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Mangan, Kupfer und Eisenoxyd, violettes durch Maiigan- vxyd, blaues durch Kupferoxyd, weißes durch Zinnoxyd und Knochenasche, gelbes durch Kadmiumsulfit, dem etwas Nran- vxyd zugesetzt ist, nnd schwarzes durch Eisen und Braun­stein im Ueberschuß. Da gewisse Metalle in ihren verschie­denen Oxydationsstufen den Gläsern auch verschiedene Färb­ungen erteilen, so ist es nötig, falls man Gläser vermöge der niedrigsten Oxydationsstufe färben will, dafür zu sorgen, daß das betreffende Färbemittel sich im Glasflüsse nicht höher oxydiert, mit anderen Worten, daß es nicht mehr Sauerstoff aufnimmt. Man setzt, nur dies zu erreichen, dem Glase Reduktionsmittel zu, wie Kohle, Eisenoxydul oder metallisches Zinn. Selbstverständlich giebt es noch für Glas viele andere Färbemittel, doch erübrigt es sich- dieselben §u erwähnen, da in anbetrackt der verhältnismäßigen Billig­keit der Ware ihre Anwendung dafür entweder zu kost­spielig oder zu mühselig ist. So wird z. B. das schöne, goldgefärbte Rubin glas für Perlen nur ganz ausnahms­weise benutzt, dagegen fabriziert man in großen Mengen un­durchsichtige weiße Perlen, zu deren Herstellung man sich des phosphorsauren Kalks in Gestalt von Guano oder tveiß- getzrannten Knochen bedient. Was die alabasterartigen Perlen anbetrifft, so nutzt ment zn ihrer Trübung gewisse Entglasungserscheinungen und die Ausscheidung der Tonerde beim Fabrikationsprozetz.

Die einfarbigen klaren lind getrübten Perlen sind be­deutend billiger, als die gemusterten, weshalb die letzteren in den modernen Schmuckketten immer nur in geringer Anzahl verwendet werden. Zu den beliebtesten derselben gehören die mit metallisch glänzenden Pünktchen und Flitter- chen durchsetzten. Zur Hervorrufung derselben dienen häufig Kupferrubinbeisätze. Das Verfahren ist jedoch nicht ganz einfach, Die Glasmasse ist natürlich ein sehr gutes Lösungs- mittel für die meisten Metalle, beim Erkaltest scheiden sie sich aber, besonders wenn diese Masse stark bleihaltig ist, wieder von ihr aus. Je nachdem inan sie nun lang­samer oder schneller erstarren läßt, sind die Metallblättchen größer oder kleiner. Will ment z. B. kupfergefärbtes Rubin­glas erzielen, so muß man dafür sorgen, daß die Abkühlung so rasch wie irgend möglich vor sich geht; die Metallflitter- chen werdert dann in unendlich feiner Form ausgeschieden und das Glas gewinnt eine gleichmäßig rote Färbung. Soll das Glas jedoch mit den Metallflitterchen durchsetzt sein, so erhält matt die geschmolzene Kupferrubinglasmasse längere Zeit auf einer Temperatur, bei der das Glas noch zähflüssig ist, oder man tut soviel Eisenflttter dazu, daß die Hälfte oder je ttachdem ein anderer Teil des Kupferoxyds reduziert tvird. Während des langsamen Abkühlens scheiden sich dann winzige Krystallblättchen ab. Auf demselben Prinzip be­ruht die Fabrikation schwärzlicher und grauer Perlen mit nur ganz schwachem, grausilbrigem Metallglimmer. In diesem Fall wird dem Glas Blei zugesetzt, das, je nach der Schnelligkeit oder Kürze der Abkühlung, die Masse schwarz resp. schwärzlich färbt oder sie mit den erwähnten Metallfünkchen durchsetzt.

Bunte Perleit erzielt man hauptsächlich durch Anwend­ung voit ztoei verschiedenen Techniken. Die eine besteht darin, daß man in die heiße Glasmasse farbige Glasstangen steckt, die sich darin auch erweichen, aber doch nicht ganz mit jener mischen. Der Effekt ist ein marmorartiges oder ge- flanimtes Glas. Will man feine Aederchen erzeugen, so drückt man weiße Glaszapfen breit und umspinnt sie mit farbigen Glasfäden; sie werden dann noch ein paarmal breitgedrückt und immer Don neuem übersponnen. Es ent­steht atlf diese Weise ein mit beliebig starker Aederung aus­gestattetes Glas, das seine Musterung auch bei der späteren Bearbeitung nicht einbünt.

