das Mld, klatschen in die Hände und sagen: „Mon dien, wie herrlich ist das Mild, das Monsieur Hamor gemalt hat!"-
Hamor lächelte gnädig zu dieser schmeichelhaften lieber- treibung, „Monsieur le eure", wandte er sich dann freundlich zn diesem, „jetzt können Sie sich selbst einigermaßen von der Wahrheit meiner vorigen Behauptung überzeugen. Sehen Sie, wie der frische Seewind die Stimmung des Ganzen belebt, vor wenigen Minuten war noch nichts davon zu bemerken: Das Wasser kräuselt sich, Guenns Rock schmiegt sich dichter an ihre Gestalt an. Es ist köstlich!"
„Und was werd nach der Ausstellung aus dem Bilde?"■ forschte Thymert mit seltsamer Hartnäckigkeit weiter.
„Dann", sagte Hamor, nicht wenig betroffen über den Mangel an Interesse, welchen Thymert für ferne Erklärung zeigte, aber gutmütig bereit, jede von ihm geforderte Auskunft zu geben: „nach der Ausstellung denke ich es natürlich zu verkaufen. Ich trage mich sogar mit der geheimen Hoffnung, daß mir's jemand für 10 000 Franken abnimmt. Bekomme ich die nicht, so gebe ich's freilich auch für 5000, und sollte es bei mir im Frühling so knapp stehen, wie ich erwarte und wie's um die Zeit herum gewöhnlich der Fall ist, so dürfen Sie mich auch nicht für niederträchtig halten, wenn ich bei einem Angebot von 3000 noch freundlich zu dem Käufer sage: .„Zu dienen, mein Herr."
Guenn, die das alles schon öfter gehört hatte, fand seine Darstellung sehr ergötzlich und lachte herzlich darüber; Thymert hingegen schien das Spaßhafte der Sache nicht recht würdigen zu können. Er sah verwirrt vor sich hin, wie in fruchtloses Nachfinnen vertieft, seine traurigen Augen wanderten ruhelos hinüber nach den nackten, öden Inseln, aus denen wohl Piel Mut, Pflichttreue und Aufopferung zu finden, aber die, ach so arm an Gold und Goloeswert waren! Noch einen Schritt trat er näher an das Bild heran — ja das war Guenn, so lebensvoll, so reizend, so verwegen! Betroffen fuhr er zurück.
„Tie letzten paar Pinselstriche haben das herausgebracht", meinte Hamor, „bis jetzt war alles noch zn puppenhaft, zu tot! Jetzt aber ist es Gueun, unsere unvergleichliche Guenn!"
Frei und offen blickte das junge Geschöpf dort auf der Leinwand« dem Priester in die Augen. Kräftig, wie ein Mann, und dochi in jeder Bewegung echt mädchenhaft und anmutig, schien sie ihr Boot zu führen. Der Ausdruck des Gesichts war aufs treueste wiedergegeben, scheu und wild und doch so ehrlich, so furchtlos und wacker. Er glaubte das Heben und Senken des roten Brusttuches zu sehen, die Wangen schienen lebensvoll zu erglühen, und obwohl die Züge Ernst und sstuhe zeigten, hatte Hamor jenen ihr eigenen Ausdruck überschäumender Lebenslust wiedergegeben, daß man meinte, den Schalk um ihren lieblichen Mund spielen zu sehen. Thymert glaubte ihr frohes Lachen zu hören, wie ihm keins je jo süß und unschuldig im Ohre geklungen. Das waren die hübschen geschwungenen Linien um ditz Lippen, die ihn immer so an ihre Kinderjahre erinnerten,;
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Samstag derr 24. Gktoker.
(Nachdruck verboten.)
Dsö WmWn m her Bretagne.
J8on B. W. Howard.
(Fortsetzung.)
17. Kapitel.
>,Sie sehen, monsieur le eure, es ist schon ganz tüchtig Vorwärts gekommen", sagte Hamor heiter.
„Ich sehe es wohl, Monsieur."
„Zur weiteren Vollendung brauche ich nun aber ganz Entschieden Guenn!"
„Sie brauchen Guenn", wiederholte der Priester Mechanisch.
„Hier drüben Modell zu stehen, hat doch wenigstens Sinn und Verstand", bemerkte das junge Mädchen fröhlich. >Lch kam mir immer wie eine Närrin vor, wenn ich! in Monsieurs Atelier Ruderversuche machte." Sie blickte lächelnd von ihrem Boot aus auf die beiden jungen Männer am Ufer — Hamor aufs eifrigste an seiner Leinwand malend, und hinter ihm Thymert, mit über der Brust gekreuzten Armen ernst und düster vor sich hiu- starrend.
„Tas muß ich ändern", murmelte Hamor, indem er Seinen Schritt zurücktrat und die Hand über den Augen, prüfend auf seine Arbeit sah. „Posez, Guenn, wirf Dich wehr zurück. — Ah! so ist's recht. Nun, ist das nicht ganz naturgetreu?" wandte er sich voll Enthusiasnms zu den: Pfarrer. „Was man auch dagegen sagen mag, diese Frische, diese Freiheit der Bewegung ist nur herauszubringen, wenn das Modell wirklich rudert. Zwei Tage hier draußen fördern mich mehr, als monatelange Plackerei im Atelier. Sie werden bald den Unterschied bemerken, monsieur le cur6", fuhr er eifrig malend fort, -,,den Abstand zwischen wahrem Leben und dem was wir Kic' nennen. Im Atelier kann ich nicht fühlen wie das Wasser dem Ruder widersteht. Auch sie kann es nicht. Vermag ich's dann zu malen? Nein, tausendmal nein. Sie sehen, ich habe recht!"
„Ohne Zweifel", meinte der Priester; seine Gedanken schweiften weit ab. „Was werden Sie mit dem Gemälde anfangen, wenn es fertig ist, Monsieur?" fragte er daun hastig, aus seinen Träumereien auffahrend.
„Aber es ist ja für den ,Salon'. Haben Sie das tzünz vergessen?" rief Guenn. ..
„Es sind wohl sehr viele Leute dort in dieser Ausstellung?" fragte der Priester langsam, Hamor ansehend.
„O Tausende", belehrte Guenn mit wichtiger Miene, S „Damen mit gerafften Kleidern, und Herren mit ein» geklemmten Gläsern int Auge — sie alle gehen auf und ab, k den vielen meilenlangen Sälen, und alle schauen auf


