Ausgabe 
5.11.1904
 
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Tidje Hindernisse nnd ist 1250 englische Meilen lang. Mit Gin» schloß einer Vormauer ist sie 20 Fuß hoch, an der Basis 25 Fuß dick und oben 15 Fuß breit. Ter größte Käse, der je gemacht wurde, hießdie kanadische Milbe"; er wog 22 000 Pfund, hatte einen Umfang von 28 Fuß und war 6 Fuß hoch. Er wurde zu einer Ausstellung in Ontario angeserligt; dazu wurden 207 200 Quart Milch verwendet, die Milcherzeugung von 10 000 Kühen in einem Tage. Ter größte Plumpudding der Welt wurde in Paignton, Tevon, im Jahre 1858 gemacht. Der Riesen- Vndding wog 30 Zentner, und zu seiner Herstellung wurden 573 Pfund Mehl, 191 Pfund Brotkrumen, 473 Pfund Korinthen und Sultaninen, 382 Pfund Nierenfett, 360 Quart Milch, 95 Pfund Zucker und Gewürze in geringeren Mengen gebraucht. Ten größten Laib Brot hat vor zwei Jahren ein Bäcker in Loudon zu einem Erntefest gebacken. Das Brot war 12 Fuß lang und 2 Fuß breit und hatte fast einen Zentner Mehl erfordert. Tie größte Glocke der Welt ist die große Glocke von Moskau am Fuße des Kreml. Sie hat einen Umfang von fast 68 Fuß und ist über 21 Fuß hoch. Ihre größte Ticke beträgt 28 Zoll, und ihr Gewicht wird auf 443 700 Pfund geschätzt. Sie tvar nie auf­gehängt und wurde wahrscheinlich an der Stelle gegossen, wo sic jetzt steht. Den größtenschwarzen Diamanten" hat man in Rvsselyn gefunden. Tie Kohle ist 24 Fuß lang, 5 Fuß 8 Zoll hoch, 6 Fuß dick und toi egt 41000 Psund. Den schwersten Schinken sah man in der britischen Abteilung der letzten Pariser Weltausstellung. Er wog 50 Pfund. Ten schwersten Hecht, beit ein Angler je gefangen hat, fischte Mr. Page im Jahre 1898 aus der Themse. Der Riesenfisch jvog genau 29 Pfund.

Eine seltsame Tugendprobe nehmen in einigen süd- slavischen Gegenden die Jungfrauen mit den Jünglingen, die es nach, ihrer Hand gelüstet, vor. Hat der Bewerber sonst einige Aussicht, in Gnaden ausgenommen zu werden, dann wird ein Baum ausfindig gemacht, in dem sich ein Bienenschwarm nieder­gelassen hat, und der Zukunftsbräutigam wird zu dem Baum geführt. Während die Schöne sich, mit den sonstigen Prüfungs- zeugen vorsichtig zurückzieht, muß der junge Mann in der nächsten Nähe des Stachelvolkes seinen Platz einnchmen. Tie Folge ist natürlich gewaltiger Aufruhr in der Bienenrepublik. Bald kommen einige Plänkler zornig summend näher, als sollte der Kopf des armen Menschenkindes einer sehr pein­lichen Untersuchung ausgesetzt werden. Für den Jüngling aber wird die Sache dadurch gewiß noch peinlicher, daß er während der ganzen Probe- den Mund geöffnet halten nruß. Bleibt er fest, und .greifen ihn die Bienen nicht an. daun ivinkt ihm freilich ein gar süßer Lohn; denn sowie die Braut Gewißheit hat, fliegt sie ihm gewiß in die Arme mit dem Jübelruf: Dich nehme ich, denn Du bist kein Säufer."

* Liebe Jug end! (So schreibt man diesem Blatt.) Ter Vater des Studenten Müller will durch seinen Besuch seinen Sohn überraschen. Er kommt abends an,, erfährt aber von der Hauswirtin, daß der Sohn auf der Kneipe sei. _ Da er ihm zu lange ausbleibt, legt er sich auf seiu Bett und schläft eilt. Spät in der Nacht wird jener schwer betrunken nach Hause gebracht. Als er jemand auf seinem Bette findet, macht er großen Lärm. Ter Vater erwacht und fragt entrüstet:Ja, kennst Du denn Deinen Vater nicht?"Ach was Vater! Kann jeder sagen! Raus!"

MlMMNpffege.

T i e O r ch i d c e n u n d i h r e K u l t u r i m Z i m m c r. Von A. Braecklein. Mit 50 Abbildungen. In Ganzleinen sein ge­bunden Preis 3 Mark. Verlag von Trowitzsch u. Sohn in Frank­furt a. O.Eine wahrhaft kaiserliche Blume" hat Kaiser Wil­helm II. die auf dem Einband des vorliegenden Buches ab­gebildete Orchidee Odontoglossnm grande genannt, die hiernach auch den NamenKaiser Wilchelm-Orchidee" führt. Und in der Tat, wenn man die Rose als Königin unter den Blumen be­zeichnet, so verdient die Orchidee wenigstens in einzelnen- ihrer Arten die Kaiserin der Blumen genannt zu werden. All­ste es in Frankreich und namentlich in England schon längst sind. Ta ist denn ein Buch über Orchtdeenkultur zeitgemäß und willkommen, um so mehr, wenn es aus der Feder einer Autorität auf diesem Gebiete stammt. Der Verfasser liebt diese herrlichen Kinder einer tropischen Natur leidenschaftlich, und so ist auch sein Buch- mit Liebe geschrieben. Tas Buch ist bahn­brechend für die allgemeinere Einführung der prächtigen Orchi­deen: es ist die erste sachgemäße Anleitung zur Orchideenkultur im Zimmer, aufgebaut auf der langjährigen Praxis eines er­fahrenen Spezialisten.

