecke es mit einer Nadel zu. Dann stelle man das Eisen in die Mitte, ziehe das Chemisette gut nach unten glatt und plätte von der Mitte nach unten und nach oben und mit der Kante unter den: Bindchen fahrend hin, stoße es natürlich aber nicht um und glhre auf- und abfahrend mit dem Eisen fortwährend seitliche Bewegung .nach dem Rande des Chemisettes ans, bis die Fläche schön glatt unb trocken ist. Dann sehe man zu, daßKnopf­loch sich zu Knopfloch findet", stelle dies mit Nadeln fest, damit sich nichts verschiebe, und plätte in derselben Weise die andere Hälfte des Chemisettes. Um etwaige stumpfe Flecken zu ver- meioen, schiebe man ein Stück Pappdeckel unter das Wäschestück, befeuchte die Stelle mit feuchten Läppchen und bügle die stunrpfe Stelle weg. ,Die Knopflöcher durchstoße man, wenn sie. noch feucht sind, damit der Knopf später nicht die erhärtete Faser durchbreche.

In derselben Weise wird mit der Behandlung von Kragen und Manschetten verfahren.

Beim Glanzplätten oder Polieren der Stärkewäsche, welche Arbeit stets den Schlußeffekt der Plätterei bildet, mische man sich .ein halbes Glas Wasser mit einem gestrichenen Teelöffel Albanin, welche Flüssigkeit vollkommen für den Glanz und Schim­mer einer Wäschemenge von 6 Ob crhe mdcn-C hemisettes, 6 Kragen und 6 Paar Manschetten ausreicht. Alsdann bestteiche man mittels eingetauchten Läppchens in gleichen Längsstrichen die geplätteten Stücke und glätte (auf .harter Unterlage) mit drei bis vier leichten, .flotten Strichen den Glanz herbei. Mit der Kante des Eisens geht man an den Nähten hin, damit dieselben hübsch plastisch hervortreten. Um Ziernähte längs der Mitte her Manschette hervorzuzaubern, .legt man ein Lineal unter die­selbe und plättet daran .entlang fahrend eine Kante heraus. Derselbe Handgriff von der anderen Seite ausgeführt, bringt eine runde, saubere Rille auf der Manschette hervor, die ihr

ein völlig neues Ansehen verleiht. Beim Polieren des Chemi­settes zieht Herr K. mit der Spitze des Eisens einen hübsch ovalen Kreis und punktiert auf der Rückseite des Chemisettes, längs der Kreislinie, mit einem brennscherenartigen Instrument, Stab- fchere möchte man es nennen, einen Perlenstab, setzt solche Perlcn- eindrücke auch rings um die Knopflöcher und hat damit den Eindruck des schönsten Stickereimusters auf dem glänzenden Chemi­sette hervorgerufen. Seiner geübten Hand gelang es sogar, mittels Linienführung mit der Kante des Plätteisens, in Verbindung mit den Perleneindrücken durch die kleine Stabschere hübsche Sezeffionsblumeumuster auf das Chemisette zu zeichnen, über dessen elegantes Aussehen selbst unsere schwerst zu befriedigen­den Brüder und Gatten in rückhaltlosen Beifall ausbrechen werden.

Zur Erleichterung der großen Wäsche, dieser Haupt- und Staatsaktion im Haushalt, empfiehlt Herr K. zum Einweichen von etwa 30 Stück Wäsche einen Eßlöffel voll Universal-Wasch- pulver als Zusatz für das Einweichwasser und in den Kessel zum Auskochen der Wäsche neben Seife und Soda wiederum einen Eßlöffel Universalwaschpulver. In den Kessel setze man einen vom Spengler gefertigten Zinkeinsatz, Hohlzylinder mit gießkannenartigem Kopfstück, um welches herum die auszukochcnde Wäsche gelegt wird und welches den Zweck hat, daß das siedende Wasser in ihm aussteigt und selbsttätig die kochende Wäsche von oben her bezieht, so daß jedes Umrühren oder Unterdrücken der Wäsche im Kessel unnötig wird. Beim Blauen der Wäsche empfiehlt Redner eine kleine Quantität Gummiarabicum mit in den Blaubeutel zu binden, was eine gleichmäßigere Verteilung des Blaues zur Folge hat.

