heraus: Die Faksimiles von Handschriften Herders, Klop- stocks, Kleists (6. Auftritt aus dcni „Zerbrochenen Krug"), Freist agS, Grillparzers; die Porträts von Grillparzer, Klvp- stock, Goethe usw. Ferner sind unter den farbigen Beilagen. zu nennen der Sängerkrieg auf der Wartburg, das derbkomische Titelblatt von Musners „großem lutherischen Narren", eine Seite aus der Wenzelbibel, Siegfrieds Tod nach einer Handschrift aus der Hofbibliothek in Wien. Tas Werk soll in 20 drei- bis vierwöchentlichen Lieferungen von je 2—3 Textbogen und 5—6 Beilagen, die Lieferung zu Mark 1, erscheinen. Wir werden den Fortgang des prächtigen Ünternchmens mit reger Anteilnahme begleiten.
KejuvdHeilspfkege.
* S ch u tz vor Diphth eritis - A n st e ck u it g. Das ^ötsdamer Polizeipräsidium hat folgende Bekanntmachung zun^ Schutze gegen diphtheritische Ansteckung erlassen: Die Erfahrung lehrt, daß von den klinischen Erscheinungen der Diphtherie Genesene noch lange (oft bis zu drei Monaten) Diphtherieerreger im Rachen haben können, ohne daß diese leicht, es sei denn durch bakteriologische Untersuchung, fest- gestellt werden können, und ohne daß diese Keime für die bainit Behafteten selbst noch gefährlich sein müssen. Um so leichter können aber diese Keime nach Entlassung aus ärztlicher Behandlung, entsprechend dem Ablauf klinischer Erscheinungen, beim Spielen, in der Schule, durch Gebrauch von Eßgeräten und sonstige Gelegenheiten zu gemeinsamer Berührung auf andere bis dahin gesunde Kinder übertragen werden, wo die zuletzt für den Krankheitsträger ungefährlichen Keime sofort wieder eine hohe Giftigkeit erreichen und somit gefährlich werden können. Es ist deshalb erforderlich, daß bei allen an Diphtherie erkrankt Genesenen und aus ärztlicher Behandlung Entlassenen noch längere Zeit die Sicherheitsmaßregeln gegen die Weiterverbreitung der Krankheit, wie sie die polizeilich ausgehändigten Schutz- maßregeln vorschreiben, berücksichtigt werden und außerdem weiterhin Desinfektionen des Rachens, als des vorzüglichen Sitzes der Diphtheriekeime, zur Anwendung kommen, was möglichst nach Anweisung des vorher behandelnden Arztes zu geschehen hat. Besonderes Gewicht muß dabei auf noch länger fortgesetzte Trennung der Spiel- und Eßgerate und auf Vermeidung jeglicher Berührung (Küssen, Zusammen- schiasen usw.) mit den Genesenen gelegt werden. Zur Vernichtung der Krankheitskeime im Organismus selbst sind fortgesetzte Anwendung von Gurgelwässern, Rachen infizierende Pastillen (Angina-Pastillen u. a.), Inhalationen und Rachenspülungen mit Desinfizientien nach ärztlicher Anordnung anzuwenden. Besonders keimtötend und für den Organismus, selbst den kindlichen, gänzlich unschädlich ist die Anwendung von reinem Zitronensaft, der täglich mehrmals tropfen- bis teelöffelweise unverdünnt gegeben werden muß. Eine gleiche Maßregel empfiehlt sich von vornherein für die Geschwister und erwachsenen Familienangehörigen eines an Diphtherie erkrankten Kindes, da diese, ohne daß die Krankheitserreger für das betreffende Jndi- vtduum immer gefährlich sein müssen, Krankheitsträger sein und somit wieder anderen, für die Krankheit empfänglicheren Personen (namentlich Kindern) gefährlich werden Wuren.
Vermischtes«
die Passagiere der ersten Klasse an Bord unserer Ozeandampfer; alles unternehmen, um während der Fahrt über den „großen, Teichs die Langweile fernzuhalten, schildert Karl Engen Schmidt in einem anziehenden und reich illustrierten Auf- satz „Zeitvertreib an Bord" im neuesten (5.) Heft der beliebten Familienzeitschrift „Neber Land und Meer". Weitere, mit Abbildungen versehene Artikel schildern „Wie unser Mraillegeschirr entsteht" und die Palme als „Königin der Tropen"; ein Aufsatz ist dem hundertsten Geburtstag von Hector Berlioz (mit Porträt) gewidmet. In seinem Aufsatze „Die Enthüllungen des Blutes" erklärt Theo Seel- manu die neuesten Untersuchungsmethoöen, um mit Sicherheit feftzustellen, ob eine Mutspur menschlichen oder tieri- schen. Ursprungs ist. Ter belletristische Teil bringt die wohl
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von allen Lesern mit Spannung erwartete Fortsetzung des' in den Ostmarken spielenden Romans „Das schlafende Heer" von Clara Vtebig, und die fesselnd geschriebene Novelle „Hinrich Sörensen" von Theodor Duimchen. Neben den zahlreichen Illustrationen von aktuellem Interesse sind die vortrefflichen Reproduktionen von Gemälden hervorzuheben, so namentlich von Max Nonnenbruchs „Ein Traum vom Glück", Alonso Perez' „Der Kurier" und Erich Mattschaß' „Kronprinz Friedrich und der Veteran von Fehrbellin".. Angesichts der Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit dieser Hefte muß der Abonnementspreis (jedes Iltägige Heft 60 Pfg.) billig- genannt werden.
