Ausgabe 
6.2.1904
 
Einzelbild herunterladen

80

Kkeim praktische Ratschläge.

Chpressenöl gegen Keuchhusten. Wenn gegen eine Krankheit eine große Anzahl Heilmittel ange- triefen werden, so ist dies immer ein schlechtes Zeichen für die Heilbarkeit dieser Krankheit. Ties gilt auch für den Keuchhusten. Tutzende von neuen Medikamenten werden alljährlich von findigen Fabrikanten entdeckt, welche alle den Keuchhusten radikal beseitigen sollen. Toch noch keines hat sich bewährt und der Arzt darf schon zufrieden sein, wenn es ihn: glückt, mit feinen Mitteln die Anzahl der Keuch- hustenfälle herabzusetzen und die Schwere des Anfalles zu mildern. Luftveränderung hat sich immer noch in vielen Fällen als sehr günstig erwiesen; aber dabei besteht immer die Gefahr, daß der Keuchhusten in bisher freie Orte ver­schleppt wird, und wenn das Keuchhusten kranke Kind, daher nicht überall mit offenen Armen ausgenommen wird, so braucht man sich darüber weiter nicht zu wundern. Man hat daher neuerdings vorgeschlagen, spezielle Sanatorien für diese Kranke zu errichten. Allein trotzdem ist der Ge­brauch von Linderungsmitteln unerläßlich und eine Mutter, die es unterlassen würde, ärztliche Hilfe beim Keuchhusten in k^ispruch zu nehmen, würde sich an ihrem Kinde schwer veri mdigen, denn oft schließen sich an den Keuchhusten schwere Nachkrankheiten an. Als Linderungsmittel gegen Keuchhusten hat jüngst Prof. Kobert in Rostock das Cy- pressenöl empfohlen. Tasselbe soll mit der fünffachen Menge Alkohol verdünnt aus das Hemd des Kranken Ver­

den Zitaten aus der dramatischen Weltliteratur. Ter Weg Kben Verfasser von dem chinesisschen Trama des o-meihiang, von Sophokles, Euripides und Plautus zu Calderoii, Shakespeare, Racine und den deutschen Dich- tern und schließt mit den modernsten Erzeugnissen in- und ausländischer Dramatiker. Alle Arten von Liebes- zustäüden werden in dieser Zitaten-Sammlung berührt, die ideale aufopferungsfähige Liebe, die Qualen der un­glücklichen Liebe und die sinnliche Erotik. Natürlich konnte der Verfasser nur eine beschränkte Anzahl von Zitaten berücksichtigen. So sind es also gleichsam Stichproben, die nns der belesene Verfasser in guter Auswahl bietet. Bei Shakespeare beschränkt er sich z. B. auf zwei Fälle, auf die berühmte Werbeszene Glosters um Anna inRi­chard III." und aus die Liebesausbrüche der Geliebten Romnos. Hier, wie auch sonst noch des Oefteren, geht Livpmann auch aus psychologische Erläuterungen ein. Im allgemeinen jedoch hält er sich bescheiden, wie ein Re­gisseur hinter den Kulissen, zurück und läßt die Dichter, die Seeleumaler allein zu Worte kommen. Je mehr dieser literarische Streifzug der Neuzeit sich nähert, um so aus­giebiger und im gewissen Smne auch aktueller gestaltet sich natürlich der Stoff. Wer bei der Lektüre des Buches sich einen besonderen Reiz verschaffen will, dem raten wir, beispielsweise die Liebesschilderungen der deutschen Klassiker mit jenen der modernen Tagesdramatiker zu vergleichen. Man wird dann sehen, um wieviel komplizier­ter die Stoffe der Liebeshandlungen heutzutage ersonnen sind, wie die Beschreibung der psychologischen Motive der nun meist merkwürdig handelnden Charaktere zu einer Disserenzierungskunst gediehen ist, die zum Teil schon etwas Degeneriertes an sich hat. Mit interessanten Än- deutnngen über die Wechselwirkung von Bühnenstück und modernem Publikum schließt das gut ausgestattete Buch.