Ein vereinfachtes Waschverfahren für Vorhänge, ,welch.'s das mühsame Plätten und das ruinierende Spannen der Vorhänge übrig macht, erläutert Herr K. auf folgende Weise: !/s Eßlöffel Albanin, 1 Pfund Weizenstärke werden (für 6 Schals Gardinen) in 3 Liter Wasser gekocht und damit die fertig gewaschencii Gar­dinen gestärkt, durch die Wringe genommen oder in grobem Leinentuch ausgerungen und der Länge nach auf die Seine ge­hangen, .wobei man die Vorhänge sorglich gerade zieht und alle Bogen und Spitzen auszieht. Noch feucht werden sie von der Leine genommen und aiffgentacht, wobei sie noch nach Wunsch und Willkür gezogen werden können.

Das Reinigen von Wollstoffkleidern geschieht ebenfalls auf leichte Weise dadurch, daß V2 Eßlöffel Universalwaschpulver in 3 Liter Wasser gekocht wird, ,und die Wollsachen mit der ein­getauchten Bürste tüchtig bearbeitet werben. Alsdann reibt man mit einem in reines Wasser getauchten Leinenlappen nach. Ge­waschene Herrenrockkragen ziehe man sorgfältig in die alte Form und hänge sie über die Stuhllehne. Leichte Damenkleider müssen überplättet werden.

Krirrnerungen an Mismarrk.

Im Cottaschen Verlage ist eine Schrift erschienen, die den früheren württcmbergischen Ministerpräsidenten Tr. Frhrn. von Mittnacht znm Verfasser hat und, obwohl pur .86 Seiten stark, eine Fülle für die Beurteilung Bismarcks als Menschen und Staatsmann wertvoller Mitteilungen enthält. Frhr. ,v. Mitt­nacht hat vierzig Jahre zu Bismarck in amtlicher und persön­licher Beziehung gestanden. Als württembergischer Minister vom April 1867 bis November 1900, als Mitglied des Zollparlaments, Bevollmächtigter zu bett Unterhandlungen in Versailles über die Gründung eines deutschen Bundes im Oftober und November 1870 und Über den Abschluß der Friedenspräliminarien mit Frank­reich im Februar 1871, endlich als Mitglied des Bundesrats des Deutschen Reichs von seiner ersten Sitzung aut 20. Februar 1871 bis November 1900 hatte er vielfach Anlaß und Gelegenheit, mit Bismarck zu verkehren. Häufiger Gast in feinem Hause in Berlin und in Friedrichsruh besuchte er den Fürsten auch in Varzin, Kissiugen und Gastein. Nach Bismarcks Entlassung machte er int Mai 1890 einen Besuch in Friedrichsruh und int August 1893 einen weiteren in Kiffingcn. Tort sah er den Fürsten zum letzten Male. Nach dem Tode der Fürstin wechselten beide noch Briefe. Ein im Sommer 1898 auf den 6. August verabredeter .Besuch in Friedrichsruh 'ward durch die Erkrankung und den Tod les Fürsten vereitelt.

Diese engen Beziehungen des" Herrn v. Mittnacht zu Bis­marck befähigen jenen und lassen ihn berufen erscheinen, ein Urteil liber die Persönlichkeit Bismarcks abzugeben, .das Beacht­ung verdient. Herr v. Mittnacht ist ein großer Bewunderer des ersten Kanzlers. Er sagt von ihm:Wer das staatsmännischs Wirken Bismarcks zu verfolgen Gelegenheit und ihm auch außer­amtlich persönlich näher zu treten den Vorzug hatte, kann ihm aufrichtige Bewunderung und warme persönliche Sympathie nicht versagen, .er hat in großer Zett einen Großen und Starken tn der Nähe gesehen."

Daß .Bismarcks ganze Art dicht die eines zurückhaltenden, vorsichtigen, die Worte und Ausdrücke abwägenden, schweigsamen Diplomaten der alten Schule war, sondern daß er unter Wahrung der Form und Sprechweise des vornehmen Mannes offen, un­umwunden und ohne Rücksicht auf Rang und Stellung der Person nach .seiner jeweiligen Stimmung sich auszusprechen und zu urteilen pflegte, ist bekannt. Ueber die Formen, in denen der persöw liche und der geschäftliche Verkehr zwischen dem Kanzler und