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konnten, doch wesentlich zu der siegreichen Entscheidung beigetragen hatten. Das Regiment setzte sich dann in Marsch und kam über das Schlachtfeld vom 16. August, wo noch Überall Tote und Verwundete lagen. Aus dem Schlacht­felde wurde heilte Biwack bezogen. Da es an Wasser fehlte, benutzten die Soldaten zum Kaffeekochen sogar das schmutzige Wasser in den Pfützen, nachdem sie es in Kochge­schirren etwas hatten abstehen lassen. In der Nähe be­erdigten andere Truppen ihre Gefallenen. Ergreifend war es, als ein Jägerbataillon unter lautem Klagen seinen gefallenen Major beerdigte. Während das Regiment ab» kochte, ritt der König Wilhelm vorüber und dankte der hessischen Division für ihr erfolgreiches Eingreifen am vor­hergehenden Tage. Am Nachmittag erhielt Sergeant Buß die Erlaubnis, nach Gorze zu gehen, um Lebensmittel zu holen. Er war aber am Abend noch nicht zurückgekehrt und traf erst am folgenden Tage auf dem Marsche bei der 7. Kompagnie wieder ein. Am Morgen des 18. August marschierte die hessische Division zunächst bis Caulre Fernre. Als die Truppen mit dem Abkochen begonnen hatten, wurde an die Gewehre gerufen. Es wurde bekannt gegeben, daß die Armee des Kronprinzen angekommen sei und daß die Franzosen heute noch unter die Kanonen von Metz müßten. Sogleich donnerten die Geschütze herüber. Die 7. Kom­pagnie wurde zur Artillerie-Bedeckung bestimmt. Als sie Aufstellung genommen hatte, kam rechts von Gravelotte her König Wilhelm, begleitet von dein Prinzen Ludwig von Hessen und Hurrarufen der Truppen begrüßt. Der König nahm einige Milderungen an der Aufstellung der Artillerie vor und ritt nach St. Privat weiter. Während des Hurra- rufens vermehrten plötzlich die Franzosen ihr Geschützfeuer, weil sie wohl den König ihnen gegenüber vermuteten. In die 7. Kompagnie schlug eine Granate, die sechs Mann ver­wundete und den Musketier Schott tötete. Das Gewehr von Schott ivar ganz zersplittert und der Lauf krumm ge­bogen. Dem Musketier Wagner aus Friedberg waren beide Hände und Beine abgeschossen, sodaß er am solgeuden Tage verstarb. Als Feldwebel Bruchhäuser zu ihm trat, rief ihm Wagner zu, er möge ihm helfen, seine Kleider brennten. In' der Tat hatte der Waffenrock durch die Granatsplitter Feuer gefangen. Feldwebel Bruchhäuser wollte ihm den Leibriemen abnehmen, aber das Schloß war durch ein Granatflück verbogen, sodaß er den Riemen mit dem Säbel durchschneiden mußte. Nur mit Mühe konnte er Wagner den Waffenrock ausziehen, da die Hände nur noch an ein­zelnen Fasern an den Armen hingen. Kurz darauf kamen Krankenträger und trugen den Schwerverwundeten aus der Schlacht. Während Bruchhäuser bei Wagner beschäftigt war, schlug dicht daneben eine Granate in die Erde, glücklicher­weise ohne zu platzen. Im Laufe der Schlacht wurde auch der Kompagniechef, Herr Oberleutnant Kißner, schwer ver­wundet, woran er später in Deutschland gestorben ist.

Der Abend machte dem hartnäckigen Kampfe ein Ende. Tie hessische Division hatte an diesem Tage nur wenig Terrain gewinnen können, da sie im Zentrum stand, aber schwere Verluste gehabt. Nachdem die Franzosen im Süden bei Gravelotte und im Norden bei St. Privat und St. Marie aux Chenes zurückgeschlagen waren, mußten sie auch auf ihrem Zentrum zurückgehen.

Tie Verluste der 7. Kompagnie betrugen an diesem Tage au Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften 63 Mann.

In der Nacht auf den 19. August biwackierten die Trup­pen aus dem Schlachtfelde. Am nächsten Morgen kam General von Wittich zu dem Regiments und sagte:Sol­daten, wo hier enn Mann liegt, liegen drüben (bei den Franzosen) ganze Sektionen". Und es war auch so. Ms man nut 19. in die verlassene französische Stellung kam, lagen dort massenweise tote Franzosen. Die vielen Ver­luste auf feiten des Feindes waren hauptsächlich der Wirk­ung des deutschen Geschützfeuers zu verdanken. In der französischen Stellung war die Erde geradezu von den deut­schen Granaten gepflügt, und man sah tote Franzosen noch im Anschlag liegen, die von Granaten durchbohrt waren. Die Verwundungen auf deutscher Seite rührten zu einem erheblichen Teile von dem Feuer der französischen Mi- trailleusen her. In dem verlassenen Lager der Franzosen fanden unsere Soldaten große Mengen von Zelten, Tep­

pichen, Lebensinitteln rc. Später wurde das Lager von deutschen Truppen ab gesperrt.