Schon im frühen Alter zeigt sich der W u n s ch n a ch z e i ch n e r i s ch e r H a n t i e r u n g und wenn auch das Kind nicht zu viel mit Unterricht geplagt werden soll, so werden verständige Eltern doch daraus bedacht fein, die zu tage tretenden Neigungen unbeschadet der kindlichen Freiheit in die richtigen Wege zu leiten. Hierzu bietet sich Vorlagenstoff und geschickte Anweisung in einer gediegenen Sammlung, die soeben unter dem Titel Kinderzeichnen" als erste Serie von C. Hoffmanns Zeichenkunst" im Verlag von Otto Maier in Ravensburg erscheint. (Preis 1 Mk.) Frische Darstellungen, Figuren mitten aus dem Leben heraus, keine langweiligen, pein­lich abgezirkelten Zeichnungen finden wir in den ausge­zeichneten Vorlagen. Tie Auswahl ist mit gutem Bedacht und großem Geschick getroffen. Allerhand Gegenstände, werden mit weiser Beschränkung und steter BerÜcksichf- tigung des dem Kinde Erreichbaren geboten.

spritzt und dann eingeatmet werden. Tie Cvpresse ist eist altes Mittel bei Brustkrankheiten, denn in die duftenden Cypressenwälder schicken arabische Aerzte heute noch ihre; Brustkranken.

Gegen Hühneraugen wird das Auflegen von Zwiebeln empfohlen, welche zuvor eine Stunde lang in Essig gelegt und dann fein zerschnitten wurden. Als Verband nimmt man reines Lemen. Tas Verfahren ist dreimal täglich zu wiederholen; gewöhnlich läßt sich das Hühneraugtz schon nach einigen Tagen mit einem Messer herausnehmen.

Das Medium.

Wir erhalten eben so viel poetische Grüße, als befänden wir uns im Wonnemonat. Einem unserer Leser fällt es ein, daß man über das ThemaAnna Rotbe" wieder mal etwas sagen könne, und dichtet nicht übel:

Sie sitzt in niederer, enger Zelle

Und durch das hohe Lustloch dringt

Des Sonnenlichts getrübte Welle, Die wie ein Geisterschleier blinkt. Es legt sich hart auf ihre Glieder Ein grobes, härenes Gewand. O, sie erkennt sich nicht mehr wieder, Wie ging sie einst so elegant.

Sie mußt zu ihrem größten Schrecke

Ablegen Schmuck und Seidenkleid, Und auch bte bausch'gen Unterröcke Und das tat ihr besonders leid-

Jn diesen Unterröcken hingen

Die schönsten Blumen weiß und rot,

Die sie berührt von Geistersschwingen

Den gläubigen Spiritisten bot.

Telepathie und Okkultismus

Sind unseren Gerichten fremd, Ihr armer Medium-Organismus Ward untersucht pfui! bis aufs Hemd.

Als man sie sah im Blumenkränze,

Da rief die rohe Polizei:

Das ist ja eine nette PflanzeI

Und ach! es stand kein Geist ihr bei...

Nun brummt fiel Und sie muß sich fassen,

Bis abläuft ihres Kerkers Uhr, Doch wenn sie wieder freigelassen, Was wird sie dann beginnen nur? Wer wird noch trauen ihren Listen? Sie grübelt nach, dann lächelt sie: Sie baut aus ihre Spiritlsten, Denn alle werden die ja nie. __

Mg.

Nie ruist Tu zurück mich Aus Tiefen des Todes. Was Du liebst, mußt Du lassen, Und das Leid nur ist lang.

W i l h. Jordan. ^Sigfridsage.- * * s

Nur wer erlöschend noch gedacht: Ich habe treu und schön vollbracht Ein Dasein, reich an Segen", Nur dem vermag int Sterbekleid So rein verklärte Seligkeit Das Antlitz jung zu prägen.

Wilh. Jordan.

Preisräts e !*)

Nachdruck verboten.

12 Ausdruck der Schnelligkeit.

1 2 3-4 weiblicher Vorname.

___ 13 Nahrungsmittel.

o » 24 Fluß in Sibirien,

ö 32 Baum.

*) Lösungen sind mit Aufschrift:Preisrätsel-LSsnng" versehen innerhalb acht Tagen an die Redaktion der Kamillienbräller" einzuscndcn.

Auflösung des Logogriphs in vor.Nrt.

Dotter, Otter,

Redaktion! August Göb. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.