Ausgabe 
8.6.1904
 
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Vermischter

morgen sein.

des Rockes, das zierliche Flattern nm ine Knöchel verstärkten, das durch die Garnierungen des Saumes hervorgebracht wurde Durch den eleganten Fall des Rockes unterschied sich hauptsächlich ein schlecht gemachter Promenadenrock von einem chic und vor­nehm gefertigten. Gleichwohl haben die seidenen Unterrocke oder vielmehr die seidenen Krausen daran, die zu ähnlichen Zwecken dienen, immerhin noch eine bedeutende Zukunft. Denn die an­knöpfbaren Volants geben doch heute dem UiUerrock den eleganten Abschluß und legen wieder die wichtigste Stutze für den Fall des Oberrockes auf den nUterrock. Eine Londoner Firma hat letzt einen solchen Unterrock, der weder an Bequemlichkeit noch an Eleganz übertroffen werden kann, geschaffen. Der Saum des­selben ist mittelst festen Bandes steif gemacht, und so ist gewisser­maßen wieder die Krinoline eingeführt, die nun dazu beitragen wird, die Mousselinkleidcheu aus unserer Biedermciierzeft und der Frühzeit der Königin Viktoria mit ihren niedlichen und feinen Reizen wieder aufleben zu lassen. Dabei ist es von höchster Wichtig­keit hie Farbe der Kleider geschmackvoll zusammenzustimmen. Besonders notwendig ist es, eine befriedigende Harmonie zwischen der Farbe des Unterrockes und der des Hutes herzustellen. Die diesen Sommer herrschenden Farben sind die, die unsere Groß­eltern einst entzückten. Die erste Stelle unter den beliebten yarbn wird ein zum zartesten Karmin abgetöntes Magentarot emnehmen. Andere Modefarben sind: die verschiedensten Malven-Nuancen, zartes Gelbbraun, Altgrün in den verschiedensten Tonen, nach alten Stoffen kopiert, ebenso natürlich die verschiedensten blauen Nuancen und dann die schon längst beliebten Pastellfarben.

erschien aber auch die andere Schlange und bemühte sich, den Korb umzuwersen. Den Schreck, den ich in diesem Augenblick empfand, kann ich nicht beschreiben! Was würde geschehen, wenn fte den Korb umwarf! Die Kraft von dreizehn Fuß Muskeln muß un­geheuer sein, sie würde mein Ziehens der Schnur bald überwmden, wenn sie in der richtigen Richtung gewendet wurde. Was dann? Der gewisse Tod war mir sicher. Wieder ertönte das Schwirren eines Pfeiles, und ich sah eine klaffende Wunde am Halse des wütenden Tieres, das jetzt aber von dem Korbe abtteß und sich dem neuen Feinde zuwandte. Ich stellte das Knie auf die Schnur, richtete den Lauf meines Gewehres durch eine der viereckigen Oeff- nnngen des Korbes, zielte, feuerte beide Läufe schnell hinter­einander ab und sah zu meiner Befriedigung das schreckliche Reptil iin Todeskampf Blatter und Staub aufwerfen."

Die Eingeborenen dieser Wildnis haben auch mancherlei Aber­glauben von Wesen, die ihnen Schaden zufügen. So erzählte em bagh-maro", einTiger-Totschläger", daß er von einer Hexe ve^ zaubert wäre, die sich in ein beliebiges Tier verwandeln und nach Belieben jedem schaden konnte. Er glaubte fest, daß diese arme alte Frau sich in einen Panther verwandelte und feine Ziegen an- grisf. Er schnitt deshalb ein Stück von dem Ohr des Tieres ab, und verwundete seine Vordertatze mit einer Streftaxt, was ihn nach seiner Meinung allein retten konnte. Aber von dem »vexen- Panther" wurde noch viel Schaden angerichtet, bis schließlich em Panther getötet wurde, der, wie er schwor, die Hexe war;denn das alte Weib starb etwa eine Woche darauf."