Während des 19. August beerdigte das Regiment seine Toten. Die 7. Kompagnie errichtete auf dem Grabe des! Musketiers Schott ein Kreuz aus seinem zerschossenen Ge­wehre.

(Fortsetzung folgt.)

Vermischtes.

* Englische Hochzeitstviletten. Aus London wird berichtet: Eine der malerischsten Hochzeiten, die man seit langem in London gesehen hat, fand am Donnerstag Nachmittag inmitten weißer Chrysanthemen und großerLilieN in St. Margaret in Westminster statt. Lady Gwendolen Onslow, die Tochter Lord Onslows, des Ministers für! Ackerbau, verheiratete sich mit dem Hon. Rupert Guinneß. Die Feier hatte große Menschenmengen zu der schönen alten Kirche gelockt. Unter den Klängen des Brautchores aus demLohengrin" schritt die Braut mit ihren Brautjungfern und kleinen Pagen durch das Mittelschiff, das in eine Palmenallee verwandelt war. Die Braut trug ein ent­zückendes Brautkleid aus elfenbeinfarbenem Duchesse Satin. Der Rock und die lange Schleppe waren mit Silberstickerei auf Chiffon bedeckt, und zm beiden Seiten der Stickerei zogen sich Bandguirlanden in Silberfaden. Kleine Zweige aus Klee, in weißem Seidenband gearbeitet, vermischten! sich mit diesem Muster. In der Mitte jedes Blattes! funkelte ein kleiner Diamant. Silberstickeret auf Chiffon über Satin, mit einem gefältelten Seidenbaud am Datllen- chluß, bildete den unteren Teil der Taille, und der obere Teil war mit Silberstickeret ausgefüllt. Lange Aermel aus Spitze uud Chiffon fielen anmutig von den Schultern herab/ und der schön angeordnete feine Tüllschleier war mit einem kleinen Zweig aus Orangenblüten befestigt. Die Braut trug eine schöne Perlenschnur, ein Geschenk des Bräutigams. Die drei älteren Brautjungfern trugen große schwarze Hüte mit sehr hohen Köpfen und elfenbeinfarbene Kleider aus Seide mit Chiffon. Fünf kleine Mädchen in Empirekleidern waren auch Brautjungfern. Die beiden Pagen trugen die Uniform der Seekadetten zu Nelsons Zeiten, und mit ihren dreieckigen Hüten, blauen Fräcken, Kniehosen und weißen Strümpfen fielen sie allgemein auf. Die Mutter des Bräutigams, Lady Jveagh, trug creme mit einer rosa Doque mit rosa Chisfon und reichen Federn. Sie trug eine lange. Perlen chnur und einen kleinen weißen Palycape.Die Mutter der Braut trug ein schönes Kleid aus resedagrunent Tuch und Chisfon mit einem Kragen aus ecru Spitze mit Golofadeustickerei. . . ,,,

* Haarernte findet im Oktober in Frankreich statt. Tie Händler beziehen die Märkte und suchen die jungen Mädchen zu bereden, sich von ihren schönen Zöpfen zu trennen. IN verschiedenen Distrikten kultivieren die Mäd­chen ihr Haar derartig, daß sie es alle drei Jähr zup Schnittreife bringen. Das Haar der normannischen Frauen! ist weitaus das schönste, in der Bretagne ist es am gröbsten/ und in Limoges gibt es das schönste Lockenhaar. Im Norden Frankreichs ist das Haar am wenigsten schön, da es durch die Seeluft gebleicht ist, während es in beit ^rggegendeu dunkel und lockig ist. Bedeutende Abnehmer sind die Ame­rikaner. Der Haarumsatz Frankreichs beläuft sich alljähr­lich auf fünf Millionen Frank. Deutschland liefert Mahr- sich viele Tonnen blonden Haares.

Steigerungsscherze.

Es fiiib für a und b sinngemäße Wörter zu ergänzen und zwar stellt b dem Klange nach die Steigerungssorm von a dar, wie a Reibe, b Reiher; a Mai, b Maier.

1. Ich bin noch a, lächelte sie, denn alle b habe ich bisher abge» ,V2?Sei dem a im Feindesland wurde der b gefangen.

8. Die a des Maurers liegt im b. . ,

4, Es war noch so a, daß ich den verlorenen b gleich

5. Die a heilte wie durch ein b.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Zahlenrätsels in vor. Nr.r Kavallerie. Arie, Valerie, Aller, Lava, Leier, Erle, Riviera, Ilka, Eva,

Redaktion: August Götz. - Rotationsdruck und Verlag der Vrübl'schen UniverstM-BuL. und SteiMuckerL, R, Lanü^Gteßrn.