Ausgabe 
8.4.1904
 
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(Nachdruck verboten.)

Am Makak der Aajah.

Roman von B. M. Croker.

Genehmigte Uebertragung von A. Vischer.

(Fortsetzung.)

O ja, gewiß. Doch entschuldigen Sie, wenn ich jetzt rasch nach meinem Gepäck sehe, da der Zug gleich abfahren wird."

Tun Sie mein Chuprassi kann es holen. Sagen Sie der Frau Adieu und kommen Sie. Ich werde Ihnen auf der Heimfahrt alles erklären. Ter Wagen wartet draußen."

Wenige Augenblicke später folgte ich Mrs. de Villars durch das Stationsgebäude, worauf wir sofort in einen vornehmen Landauer stiegen, der allem Anschein nach; ihr Eigentum war. Sie schien reiche jung, sorgenlos zu sein, und ich fragte mich voll Neugierde, was es wohl bei ihr für mich> zu tun geben könnte.

Ich kann mir denken, daß die Ueberraschung Sie etwas außer Fassung gebracht hat", bemerkte sie, während wir, von zwei prächtigen Füchsen gezogen, durch! die Straßen tioit Punah rollten das war ein anderes Gefühl als in dem stoßenden Ochsenwagen!Legen Sie Ihre Füße nur hier herauf, wenn es Ihnen beguemer ist", fuhr sie fort. Ich mache es gewöhnlich! auch! so. Mir ist es ganz gleich- giltig, wie es aussieht; es ist ja doch mein Wägen."

Ich lehnte indes die Aufforderung ab und sie nahm das Gespräch wieder auf.Ich lebe ganz allein, habe keine Kinder, und mein Mann ist in den hohen Norden an die Grenze kommandiert worden. Ich zog es vor, hier zu bleiben. Wie könnte ich auch mit jenen Scheusalen dort leben, die Pferdefleisch essen und sich niemals waschen . . . Nein, das ist gänzlich ausgeschlossen. Deshalb bin ich in Punah wohnen geblieben, wo das Leben so heiter und unter­haltend ist, und Tobby kommt herunter, so oft er es möglich machen kann."

Es ist ein weiter Weg von Thibet hierher."

Gewiß, aber daraus macht er sich nichts. Schon immer hat er mir zugeredet, ich solle mir doch eine Gesellschafterin nehmen, ein nettes, junges Mädchen, allein ich! hatte käs jetzt noch keine finden können. Einmal habe ich versucht, mit einer Dame zusammenzuwohnen und die Ausgaben mit ihr zu teilen, allein die Sache ging nicht auf die Tauer und trug mir nur Feindschaft mit einer ganzen Menge Leute ein. Einen Vorteil hat aber das gesellschaftliche Leben in Indien: man ist sozusagen fortwährend auf der Reise und hat deshalb immer wieder Gelegenheit, seine Feinde loszuwerden." <

Kannten Sie Mrs. Berners näher? Waren Sie mit ihr befreundet?"

O nein, durchaus nicht; ich kannte sie nur ganz ober­flächlich!. Sie ging vollständig in ihrer Kinderstube auf.

und ich! interessiere mich! nicht im geringsten für anderes Leute Kinder. Ich saß einmal in Gesellschaft zufällig nebelt ihr, als sie uns von ihrer neuen Erzieherin, einer Miß' Ferrars, vorschwärmte, die ihre Reise wegen der Pest; habe unterbrechen müssen und sich nun in dem Pestlager als Pflegerin nützlich mache. Sie bewrMderte deren Mut/ und ich stimmte lebhaft zu. Sie sagte ferner, Sie hätten glänzende Empfehlungen,seien aus guter Familie und müßten allem Anschein nach; em vorzügliches, hochgebildetes Mädchen sein. Als ich! dann von Mrs. Berners' Versetzung hörte und man mir sagte, daß seine Frau nun gar nicht wisse/ was sie mit Ihnen anfangen solle, da ging ich zu ihr und bot ihr an, daß ich Sie als meine Gesellschafterin annehmen wolle, und daß ich Ihnen anstatt vierzig Rupien sechzig geben wolle. Daraufhin schrieb sie sofort jenes Brief­chen, und so holte ich Sie an der Bahn ab'. Sechzig Rupiest sind nämlich für mich; eine Kleinigkeit, ich habe mehr Geld/ als ich ausgeben kann."

Tas muß ein herrliches Gefühl sein 1" ries ich unwill-i kürlich,aber wie wenigen wird es zuteil!"

Ja, das ist wohl wahr, aber ich bin auch; entsetzlich verschwenderisch und unordentlich", gestand sie.Ich; war früher schon einmal verheiratet, an einen Mr. Lobb . . , Lobbs Pomade, Sie wissen doch, ein sehr reicher Mann! Später lernte ich Tobby in Monte Carlo kennen, und wir trösteten uns gegenseitig über unsere Verluste. Ich glaub«! übrigens wirklich- Sie werden eine angenehme Zeit bei mir haben, und Ihr Gesicht sowohl als Ihr Name gefällt mir. Ihr Name zog mich gleich an. Gab es nicht einmal einen Grafen Ferrars, der gehängt wurde? Toch da habe ich wohl wieder was Dummes gesagt. Das begegnet mir? nämlich fortwährend."

In diesem Falle nicht", antwortete ich; beruhigend. Soviel ich weiß, war er kein Verwandter. Mer welche Arbeit, welche Pflichten haben Sie mir zu übertragend

O, so viel wie nichts. Ein wenig nach; dem Haus' sehen und die Dienstboten zur Arbeit anhalten. Aber auch meiner werden Sie sich ein bißchen annehmen müssen. Ich bin so entsetzlich unpünktlich; uitb vergeßlich So verstecke ich zum Beispiel, ehe ich ausgehe, meine Schlüssel zwischen die Vorhänge, unter einen Teppich oder ins Klavier. Komme ich dann zurück, so kann ich! mich nie mehr erinnern, wo ich sie hingetan habe und muß die Diener rufen, damit sie mir suchen helfen. Tas ist dann so demütigend. Mein Geld- meine Handschuhe, Briefe, Taschentücher, alles lasse ich herumliegen; ich leide darunter, und doch kann ich mich nicht ändern. Ja, Sie werden sch!on Ihre Arbeit mit mir haben", fügte sie lachend hinzu.Ich übergebe Ihnen die Schlüssel, das ganze Haus, die Tienerschpft ... ach!, ich sage Ihnen, es ist ein ganzer Schwarm nichtsnutziger Kulis."

Ich fürchte, daß ich eine' schlechte Haushälterin fein' werde; denn ich habe noch nie in meinem Leben einem; so großen Hauswesen vorgestanden,"