Ausgabe 
1.6.1904
 
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Diamanträtsel

(Nachdruck verboten.)

Xanbä sind die im Mittelsaale vereinigten wissenschaftlichen Ency- klopädieen. In der Fülle dieser großen gewaltigen Bande, die in bestechend gediegener Ausstattung mit einer an das Wunderbare grenzenden Sorgfalt über jedes Gebiet des menschlichen Wissens Aufschluß geben, werden die Amerikaner, wenn sie zu sehen verstehen, eine große Offenbarung finden, die man hier noch in keiner Weise erfaßt hat. Sie werden bemerken, daß die Männer, deren Namen hier nur bescheiden auf den kleinen Schildern der

Auflösung deZ Zahlenrätsels in vor. Nr.r Maitrank.

== Der Einfluß des Obstes auf die Verdauung wird immer noch nicht genügend> gewürdigt, und es nicht hinreichend bekannt, daß die Obstsaure der krankhaften Ablager­ung voll Salzen im Körper entgegenwirkt. Viele Gichllker können durch reichlichen Genuß von Obst sich schwere Leidm ersparen, besonders auch durch Gebrauch/von Zitronensaft. Auch die gerate in der jetzigen Jahreszeit so billigen Apfelsinen fällten von jeder­mann oft genossen werden. Rekonvaleszenten und Kmuke mögen aber nur den Saft der Apfelsine zu sich nehmem nicht. aberdas Fleisch, da dasselbe unverdaulich ist und den Darmkanal reizt.

Das Therm ometer in der Küche. Zu den un­entbehrlichsten Dingen in der Küche gehört das Thermometer, um den Wärmegrad der Speisen bestimmen zu können. Denn gewöhnlich genießen wir die Speisen viel zu Heiß, was oft schwere Schäden für Gesundheit und Seten. nach sich zieht. Zunge und Gaumen werden mit der Zeit abgehärtet und verlieren die richtige I Empfindung, aber am Magen rächt, sich eine derartige Ueber-

Ltterarisches.

szDie Gartenwelt", illustriertes Wochenblatt für deck gesamten Gartenbau, wird herausgegeben von Max SesteAfö* einem bewährten Fachmann. Der gediegene Inhalt, die Viel seitiakeit der Abhandlungen aus allen Gebieten des Gartenbaues- der Ziergärtnerei, des Obst- und Gemüsebaues und nicht zuletzt der Landschaftsgärtnerei und Gartenkunst, das vorzügliche ^llu- strationsmaterial, einschließlich farbiger ^onatsraseln. dle sorg­fältige Bearbeitung des Textes und die bei.Erörterungen? über berufliche Zeit- und Streitfragen vornehme und maßvolle Tendenz ter lleitschrift werden ihr zahlreiche neue Freunde zustlhren. (Ver lag ^er ^Gartenwelt", Leipzig, "^rndenstraße 2.) Mr Abonne­mentspreis beträgt, durch den Buchhandel bezogen, 2,50 Mk.

in eilt etwas verwittertes Pergament gebunden, dem zierliches i goldenes Blattwerk Rokokocharakter verleiht.

Aber ter äußere Buchdeckel legt der Erftndungsfreude des I Künstlers durch seinen Fleck Fesseln an. Er soll so beschaffen sein, daß er häufig in die Hand genommen werden kann, ohne dadurch zu leiden. Damit ist allen stark empfindlichen Farben das Todesurteil gesprochen Diese mußten vielmehr auf das Vorsatzpapier beschränkt bleiben, und die Ausstellung des Buch­gewerbevereins weist hiervon Exemplare auf, die an Raftine- ment des Farbenspiels getrost neben die besten, leuchtendsten Bilder gestellt werden können, die in den letzten zwanzig Jahren gemalt worden sind. Diese Freute an ter lebhaften Farbe gibt auch den hier sichtbaren, bekannten Originallithographien ihren Charakter. Volkmanns Darstellung eines wogenden Aehrenfeldes, Kallmorgens Landschaften, die mit so urwüchsiger Freude an der Natur gegeben sind, sind ein Wandschmuck, auf den jedes ] Haus stolz sein kann. Sie erregen hier auch bereits die Aufmerk­samkeit der anderen Nationen, deren Ausstellung auf diesem Gebiete, soweit sie fertig sind, leider nicht viel bieten, wovon wir lernen könnten. Als bemerkenswert seien nur einige eng­lische Bücher hervorgehoben, die auffallend schone Textillustra­tionen anfweisen, bei denen durch Unterdrück lichter Tone vor­nehme Wirkungen erzielt worden sind.

Hingegen bleiben die englischen photographischen Leistungen, die sonst immer höchst beachtenswert waren, hinter der deutschen von Professor Miethe zusammengestellten Sammlung erheblich zurück. Die rapide Entwicklung der Porträt-Photographie, die sich in den letzten Jahren vollzogen hat und die im wesentlichen auf die Einflüsse und Anregungen künstlerisch empfindender Ama­teure zurückzuführen ist, wird hier deutlich erkennbar- Man begnügt sich nicht wehr damit, äußerliche Aehnlichkett anzn- streben, sondern man versucht, künstlerische Tönung und Stimm­ung in die Bilder zu bringen und sie zu einer Wiedergabe der S-trällerten Persönlichkeit zu erheben. Der bekannte Dresdner otograph Erwin Raupp gibt eine Reihe von Aufnahmen, die sich weit über die üblichen Porträts erheben und anderseits in geschmackvoller Weise keinen Versuch unternehmen, Gemälde nach­ahmen zu wollen. Dasselbe gilt von den Arbeiten des Ber­liners C. I. von Dühren, dessen Porträt einer Berliner Schau­spielerin dadurch auffällt, daß der Kopf mit bewundernswerter Geschicklichkeit in den Raum hineinkomponiert ist. Ueberaus an­mutig wirkt auch das Porträt der bekannten Sängerin Susanne Dessoir, das der Berliner Photograph Hülsen hergestellt hat. _