Während die so hergestellten Muster gänzlich uuregel- rnäkige, zum Teil Dom Zufall abhängige sind, stellt matt regelmäßige dadurch her, daß man auf einen farblosen Glaszylinder der Länge nacy farbige Glasstreifen und -Fäden in verschiedener Stärke legt und beim Ausziehen den Zy­linder dreht. Es lassen sich auf diese Weise dttrch Anwendung von allerhand kleinen Tricks Glasstäbe fabrizieren, in denen die abstechenden Glasfäden verschlungene und gewundene Linien bilden. Im großett und ganzen ist diese Technik für die Perlenfabrikation nicht sonderlich beliebt, namentlich nicht im Orient. Man giebt da den berühmten Zufalls- rnustern den Vorzug.

Die billigeren Schmuckketten aus orientalischen Perlen werden meist aus solchen zusammengesetzt, die man ver­möge der anderen hier beschriebenen Verfahren fabriziert, und zwar ordnet man sie derartig, daß auf eine Reihe kleinerer durchsichtiger oder trüber Perleit von gleicher Farbe allemal eine große geflammte oder geäderte oder häufiger noch eine mit Metallfüttkchen durchsetzte folgt. Diese ge­musterten Perlen sind dann aber bedeutend größer, als die anderen. Für kostbare Schmuckketten formt man die großen Perlen indessen einzeln über Tonkügelchen und verziert sie durch Ausschmelzen farbiger Fäden und winziger Faden­stückchen. Es werden aus diesen zuweilen kleine Blümchen, Sterne und andere einfache Ornamente gebildet. Einen in Frankreich sehr viel getauften Modeartikel bilden zurzeit Ketten aus gattz dichten gronen tükisblauen Perlen mit auf» geschmolzettett Rosenknospen, weißen Ornamenten oder bunten, zu Sternenrnustertt geordneten Pünktchen. Des­gleichen sind Ketten aus schwarzen Perlen mit bunten Streu- blümchen darauf sehr modern.

Eine besondere Kategorie der zu Schmuckketten benutzten Perlen stellen diegewickelten" dar. Mau zieht für diese den Glasstab vor der Lampe in der üblichen Weise zu einem feinen Faden aus und wickelt ihn tu mannigfachster Weise über einem runden Stäbchen ztt beliebig großen Perlen zu­sammen. Diese Perlen sehen zwar sehr schön aus, doch erweisen sie sich leider als sehr wenig dauerhaft.

Die Herstellung der mit Rosenblättern, Rosenholzspänen versehenen Perlen, bereit Einlagen zum Teil noch durch Anivenduttg von Rosenöl wohlriechend gemacht sind, ist Geheimnis der Fabrikanten. Viele dieser Rosenperlen haben übrigens gar nicht mehr das Aussehen von Glasperlen, ob­wohl Glasmasse zu ihrer Herstelltittg Berweuduttg findet.

Gemeinnütziges.

Die Uebergangszeit verlangt wegen des öfteren schnellen Temperaturwechsels eine sorgfältige Beachtung der Kleidung. Eine alte Regel sagt, im Frühjahr lege man die Winterkleider spät ab und im Herbst spät an, man setze stch beim Schwitzen nicht dem kalten Zuge aus, da vom Winter her die Haut durch die luftabschließende Kleidung jetzt mehr verweichlicht ist als im Sommer bei leichter Kleidttng. Be­sonders sind wegen des noch nicht durchwärmten Erdbodens die Füße noch warm zu halten. Im Frühjahr giebt es oft sehr schöne warnte Lust und kalte Erde.

Vermidchtes.

Die Ritterlichkeit ist noch nicht verschwunden. Herr Pumpernickel ging eines Tages aus, als es plötzlich heftig zu regnen begann. Während er die Straße mit ge­öffnetem Schirm entlang ging, begegnete ihm eine junge Dame seiner Bekanntschaft. Sie war völlig durchnäßt.

Ist es nicht ein schreckliches Wetter, Herr Pumper­nickel?" sagte sie sanft.

Ja, und Sie haben keinen Schtrtn. Sre werden naß werden", sagte er tpji nehmend. . .

Dann auf ihre triefenden Kleider und daratts tn den strömenden Regen blickend, sagte er gedankenvoll:

Ich würde Ihnen gern meinen Schirm borgen, wenn es nicht regnete!" Tit-Bits.

Aus See.Herr Kapitän, hat das Schiff über Nacht wirklich 20 Knoten in der Stunde gemacht?"

Ja, mein Fräulein."

Und was machen Sie mit all den Knoten?

Der Kapitän (mürrisch):Werfe Sie über Bord."

Ach, wie sonderbar. Ich dachte, die Matrosen mußten sie bei Tage aufbinden."

Zahlenrätsel.

(Nachdruck Verboten.)

1 2 345671 alter Weiser.

2 1 8 5 4 männlicher Vorname; 4 5 6 6 7 lästiges kleines Tierr 6 5 117 kleines Gefäß: 4 2 17 Blume; 3 5 3 5 2 beliebtes Ge'ränk.

«Auflösung in nächster Nummer.)

Nedaktion: Curt Plato. Rvtatienödruck mtb Verlag der Brübl'schen NniversttätS'Bnck- und Cteindnickerei (Pietsch Erben) in Gießen,