Ausgabe 
21.8.1903
 
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bilden.

Auflösung des Bilderrätsels in vor. Nr.r Ucberinut tut selten gut.

Redaktion: Nnnnst Götz. No'ationsdrnck und Verlag der Triihl'sckcn Univerfltats-Vnch- und Cteindrnckerei. R. Lange, Gießen.

Von der Spitze beginnend ist jede weitere Reihe durch Hinzufügung eines Buchstabens unter beliebiger Stellung der anderen Buchstaben zu (Auflösung in nächster Nummer.)

Bei der Herstellung der Teerung sind allerdings ver­schiedene Vorsichtsmaßregeln zu beobachten, wenn man eine dauernde ig.ute Wirkung erzielen will. Die Teerung muß bei trockener itnb warmer Witterung vorgenommen werden, denn die Bodenfeuchtigkeit schadet der Teerdccke am meisten. Bei Straßen, die auf tonigem oder schwer durchlässigem Boden stehen, muß man mehrere aufeinanderfolgende warnte Tage abwarten, ehe m,an den Teer aufbringt.

Tie zu teerende Chaitssee tnuß sich in gutem Zustande befinden, treu geschüttet und gut gewalzt sein, sodaß sie hart und eben ist. Vor dem Teeren muß sie sorgfältigst gesäubert werden. Bei frischgewalzten Straßen genügt hierfür der Kehrbesen. Hat tue Straße nach der letzten Walzung schon einige Zeit dem Verkehr gebient, so wird es besser sein, wenn man sie am Tage vor der Teerung aufkratzt und mit Wasser reichlich abspült, sodaß das mosaik­artige Steingefüge nackt hervortritt. Die von der Abspül- ung herrührende Feuchtigkeit mtrß aber erst verschwunden sein, ehe man die Teerung beginnt.

Wenn der Teer aufgebracht worden ist und trocknet, wird er mit Sand überstreut, damit er keine glatte Ober­fläche erhält, und leicht gewalzt.

Ter Preis der Teerung beläuft sich auf 710 Cents für beu Quadratmeter, wobei 30 Fr. für eine Tonne Teer angesetzt sind). Eine sechs Meter breite Straße würde danach ctlva 400600 Fr. für einen Kilometer Länge zu teeren kosten.

Dieser Betrag wird reichlich bei den erheblich vermin­derten Kosten für Reinigung, Sprengung usw. gespart.

Zurzeit wird der auf 60 Grad erhitzte Teer einfach mit Besen über die Straßenfläche verteilt. Wird sich aber das Verfahren einbürgern und eine größere Anwendung finden, so kann man sich des Teerwagens, der von M. Augouin, Chefingenieur der Compagnie Parisienne du Gaz, erfunden worden ist, bedielten.

Tie Nachteile der Teer- und Petroleumbesprengung sind zum größeren Teile in den hohen Kosten derselben zu suchen."

Neuerdings hat sich nun unter dem NamenDeutsche Oelbefprengungswerke" eine Gesellschaft gebildet, welche die Festlegung des Straßenstaubes in großem Maßstabe beab­sichtigt und zu diesem Zwecke eine Mischung von Petroleum und Wasser, bezw. eine Lösung eines Petroleumöls in Wasser benutzt. Unter gewöhnlichen Verhältnissen löst sich Oel und Petroleuni bekanntlich tticht im Wasser, wohl aber nach eittem patentierten Verfahren, welches im Besitze der Herren S. van Westrum Söhne, Berlin, ist. Diese mit dem NamenWestrumit" belegte Lösung stellt sich natürlich be- dettiend billiger als reines Petroleum und soll den beab­sichtigten Zweck in gleicher Weise erfüllen.

Das Westrumit wird mit Hülfe eines gewöhnlichen Sprengwagens über die vorher gut eingeebnete und sach^ gemäß hergestellte Straßendecke ausgebreitet. In verkehrs­reichen Straßelt wird zunächst mit einer fünfprozentigen Lch'nng gesprengt, und dann in kurzen Zwischenräumen die Sprengung mit einer 5lOprozentigen Lösung wiederholt, um den Untergrund genügend mit Oel zu tränken. Eine weitere Wiederholung dieser Sprengung richtet sich nach der Befestigungsart und Verkehrsdichte der Straßen. Für Asphaltdecken müßte man wesentlich schwächere Lösungen tn Anwendung bringen, da Asphalt dieselbe nur in geringem Maße aufzusangen imstande ist und durch Petroleum in hochprozentigen Lösungen zerstört werden' würde. Es ist beabsichtigt, ans Asphalt Versuche mit 12prozentigen Lösungen anzustellen, in der Erwartung, daß selbst dieser geringe Oelgehalt genügen wird, beit Staub während eines Verkehrstages festzuhalten.