Die Buchstaben Aa, Eee, h, i, kk, 1, m,NNn, oo,Rrr,rS,

^"Wencher | 2£fÄa^ ist und die

ungleich bedeutnngsvoller^fur die Erklärung.der Erfolge Deutsch- j AtteM gelesen folgendes ergeben: 1. Konsonant. 2.

Jagdbares Tier. 3. Mannlicher Vorname. 4. Weltstadt 5. Teil oer

priesterlichen Kleidung. 6. Körperteil. 7. Konsonant.

Auflösung in nächster Nummer.

Bücherrücken zu lesen sind, mindestens soviel für die Befreiung Deutschlands getan haben, wie die Strategen, die auf Anton von Werners Bildern lebensgroß hier ausgestellt worden sind. Iw diesen Räumen, die sich so selbstbewußt in dem für alle Ausstell­ungen charakteristischen Gewirr von Nichtigkeiten behaupten, ist die alte Wahrheit mit seltener Eindringlichkeit erkennbar: die deut­schen Schlachten sind eigentlich von Schulmeistern geschlagen worden. ___________

Kleine praktische Itatschkäge.

Die meisten Verlaasfirmen hatten eine feststehende Schablone, Ach ter fie ihre Bücher Herstellen ließen Ob es heitere oder ernste Bücher waren, klassische Werke oder suchte Unter­haltungsliteratur, alles wurde Mit denselben Typen geteuckt und in denselben Einband gebunden. Die einzige Abweichung biltete der vielbelachte Goldschnitt der Gedichtbücher.

So war es denn schon ein großer Fortschritt, daß hier und da diese Uniform durchbrochen und der Versuch unternommen würte, möglichst jedes Buch verschieden auszustatten. Neue Bahnen konnten aber erst eingeschlagen werden, als man den Mut fand, den bis dahin herrschenden Renaissance-Geschmack zu überwinden, der sich sowohl in verletzender Üeberfaßung wie und) in grotesker Verkennung des eigentlichen Charakters des herzustellenden Gegenstandes äußerte. Man druckte Landschaften mit so natürlichen Gewässern auf die Buchdeckel, daß der Leser fürchten mußte, sich die Hände naß zu machen. Oder: man

prägte die architektonischen Formen eines großen .®e6auteä reliefartig auf ein Buch! Der erste wichtige Schritt bestand deshalb mit Nottvendigkeit darin, zur geschmackvollen Ein­fachheit zurückznkehren. Häufig wurden einfache Pappdeckel in vornehmen unaufdringlichen grauen oder braunen Tonen ange­wandt, bei denen der Charakter des Materials voll gewahrt blieb und nicht etwa wie früher durch gewaltsame harte Goldpressung weggelogen wurde. Darauf leuchtet dann der Titel in klaren einfachen Lettern, die bisweilen noch durch eine leichte Linie ^rvA^näch^SllM 6ier ausgestellten Werke läßt nun Buchesbtent^Inhalte anzupasseN. Hier können unzählig . Bev I ^^ng'ter "Gesundheitsregeln 'ost "schwer. Besonders in einem spiele genannt werden; von des Worpsweder Malers Heinrich I Hause, wo kleine Kinder sind, ist das Thermometer unentbehrlich- Vogelers Gedichten, zu denen ent lichtblaugrauer Umschlag, der I (ommt hier nicht nur auf die rtchllge Beschaffenhett der Nahr- dnrch freundliche gelb« Blüten in tief grünen Kelchen anmutig I ung att, sondern daß dieselbe, den richtigen. Wärmegrad belebt ist, den feinempfuntenen Rahmen gibt, bis zu dem I und ihn nicht überschreitet. Bet einem ganz jungen Kutte närrisch-verwegenen, grotesken Farbenspiel, das Jossot M Pauli sZl die Milch nur 28 Gr. R. Haben. Für etwas Wetter vor- Scheerbarts seltsamen Phantastereien gemacht hat. Wie vornehm I 'geschnittene Kinder darf dieselbe schon 30 Grad messen. Nach nn-, ist Arno Holz' GedichtsammlungAus Urgroßmutters Garten, @efüM können wir dies nie sicher feflftetten. Für Er- ' ®----- 1 wachsene oft die Suppe höchstens 36 Gr. haben, Kaffee Tee

und Schokolade höchstens 28, Wasser nicht unter 810 Gr. Jt Mix oft wird aber gegen diese Gesundheitsregeln gefehlt. Dampfend kommt das Essen auf den Tisch, die Kinder stürzen hungrig darüber her und haben den Schaden davon; Zähne und Magen leiden dadurch, und die fürsorgliche Mutter tragt bie Schuld. Die vielen Sveiseröhrenverengungen, Magenerschlaffungen und schlechten Zähne sind zumeist auf den Genuß zu heißer Speisen zurückzuführen.

Redaktion: August Götz. Rotationsdruck und «erlag der BrLhl'schm UniversttStS'vuch' und Etemdruckerei. R. Lange, Gieß«,