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Feldwebel Bruchhäuser schon einen Nachfolger für die 7. Kompagnie in Aussicht genommen. Die Franzosen räumten am Nachmittag des 3. Januar Briare, das am folgenden Tage wieder von den Truppen des Detachements von Rantzau besetzt wurde. Die 7. Kompagnie wurde am 6. nach G-ien zurückgesandt, um au Stelle "des nach Orleans abmarschierenden Landwehr-Bataillons Detmold die Bewachung der Loire-Brücke zu übernehmen. Hier blieb die Kompagnie bis zum 14. Die Tätigkeit bestand wieder zumeist im Pa- troillendienst. Während dieser Zeit starb in Gien ein früher verwundeter französischer Offizier, der von der Kompagnie mit militärischen Ehren beerdigt wurde. Am 14. Januar wurde das Detachement in Briare, wiederum von überlegenen Streitkräften, angegriffen. Der Feind war bereits bis zur Straße nach Gien vorgegangen, um dem Detachement den Rückzug an der Loire abwärts abzuschneiden. Bei einem Durchbruchsversuche einiger Mkadrons 2. Hess. Reiterregiments fand Major van der Hoop den Tod. Trotz der großen Nebermacht der Franzosen gelang es dem Detachement, begünstigt durch einen sehr dichten Nebel, doch, sich durch einen allgemeinen Sturmangriff durchzuschlagen, und nicht einmal ein Bagagewagen fiel in die Hände des Feindes, es wurde sogar eine Anzahl Franzosen zu Ge- saugeneii gemacht. Es ging über Giens, das wegen seiner ungünstigen Lage nicht gehalten werden konnte, bis Auzoues an der Loire zurück. An demselben Tage war von der 7. Kompagnie eine von dem Unteroffizier Kranz geführte Patrouille nach den nördlich timt Gien gelegenen Wäldern gesandt worden, die aber bei ihrer Rückkehr Gien von den Franzosen besetzt fand und gefangen genommen wurde. In den nächsten Tagen fanden noch verschiedene Aufklärungsgefechte statt, doch zog sich der Feind bald wieder liber Gien und Briare nach Süden zurück.
Fortsetzung folgt.
Vsvmrsehtes.
Ueber die er st en Militär st udien Gustav von Mosers — des dahingeschiedenen Lustspieldichters, plaudert Rudolf v. Go t t, ch a l l in seinen Erinnerungen. Gottschall erzählt, wie er als Freiwilliger beim Garde- Schützenbataillon in der Kaserne „fast am Ende der unabsehbar langen Köpenicker Straße, nicht allzuweit vom Schlesischen Tor" im Jahre 1844 diente und berichtet dann: „Ein sehr junger Leutnant, der aber nicht bei meiner Kompagnie stand, überraschte mich durch feilte literarischen Kenntnisse und Neigungen, umsomehr als er erst vor nicht sehr langer Zeit das Kadettenhaus verlassen hatte. Auch als Leibpage des Prinzen Wilhelm von Preußen hatte er kaum derartige Anregungen erhalten; doch er kannte die jungdeutschen Autoren und sprach mit mir über Gutzkow und Mundt manches verständige Wort. Auch für Frau Birch uud die Theaterschriftsteller interessierte er sich lebhaft. Damals hätte ihm wohl niemand angesehen, daß er einer der bekanntesten und beliebtesten Lustspieldichter werden würde. Es war Gustav ti. Moser — und ich habe ihn im Verdacht, daß er die int „Veilchenfresser" verwerteten Studien auf dem Kasernenhof der Köpenicker Straße gemacht und daß ihm bei dem Bild des Einjährig-Freiwilligen Referendarius ti. Feld dieser oder jener von uns tiorgeschwebt hat. Besonders anfangs mögen wir uns in den Uniformen ziemlich linkisch benommen haben, und die naiven Darsteller des kurzsichtigen Referendarius hätten vielleicht an uns geeignete Vorbilder gehabt."