Bezüglich der Kosten entnehmen wir dem Prospekt der genannten Gesellschaft folgendes:

Was nun die Kosten angeht, so lassen sich Berech­nungen darüber noch schwer anstellen, da die Preise des Rohpetroleums, welches den Grundstoff des Westrumtts bildet, ganz verschieden sind. Man kann aber unter allen lmstanden rechnen, daß man mit 200 Mk. die Tonne in jedem Lande das Produkt verkaufen kann. Die Selbstkosten z. B. in Deutschland, wo der Zoll doppelt so viel kostet wie das Produkt, betragen 100 Mk. pro Tonne, natürlich ohiie Regie, Reklamekosten usw. In Frankreich werden sie sich vielleicht auf 150 Fr. stellen, während sie in England

höchstens auf 4.20.0 Pf. St. per 1000 Kilogramm zu stehen kommen werden

Der Bericht, welchen das Tiefbauamt in Frankfurt a. M. im dortigenGeneralanzeiger" vom 30. Mai b. I. gab, lautet wörtlich dahin, daß der Versuch in technischer Hinsicht als gelungen zu betrachten ist. Es sind in Frankfurt a. M. 27 000 Quadratnieter besprengt. Man muß auf einen Qua­dratmeter uugefähr einen Liter Flüssigkeit rechnen, aus 10 Proz. Westrumit und 90 Proz. Wasser bestehend. Eine Straße z. B. von 10 Meter Breite würde also per Kilo- nreter 1000 Kilo Oel erfordern, und man kann sich danach leicht eine Berechnung machen, wie hoch die Kosten der Oelbesprengung werden. Man muß dabei iinmer berück­sichtigen, daß bis jetzt eine Staubbindung durch Wasser überhaupt nicht erzielt wurde und daß eine einmalige Teerung der Straße nach derTeer- und Asphalt-Zeitung" Nr. 9 für einen Kilometer bei einer Breite von sechs Meter 400 Mk. kostet, und dabei hat die Straße dann alle die Nachs­teile, die im Anfang aufgezählt sind.

Vevmrschtes.

* Ei n i g e n e u e S u l t a n - A n e k d o t en werden zur­zeit in den Londoner stlubs erzählt, und die meisten zeigen den so viel angefeindeten Monarchen von einer recht an­genehmen Seite. Es ist bekannt, daß der Sultan, so weit seine Position und seine Religion ihm dies gcftnttcn, ein großer Kunstfreund ist, allerdings manchmal ein Kunst­freund eigener Art. Eine seiner Eigentümlichkeiten ist, daß er niemals Kinder auf der Bühne sehen will. Kinder, sagt er, gewiß nicht ganz mit Unrecht, gehören am Abend ins Bett, und sie sollen wohl spielen, aber nicht auf der Bühne. Infolgedessen werden in allen Opern oder Schau­spielen, in denen Kinderrollen vorkommen, diese von Sol- oaten in voller Uniform gespielt, und es macht sich oft höchst komisch, die bärtigen Krieger in Reiterstiefeln auf den Küieen ihrer Theatermutter sitzen zu sehen. Ter Sultan sorgt stets in liebenswürdigster Weise für das Wohlergehen seiner Künstler, und als einst sein Auge zu­fällig auf den Musiker fiel, der natürlich stehend die Baßgeige spielte, schickte er seinen Adjutanten in den Orchesterraum hinunter und ließ dem Manne sagen, wenn er etwa aus Ehrfurcht vor dem Sultan stehen bliebe, so ginge das doch zu weit und er möge sich ruhig hinsetzen, wie alle anderen Künstler auch. Als ihm erklärt wurde, daß nilr die Größe des Instruments, nicht aber die Ehr­furcht vor dem Herrscher den Mann zum Stehen zwang, sagte er nichts, aber wenige Tage später schickte er ihm einen schönen und bequemen Lehnstuhl mit dem Bemerken, er solle sich nach seiner anstrengenden Arbeit nur immer gut erholen.

Literarrsches.

Gicht und R h e u in a t i s m u s von Dr. Arnold Pagen- st e ch e r. Vierte, umgearbeitete Auflage. Mit 9 Text­abbildungen. In Originalleinenband 2 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. In vorliegender vierter Auflage hat der Verfasser, Geh. Sanitätsrat und praktischer Arzt zu Wiesbaden, es versucht, die Lehre von der Gicht und dem Rheumatismus den wesentlich geänderten medizini­schen Anschauungen entsprechend vorzutragen. Tie erste, über die Gicht handelnde Abteilung des Buches bespricht die äußere Erscheinung, die Symptome und den Verlauf der Gicht, das Wesen und die Ursachen dieser Krankheit sowie Verhütung und Behandlung der Gicht durch Diät, Mineral­wässer und Badekuren. Die zweite Abteilung, die es mit dem Rheumatismus zu tun hat, zerfällt in einen allge­meinen und einen besonderen Abschnitt.

P h r a m i d e.

(Nachdruck verboten.)

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