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Papierkorb; Rundschreiben, Mitteilungen, Preislisten, Warenverzeichnisse und Musterbücher finden aber immer Beachtung. Ihr Reisender möge mir auch keine Ordre-Spezifikation oder Kommissionskopie hinterlassen. Das würde zwar nicht zur Annullierung der perfekt gewordenen Ordre führen, weil ich einmal vollzogene Abschlüsse nicht willkürlich rückgängig mache, aber es wäre das letzte Geschäft gewesen. Ich remittiere die Valuta Ihrer Fakturen weder per comptant, noch per Cassa, noch in Coupons, auch nicht in Remissen pro Diverse, oder durch Accept oder in Vistapapier, verlange auch keine konditionswidrigen Bonifikationen und mache keine Anticipationen und Decorte für ©conto, Disconto rc. Ihre Rechnungen werden nach Vereinbarung bezahlt, entweder bar und in Zinsscheinen, oder in einem Sichtwechsel unter Kürzung um die üblichen 2 v. H. oder sonst begründete Abzüge oder in Kundenwechseln auf gute Bankplätze. Ich mache keine ä conto- Zahlung und honoriere keine durch Ihren Kommis präsentierte Quittungen. Dagegen leiste ich auf Wunsch Teilzahlung an Ihren Angestellten, der mir Ihre Quittungen vorlegt. Gewichtsberechnungen mache man nach Roh- und Reingewicht, nicht brutto und netto. Wer Emballage usancemäßig franko retour verlangt, erhält die Verpackung nicht nach Handelsgebrauch frei zurück. Konto-Korrente prüfe ich nicht, Buch- und Rechnungsauszüge aber werden nachgesehen. Sortimente und Kollektionen sende ich an Interessenten prinzipiell nicht gratis und franko, unterhalte auch grundsätzlich keine Filialen und Agenturen. Musterbücher und 'Warenproben sind dagegen von mir und meinen Zweiggeschäften oder von meinen Vertretern auf Wunsch umsonst und gebührenfrei zu beziehen. Ich fabriziere keine ordinären Produkte für Exportzwecke oder für solche Grossisten und Detaillisten, die darauf besonders reflektieren. Für das Ausfuhrgeschäft stelle ich keine minderwertigen, sondern nur bessere Erzeugnisse her und ich schätze den Kleinhändler ebenso als Kunden wie den Großabnehmer. Nouvautss oder I a Fabrikate in modernen und chiken Fa?ons kaufe ich weder zu zivilen Preisen noch zu minimalen Notierungen; aber für gute Neuheiten und preiswürdige, dem Zeitgeschmäcke entsprechende Waren bin ich stets Abnehmer. Ich kenne als deutscher Kaufmann kein Debet und Kredit, sondern Soll und Haben, und ich mache keine Inventur und Bilanz, sondern eine Aufnahme und einen Jahresabschluß.; ich nenne Erkundigung nicht Information, utto ich sage nicht ä und pro, wenn ich zu und für meine, kurz: ich hasse alle unnötigen Fremdwörter und liebe eine kurze und klare Schreibweise, wie sie dem Kaufmann allein wohl ansteht. Es zeichnet usw."
Vermieter.
Pariser Pfingsten. Der Pariser, der mehr in der freien Luft lebt als bic meisten anderen Großstädter Europas, sieht Pfingsten nicht mit der Erwartung entgegen wie der Nordländer, sür den ja mit diesem Feste der Sommer eigentlich beginnt. Aber wer kann, entflieht auch an diesem Tage aus dem zu eng gewordenen Gürtel der Dreimillioncnstadt, besucht die zahlreichen Parks und Wälder, die in der Nähe der französischen Hauptstadt liegen. Der Hauptstrom geht nach Westen, in das liebliche, bewaldete Seinetal, nach Ssvres, St. Cloud, St. Germain, Versailles und weiter. Einige riskieren selbst einen kleinen Trip ans Meer; die Westbahn hatte Extrazüge nach dem berühmten Mont-Michel veranstaltet, die eifrig benutzt wurden. In der Stadt konnte man schon am Sonntag auf den Champs-Elysees unb den Boulevards den Zuzug der Provinz beobachten — und diese Provinz, die ach! in noch ganz anderm Sinne Provinz ist wie bei uns, marschierte mit sestgehaltenen Regenschirmen und zum Teil auffallenden Trachten — denn in Frankreich gibt es noch Volkstrachten! — zwischen den Herrlichkeiten der Metropole, sie bestaunend und im heimischep Dialekt kritisierend. Zum Mitbringen der Regenschirme lag Grund vor. Das Wetter ließ sich am ersten Tage keineswegs günstig an und entlud sich, nachdem es den Tag über leidlich gut gewesen war, abends in Regengüssen. Das störte die Ausflügler des Tages nicht. Das größte Gewimmel herrschte wie immer auf den nach dem Bois de Boulogne führenden Wegen, am Arc de l'Etoile, wo man kaum durchdringen konnte, und in den Elhseeischen Feldern. Die Untergrundbahn, die Mstropolitain oder Metro, wie die Pariser sie nennen, hatte alle Hände voll zu tun, und man muh ihr nachsagen, sie kam ihren Pflichten vollkommen nach. An die verhältnismäßige Enge ihrer Wagen wird sich der Deutsche in einer Stadt gewöhnen, wo alles Körperliche mit einem schmaleren Maßstabe gemessen wird. Beiläufig bemerkt, ist es jetzt die rührendste Beschäftigung der Pariser Bummler, in die unterirdischen Klüfte vor dem Opernhaus zu starren, wo eifrig gebuddelt wird. Hier soll nämlich eine neue Station des Makro, die Statiom Oper, gebaut werden, falls einmal die Linie 3, die von Courcelles (int Westen) nach Mönilmontant (int Osten), fertig wird, was vielleicht noch dreiviertel Jahre dauern wird. Bei dieser neuen Linie wird man Wagen nach dem System der Berliner Untergrundbahn anwenden, von deren materieller größerer Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit sich die Ingenieure überzeugt taben. Einstweilen hat sich die Mstro bereits zu einem nnent- ehrlichen Verkehrsmittel gerade an Tagen wie Pfingsten entwickelt. Das Hauptvergnügen für den Pariser Spießbürger besteht, wenn
