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von der Seite, vom Hinterhalt her, zu beschützen, aber Claude von Chauxville starrte aus seinem Versteck hervor mit tief erbleichtem Gesicht den zweiten Bären an, hob keine Hand, gab keinen Laut von sich. Der Bär stand nur ein paar Ellen hinter Paul, der hinter der gefällten Fichte kauerte und jetzt Aas Gewehr erhob.
Me in einem Blitz sahen die beiden Mädchen alles durch die Scheiben des geschlossenen Fensters. war voch immer wie eine stumme Szene auf der Bühne. Desr zweite Bär hob näherkominend seine mächtigen Vordertatzen, — ein Schlag mußte Paul den Tod geben.
Ein furchtbarer Knall ließ die Mädchen zurücktaumeln und lahmte für einen Augenblick ihre Gedanken.
Der Jäger hatte fast gleichzeitig beide Läufe durch das Feiister abgefeuert; in dem engen Raum der Hütte klang der Doppelschuß so laut wie ein Kanonenschuß, und außerdem hatte Steinmetz, der zwanzig Ellen entfernt war, im selben Augenblick Feuer gegeben.
Das Zimmer war mit Rauch erfüllt, der die beiden Mädchen erneu Augenblick blendete; dann sahen sie, wie der ^>äger die Tür a'ufriß und verschwand, während die zum zerbrochenen" Fenster hereinströmende kalte Luft ihre von Schwefel- und Pulverdampf erstickenden Lungen plötzlich erleichterte. r v ;
Wie ein Blitz waren auch sie zur offenen Tür hinaus, uuo nun sahen sie wieder wie in einem Panorama die Szene, im Walde: Paiil kniete in der Mitte der Lichtung ustd zielte sorgsam aus die sich zurückziehende Gestalt des ersten Baren. Sie sahen, wie aus seinem Gewehre blauer Rauch aufstreg, sie hörten den scharfen Knall, und der Bär siel vornüber in den Schnee.
Steinmetz und der, Jäger schritten auf Paul zu. Der Baron, der fetzt aus seinem Versteck hervorgetreten war, starrte mit aufgerissenen, schreckerfüllten Augen auf die Hatte, die er für leer gehalten hatte. Er hatte nicht qe= tougt, daß drei Menschen hinter ihm standen und ihn be- 381113 r)ntten >u> gesehen? Was hatten sie sich ,,, Katharina und Nelly liefen auf Paul zu. Er hatte sich erhoben. Sem , Gesicht sah ernst aus, und in seinen ber9®Lna9 hprrt(4ett,amer aber es war nicht bloß die Jagd mit sich bringt
Steinmetz blmte ihn an, sprach jedoch fein Wort. Einen .goublick blieb Panl stehen, schaute nm sich, und erfaßte
Vlick die ganze Lage: der tote Körper des Baren lag zehn Ellen hinter seinem früheren Versteck L'^ig Ellen von der Hütte, hundertundsechziq Ellen f m ^teIre entfernt, von wo Karl Steinmetz ferne nie
fehlende Kugel abgesandt hatte. Paul sah alles und maß die Entfernung ab. Dann blickte er zum Barou hinüber daver" de! iweiten'N' ^zig Ellen von dem Kw Posten stand * entfernt, regungslos auf seinem ownSSe/Ä Tnwtbeit Zu sehen, als den Baron. Er ging direkt auf ihn zu, und die ganze Gesellschaft folate ’ ? ™ s^mloser Erregung. Steinmetz stand ihm zunächst ihn mit seinen scharfen ruhigen Augen.
h uuf den Baron zu, nahm ihm das Gewehr aus °r,ucte .b,te Pulverkammer und sah in die Läufe- ^"^..^wehr war nicht abgefeuert worden. Mit einem leisen' die°Füß?un?2k,m 'X! r S^aul'biHe das Gewehr Vor oie üilße und wandtze sich ab.
Katharina war die erste, die sprach. mSMs NM il6eS"TLÄ?? ®el”* aus, M», den Sauf u„i> ß es dem Baron mit einem wunderlichen Lächeln.
(Fortsetzung folgt.)
^,ElUttchtmrg staubfreier Straßen. Von ,.i ax R. Z echlin Ziv.-Jngen., Charlottenburg.