Praktische Blumenzucht und -B l u m e n p flege im Zimmer. Von Robert Betten. Vierte vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 270 Abbildungen. In Ganzleinen geb. Preis Mk. 4. Verlag von Trowitzsch u. Sohn in Frankfurt a. O. Gerade zur. rechten Zeit ist eine neue Auflage dieses Buches erschienen: Tie Zeit ist da, wo wir uns fragen: Wie schmücken wir im Winter unser Zimmer, unsere Fenster mit Blumen? Welche Blumen und Pflanzen wählen wir? welche eignen sich nach un­serem Geschmack für uns, aber auch vor allem: welche Arten und

Sorten passen für die Bedingungen, oic wir ihnen bieten können? Haben wir Sonnenseite? können wir lüften? steht uns ein un­geheiztes Blumenzimmer zur Verfügung, oder sollen die Blumen und Pflanzen im geheizten Wohnzimmer bleiben? Wie bekom­men wir sie? wie haben wir zu pflegen? sollen wir fette Erde geben oder magere, kleine Töpfe oder große? wann sollen wir gießen und wie viel? Alle diese natürlichen Fragen beant­wortet Bettens Buch mit Klarheit und Sachkenntnis. Jede Blume will im Zimmer anders behandelt werden! Nur wenn wir Blumen richtig behandeln, gedeihen sie im Zimmer, nur dann machen sie uns Freude. Deshalb sollte jeder, der. Blumen im Zimmer pflegt, eine Anleitung besitzen, aus der er sich Rat holen kann, und als eine bewährte Anleitung sei Bettens Buch ge­rade jetzt warm empfohlen.

LßteL'aNeschss.

Ter Liebe Soll 'und Haben" lautet der Titel eines Aufsatzes über das Thema derfreien Liebe" aus der Feder der Frauenrechtlerin Else Hasse in derFrauen-Rundschau". , Tie Ausführungen gipfeln in dem Ergebnis, daß die Einführung jener von so vielen unklaren Köpfen als weltbeglückend gepriesenen Reformen des Liebeslebens den tieferen idealen Charakter von Mann nnd Weib, der sich nur in monogamer Ehe entwickeln könne, aufheben müßten. Daß allerdings die Trennung einer in ihrem Kern faul gewordenen Ehe zu einer moralischen und sozialen Not­wendigkeit werden kann, beweist ein Leitartikel int nächsten Heft derFrauen-Rundschau", betiteltlieber Ehescheidung". Wenn auch die Verfasserin dieses Aufsatzes in noch so lebhaften Farben die entsetzlichen Qualen einer unglücklichen Ehe besonders zwischen feinfühligen, aber in sich disharmonierenden Naturen schildert, wird man ihre von idealsten Gesichtspunkten getragenen Ausführungen doch nie zu einem Plädoyer für die sogenannte freie Liebe" ausnützen können. Man sieht vielmehr aus den beiden Aufsätzen, daß sich gerade im Lager unserer Frauenrecht­lerinnen die Ansichten über dieses Thema immer mehr zu klären beginnen. Auch sonst enthalten die neuen Hefte der illustrierten WochenschriftFrauen-Rundschau" wieder eine Menge belehrenden und unterhaltenden Materials, und es ist nur zu wünschen, daß diese Zeitschrift in den Kreisen unserer gebildeten Frauenwelt immer weiteren Eingang findet. Probenummern erhält man gratis und franko von der Geschäftsstelle der Frauen-Rundschau, tn Berlin SW. 11.

Wahre Geschichten aus einem oberhcssische»» Dörfchen.

(Nach einem Berichte derKreuz-Ztg.")

Im Dorfe ist der Teufel los.

. Welch' Jubel weit und breit, Wie freut sich Alles, Klein und Groß 's ist ja Manöverzeit!

Hell schmettert ihre Melodien

Die Regimentsmusik,

Und aller Mädchen Wangen glüh'n, .Ihr Herzchen pocht vor Glück.

Doch unten in dem Wirtshaus geht Es am fidelsten her, Dort kneipt, bis in den Abend spät Das höh're Militär.

Und stolz sitzt auch in Positur Der Bürgermeister dort.

Ein einz'ger Kummer drückt ihn nur:

Bald zie'hn sie wieder fort!

Drum hält er's heut für angebracht,

Von heil'ger Glut entbrannt, Zu preisen durch der Rede Macht Armee und Vaterland:

Jawohl, das Heer, das 70 sich So wunderbar bewährt, Ihm sei auch künftig sicherlich Der schönste Sieg befcheert!

Denn anders kann es ja nicht sein,"

So schließt der Redeheld, Uns Deutsche fürchtet Gott allein, Sonst Nichts auf dieser Welt. ,

Edwin.

Kätfcl.

Nachdruck verboten.

Ein Bauer streute unverdrossen

In seinem Garten Körnlein aus:

Da ist just mitten drin ersprossen

Einl". Was war's, was ward daraus? Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Worträtsels in vor. Nr.: Hausherr.

Redaktion: August Goetz. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R.Lange, Gießen.