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Tarnit trat der junge Mann an das Pult und schloß (8 auf. Ter nächste Augenblick zeigte, daß der Revolver tticht in ehr darin lag.

Die Herren sahen sich verwundert an.Sonderbar", murmelte der eine.Was soll man nun denken?" äußerte ein anderer. Herr Thornton aber rief:Also Selbst­mord! Wie ich mir von Anfang an dachte."

Ralph blickte fragend ans Herrn Whitney, der energisch den Kopf schüttelte, und auch der Coroner zeigte eine un­gläubige Miene, als er sich erneut niederbeugte und noch einmal die Wunde betrachtete.

Sagen Sie, Herr Doktor", wandte sich Ralph an Herrn Hobart,wie lange kann er tot sein?"

Ich würde meinen, acht bis neun Stunden", erwiderte der Arzt.

Tann muß der Tod wohl auf der Stelle eingetreten sein?" forschte der Anwalt.

,/Ohne Zweifel. Es scheint kaum anders möglich."

Ralph sah auf die Uhr.Jetzt ist es halb zehn. Danach würde man also ein Uhr morgens als die Todesstunde rnnehmen können?"

Ganz recht. Das dürste ungefähr stimmen", bestätigte der Coroner, indem er gleichzeitig fragte:Um welche Zeit wurde Herr Mainwaring zuletzt gesehen?"

Soviel bis jetzt festgestellt werden konnte, gegen Mitter- stacht."

Hm also gegen zwölf Uhr. Won wem und wo?"

Hier von dem Herrn Geheimsekretär nebenan in der Bibliothek."

Ter Coroner machte sich einige Notizen.So", sagte er dann,nun kann der Tote dem Leichenbesorger über­geben werden. Ich möchte jetzt zunächst den Bedienten sprechen, der die erste Nachricht brachte."

Während der Mann gerufen wurde, empfahlen sich, die Herren Elliot und Chittenden, und auch Tr. Hobart sowie der junge Mainwaring begaben sich nach unten.

Inzwischen war Herr Merrick nach einer genauen Untersuchung des Toten und aufmerksamer Musterung des Zimmers die Hände in den Taschen seines kurzen Lein- wandrockes und die Augen auf den 'Fußboden geheftet, langsam nach der Bibliothek geschlendert. Hier bückte er sich mehrmals, das Teppichmuster scharf betrachtend. Als er in dieser Weise Mei- oder dreimal das Zimmer um­schritten hatte, untersuchte er der Reihe nach den Ver­schluß der Fenster und Türen, besah mit gleicher Auf­merksamkeit das Rauch- und Schlafzimmer Und trat von da in die südliche Vorhalle.

Ein sehr rätselhafter Fall", Hub der Coroner endlich wieder an, nachdem er den von ihm gewünschten Bedienten gesprochen und wieder entlassen hatte.Bis jetzt haben wir noch absolut nichts, was irgendwie Licht in die Sache bringen könnte, ich hofft aber auf Merrick. Wenn einer den Schleier des Geheimnisses zu lüsten imstande ist, so ist er es."

Tiefer kleine Herr Merrick?" fragte Thornton über­rascht den Anwalt.Ist der ein Detektiv? Der Mann sicht mir nicht gerade nach etwas Besonderem aus. Dilet­tantenarbeit können wir aber in unserer Sache nicht ge­brauchen."

Die wird Ihnen der ManU auch nicht liefern/ daraus können Sie sich verlassen!. Mir ist Herr Merrick seit Jahren als einer der zuverlässigsten, gewandtesten Gehermpolizisten bekannt."

Meine Herren"/ unterbrach, hier Ralph,ehe wir irgend etwas weiteres vornehmen, halte td)! es für an gezeigt, uns Gewißheit zu verschaffen, ob ein Raub stattgefunden hat."

Ganz meine Ansicht"/ stimmte Herr Whitney zu,und ich schlage vor, zuerst den Geldschrank einer Besichtigung zu unterwerfen, obwohl er kein Zeichen trägt, daß er ge- gewaltsam geöffnet wurde, ohne Kenntnis des Mechanismus aber nicht anders hätte geöffnet werden können."

Und doch, wird es sich empfehlen, sogar recht genaue Nachsuchung in ihm zu halten", erklang plötzlich die ruhige Stimme des Detektivs, der unbemerkt wieder eingetreten war.Ich habe Veranlassung zu glauben, daß die Person, die wir suchen, ziemlich vertraut mit verschiedenen Mecha­nismen in diesen Räumen sein muß."

Aller Augen richteten sich erwartungsvoll aus den kleinen Mann, sein steinernes Gesicht aber belehrte jeden!, daß er nicht willens sei, seine Worte näher zu erklären/ und keiner stellte deshalb eine Frage.