(Schluß.) a
E SfSnE nsCf) b£3 feF lehrreiche Verfahren von ' ,„^.^ueH-Hvoley, dem Counfry-L-urvehor von Nottina- verkebren TÄ /" Ä” 349 l^ere Lastwagen m «yren. Rach vielen Versuchen, eine für diesen schweren
'°k'° "»d j*»* al“ 'S” fi»Mtss-Urtbr-x We,c uls auch undurchlässige, wetter- bestanhlge Straßendecke zu erhalten, wobei er auch die Teerung der Straßen in Anwendung gebracht hatte, stellte
er eine Decke aus bester Hochofenschlacke her, welche er mit versetzte, nm eine sowohl genügend und staubsrere Oberfläche zu erhalteu, welche einen fest zusammenhängenden Straßenkörper bildete. Hierbei ergab sich die absolute, Notwendigkeit,, die Schlacke von aller Feuchtig- teit zu befreien, damit sie sich mit dem Teer innig verband und spater Nicht ausfror. Das Trocknen der Schlacke machte Mel Arbeit und Kosten, bis er auf den Ausiveg verfiel, die Schlacke noch rn warmem Zustande mit Teer zu tränken fppalMte aus dem Hochofen herauskam uud zerkleinert war' Tie Mischung erfolgte hierbei automatisch tu einem Mischapparat, welcher unabhängig Von der mehr oder weniger großen Sorgfalt der Arbeiter, ein durchaus gleichmäßiges I und verläßliches Produkt lieferte. Obwohl dieses Verfahren wenig kostspielig und zeitraubend sein soll, wird das Ergebnis doch als ein allen Anforderungen entsprechendes bezeichnet. Die Lebensdauer dieser Straße wird auf das ü—lOfache der Chausseen geschätzt. Staub und Schmutz sind hier auf em Minimum reduziert.
Puruell-Hooley stellte mit den verschiedensten Pflastermaterialien Versuche an. Slber entweder verbanden sie sich mit dem Teer, waren dann aber zu weiG um dem schweren Lastenverkehr zu widerstehen, oder aber sie waren wider- standsfähig genug für letzteren, gingen dann aber keine Verblnoung nut dem Teer ein. Nur die vollständig trockene Hochofenschlacke entsprach beiden Bedingungen.
Aehnliche Versuche tote von Purnell-Hvoleh mit Hochofenschlacke sind auch bei uns in Deutschland angestellt worden, doch meines Wissens ohne Teermischung. Man hat unter anderem versucht, die aus den Müllverbrennungsofen (Hamburg, Berlin) gewonnene Schlacke zur Straßen- I befestiguug zu verwenden, um die Müllverbrennung wirtschaftlich zu gestalten. Soweit es sich nm die seinerzeit in Bernn gewonnene Schlacke handelt, deren Hauptbestandteil Brannkohlenasche bildet, mißlangen die Versuche, da sich diese Schlacke als stark hygroskopisch, also nicht wetterbeständig erwies. Diese Versuche würden vielleicht zufriedenstellend ausfalleii, wenn incrn diese Schlacke in noch warmem Zustande zerkleinern und sofort mit Teer tränken würde nach dem oben beschriebenen Verfahren. Daun könnten die fernen Poren der Schlacke geschlossen und das Eindringen von Feuchtigkeit verhindert werden.
Die vorstehend erwähnten Versuchs haben sich mit wenigen Ausnahmen auf makadamisierten Straßen, also Straßen mit festgewalzter Steinschotteruug, bezogen, zumal diese mit ihrer leicht zerstörbaren Oberfläche die größte Staubentwicklung zeigen. Wenn nun hier auch der Staub miitelst Teer- oder Petroleumimprägnierung festgelegt werden kann, so schsttzt doch letztere die Straße nicht vor ihrer allgemeinen Abnutzung. Die Teerkruste wird niemals eine derartige Widerstandsfähigkeit annehmeu können, daß sie die Packlage gegen ,die Eindrücke stark belasteter Wagenräder oder der Pferdehufe sichert. Wohl ist dagegeu anzunehmen, daß sie durch Festhalten des Sandes und Kiesbelages das schnelle Bloßlegen der Schotterkiesel und damit die Abnutzung etwas verzögert.
lieber die Dauerhaftigkeit dieser Einrichtung berichtet die „Automobil-Welt" in Nr. 19 folgendes:
„Mehrere hervorragende Sportsmänner haben unter Führung des Dr. Guglielminetti uud seines Freundes M. E. Cusnod während des Elegant-Wettbewerbes in Monte Carlo Gelegenheit gewonnen, sich die Ergebnisse der Teerung uud Oeluug der Straßen anzuseheu. Bon der Oelung war keine Spur mehr zu entdecken, aber die 3000 Quadratmeter, welche im vorigen September geteert worden waren, haben sich so ausgezeichnet erhalten, daß die Straßenverwaltung von Monaco beschlossen hat, sämtliche Straßen des Staates, die eine Gesamtoberfläche von 60000 Quadratmeter haben, teeren zu lasseu.
Der Teer, der einige Zentimeter in den Boden der Straßen eindringt, verwandelt die obere Schicht derselben in eine feste, wasserundurchlässige Decke, welche den atmosphärischen Einflüssen, wie auch den Einwirkungen der Pserdehufe und der Wagen bestens widersteht.
Die vor sieben Monaten geteerte Strecke hat sich unverändert .glatt erhalten, als wenn sie asphaltiert worden wäre, obwohl der Verkehr gerade in den letzten vier Mo- tmten sehr stark war und täglich etwa 1500 Fahrzeuge darüber hinrollten. Zu dem Vorteil der erzielten Festigkeit der Straßen kommt dann noch der weitere, daß die Straße von Staub und Schmutz frei bleibt.


