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Literarisches
Reiselektüre Verbreitung finden wird.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Redaktion: August Götz. — Rotationsdruck und 8?erlag der Trübl'schen UniversitötS-Buch- und Cteindruckcrei (Pietsch Erben) in Gießen.
Bilderrätsel (Nachbildung verboten.)
erklärt er durch die in diesem Teil des Organs besonders starke Wirkung der Magensäure. Die Größe der zerfressenen Stellen schwankt zwischen der eines Stecknadelknopfes und der einer Linse; sie sind mehr oder weniger kreisförmig und zeichnen sich auf einer geschwollenen Fläche erhaben ab. Plötzliche Blutungen treten dabei selten aus. Die Forschungen von Dr. Dalla Vedova, die der Jahresversammlung der Italienischen Gesellschaft für Chirurgie vorgelegt wurden, sind auch in Deutschland bedeutsam genug gefunden worden, um sie durch eine Uebersetzung den deutschen Forschern und Aerzten zugänglich zu machen.
seinem Gemütszustand am besten anpaßt, verläßt, um mit einem älteren wohlhab Sus Heiratspläne zu verwirklichen, wird die Lies ihm zunt Verderben. Schon lange mutmaßt sie in Mathis den wahren Mörder des Gendarmen. Sie bringt ihn zur Anzeige, es kommt zur Haussuchung und die den Kleidern noch anhaftenden Blutspuren liefern die sichersten Beweise seiner Schuld. Die Handlung des Romans ist straff komponiert und die Spannung steigert sich von Seite zu Seite. Es sind wahrhaftige Charaktertypen. Der kriminalistische Inhalt des Romans ist dazu angetan, daß das Buch, als
GmmiElert: Auf vulkanischer Grd e. Roman. Verlag von F. Fontane & Co. in Berlin W. Preis 3 Mk. Das Eifel-Hochland trägt bekanntlich noch die Spuren ehemaliger vulkanischer Tätigkeit. In diese Gegend, welche durch Clara Viebigs Heimatserzählungen „Kinder der Eifel"- „Das Weiberdorf" und „Vom Müllerhannes" einem größeren Publikum erst literarisch erschlossen wurden, führt uns auch der Elertsche Roman. Die Heldin des Romans ist das blasse, tugendhaft gebliebene Lenchen. In dem kraftstrotzenden, aus dem Heimatdorfe stammenden Mathis' lernen wir ihren seit Jahresfrist erklärten Schatz kennen. Da wird plötzlich die Gestalt des früheren Fugendgespielen durch einen in die Eifelgegend versetzten, stattlichen aber brutalen Gendarm aus Leuchens Herzen verdrängt. Sie bricht den Verkehr mit Mathis schroff ab und das bisher- ehrbar gebliebene Mädchen wirft sich in jäh auflodernder Letdenschaft dem schönen Fremden an den Hals. Der verschmähte Liebhaber sinnt auf Rache, umsomehr als er durch den begünstigten Nebenbuhler sein eigenes Lebensglück, seine Zukunftspläne zertrümmert sieht. Me Eifersucht packt ihn, dazu das Fehlschlagen seiner Hoffnungen, mit Lenchen vereint ihr« flott gehende Wirtschaft einmal besitzen zu können, und so reift in ihm der Entschluß, sich an dem Gendarm bei passender Gelegenheit zu rächen. Diese findet sich bald. In dunkler Nacht, wo der Gendarm Lenchen zu einem Schäferstündchen erwartet, trifft ihn Mathis. Es kommt zum heftigen Wortwechsel, zum Kampf Mann gegen Mann und Mathis erschlägt den Gendarmen. Des Mordes dringend verdächtig, wird ein armer Zigeuner verhaftet, der Tags zuvor von dem Gendarmen schwer mißhandelt worden war. Mathis). um seine Gewissensqualen zu betäuben, stürzt sich in eine Kette von Liebesabenteuern. Er verschmäht und beschimpft das sich ihm jetzt willig anbietende Lenchen, welches für das zu erwartende Kind gern einen Vater haben möchte. In der einst von ihm verachteten Lies findet er jetzt diejenige Geliebte, welche sich Als er sie aber ätzenderen Mädchen
hatte, das ich für wenige Shillings in London hätte kaufen können. Endlich kam bas Pergament. Es war sehr schön und besagte, daß ich in der Liste der Doktoren der Rechte eingetragen war. Das war angenehm, aber ein Brief vom Dekan besagte, daß, wenn ich in die Fakultät eingetragen werden sollte, ich eine Gebühr. . . Weiter las ich nicht mehr. Was konnte sie noch mehr für mich, tun, da ich doch schon ein richtiger lebendiger „SS. D." war? Gesamtkosten 9 Pfd. 9 Sh. i/2 Pence (ca. 189 Mk.)"
