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rieselnden Tropfen, bestimmt, auf einem majestätischen Frauenkörper das Hohelied der Schönheit wirksam zu be­gleiten.

So stellt sich dieses Heft der Darmstädter Kunst-Zeit- schrtst als eine der interessantesten Veröffentlichungen dar, welche wir diesem Organ verdanken. Es enthält ferner vorzügliche Reproduktionen nach Ausnahmen des Leipziger Künstler-Photographen N. Perscheid, darunter die Bild­nisse Max Klingers, H. van de Veldes, Hans Oldes u. a., sowie nach den neuen Litographien, welche die ar­tistische Anstalt E. Hochdcmz-Stuttgart herausgegeben hat. Sodann wird das neu berufene Mitglied der Tarurstädter Künstlerkolonie, Paul Hau­stein, in ausführlicher Weise charakterisiert. Seine Tätig­keit erstreckt sich auf fast alle Gebiete des Kunstge­werbes. Hier treten namentlich die keramischen Arbeiten (Möbel-Einlagen aus Fliesen, Kamine ?c.) hervor, welche er mit dem Münchener Keramiker I. I. Scharvogel zur Ausführung gebracht hat. Aus den Wettbewerben der Deutsche Kunst und Dekoration" werden sodann noch teil­weise ganz reizende Tapeten-Muster vorgeführt, welche von den Preisrichtern mit Auszeichnungen bedacht wor­den sind. Ferner finden wir ein Porzellan-Service und andere keramische Arbeiten von Professor K. Korn- has-Karlsruhe und endlich sehr hübsche Skizzen zu mo­dernen Kostümen von Emma von Sichart-Würz- burg. Eine zweite Beilage gibt uns das monumentale GemäldeGötternot" von Luns-Brüssel, das als Mittel^ stück zu einem Triptychon über Richard WagnersRing des Nibelungen" gedacht ist und den Inhalt desRein­gold" in höchst eigenartiger Weise symbolisiert. So ist denn dieses neueste Heft derDeutsche Kunst und Dekora­tion" in seiner Vielseitigkeit, Reichhaltigkeit und fein­sinnigen Ausstattung wieder ein voller Sieg deutscher Kunst-Literatur, der auch neben den glänzenden Erfolgen ausländischer Kunst-Zeitschriften seine ehrenvolle Stelle be- harchten wird.

vernrijchtes.

*Sollman Kinderzwingen,al leszuessen? Diese Frage hat schon mancher Mutter das Herz schwer gemacht und manchen Vater in unnötige Aufregung ver­setzt. Der Unfug, jemand zum Essen zu zwingen, wird bei uns namentlich Kindern gegenüber getrieben. Gerade diese sind es, die oft genug ihre Gesundheit dem unsinnigen Vor­urteil der Eltern, das Kind solle essen, was auf den Tisch kommt, zum Opfer bringen müssen; es wäre das noch viel häufiger der Fall, wenn nicht der kindliche Magen in den meisten Fällen, wo gegen das Naturgesetz gesündigt wird, revoltierte und das Unzweckmässige wieder hinausbeför­derte. Den Kindern gegenüber sollte folgende Praxis ein­gehalten werden: Man soll sie nie zwingen, mit einer Speise, die ihnen widersteht, ihren Magen zu füllen, beziehungsweise ihren Hunger zu stillen, wohl aber soll man jedesmal den Versuch machen, das Kind an die Nahrung zu gewöhnen. Dieser Prozeß verlangt nicht das Essen größerer Quantitäten derselben Nahrung; es genügt hierzu vollständig das bloße Kosten. Ter Satz:Tas Kind soll essen, was auf den Tisch kommt", ist deshalb dahin abzuändern,das Kind soll von allem kosten, was auf den Tisch kommt, aber seinen Hunger nur mit dem stillen, was ihm schmeckt." Manche Hausfrau wird einw wsen, es sei, namentlich in einer größeren Fa­milie, praktisch undurchführbar, dem persönlichen Geschmack jedes einzelnen Tischgenossen Rechnung zu tragen, man kann nicht jedem besonders kochen. . Ter E.nwand ist nicht ganz stichhaltig. Tenn es macht einer Hausfrau keine be­sondere Mühe, wenn sie bei jedem Mittagsmahle neben den besonders gekochten Speisen noch Brot, Butter, Obst, Ei und Milch aufstcklt oder wenigstens bereit hält. Tas sind Speisen, welche die meisten Kinder sehr gern essen. In sehr vielen Fällen, in denen man Kinder, besonders die größeren, zum Essen noch besonders zwingen muß, ist gewöhnlich dadurch gesündigt worden, daß man das zweite Frühstück Hu reichlich gewährte. Wer seine Kinder von früh auf in allem, so auch in der Nahrungsaufnahme, an Ordnung gewöhnte, vor allem nur zu ganz bestimmten Zeiten ihnen Kost reichte, der wird selten in die Lage kommen, auf seine Kinder einen Zwang ausüben zu müssen, wenn es zum

Essen ^eht; die geleerten Teller und Schüsseln sagen bann der glückstrahlend dreinschauenden Mutter, daß der Appetit ihrer Lieblinge vorzüglich ist und daß ihre Kinder alles vertragen.