* Amor in der Zigarrenkiste. Aus Newyork wird berichtet: Amor, der lose Schelm, vollführt noch heute wunderliche Streiche, gerade so, wie vor alten Zeiten; nichts ist ihm heilig, und neuerdings hat er sogar Zigarrenkisten als Unterschlupf gelvählt, um mit seinen Pfeilen ahnungslose Jünglinge mitten ins Herz zu treffen. Machten sich da kürzliche ein Dutzend Mädchen, die in einer Fabrik in Lancaster mit dem Einpacken von Zigarren beschäftigt waren, den „Jux", einigen der Kisten ihre Namen nebst Adresse hinzuzufügen, gleichsanr als Ehrenpreis für die künftigen Käufer der duftenden Glirninstengel. Der sehr wohlhabende Gastwirt John I. Mundy war so glücklich,- eine der „prämiierten" Kisten zu erstehen, und da er begierig war, das „Mädch-en aus der Frenide", dessen Adresse, er vorfand, kennen zu lernen, so schrieb er der ihm vom Schicksal bestimmten Dame einen Brief und bat um ihr Bild. Es wurde ihm sofort zugeschickt, und da es ihm gefiel, stellte er seinen Besuch für den Danksagungstag in Aussicht, worauf er eilte freundliche Einladung zum landesüblichen „Turkey" erhielt. Das Original entzückte den jungen Gastwirt noch mehr als das Bild. Bald folgte die Verlobung, und im Januar wird in Brooklyn die Hoche- zeit stattfinden. Die anderen Mädels warten noch immer auf Nachricht von ihrem „Zukünftigen" und haben schon ihre Bilder zur Verschickung bereit, als wenn sie mit Turandot ausrnfen wollten: „Blick her und bleibe Deiner (Sitinttc 9J^ciftcT \u
* Acht Gebote für Raucher! Nicht uuinteressant für Raucher dürfte das sein, was Dr. Caze kürzlich in der Revue schrieb. Es sei deshalb hier wiederholt. Man wird ungestraft rauchen können, wenn man folgende acht Gebote beachtet: 1. Man nehme nur milde Zigarre«. 2. Man rauche nur gute Zigarren. 3. Man rauche niemals die letzte Hälfte einer Zigarre oder das Ende einer Zigarette. 4. Geht die Zigarre oder Zigarette aus, so stecke man sie nicht wieder an. 5. Man setze sich nicht in Wolken von Tabakrauch. 6. Man kaue nicht das Ende einer Zigarre. 7. Man brauche eine mit Baumwolle gefütterte Zigarrenoder Zigarettenspitze. Das Nikotin wird sich an das Futter setzen und nur in kleinen Mengen dem Raucher zugeführt werden. 8. Man rauchss zu Hause nur Pfeifen mit langem Rohr und besonders den Narghileh. Das ist der Kodex nach den letzten Errungenschaften der Wissenschaft, die den Tabak rehabilitiert. > ...
Charade.
(Nachdruck verboten.)
Hast irdeudwo ein Rendezvouz Mit deiner Allerliebsten Du, Wirs in die Erste dich hinein.
Bist dir galant, ein nobler Mann, Nimm die Einladrmg freundlich an Zu meiner Zweiten, zart und fein.
TaS Ganze ist ein Frauenbild Aus alten Zeiten, engelsmild, llmglänzt von holder Sagen Schein.
Das ist's kommt nun ein Schulpedant, Der's »richt ganz orthographisch sand, Für den soll nicht mein Rätsel sein.
Auflösung in irächster Nummer.
Auflösung des Scherzrätsels in vor. Nr.:
Wciirstube. (W, eins, Tube.)
3:cdaktion: August Ebtz. ■ - Nvtaticukdruck und Verlag der Drühl'schcu Nuircrstlats-Brch- und Ctciutruckcrci. N. Lauge, Eichen.