* Zum Thema „Schlechte Hands christ" werden der „Boss. Ztg." zwei bezeichnende Fälle mitgeteilt. Zunächst ein tragischer von einem Gelehrten, den seine schlechte Handschrift ins Unglück brachte. Er war ein kunstbegeisterter Mann, Namens Bacher, der in Wien in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts lebte, eine „Geschichte ch es kaiserlichen Musikgrafenamts" verfaßte, und gleichzeitig eine Geschichte des Wiener Hofoperntheaters begann. An beiden Werken schrieb Bacher mit ungewöhnlichem Eifer. Er überreichte das starke Manuskript des ersten Werkes der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften und erhoffte von ihr auch eine Unterstützung bei dessen Herausgabe. Anstatt der erwarteten Hilfe, die ihin dringend not tat, crtzielt der arme Gelehrte die niederschmetternde Antwort: die Akademie könne auf Prüfung des Manuskripts nicht eingehen, weil keines ihrer Mitglieder im stände sei, des Verfassers unleserliche Handschrift zu entziffern. Alle Anstrengungen Bachers, einen Menschen zu entdecken, der das furchtbare Manuskript entziffern könnte, waren vergebens, seine Niederschrift war und blieb allen anderen Menschen ein Rätsel. Eines wäre nur noch möglich gewesen: Bacher hätte jemandem sein ganzes Manuskript in die Feder diktieren können. Wer dazu kams nicht: getauschter Ehrgeiz, der Druck materieller Sorgen führten den bedauernswerten Mann ins Irrenhaus. Seine mühsame Arbeit, das Werk eines Menschenlebens, war für immer unbrauchbar. — Ein Autor, der völlig unleserliche Manuskripte lieferte, war auch König Johann von Sachsen. Tie Schrift dieses Fürsten war derart, daß ein Fremder sie überhaupt nicht, seine Umgebung nur mit Mühe zu entziffern vermochte, und er selbst auch oftmals sich manches Wort, das er geschrieben, nicht erklären konnte. Sein Manuskript der Uebersetzung der „Göttlichen Komödie" mußste daher, bevor es in die Druckerei ging, von einem Freunde völlig abgeschrieben werden. Wie sein Biograph, der Staats- Minister v. Falkenstein berichtet, nahm der nachmalige König als Prinz noch in den reiferen Jahren bei einer Dresdener Schreiblehrerin Unterricht. Es half auch für einige Zeit, dann aber wurde die Handschrift beinahe noch unleserlicher als zuvor, und er tröstete sich als König damit, daß — feine Minister Beust, Falkenstein und Friesen nicht viel leserlicher als er schrieben.
* Die Entstehung der häufigsten Magenkrankheit. Unter den gefährlichsten Erkrankungen des Magens, abgesehen von den Verstimmungen und Katarrhen dieses Organs, ist das Magengeschwür wohl die häufigste, die als ein Leiden für sich zuerst von dem französischen Arzt und Anatomen Jean Cruhveilhier vor etwa 50 Jahren erkannt wurde. Ueber ihre Entstehung herrschte längere Zeit eine weitgehende Meinungsverschiedenheit. Einige schrieben sie der Wirkung des Magensaftes zu, andere gewissen Störungen des Säfteumlaufs, noch andere wiederum dem Eingriff von Bakterien oder anderen Kleinwesen. Vor ziemlich genau 30 Jahren entdeckte dann Dr. Durante die Verwandtschaft dieses Magenleidens mit dem Beinfraß, indem er nachwies, daß in beiden Fällen die Gewebe für die Erkrankung durch eine tiefgreifende Störung der sie versorgenden Nerven vorbereitet wären. Jetzt ist die wichtige Frage wieher durch Dr. Dalla Vedova in Rom ausgenommen worden, der ihr auf experimentellem Wege betzukommen versucht hat. Er störte bei Tieren künstlich die Tätigkeit der Nerven im Gehirn, von denen die Magennerven abhängig sind. Tie Folge davon war, daß etwa die Hälfte der untersuchten Tiere auffallende Veränderungen in der Schleimhaut des Magens aufwiesen. Aus allen Befunden zieht der italienische Forscher den Schluß, daß die Geschwüre her Magenwände unmittelbar den Veränderungen zuzuschreiben sind, die durch eine Störung der Magennerven veranlaßt werden. Daß die Geschwüre fast immer an einer bestimmten Stelle des Magens auftreten.


