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St folgen, wobei sie voll Entsetzen ans das schäumende Wasser zu ihren Füßen niederschaute.
„Nein, es Hilst alles nichts. Ich kann nicht"', stammelle !ie, zurücktoeichenL. Wenige Augenblicke später stand sie icher, aber tote betäubt und schwer Atem holend am gegen- iberliegenden llfer aus dem durchnäßten Moose. Kühn, ohne em Wort zu verlieren, hatte er sie in seine Arme gehoben, durch den Fluß getragen und am andern Ufer niedergelassen, alS ob das die einfachste Sache der Welt wäre. Las alles war indes so rasch und leicht vor sich gegangen, daß sie in ihrer Verwirrung keine Worbe farib. Er aber kehrte schweigend ans arrdere Ufer zu seinen Pferden zurück. Maureens kleiner Brauner ertores sich beim Uebersetzen ganz manierlich, wenn er auch etwas erstaunt darüber schien, sich plötzlich und zwar zum erstenmal in seinem Leben, zum Schwimmen gezwungen zu sehen, sein Gefährte dagegen wollte durchaus nicht ins Wasser hinein. Wohl eine Viertelstunde lang dauerte dieser Kamps zwischen dem Tier und seinem Herrn, wobei Maureen erst recht einsehen lernte, was die Leute darunter verstanden, wenn sie sagten: „Terence ist ein geborener Pferdebändiger." Mit unendlicher Geduld und zugleich eiserner Festigkeit brachte er endlich den zitternden Feigling ins Wasser, half ihm dann Boden fassen und unterstützte ihn beim Hinaufllettern am steilen Ufer mit fast liebevoller Sorgfalt. Schließlich holte er dann auch noch den Hund vom anderen Ufer herüber.
„Es tut mir leid, soviel Zett verloren zu haben", sagte Terence, indem er aus Maureen zuging, aber es war eben nicht zu ändern. Gestatten Sie, daß ich Sie aufs Pferd hebe. Nun ist das Schlimmste überstanden, der Rest des Weges ist ein Kinderspiel." Dann fügte er, ihr die Zügel reichend, in plötzlich verändertem Tone hinzu: „Ich hoffe. Sie zürnen mir nicht, daß ich Sie ohne weiteres herübertrug? Aber es war eben keine Zett für lange Zeremonien, und wenn jeder Augenblick von höchster Wichttgkeit ist, so sind Förmlichkeiten überhaupt Unsinn, nicht wahr?"
„Getviß. Ohne Sie stände ich noch immer zitternd auf den Felsen inmitten des Flusses", anttvvrtete sie, ihr Kleid ordnend. ,Zch hätte niemals den Mut gestmden, hinüberzugehen."
Ms Terence jedoch auf sein eigenes Pferd zuging, mußte er sich voll peinlicher Unruhe sagen, daß Förmlichkeiten eben doch kein Unsinn sind, denn laut und ungestüm schlug fein Herz, ihm schwindelte, und es war ihm, als hiett er noch immer ein ängstlich zitterndes Mädchen, dessen süßer Atem seine Wange streifte, in den Armen.
Ohne wetteren Aufenthalt setzte das junge Paar, dicht hintereinander reitend, seinen Weg durch die mondbeschienenen Schluchten fort, während Lost keuchend, aber unverdrossen hinter chnen herlief.
20. Kapitel.
Spate Gäste.
Tie kalte, scharfe Luft, die Maureen auf den wilden Gebirgspässen entgegenwehte, wirtte beruhigend auf ihre aufgeregten Nerven, ja es überkam sie bei diesem ungewöhnlichen nächtlichen Ritte sogar ein gewisses süßes, wohliges Empfinden, das selbst ihre ängstliche Spannung und Sorge hin und wieder übertäubte. „Wie weit ist es noch?" fragte sie am Ende eines Kargen, steilen Abhangs.
,Lehn Mellen", antwortete ihr Führer. „Wir werden gleich an eins Hütte kommen, deren Besitzer ich kenne — ein Weber und seine Frau, sehr anständige Leute. Ich will sie um etwas Futter für die Pferde bitten und Ihnen dadurch ein halbstündige Rast verschaffen,"
„Ich mochte über lieber so rasch als möglich ans Ziel gelangen."
„Nein, nein. Sie bedürfen dringend der Ruhe. Verzeihen Sie, daß ich fo tyrannisch auftrete, allein wir sind außerordentlich rasch vorwärts gekommen — es ist erst zehn Nhr — und so Dunen wir uns und den Pferden wohl eine halbstündige Pause gönnen Sie haben für den Ihnen bevorstehenden Ritt mrd den darauffolgenden Kampf mit Ihrer Schwester all Ihre Kräfte nötig. Was würde es Ahnen Kelsen, wenn ©te matt und übermüdet ankämen ?"
„Wenn ich nun aber Kl spät käme?"
„Tas wäre freilich noch schlimmer. Da wir nun aber so rasch und gut bis hierher gekommen sind, so kann ich Ihnen wohl mit Sicherheit versprechen, zur rechten Zett an Ort «nd Stelle zn sein. Tort ist die Hütte, sehen Sie das erleuchtete Fenster?"
