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1903. — Mr. 161.
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(Nachdruck verboten.)
B. W. Howard.
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(Fortsetzung.)
Der Wiberstand des Pfarrers war gebrochen. „So kommen Sie, Monsieur, wenn Sie wollen, und verzeihen Sie mir meine Unfreundlichkeit, ich habe so schwere Sorgen."
„Aber, ich bitte Sie, monsieur le eure!" rief Humor und ergriff mit Wärme die dargebotene Hand des Priesters.
„Er sieht aus wie ein Engel", dachte Guenn, „wie wunderschön ist sein Lächeln, — Thymert war wirklich unwirsch, er ist so oft unwirsch gegen Monsieur.",
Die drei verharrten in tiefem Schweigen. Eine Windsbraut fuhr durch die langen Gänge, man vernahm seltsames, klagendes Aechzen und Stöhnen. Der kleine Eree schreckte aus dem Schlaf in die Höhe und die alte Brigitte kam mit angsterfüllter Miene herein gestürzt.
„La brouette de la ntort", rief sie, sich bekreuzend.
Auch Thymert und Guenn bekreuzten sich in frommer Scheu. Dann öffnete der eure die Tür; ein heftiger Windstoß fuhr herein und erfüllte die ganze Kapelle, daß die geweihten Fahnen unserer lieben Frau und die Chorgewänder in der Sakristei zu wehen und M flattern begannen. Thymert stand auf der Schwelle und lauschte gespannt nach der Cigogne hinüber. „Noch nicht,, noch nicht", murmelte er, 'zu den andern zurücksehend. Sie saßen in banger Erwartung da. Guenns junges Gesicht trug einen milden, fast feierlichen Ausdruck. Auch Hamor io ar ernst und schweigsam gestimmt. Im stillen bewunderte er Guenn, die eifrig strickend am Tisch saß, den Lichteffekt auf ihrem weißen Kopf- putze beobachtend; auch tat ihm der Pfarrer leid, der sich den bevorstehenden Verlust seines alten Fischers sehr zu Herzen zu nehmen schien.
Wieder stand Thymert an der geöffneten Tur, uube- kümmert, daß ihm der (sturm den Regen ins Gesicht peitschte. „Mein armer alter Jean", murmelte er traurig, „ich weiß wohl, daß es heute nacht mit dir zu Ende geht, du wirst den morgenden Tag nicht mehr erleben. Aber ich werde zu dir kommen, ob ich das Zeichen, sehe oder nicht."
Plötzlich schoß aus der undurchdringlichen Finsternis ein heller, blitzartiger Feuerschein.
Thymert trat ins Zimmer zurück. „Sie rufen mich", sagte er zu den Harrenden, „soeben haben sie vom Fort aus die Rakete aufsteigen lassen." Seine Hand lag einen Moment wie schützend und segnend auf Guenns Scheitel. Nun der Sterbende seiner bedurfte, hatte er Ruhe und Fassung wiedergefunden. „Willst Tu wirklich mitkommen, Kind?" fragte er, „es ist eine fürchterliche Nacht."
„Ich komme", murmelte Guenn entschlossen, sie ftanb auf und knüpfte sich ein warmes Tuch! um den Kopf.
„So kommt denn alle beide", sagte der Priester.
Ein erneuter Windstoß erschütterte das Hans, und abermals ließ sich jener seltsame Klageton in den Lüften vernehmen. „La brouette", flüsterte Guenn erschrocken und bekreuzte sich.
„Es ist jetzt Zeit", sagte der Priester, und eilte nach der Sakristei. An seiner Brust barg er das kostbare Käst- chen, mit dem Viatieum, die Stola in ein Teertuch gehüllt, verwahrte er in der inneren Tasche, dann ließ er sich von Brigitte, eine Laterne reichen und schritt voran, nach dem Ankerplatz. Das Boot lag geschützt, doch stand das Wasser doch darin. Es war eine Art Rettungsboot, das Thymert benutzte, wenn man- fein Segel aufhissen konnte, die beiden Männer griffen zu den Rudern, Guenn hing sich die Laterne an den Arm und übernahm das Steuer. Es schien fast ein Ding der Unmöglichkeit, vom Lande abzustoßen; immer und immer wieder wurden sie nach dem Loch zurückgeworfen, fast bis zu dem düster beleuchteten einzigen Fenster der Kapelle. , , c .
Vom Fort der Cigogne stieg eine zweite Rakete auf — Thymert beugte das Haupt und sprach ein Stoßgebet zu unserer lieben Fran, dann warf er den Kopf stolz zuruck und sandte seine mächtige Stimme über die zürnenden Wogen. Als stehe der Mensch noch im vertranten Verkehr mit den Naturelementen wie zur grauen Heidenzeit, be- breiute er die Wasser: „Glaubt ihr denn", rief er, „daß ihr mich von ihm zurückhalten könnt — feilten Seelsorger Oon dem Sterbenden? Seid ihr zornig, weil er euch nicht zum Opfer gefallen ist? Gewiß, der arme Jean wäre weit lieber ans offener See gestorben, als daheim auf seinem Lager. Aber die heilige Jungfrau hat es anders beschlossen. Laßt mich hinüber, sage ich euch!"
Kantor hörte ihm mit stummem Entzücken zu. Tie urwüchsige Natur des starken Mannes schien sich unter der gewaltigen Erregung voll ausleben zu wollen; er schalt, er trotzte den Wogen, er suchte sie zu besänftigen, als seien es wilde Gesellen, die sich seinem Vorhaben widersetzten.
Nach hartem Kampfe mit den Sturzwellen war das Boot endlich in eine ruhigere Strömung gebracht. Ein schweres Stück Arbeit! Aber die beiden Männer waren kräftig und gewandt, und Thymert kannte den Wasserweg wie der LandMann seine Felder. An der Cigogne auge- langt, wollte ihnen das Landen durchaus nicht glucken, bis sie zuletzt heftig auf den Sand geschleudert wurden, wo ein Dutzend hilfbereite Arme sich ihnen entgegenstreckten, um das Boot vollends ans Ufer zu ziehen, ehe die nächste Welle es wieder zurückschleudern konnte.
„Gott sei Dank, monsieur le rteteur, daß Sie endlich da sind. Es geht schnell mit ihm zu Ende", bemerkte einer bex bedeute.
Die ärmliche Fischerhütte ivar überfüllt von Jeans Freunden und Bekannten. Sein Hund stieß unablässig ein


