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(Nachdruck verboten.)

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Von B. W. Howard.

(Fortsetzung.)

Als die Fremden nach Plouvenec zurücksegelten. sangen die Seeleute und die jungen Mädchen lustige Volksweisen, die Hamor, am Mast lehnend, leise mitsummte.

Tas war ein ereignisreicher Tag", sagte Hamor, als sie sich dem Ufer von Plouvenec näherten und Meer und Himmel im fahlen Lichte eines stürmischen Sonnenunter­gangs schimmerten.

Gewiß", in jeder Beziehung", bestätigte Staunton.

Ich sagte Thymert, ehe wir fortgingen, ich wolle ihm fiir seine Kapelle ein Bild malen. Da sah er mich seltsam an und schwieg dazu. Ich verstand sein Schweigen sehr wohl und beeilte mich, ihm zu versichern, daß dieser Ent­schluß schon am Morgen während der Messe in mir ent­standen sei. Als er die Ueberzeugung gewonnen, daß ich ihm das Bild nicht als Entschädigung fiir meine Missetat anbot ,ivar er§ zufrieden.Was möchten Sie ivohl haben?" fragte ich ihn.Einen Christus für meine Pfarrkinder, den habe ich schon lange gewünscht."Wie aber soll ich ihn darstellen? Etwa die Kinder segnend-, oder über das Meer wandelnd?"Nein", sagte er mit seltsamem Aufblick, es ist uns leicht und lieb die Kinder zu segnen, und' über das Meer können wir beinahe selber gehen. Mer das Leiden Christi anzuschauen, wäre sehr heilsam für uns, deshalb möchte ich eine Kreuzigung haben, und stellen Sie das Ganze so schmerzlich und schrecklich dar wie möglich." Ich hab's ihm zugesagt, aber ich werde wohl nach Ant­werpen reisen müssen, um es ihm schauerlich genug zu malen", schloß Hamor mit feinem Lächeln,

Staunton schüttelte gedankenvoll das Haupt und blickte unverwandt zurück, dahin, wo die neun Inseln int Nebel versanken. Nus weiter Ferne drang noch ein schwacher Lichtschein des Lenchttnrms von Penftet zu ihnen herüber.

10. Kapitel.

Ter Pfarrer der Lannions fand heute keine Ruhe auf seinen Inseln. Er saß in dem kleinen Studierzimmer und- Versuchte einen Brief an seinen verehrten Bischof abzu­fassen. Briesschreiben war nie eine Lieblingsbeschäftigung Thymerts, selbst nicht unter den günstigsten Verhältnissen, und heute hatte er mit mehr Schwierigkeiten zu kämpfen, denn je zuvor. Durch das schmale Fenster konnte er eben noch die kleinen Wellen sehen, die im Sonnenlicht tanzten, und über sie hinweg schweifte sein Blick nach dem Fest­land, es war ein banger, sorgenvoller Blick. Unmutig stieß er den Stuhl zurück. Hier an diesem Tische hatten sie gesessen, erst gestern, und doch schien zwischen jenem gestern und heute eine weite Kluft. Noch tönten dem Pfarrer die

Worte lm Ohr, die er vernommen. Sie schmerzten ihn noch immer, diese Worte. Hastig trat er über die Schwelle. Ein starker Wind blies landeinwärts und fegte durch das pärliche Gras auf den Gräbern der ertrunkenen Seeleute. Lines der Kreuze war umgefallen. Thymert ging hinaus und befestigte es wieder.Für den letzten armen Burschen muß ich auch noch- ein Kreuz errichten. Der Kommandant wollte ihm ein steinernes setzen lassen, aber das konnte die andern kränken, die nur hölzerne haben." Er blickte wie schützend über die traurige Reihe der füllen Schläfer. Ter Bischof muß warten", überlegte er dann weiter.Ich kann heute nicht in jenem Zimmer, mt jenem Tische sitzen und schreiben. Der Bischof selbst würde das nicht verlangen."

So machte denn der Pfarrer die Rundfahrt durch fernen Sprengel. Sein leichtes Boot trug ihn zuerst nach Penftet hinüber. Auf dem Leuchtturm war alles in bester Ordnung. Auch auf dem kleinen Fort auf der Cigogne fühlten sich alle wohl und zufrieden. Wohin er kam, hörte er nur freundliche Griiße und Segenswünsche. Sollte er nun nach Plouvenec hinüberfahren, nur nm vielleicht dem alten Jaques den erbetenen Schnupftabak zu bringen? Aber wozu nach Entschuldigungen suchen, die alle nicht stich­haltig sind? Warum noch zögern? Sein gebräuntes junges Gesicht ward über und über rot.Ich wrll hingehen, weil es mir ein Bedürfnis ist", hier warf er trotzig den Kopf zurück,und weil mir Barbara aufgetragen, über ihre Kinder zu wachen. Gewiß braucht mich die kleine Guenn! Darum kann ich nicht arbeiten, nicht schreiben, darum dreht sich mein Kopf wie ein Kreisel. Es liegt etwas in der Luft, im Seewind, in meinem Gemüt, das mir keine Ruhe läßt, das mich -gehen heißt. Ist das nicht ein sichtliches Zeichen und von wem konnnen uns solche Zeichen, wenn nicht vom Himmel? Ich will zu Guenn. Guenn braucht itticl)/'

Er rief den kleinen Erec und lichtete die Segel für Ploudenec.

Ein paar Stunden später im Dorfe angekommen, traf er am Strande und auf der Schiffswerft überall auf gute alte Bekannte, mit denen er sonst wohl ein freies Stündchen verplaudert haben würde; heute aber rief ihn eine andere Pflicht! Sie waren rauh- und wettergebräunt, diese See­leute, sie tranken zu viel, sie schworen, sie fluchten aber noch nie hatte er von ihnen, selbst nicht in trunkenem Mitte, eiir verletzendes Wort über ein unschuldiges Mädchen gehört. Nein nur die gebildeten, glattzüngigen Fr ein d- linge waren dieser Schändlichkeit fähig. Höher schlng DhY- merts Herz bei diesem Gedanken, fast triumphierend schritt er dahin. v v .

Thymerts braunes Gesicht, sein tvarmes Lächeln, feine dunklen, gütigen Augen sah man unter dem breiten Hut hervor, ihm widerstand teilt er. Selbst ohne seine persön­liche Anziehungskraft würden die Tatsachen aus seinem Leben beredt -genug für ihn zu den Herzen semer Fischer gesprochen haben. Persönlicher Mut, Selbstaufopferung,