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entzündet, wobei infolge der großen Ladung alle in etwa 50 Meter Umkreis ausgelegteii Minen zerstört werden. Für die angreifenden Schiffe rst so eine Durchfahrt geschaffen.
Es ist also dringend geboten, jede dauernde Minen- sperre durch.Küstenforts, Machtschiffe und -Boote zu schützen, soll sie ihren Zweck erfüllen und nicht gleich unwirksam gemacht werden.
Pie neue Aheinbrücke bei Mainz, mit deren Bau im Oktober 1901 begonnen worden ist, ist mit ihrer scheinbar viel zu leichten und überaus eiusachen Eisenkonstruktion ein Wunderwerk moderner Technik, gleichzeitig bietet sie aber durch ihren reichen bildhauerischen S cii in u ck, der auf besonderen Wunsch des Kaisers die Brücke ziert, dein Be chauer eine Menge des Fesselnden und Originellen.
Tie Breite des Rheines bei der Brücke beträgt 450 Meter, und zwar im Hauptarm 250 und im Nebenarm 200 Meter. Im Flußbett stehen drei Pfeiler; zwei davon im linken und einer im reckten Arm. Dreizehn Landpfeiler, voit denen sich sechs atti der Petersau, eiltet Insel im Rhein, befinden, tragen außerdem die Brücke. Die Oeffnungen der Strompfeiler betragen einmal 95,80 Meter, zweimal je *106,80 Meter und je 116,20 Meter. Sechs Dopreltürme und der prunkvolle, aus rotem Sandstein in streng tcn attischem Stil gehaltene Brückenkopf, auf dem sich auch am Sonntag der Einweihungsakt abgespielt hat, zieren die langgestreckte Brücke. _ . ■„ ,
Am Brückenkopf führt eine Treppe mit Etsengelander zum Eingana, den uvei Säulen aus dunklem Niedertnendigstein flankieren. "Hier tu d an! der Gegenseite sind angebracht der römische Senator 'M a t l n s A u r e l i u s, B o n i f a 11 u s, die Heiden bekehrend, der e,e! örutc Siegfried und der Drache F a s n e r, das Rheingold tunend. Eine ganze Anzahl kleiner Einzeltöpfe, die jedoch keine siuiibitdliche Bedeutung haben, sind in einem Bogen über dem Bouisatiusrelics über dem Portal angebracht. Wetter e das Portal am Ober ström, der der Stadt zu gelegenen Seite, c links Architrave und die Christenverfolgung. Das Portal am llnterstrom, also nni der Gegenseite, bringt ebenfalls eine ganze Reibe hochkünstlcrijcher Reliefs und Köpfe. Da sind die Nixen, wie sie um das Rheingold tanzen, in Hochrelief sehen wir Siegbert und F r a u e n l o b, ferner ein Relief, einen Wald darstellend, mit ztvei schmausenden Eichhörnchen. Dieses letztere Bild hat keine sinnbildliche Bedeutung und dient nur zur Ausschmückung. Oben am Turm des linksseitigen Brückenkopfes ist auf beiden Seiten der hessische Löwe angebracht. Ten Turm schmückt ferner ein zierlicher Balkon aus kleinen Säulen, bei denen die Zwischen- räume mti schwarzen Marmorplatten ausgefüllt sind. An der Landseite des Balkons prangt das Mainzer Stadtwappen, behütet von dem hessischen Löwen und dem preußischeir Adler: „D i e preußisch-hessische E i s e n b a h n g e m e i n s ch a f t I" Der große Balkon an der Wasserseite des Brückenkopfes zeigt ebenfalls das Mainzer Wappen, umgeben von Ornamenten, aits denen sich der Bischosshut und das Schwert, als Zeichen der tveltlichen und kirchliches Macht, abheben.
Zivei Reliesplatten an der seitlichen Mauer zeigen Baitern. Tann folgen am Oberstrom die Köpfe des Baurats S ch w e ch t e n, des Erbauers der Brkicke, feines ersten Assistenten K ö r s ch n e r, des Direktors Lauter von der Baufirma Holzmann und des Bildhauers Professor Riegelmann. Als Gegenstück finden mir auf der anderen Seite am Unterstrom die in Stein modellierten Kopie desMain-erCisenbahnpräsidenteu R a b e n a u, des Regierungs- Wd Baurats E v e r k e n und der Baiiinspektoren Merkel und Bart h. Am Brückenbogen des Ouerstroms kämpfen ztvei heraldische Adler, ein großer, der deutsche, der den kleinen, den römischen, angreift und besiegt. Ein weiteres Relief in aus- gezeichneter Arbeit zeigt ein römisches Kastel in einem germanischen Wald, in dem ein Bär, das Urbild der Kraft, Stämme atisreißt. Ztvei Krieger, mit Steinschleuder bewaffnet, schleichen auf das Kastel zu. Hoch oben am Turm, und weithin sichtbar, ist das Standbild Gutenbergs, des großen Mainzer Sohnes, aufgestellt. Als Gegenstück auf der anderen Seite sieht man den krönenden Bischof; eine Illustration des Liederverses: Ten krönt man zu Aachen zur selbigen Stund'. Von der Spitze des Tunncs schaut mit halbgeöffneten Flügeln ein Adler in die Lande. An dem Eingang dös Tores ist die Büste des preuß. Eisenbahn- Ministers v. Budde, auf der anderen Seite diejenige deS hessischen Finanzministers G ii a u t h. Tie Büsten des deutschen Kaisers und des Groß Herzogs sind am Turm auf den beiden Strom- seitcn auf besonderen Sockeln mit einem tapetenähnlichen Hintergrund aufgestellt.