Sämtliche Herren traten vor den Schrank; einige schnelle! Handgriffe des Sekretärs öffneten ihn. Der erste Anblick zeigte alles in musterhafter Ordnung, Nichts schien von! unberufener Hand berührt worden zu sein. Als. jedoch der Anwalt trotzdem eine eingehendere Prüfung vornahm, stutzte er plötzlich. Sein Auge hatte entdeckt, daß der Deckel der ihm bekannten, sonst stets verschlossenen Geldkassette Main- warings nur lose auflag. Er hob ihn hastig, und nur einige wertlose Papiere sehend, durchsuchte er nunmehr den' Schrank in offenbarer Bestürzung. Endlich drehte er sich, bleich vor Schrecken um.

Also doch nicht alles in Ordnung?" fragte Ralph mit gespanntem Blick.Fehlt etwas?"

Gewiß, und zwar sehr viel!" rief der Anwalt in größter Erregung. ,Zier in dieser Geldkassette er nahm sie aus! dem Schrank befindet sich nur noch ein Checkbuch, ein Bündel Wechselblanketts und ein Pack Briefe, die allein! für Herrn Mainwaring Interesse hatten. Das Geld aber fehlt!"

War viel darin?"

Sogar eine recht beträchtliche Summe! Herr Main­waring legte sie in meiner Gegenwart hinein, als wir das letztemal zusammen aus der Stadt kamen. Außerdem aber", fügte Herr Whitney langsam und mit Nachdruck hinzu,außerdem aber barg auch der Schrank den Kasten mit den alten Familien-Juwelen, und auch dieser fehlt!".

Was? Tie Familien-Juwelen!" riefen die beidest Vettern gleichzeitig, und Ralph fuhr mit zorngerötetem! Gesicht fort:Tie wurden hier in diesem Hause auf­bewahrt? Unmöglich! Unglaublich! Sie bildeten ja schon! allein ein. großes Vermögen!"

Einer solchen Sorglosigkeit hätte ich Hugh allerdings! nicht für fähig gehalten!" stimmte Thornton unwillig zu..

Sorglosigkeit nennst Du das?" brauste Ralph weiter.. Ich nenne das. eine an! Blödsinn streifende Dummheit/ ja geradezu ein an der Familie, begangenes Verbrechen-! Ist mir jemals so etwas vorgekommen! Nun ist es doch klar, daß es ein Raubmord war, oder sind Sie etwa auch jetzt noch anderer Meinung, Herr Whitney?"

Ter Anwalt zuckte die Achseln.Ein Raub liegt vor; das muß ich zugeben, aber" fügte er ebenso höflich als. bestimmt hinzu,meine frühere Ansicht bleibt trotzdem unverändert. Ich halte den Raub für eineu Nebenumstand! des Mordes, bin jedoch auch jetzt noch völlig überzeugt/ daß er nicht den Beweggrund dazu abgegeben hat."

Herr Sekretär", wandte sich nunmehr Ralph an Skott, war noch irgend jemand außer meinem Vetter und! Ihnen' mit der Mechanik des Schrankes vertraut?"

Daß ich nicht wüßte", entgegnete der junge Mann ganz unbefangen, obwohl er sah, wie aller Augen auf ihn gerichtet waren und der Detektiv ihn scharf beob­achtete.

Ralph tobte förmlich über den Verlust der Juwelen, und auch die ihn Umgebenden schienen ganz so wie er! wenigstens für den Augenblick von der Entdeckung des! Diebstahls so benommen, daß jeder Mdanke an den Mord in den Hintergrund gedrängt war.

Sie müssen um jeden Preis wiedererlangt werden", sagte Ralph zu dein Detektiv.Es befanden sich Edelsteine unter der Sammlung, die nicht ihresgleichen haben, ein Vermögen kosteten und seit Generativsten Erbstücke in der Fmailie gewesen sind."

Es wurde nun noch ast verschiedenen Orten gesucht, es! ergab sich Mb er nichts, was irgend einen' Anhalt für den Mord oder den Raub geliefert hätte. Man kam schließlich überein, vorläufig alles weitere bis zu der aus drei Uhr nachmittags angesetzten gerichtlichen Untersuchung zu ver­schieben, und schon schickten sich die Herren an, das Zimmer zu verlassen, als Herr Whitney sagte;

Bitte, noch einen Augenblick, meiste Herren. Mir fällt da eben etwas, ein, das möglicherweise einen' Schlüssels für den Beweggrund zum Morde geben könnte. Wir habest vergessen, nach dem Testament zu sehen. Wollen Sie so gut sein, Herr Skott, noch einmal das Pult aufzuschließest und das Testament hcrauszstnehmen."

Ralph stutzte.Das Testament? Ja, wahrhaftig i na'/ Sie denken doch nicht etwa ---

Ich denke", unterbrach der Anwalt mit einem ganz eigentümlichen Lächeln,ich denke, es köstnte doch am Ende- in unserem Besitze sicherer sein."

Weiß Gott, da haben Sie recht", bemerkte Thornton/