* Fürstinnen in Uniformen. Gelegentlich des Besuches, den die Königin-Mutter Margueritha von Italien dem Kurhessischen Jägerbataillon Nr. 11, dessen Chef sie ist vor kurzem in Marb,urg abstattete, trug sie den grünen Wasfenrock mit den Stabsoffiziers- achselftücken und hatte hierzu die Schärpe angelegt. Die linke Seite des hohen schwarzen Federhutes schmückte der Helmadler. In ähnlicher Weise erscheinen auch die anderen weiblichen Chefs deutscher Regimenter bei feierlichen Gelegenheiten. Einige timt ihnen, besonders die jüngeren, wählen als Kopfbedeckung den Helm und legen, falls das Regiment einen solchen besitzt, den Haarbusch an. Auch Stabsoffiziersepauletts werden bisweilen getragen. Die Kaiserin wählt zum weißen Kleide den weißen
Köller ver Königin-Kürassiere mit Stulpenhandschuhen, Statt des Helmes trägt sie den weißen Filzhut mit auf- geschlagener Krempe und mit weißen Federn garnierst In früheren Zeiten erschien die Kaiserin eine zeitlang im schwarzen Filzhut (Dreimaster) des früheren Dragonerregiments Bayreuth mit Agraffe, Federstutz und preußischer Kokarde. Die verewigte Kaiserin und Königin Viktoria trug als Chef des 2. Leib-Husarenregiments den silbertierschnürteu schwarzen Attila und die Pelzmütze mit der Reiherfeder. Dieselbe Uniformart legt die Königin Wilhelmina der Niederlande an, wenn sie ihr Hannoversches Husarenregiment Nr. 15 in Wandsbek besucht.
* Das Plaidoy er des er st en weiblichen Rechts an w alts in Holland hatte unlängst ein zahlreiches Publikum, hauptsächlich Damen, nach dem Sitzungssaale des Appellations-Gerichtshofes im, Haag gelockt, und die Verhandlung war infolge der au dieser Stätte ungewöhnlichen Erscheinung einer Dame im Talare nicht frei von heiteren Zwischenfällen. Vor Gericht hatte sich! ein Arbeiter wegen Diebstahls zu tierantworten. Von der ersten Instanz verurteilt, mußte sich das Appellationsgericht mit der Angelegenheit befassen, da Revision eingelegt worden war. Dem Beklagten stand Fräulein timt Dorp als Rechts- beistand zur Seite. Der weibliche Rechtsanwalt präsentierte sich als junge, hübsche Dame mit vollem, blondem Haare und lebhaften Gesichtszügen. Sie verstand die Robe mit Eleganz zu tragen, und ein Pincenez gab ihrem ganzen Aussehen eine gewisse Würde. Der Präsident wußte sich anscheinend in die neuen Verhältnisse gar nicht zu finden. Er titulierte unter der Heiterkeit des Auditoriums den Verteidiger bald „Fräulein timt Dorp", bald „Herr Rechtsanwalt", um sich schnell in „Fräulein Rechtsanwalt" zu verbessern. Fräulein timt Dorp beteiligte sich sehr lebhaft an den Vernehmungen, stellte viel Fragen an die Zeugest und trat in ihren Ausführungen mit großem Feuer für die Freisprechung ihres Klienten ein. Wer ihr begeistertes Plaidoyer blieb ohne Erfolg. Der Appellations-Gerichtshof kam ebenso wie der Vorderrichter zu einer Verurteilung des An gesagten.
Kumoristisches.
Vor dem Le ip zig er Go e th ed e n km al. „Heeren Se, wer is denn das dort oben?"
— „Das is Geehde, e frieherev Leibz'ger Studente. '■ — „Warum Ham Se denn den e Denkmal gesetzt?'« —, Ja, das gann ich Sie wirklich nich sagen."
— „Na, vielleicht hat er der Stadt was vermacht?" — „E Studente — un was vermacht? Eutschuld'gest
Se, Sie sinn wohl nich aus Leibz'g?"
Bilderrätsel.
(Auflösung in nächster Nummer.)
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Auflösung
des Silbenrätsels in vor. Nr.:
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Napoleon =
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Opernmelodie ®
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Topas -»
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Cannabich -=
Redaktion: Auaust Götz. — Rotationsdruck und Tcrlog der Brübl'schen UuiversttätS-Tuch- und Cteindruücrei. R. Lange, Gasten.


