drei weitere, 12 Millionen Puds lassende Reservoire. Zehn Fabriken und fünf Reservoire verbrannten, und das furchtbare, schnellfließende Feuermeer teilte sich in zwei Arme, welche menschliche Opfer und tausende von Arbeiterhäusern einschlosseu. Die unglücklichen Leute machten später Entschädigungsansprüche von insgesamt 105 000 Rubel geltend, während die Geschäftsleute weitere 154 000 Rubel beanspruchten. Die Behörden waren völlig unvorbereitet, das Unheil zu bekämpfen. 32 Personen verbrannten und weitere 190 wurden so schwer verletzt, daß 50 von ihnen am nächsten Tage starben. Im ganzen fielen mehr als 100 Personen dem Jener zum Opfer, und der Schaden belief sich auf vier Millionen Mark.
Ein junger Engländer, der in Baku angestellt war, schilderte das Ereignis in sehr lebendiger Weise in einem an seine Angehörige gerichteten Briese. Es heißt da unter anderm: „Ich begleitete zwei meiner Kollegen nach dem Schauplatz des Feuers; doch wir konnten nicht hindurchkommen. Wir wanderten etwa 400 Meter die Landstraße entlang, als eine furchtbare Feuerwand sich vor uns erhob. Die Hitze war so schrecklich, daß wir das Gesicht mit den Händen und Brettstücken schützen mußten. Nicht imstande, hindurchzukommen, umgingen lvir das Feuer, und es war das seltsamste Ereignis meines Lebens, unter dieser ungeheuren Rauchsäule dahinzuschreiten, welche vom Feuer herübergetrieben wurde. Bisweilen stand die weite schwarze Masse regungslos still und dann rollte sie wieder vorwärts, einer hohen, von oben bis unten bewaldeten Klippe gleichend. Als wir endlich den Feuerherd umkreist hatten, bot sich uns ein furchtbarer Anblick; denn vier enorme Reservoire standen in Flammen. — Als wir nach Hause gingen, sahen wir, daß alle Leute sich ins offene Feld geflüchtet hatten. Manche der armen Menschen saßen bei ihren Habseligkeiten, welche gewöhnlich in einem Samowar, einem Tisch, eiltet« Bett und einem Stuhl bestanden. — Das Feuer hatte wenigstens 24 Stunden gewütet, bevor das erste Reservoir in einem feurigen Strome überfloß.
Obwohl hohe Preise für die Lösung der Frage ausgesetzt wurden, wie man am besten eine brennende Petroleumquelle löschen könne, ist doch noch keine befriedigende Lösung gefunden worden. Bisweilen löschen sich allerdings die Petroleumbrände selbst, da das Oel häufig große Quantitäten Sand mit sich sirhrt, welche das Feuer ersticken. Aber die Pctroleumfelder richten auch noch Schaden ganz anderer Art an; sie gefährden den Fischbestand der Wolga, und die Negierung hat Professor Ploppe veranlaßt, eine gründliche Untersuchung dieses Gegenstandes vorzunehmen. Im Jahre 1889 liefen mehr als 40000 Tonnen Petroleum in die Wolga, und dies hatte die sonderbare Wirkung, daß die Fische verhungerten, da die Fische an der Oberfläche durch das Petroleum getötet wurden. Die Gelehrten machten alle möglichen Versuche, doch die einfache Tatsache, daß die Fischsuppe, welche ihnen während ihrer fünftägigen Reise auf dem Flusse vorgesetzt wurde, einen starken Petroleumgeschmack besaß, überzeugte sie mehr als alle Experimente von der großen Gefahr, welche die Fischerei bedrohte. In einem Wolga-Distrikt pflegten die Leute sogar an den Fluß M kommen, und Petroleum zum Brennen abzuschöpfen. Das Komitee erfuhr von einem gewissen Kamoff, welcher 700 Pud Petroleum auf diese Weise gewonnen hat. Bei Czaritzin liegt das Petroleum so dick an der Oberfläche, daß die schlauen Bauern alte Kleidungsstücke hineinlegten; diese wurden ausgewrungen, das Petroleum so gewonnen und dann zu Geld gemacht.
Man sieht, daß der reiche Segen Bakus auch ungeheure Gefahren in sich birgt. Sicher vermag die bedrohliche Nachbarschaft eines feuerspeienden Berges eine Ansiedlung nicht mehr zu gefährden, als diese Hunderte von Bohrtürmen und diese gewaltigen Reservoire voll des leicht entzündlichen Oeles. Die Aufgabe, diese ungeheuren Gefahren aus der Welt zu schaffen oder zu vermindern, bildet noch eines der Probleme, bereit Lösung dem Techniker der Zukunft Vorbehalten bleibt.
GeMernnütziges.