Als der Herzog von Clarence nach Mysore kam, wurde seinet­wegen eine große Elefantenjagd angeordnet, bei der der Prinz von einer rasenden Elefantin getötet worden wäre, wenn Nicht Sanderson, derElefantenkönig", zugegen gewesen wäre.Der Prinz beobachtete aufmerksam einen jungen Elefanten, der zu einem Baum gezogen wurde, als plötzlich ein Schrei ertönte, denn die große Elefantin durchbrach den Kreis zahnier Elefanten und stürzte in der Richtung auf den Prinzen vorwärts. Uns stand das Herz

* Das Huhn. (Klassenaussatz des kleinen Karl.) Das Huhn gehört zur Zoologie. Mit 4 Zehen reicht es bis auf die Erde Zwischen die Zehe hat es keine Schwimmhaut. Auf dem Kopf steht auch noch was. Das ist ein Fleischkamm. Das Huhn ist em kalmförmliches Haustier. Aber sein Schwanz ist dachförmig. Das Huhn sein Schwanz ist hinten. Borne hat sie eine Nickhaut, damit schläft sie. Es trägt ein verschiedenes Federkleid von Farbe. Der Hahn ist männlich und stolz mank die Hühner. Das Huhn und der Hahn hat an jeder Seite ein kleines Auge, das ist zum Besehen. Der Hahn kräht, das Huhn kann nicht krähen, darum

gluckt sie. Das Huhn legt zwei Eier. Der Hahn legt keine i Charade.

Eier. Sie legt uns Eier, Kedern und zuletzt einen sehr nähr- I Ich ging hinaus, die 1 war bunt

haften Braten. Dann hört sie auf Eier zu legen. Das Ei will I Geschmückt vom jungen Mai.

ein Hahn werden, aber nicht immer. Das Ei besteht aus Eiweiß ! Da kam, ein Sträußchen an der Brust,

und Dotter, dann ist es ein Windei. Ein ordentliches Ei ist ein I Ein schmuckes Kind vorbei.

Ei mit was rum. Das Huhn frißt Brot, Weizen und rinnt die I 9 (b 3

Wände ab. Wir haben einen Hahn gehabt, die freßte 20 Mai- Zie l-S leuchten, holder »

käfer auf einmal. - Nun ist er tot." m Utmir »f ini-2-8

* Krinolinen-Unterröcke. Eine entscheidende Neuer- I M !teLrb mein,

ung in der Form der Unterröcke scheint sich, wie wir m emem I in-Mer Nummer

englischen Modebericht lesen, von Paris aus anzubahnen. Man I Auflösung tn___chst

neigte in letzter Zeit dazu, bei den schweren Straßentuchkleidern I yl.,sMs,,na des Tauickwätsels in vor. Nr.,

überhaupt die Unterröcke durch weite Kniehosen zu ersetzen, weil | n Motto W°wickt Basedow,

diese außerordentlich viel leichter waren und den eleganten Fall Band, Masse, Reis, Welle, seide, Motto, ew ch.

LiteeaNrsches.

= Illustrierte Geschichte der Deutschen Lite­ratur von Professor Dr. A. Salzer. München, Allgemeine Verlags-Gesellschaft m. b. H. 10. und 11. Lieferung. (Vollständig in 25 Lieferungen ä Mk. 1..) Die Vorzüge, die wir an diesem u. uw u.a Y--- v - Unternehmen schon beim 'Beginn seines Erscheinens gerühmt

still; einige schlossen unwillkürlich die Augen, um nicht zu sehen, ^rneym >cy unsere höchste Anerkennung heraus,

wie der Herzog Glied für Glied zerrissen oder zu emer unkennt- als ob der Verfasser, je weiter das Werk vorwärts

lichen Masse zerstampft wurde. Das wütende Tier stürzte auf ihn "r i i^ Aufgabe immer tiefer erfasse, immer sicherer

los, mehrere zahme Elefanten folgten ihm. Der Prinz stand ruhig | gewaltigen Stoff beherrsche und immer leichter die Schwieng- abwartend da, aber als das Tier noch etwa zwölf Schritte entfernt dm sewaing großzügige Behandlung germanischer

war, schritt Sanderson, der die ganze Zeit neben dem Prinzen | n:^raturentwicklüng bietet. Man lese die treffliche unb ein- gestanden hatte, vorwärts, hob die Hand und streß ernen Schrei i aebende Würdigung, die er in den heute vorliegenden Lieser- aus. Mir Recht wurde er der Elefantenkönig genannt. Als wenn i . Nibelungenlied, angedeihen läßt. Dabei er­es einem Befehl gehorchte, kehrt sich das Tier mit einer scharsen | ,9 ©aber durch bündige Ausdrucksweise und schönen Wendung nach links und lief davon. , , I Besonderen Wert verleihen dieser Literaturgeschichte die