* Artige und unartige Kinder in Japan. Ter japanische Gesandte in London, Baron Hayafchi, hat sich von einem englischen Berichterstatter über artige und unartige Kinder interviewen lassen. Japan ist seines Er­achtens das Paradies der Kinder und er deutete an, daß die Liebe und die Freundlichkeit der Eltern seines Erachtens die Ursache seien dafür, warum man unartige Kinder in Japan nicht kenne. Natürlich seien auch die Jungens in Japan Jungens wie überall. Man wende in Japan alles auf, um dem Kinde, sobald es denken könne, die Erkenntnis beizubringen, daß die Eltern für ihre Liebe und Sorgfalt Liebe und Achtung zu verlangen berechtigt seien. Als Bei­spiel für die Hingebung er hätte es wohl besser Affenliebe genannt! erzählte der Gesandte eine Geschichte von einem armen Arbeiter, dessen Kind weinend um ein Hühnergericht bat, weil aus dem Nachbarhause der Tust eines solchen Gerichtes in die Nase des Kindes gedrungen war! Der Arbeiter habe darauf seine letzten Möbel verpfändet, um dein Kind den Genuß zu verschaffen. Man fragt sich unwill­kürlich, ob das Kind nicht am anderen Tage vielleicht einen anderen unerschwinglicheren Wunsch hatte, und was der Vater in einem solchen Falle tat. Darüber erzählte Baron Hayaschi nichts. Jedenfalls genügte jedoch diese Unterhaltung über die Kinder in Japan, um zu zeigen, daß der Gesandte in der Tat augenblicklich die Lage im fernen Osten für so wenig beunruhigend hält, daß er Zeit zu harmlosen Plau­dereien hat.

Literarischer.

Die Epoche der Frau nennt Pauk Zimmermann in der neuesten Nummer der Frauen-Rundschaii. Er unter­sucht die Bestrebungen und die bisherigen Erfolge der Frauen-Bewegung und kommt zu dem Schluß, daß jedem, dem es so ernst um den Kulturfortschritt der Menschheit ist, die Frau als Helferin in dem Bemühen um eine Hebung unseres Kulturniveaus willkommen sein muß, und daß die Frau bald auch die öffentliche Bedeutung erlangen wird, die ihr zukommt. In demselben Heft der Frauen-Rundschau äußert sich Adda Goldschmidt in einem sehr instruktiven Aufsatz über die Frauenbildung in Rußland, während Gaby Eberhard treffliche und beherzigenswerte Fingerzeige für die musikalische Erziehung des Kindes gibt. Im juristischen Teil wird u. a. die Frage über Wesen und Bedeutung des Armenrechts ausführlich und lehrreich behandelt. Besonders reichlich ist diesmal die Poesie und Literatur bedacht. Fran­ziska Mann, Carmen Teja, Hans Heinz Ewers u. a. sind mit ausgezeichneten Beiträgen vertreten, lieber modernes Spielzeug plaudert in einem entzückenden illustrierten Artikel Anna Brunnemann, während Margot Zepler die Frauen als Porträtisten betrachtet. Im praktischen Terl finden sich wieder viele nützliche Winke für die Hausfrau, so das hervorragende Koch- und Haushaltungsbuch der Frau Konstantin. Es wird unsere Leser und noch mehr unsere Leserinnen interessieren, daß die illustrierte Halb­monatsschrift Frauen-Rundschau, diese reichhaltigste, beste und billigste unter den modernen Frauenzeitschriften, vom neuen Jahre an ohne Preiserhöhung allwöchentlich er­scheinen wird. Probeiiummern erhält man gratis uiid franko von der Geschäftsstelle der Frauen-Rundschau in Leipz.g-R., Goeschenstraße 1.

Schcrzrätfel.

Slaä druck verboten.

Erst, was un§ Wohl und Wehe bringt.

Tann was im Eiimialeins erklingt Tann ein Gesäß, jedoch kein Topi, 's ist schlank, verschroben ist sein Kopf. And diese drei mm,klug vereint. Die geben, was das Rätsel meint. Es ist ein angenehmer Ort, Ost meine Freunde treff' ich dort.

Auflösung in nächster Nummer.

Aufllösung des Bilderrätsels in vor. Nr: Romanschriftsteller

NedakNon: August Eötz. Notatiourdruck und terlag der Ernst!'säcn tluivcrßläls-Ench- und Cteindruckerei. N. Lange, Gießen.