er nicht weit gehen will, darin, mit Weib und Kind und einem gehörigen Eßkober nach den Fortifikationen zu gehen und sich dort ins Grüne zu legen oder die großen Wasser in Versailles und St. Cloud springen zu sehen. Die großen Wasser in den verlassenen Königsschlössern — das ist ein Hauptfest sür die Pariser schon seit mehr als 80 Jahren, und es wird jedesmal von den Behörden durch Anschlagzettel vorher angekündigt. Niemals kann man auch bequemer als bei solchen Gelegenheiten das französische Volk in seiner ganzen natürlichen Heiterkeit und Ungezwungenheit heob- achten. Die große Allee im Park von St. Cloud wogte schon um 3 Uhr nachmittags — auf 4 Uhr war das Springen der Wasser angekündigt —■ von einer dichten, stets neu auwachseuden Menschenmenge, die Dampfer, Tramhahnen und Fahrräder von Paris her- brachten. Für volkstümliche Vergnügungen war reichlich gesorgt; hier versammelten sich die Kinder um ein Theater Gnignol, dessen Morionettenkünste wahre Lachstürme erregten, dort tobte sich eine etwas reifere Jugend auf den Montagnes rnsfes aus — die Franzosen haben eine unglaubliche Vorliebe für diese Montagnes russes, aber nicht erst feit den Tagen von Kronstadt. Hier wird geschossen, dort läßt man sich die Zukunst prophezeien. In den Gängen des schönen alten Parks verschwinden Liebespaare, die über dem Genießen der Gegenwart die Zukunft vergessen. Unter den hohen Kastanien und Sittben sind überall kleine Milch- und Weimvirt- schasten errichtet; die meisten lagern sich aber int Freien astf den Rasen und verzehren die mitgebrachten Portionen. Um 4 Uhr versammeln sich Tausende unten am Fuße der großen Kaskade, der Wasserkünste harrend, die nur einige Male im Jahre spielen. Mit einem Eifer und einer Geduld, die etwas Rührendes haben, starren sie in die Höhe. Da! Ein Strahl springt empor, bann noch vier his fünf andere, auf den Becken und Schalen wird es lebendig —■ die steinernen Frösche und Drachen und andere Wasserungetüme fangen an, Leben zu bekommen, sie speien Wasser nach allen Seiten. Und die acht Terrassen hinunter stürzt jetzt das Wasser wie ein breites, flüssiges Silberbaitd, jubelnd begrüßt von der Menge, die nicht müde wird, das harmlose Schauspiel anzustaunen. Die harmlosen Vergnügungen sind auch in Paris nicht zu verachten ; man spricht allerdings meist von den andern. (Köln. Z.)
Litsrarrschss.
— Es ist eine hübsche Aufmerksamkeit von feiten des Verlages Hermann Hillger, Berlin W., nachdem Peter Rosegger vor kurzem in das 7. Jahrzehnt seines Lebens eingetreten ist, den 7. Jahrgang von „Kürschners B ü ch e r s ch a tz" mit einem Novellenband Roseggers zu beginnen. Auch dieser Band weist alle diejenigen Eigentümlichkeiten auf, die wir an- dem beliebten Verfasser kennen. Die vielen Freunde Roseggers werden mit Freuden zu diesem Bande greifen, und viele neue Verehrer werden sich den alten zugesellen. Preis 20 Pfg.
— Syrinx ist die Flöte, auf der in der Sage Pan seine Hirtenlieder blies. Syrinx nennt der junge Wiener Lyriker Erich Kahler seine im Magazin-Verlag Jacques Hegner, Berlin SW. 11 erschienene Gedichtsammlung, in der er aus der alten Panflöte neue und nicht minder bezaubernde Weisen, als die alten waren, lockt. Es sind wirllich neue und seltsam wunderbare Stimmungen, die Kahler in die alte Form preßt, seine Worte haben den weichen Glanz guter Gedichte und reihen sich leuchtend aneinander wie die Perlen aus eine Perlenschnur, sie haben eigenen Wert und eigenen Sinn.
Telegraphenrätsel.
Nachdruck verboten.
...---kleines Raubtier
--. . wichtiger Körperteil.
. .--- russischer Fluß.
— . . — Zahlwort.
--. — . Himmelskörper.
. .-- Familienglied.
. . — . — Tier aus Afrika.
. — . . — Fluß in Frankreich.
. — — . . Musikzeichen.
Die Striche und Punkte entsprechen den einzelnen Buchstaben der zu suchenden Wörter. Sind die richtigen Wörter gefunden, so ergeben die aus Punkte treffenden Buchstaben im Zusammenhang gelesen ein bekanntes Sprichwort.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Diamanträtsels in vor. N.r
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Reh Erwin Jf e w Y o r k Stola
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Redaktion: Au au st Götz. — Rotationsdruck und Werlau der Brühl'schen llniversttäts-Buch- und Stemdruckerei. R. Lange, Gießen.