Es ist nicht überraschend, das in einem Lande, m dem die I Originaltreuen Reproduktionen alter Schriftdenkmäler,

Menschen so an wilde Tiere gewohnt werden, schließlich auch die ^E Nsti: dieses MalEin Bild aus der Wiener Genesis , Lieblingstiere, die fte m ihrer Umgebung hatten, nach unseren 1 @ine <g£|te aug bem Benediktbeurer Osterspiel", denAnfang Begriffen oft eigenartig sind.Schlangen und Hyänen findet man I g £)rnft" .Eine Seite aus Notkers Ueber etzung der Psalmen

öfter alsSchoßtiere", aber das merkwürdigste Lieblingstier, das oes^rnil , wollen.

ich sah, war doch ein ausgewachsener Tiger, wie ihn Major Manfcll- I __^on Lehmann" Befreites Glück. Roman.

Pleydell besaß. Er lag vor der Tür semes, Bungalow an der Lo Meischel u. Co., Berlin W. 35. - Preis: 3 Mk.

Kette. Der Major ließ große Rechnungen bei den Händlern an- I * ajerfaffer schildert, und die angeborenen Menschenrechte siegen stehen, aber es war sehr schwer, Bezahlung von ihm zu erMten, | Samhf der Individualität gegen die Tradition, den

beim keiner wagte es, an diesem Turivachter vorbeizugehen. Wmn s ist Lästige, saftvolle, sympathische Charaktere

der Major aufgefordert wurde, seine Schnlden zu bAahlen, machte » mollige Wohlleben der Abhängigkeit; sie setzen

es ihm immer großen Spaß, zu sagen:Sie haben ^hre Rechnung | $ r |n in We Schranken und schmieden sich em von äußerem

geschickt? Aber es hat sie kerner in meutern Hause präsentiert." Xnnoe Befreites Glück!"

Brutus, so hieb der Tiger, schien zu wissen was von chm verlangt «Wangeoesim«."^ber Liebe und Ehe. Essays. In-

wurde. Er lag immer mit dem Kopf zwischen den Vorderpfoten I { Entwicklungslinie der geschlechtlichen Sittlichkeiti an seiner Kette und bewachte das Tor. Wenn ein Fremder eintrat, «att. cntroi 8 _ grei6eit ber Liebe Die Aus­erhob er den Kopf und atmete tieß und das genügte, um auch den ^volution^er^ieve^ ^ne ^f Mutterschaft - Die Be- beharrlichsten Gläubiger in wilde Flucht zu jagen. | , 9 von der Mutterschaft Mütterlichkeit und Gesftlschaft

Freie Scheidung Ein neues Ehegesetz (S. Fischer, Verlag, Berlin) Geh. 4 Mk. Ellen Keys Standpunkt ist durchaus original. Ohne daß sie je Kompromisse machte, hat fte boft einen scharfen Strich zwischen sich und her gewöhnlichen Frauen- rechtlerei gezogen. Sie hat zu ihrer einzigen ^ehrmeisterm die Natur gemacht. Der ewige Quell der Menschwerdung, die Liebe und die Mutterschaft, ist ihr der Quell der Wahrheit und Weis­heit. Fhre Ideale gründen sich auf der Erkenntnis des mensch­lichen Wissens, das immer dasselbe ist und sich doch immer erneut. Darum schaut sie nicht bloß in die Zukunft, sondern verbürgt auch Zukunft. Ihr Wunsch von heute wird die Erfüllung von

Redaktion: August Götz. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sckeu UniversttStk-Buch- und Cteindruüerei. R. Lange, Gictzen.