Mährend die Darstellungen auf dem Brückenkopf einen ernsteren Charakter haben, sind die Reliefs aui den beiden Toppcl- luur.en der Brücke der fröhlichen Laune und der beißenden Satyre gemibmet. Auf dem ersten Rheinpseiler, dessen Errichtung übrigens LOOiOMk. mehr gekostet bat, wie der anscheinend genau so aus- gesührte. andere Toppelturm, fletschen die drei Köpfe des Höllen- hundcs Cerberus ingrimmig die Zähne. Weiter ist hier sehr
amüsant der aus der anderen Brücke noch bestehende Brückenzoll in drei Bildern verspottet. Auf dem ersten Bild wirst der Spaziergänger mit saurer Miene sein Geldstück in die Börse des Wächters. Einen bedeutend schöneren Zoll zeigt das zweite Bild, auf dem sich zwei küssen. Aus dem dritten Bild aber sieht man einen frechen Schlingel, der dem Gelderheber durchgebrannt ist und ihm dazu eine lange Nase dreht. Ter Pfeiler auf der Kasteler Seite zeigt Bacchus in Weinlaune und die Pomona mit Aepfellaub, als Sinnbild der Rhein- und der Main- und der Wein« uud Apselweingegend. Dann aber machen sich die Bilder weidlich lustig über die zuerst sehr hohen, dann aber sehr, sehr reduzierten Ansprüche, die Kastel seinerzeit bei den ersten Verhandlungen zum Brückenbau gestellt hat. Ein Fuchs, der die ihm zu hoch hängeu- den Trauben* zu sauer findet, und sie deshalb verschmähend, fort- läuft, spielt auf die erwähnten Vorgänge an. Ebenso zwei Knaben, die sich um einen dicken Apfel streiten und sich schließlich mit einem kleinen begnügen inüsseu. Als Gegenstück zu„ den beiden streitenden Knaben sehen wir auch zwei streitende Vögel auf der Kasteler Seite. (Rhein. Kurier.)
vermischtes.
** Jetzt, d a die Zeit der Maibowlen und Erdbeerbowlen wieder herannaht, interessiert es vielleicht, den Ursprung des Wortes „Bowle" festzustel'len. Hans v. Zobeltitz teilt im Maiheft von „Velhagen und K'lasings Monatsheften" in einer Plauderei „Bowlen-Weisheiten" folgendes mit: „Man darf nicht das Wort für englischen Ursprunges erklären. Wenn wir es vielleicht auch neuerdings aus England entlehnt haben, so ist der Ursprung des Wortes „Bowle" doch zweifellos urgermanisch. Ehe die Briten ihren Claret-Cup und ihre Porter-Bowle erfanden, trank man sicherlich schon Maiwein am Rhein. Warum sollte es, damals nicht auch schon Bowlen gegeben haben? Die Kunst, Milchgetränke zu brauen, ist ja nicht nur schon bei den Römern zu finden, sondern ist auch durch das ganze deutsche Mittelalter zu verfolgen. Das Wort „Bowle" stammt denn auch von dem althochdeutschen „bolla", mittelhochdeutsch „bolle" und bedeutete Küospe und kugelförmiges Gefäß. Daraus ents.a o dann erst das angelsächsische „bolla" und weiterhin dos frühsten gstlische „bowl", mit der besonderen Bedeutung: Gefäß, Napf, auch Becher, wobei man aber stets noch an die kugelige, die Küospenform, zu denken hat. Interessant ist, daß das uralte Wort auch im Hochdeutschen heute noch fortlebt. So nennt man heute noch in der Wetterau ent hölzernes hohlrundes Gefäß eine Bolle, und Jakob Grimm meint ausdrücklich, „deutscher wäre Punschbolle als Punsch- Bowle!" __________
Literarisches.
— Im Verlage von Hofsmann u. Ohnstein in Leipzig erschienen unter dem nndeutschen Titel , B l o u s e s M o d e r n e s Nr. 2" ein Heft von reichhaltigem Inhalt Es bietet 94 der neuesten Modelle für Damen- qarderobe, und zwar 70 schicke und elegante Vorlagen für Blusen Boleros usw., 12 Rockmodelle, 5 Morgen- und Hauskleider, sowie 1 fein koloriertes Modenkupfer mit 7 hoch- aparten Blusenmodellen. Blouses Modernes Nr. 2 wird umsomehr in Schneider-Ateliers und in Familien willkommen sein, als der Preis nur 1 Mark ist. Warum die Leipziger Verlagsbuchhandlung einen französischen Titel gewählt hat, ist uns unverständlich. Spricht man denn mt der Pleiße neuerdings ein sranzösisches Sächsisches? Et herrjemersch nee, das muß aber scheene klingen!
Buchstabenrätsel.
Nachdruck verboten.
Das Wetter sah so freundlich aus, Ich fuhr mit meinem x hinaus, Hoiho I Wir zwei mit keckem Mut Zieh'n durch die blaue Flut!
Da plötzlich braust ein Sturm daher, Pakt unser Boot und rüttelt's schwer. Mein kopflos x in fester Hand Bracht doch uns noch aus Land.
Auflösung in nächster Nmnmer.
Auflösung der Gleichung in vor. Nr.: Märzveilcheu (a Märchen, b Pochen, c Po, d Herz, e her, f 23er?, g Much, h Eimer, i Eier, k Wien)
Redaktion Aueust 6'El«. - S.otalicnttrnck und Verlag ler Brsthl'sckcn i > ircrstäts-Bick- und Etcindrnckerei. R. Lange, Giesten.


