Ausgabe 
5.9.1904
 
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Hi» angenehmes Krke.

Humoristischer Roman.

Von Victor von Reisner.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Frau von Höchstfeld hörte gar nicht auf das sich weiter entwickelnde Geplänkel, sondern suchte nur die Tür nach! dein Park zu gewinnen, um dest Blumenliebhaber noch rechtzeitig und ehe er noch Schaden antzerichtet hatte, von ihrer Pflanzung zu verscheuchen.

Annähernd zur selben Zeit, als sich dies ans Dolina abspielte, stürzten Dinko und Mirko in das Zimmer der .Eltern und berichteten, daß soeben ein Höchstfeldscher reitender Bote hier gewesen sei mit der dringenden Ein­ladung, sofort hinüber zu kommen, da noch viele Gäste anwesend seien.

Diese Art der Einladung hat er von mir gelernt", meinte der Graf mit selbstgefälligem Lächeln,ganz bildungsunfähig scheint er demnach, doch nicht zu sein." Ich begreife nur nicht", setzte er nach kurzem lieber» legen stirnrunzelnd hinzu,was das bedeuten soll? Sie können doch unmöglich hinter meinem Rücken mit ihm Frieden geschlossen haben!"

Weißt Du vielleicht etwas Näheres?" wandte sich die Gräfin fragend mt Ljubiza.

Nicht das Geringste", entgegnete diese,ich traf doch erst vor einer Stunde zufälligerweise mit Er. . . mit Herrn von Höchstfeld zusammen", verbesserte sie sich er­rötend,er hat mir aber keine Silbe davon gesagt."

Ihr werdet wohl von anderen Dingen zu sprechen gehabt haben", meinte der Vater mitleidig, und sie an sich heranziehend und ihr liebevoll die Wiastgen streichelnd, redete er ihr zu:Mußt mein tapferes Mädchen sein und Dir die Geschichte aus dem Herzen reißen. Mein Segen hätte Dir gewiß nicht gefehlt, aber zum Nachlaufen sind wir zu stolz!"

Laß das, Alteck', ermahnte ihn die Gräfin, mit einem Seitenblick auf die beiden Jungen, die mit gespitzten Ohren dastanden, damit ihnen nur ja kein Wort verloren gehe.

Am liebsten hätten sie die Schwester getröstet und ihr verraten, wie nahe sie, ohne es zu ahnen, schon ihrem Ziele sei; aber die Vorsicht ließ sie schweigen und den Lohn ihres guten Werkes doch lieber in stiller Bescheiden­heit abwarten.

Also, wie ist's", fragte die Gräfin,fahren wir hin­über oder nicht?"

Da Ihr die ganze Zeih mit ihnen verkehrt habt, so sehe ich nicht ein, warum Ihr gerade heute absagen solltet", entgegnete Grass! Stepenaz, bleibe aber natürlich M Hause."

Die Einladung galt doch für uns alle", suchte ihst die Gräfin zum Mrtfahrpn zu überreden.

Gib Dir keine Mühe", unterbrach er sie entschieden/ so lange er Meinem Freunde Adame nicht Abbitte ge­leistet hat, existiert er für mich nicht."

Mer die anderen sind doch auch. . ."

Die anderen können das halten, wie sie wollen, die sind für mich nicht maßgebend. Wenn es Dir, indes pein­lich ist, kannst Du ja meinethalben mein Fernbleiben irgend­wie entschuldigen sage, ich hätte mir das rechte Ohr verstaucht oder einen Nagel in die Nase getreten er wird schon die Wahrheit herausfühlen, und das ist die Hauptsache."

Aengstlich zögernd schmiegte sich Ljubiza an ihn.

Vielleicht würde ihn gerade Dein MttkoMmen zur Nachgiebigkeit bestimmen", bettelte sie,sei lteb> Papa, Du weißt doch . . ."

Ich weiß alles, Mein Kind) und wenn eg' sich um eine Mir widerfahrene Beleidigung handelte, könnte ich mich vielleicht Deinetwegen zum ersten Schritt entschließen", ent­gegnete er ihr ernst,da er sich aber soweit vergaß, einest Wehrlosen zu kränken, so wäre es ein SakrilegiuM an' unserer Freundschaft, wenn ich Meinen alten AdaMe so leichten Herzens fallen ließe. Hat er erst mit ihm feinest Frieden gemacht, dann will auch ich ihm verzeihen, ftüher aber nicht. Und nun fahret in Gottesnamen ab und laßt sie nicht länger warten, sonst brennt ihnen noch die Suppe an."

Gern hätte Ljubiza noch etwas eingewendet, aber sie fühlte nur allzu deutlich, daß der Vater gar nitch nachgebest konnte; sie folgte einem'Winke der Mutter und ging schweren Herzens nach ihrem Zimmer, sich! besuchsfertig zu machen.

Oben angelangt, weinte sie sich erst gehörig aus, dunst wurde sie allmählich ruhiger und die frohe Aussicht, einest ganzen Tag in der Nähe des Geliebtest weilen zu können, stimmte sie schließlich! sogar heiter.

Nun beeilte sie sich, fertig zu werden, und als sie hinunter kam/ zeigte sie dem Vater wieder ein freundliches Gesicht.So ist's recht, mein Schatz", sagte er mit herz­licher Innigkeit,freue Dich stets des Augenblicks, laß Mr nie die Freude am Gegenwärtigen durch, das Grübelns über das Zukünftige vergällen, sonst kommst Du Dein Leb­tag zu keiner frohen Stunde."

I, wo wird sie denn, sie ist doch kein Frosch", meinte! die Mutter im Einsteigen,Gott sei Dank hat s' ja meist Naturell und i wüßt" wirklich nit, wann i mich je mit unnötiger Grübelei b'schäfttgt hätt'."

Nein, das hast Du tatsächlich nie getan", bestätigte ihr Stepanaz lachend,Du warst nicht einmal bei unserer Trauung erstst"

Na, 's tvar ja auch kein Leichenbegängnis", replizierte sie ürstzig,und dann hab' i doch auch g'wußt, was für j etnu guten Mann i Weg'. So, jetzt KW mir schneK