(Fortsetzung folgt.)
Die elektrische Beleuchtung der Eisenbahuzüge.
(Nachdruck verboten.)
In der Geschichte ben deutschen Eisenbahnwesens kann man jetzt die elektrische Zugbeleuchtung in ihren ersten Anfängen verzeichnen. Es ist zwar nicht ohne weiteres erklärlich, warum die Mehrzahl der deutschen Eisenbahn- Verwaltungen so lange mit der Einführung dieser Beleuchtungsart gewartet haben, nachdem doch schon seit einer Reihe von Jahren die Erfahrungen ausländischer Verwaltungen vorliegen, doch ist es nicht unsere Sache, die Gründe, wenn solche vorhanden waren, zu suchen, vielmehr erscheint es angebracht, die von unsern Eisenbahn- Verwaltungen gewählten Systeme näher zu betrachten und mit den von anderer Seite bevorzugten in Vergleich M stellen.
Dazu wird es erforderlich sein, sich über die bis jetzt zur Anwendung gekommenen elektrischen Zugbeleuchtungs- Sysieme im allgemeinen zu informieren, indem wir in Kürze deren Hauptmerkmale ausführen.
Man kann die Einteilung nach der Art und Weise wie die Stromerzeugungsstelle sttuiert ist, am besten treffen. Hat man als solche eine oder mehrere stationäre Zentralen errichtet, welche daneben auch der Bahnhofsbeleuchtung dienen können, so genügt es, wenn unter Tags Akkumulatorenbatterien durch die Dynamos der Stationen geladen werden, denn die Akkumulatoren brauchen dann nur in Behälter gesetzt zu werden, welche sich im Gestell des elettrisch zu beleuchtenden Wagens befinden; und nachdem man die Schienenenden der Batterie an die Drahte der Beleuchtungskörper angeschlossen hat, was durch eine einfache und zuverlässige Einrichtung rasch bewerkstelligt werden kann, ist mau in der Lage, jeden einzelnen Beleuchtungskörper oder das ganze Netz wie bei stationären Anlagen in den Stromkreis eiuzuschalten. Die Batterie muß für die längsten Nachtfahrten im Winter ausreichend bemessen fein, bezw. es muß Vorsorge getroffen werden, daß an gewissen Stationen die Batterie auLgewechselt werden kann; auf den betreffenden Bahnhöfen ist das Vorhandensein einer elektrischen Zentralstation Bedingung, weil die Stromlieferung durch private oder städtische Werke sich wohl zu kostspielig erweisen würde. _ t ,
Ein anderes System beruht darauf, daß die Stromerzeugungsstelle sich auf dem Zug befindet. Eine solche fahrbare Zentralstation kleinen Maßstabs muß naturgemäß an den Raumbedarf die geringsten Ansprüche stellen, da dieselbe entweder auf der Lokomotive oder ut einer Ecke des Packwagens untergebracht werden muß. Die Bedienung muß sich ebenfalls äußerst einfach geraden, damit das Zugpersonal möglichst in seiner Zeit nicht beansprucht wird, und schließlich muß die Bedingung ge,teUt werden, daß die Betriebssicherheit eine möglichst weitgehende ist. Hinsichtlich des Betriebsmediums liegt die Möglichkeit vor, Dampf (von der Lokomotive), Benzin, Petroleum oder Naphta und Spiritus zu verwenden, und man hat von den erwähnten Gesichtspunkten ausgehend und den jeweiligen Verhältnissen entsprechend sich für das eine oder andere dieser Betriebsmittel entschieden. Das System benötigt eine Akkumulatorenbatterie nicyt, wenn auch deren Vorhandensein für etwa notwendig werdende Betriebspausen erwünscht ist. Von der Erzeugungsstelle, an der Spitze des Zuges, wird der Strom den Wagen zugeleitet, welche durch kurze Kabel und Kontakt^opsel miteinander verbunden sind.
Ein dritter Weg ist die Wttage mehrerer Stromerzeugerstellen im Zuge, so zwar, daß jeder zu beleucbtende Wagen eine Dynamomaschine erhalt, die natürlich nicht durch einen besonderen Dampf-, Benzin-, Spiritusmotor usw. angetrieben wird, sondern einfach von der sich drehenden Wagenachse gedreht wird (Stones System) Diese Art des Anttiebs erfordert das Vorhandensein einer Akkumulatorenbatterie, um auch wahrend des Stillstandes der Wagen Strom für die Lampen zu haben, und eines Regulierungs-Schaltapparates, der eine ganze Reihe von Funktionen auszuführen hat. So z. B. muß die Dynamo bei einer gewissen Geschwindigkeit vom Stromkreis ausgeschaltet und die Batterie eingeschaltet werden, denn es ist klar, daß die Dynamo bei verschiedenen Fahr- geschwindigketteu deS Waggons auch dementsprechende Ar- beitsgeschwindigkeiten aufweist. Da nun bei Gleichstrom