Kasse Gärten. Wenn mir in den Boden ein Loch graben, so gelangen wir zunächst in immer nasser werdendes Erdreich, bis schließlich sich in der Vertiefung selbst Wasser
ansammelt. Die Oberfläche dieses Wassers gibt den Grundwasserspiegel an. Hat der Boden einen durchschnittlichen Grundwasserstand von 40 bis 50 Zentimeter, so ist derselbe als flachgründig und nasse Lage zu bezeichnen und eignet ich am besten zu Wiesen, weniger gut als Ackerland, und zu Gärten wird er nur dann herangezogen, wenn es tiefgründigeres Land nicht gibt, denn wo das Grundwasser ansängt, dort hört das Wurzelgebiet der Kulturpflanzen auf. Die Gartengewächse, Obstbäume, Spargelpflanzen tc., ind vorweigend Tiefwurzler. Schon aus diesem Grund« muß der Gartenboden tiefgründiger sein als Gartenfeld. — Im Durchschnitt ist für Garlenrasen, flachwurzelnde Gemüse und einige einjährige Blumen ein wasserfreier Boden von 30 bis 40 Zentimeter Tiefe ausreichend. Für Tiefwurzler unter den Gemüsen und Blumen 50 bis 60 Zentimeter Tiefe. Für Bäume und Sträucher, Spargel, viele staudenariige Blumen tc. 100 bis 120 Zentimeter Tiefe. — In der Reget sind Gärten, die bei 100 Zentimeter Tiefe das erste Wasser zeigen, die kräftigsten und fruchtbarste«, weil aus dem Untergründe immer wieder Feuchtigkeit nach oben steigt. — Die Höhe des Grundwasserstandes hangt bei gleichen Niederschlagsmengen wesentlich von der Be- schafsenheit des Bodens ab. Sandiger und lockerer 5öoben läßt das Wasser durchsickern, während eine tonige Schicht das Wasser ansammelt. Auch das Gefälle des Booens, soww das der undurchlässigen Schicht übt einen Einfluß auf den Grundwasserstand aus. — Bei zu hohem Stand des letzteren sucht man das überschüssige Wasser durch Trainierung wegzuführen. Bei der Anlage einer Drainage muß jedoch mit großer Vorsicht Verfahren werden, da eine falsche Drainage mehr Schaden als Nutzen bringen kann. Auch ist eine Drainage für kleine Gärten eine umständliche Geschichte und läßt sich wegen mangelnden Mlaufs des Wassers (Vorslut) in der Regel schlecht durchführen. - In vielen Fällen genügen schon tiefe Wege oder es wird durch Graben rings an der Grenze des Grundstücks und je nach der Grüß« auch mitten hindurch der Wasserüberfluß beseitigt werden. Die beim Ausheben der Gräben ausgeworfene Erde wird mit Kalk vermischt, etwa ein Jahr lang auf Hausen gesetzt und dient dann zur Erhöhung der Beete. Werden die Gräben breit und tief genug angelegt, dann flt es dem Wasser nicht mehr möglich, soweit es sich um Stauwa.flr und nicht um Grundwasser handelt, so hoch zu steigen, daß die Kulturen beschädigt werden. Die Seitenwande der Gräben lassen sich durch Weidenstecklinge befestigen und auf diese Weise nutzbar machen, die Graben selbst aber können vorteilhaft zur Bru.tnenkressenkultur verwendet werden. — Beim Ausfällen nasser Gärten ist noch darauf zu achten, daß der gute Boden nicht verschüttet wird, schafft man fremden Boden herbei, so kommt derselbe in der Regel in den Untergrund. Dies geht am besten, wenn man gleich-, zeitig das aufzufüllende Land rigolt und die neue Erd« in die offenen Rigolgräben schafft, also nach unten.
a.
1. Spielkarte
2. Haustier
3. Teil des Baumes ■
4. Kälte-Erzeugnis
5. Getränk
6. Himmelskörper
7. Meta«
(Auflösung in
b.
— Gefäß.
— Biblis er Name,
— Pflanzenstoff.
— Nahrungsmittel.
— Altgermanischer Lolksstamm»
— Blumen.
— Berkehrmittel.
nächster Nummer.)
Wortspiel.
(Nachdruck verboten )
Ez sind 7 Wörter zu suchen von der unter a angegebenen Beden- tiinn Bon jedem d eier Wörter ist durch Boranseyung eines passenden Buchhabens ei» anderes Hauptwort zu bilden ^cksen Bedeiitung Mite ersichtlich. Tie Anfangsbuchstaben unter b bezeichnen einen Teil des Wahres.
Auflösung der Geheimschrift in vor. Nr.:
Hab' Dank für deine Spenden, du heil'ge Einsamkeit.
Vorbei der alte Kummer, vorbei das alte Leid.
Geläutert ward das Herz mir und Blumen wuchsen drmt Zu neuem Kampf gelüstig, stehl nach der Welt mein « .
Schesseu
Redaktion: Cur- Plato. — NvtativnSdrnck und t ertoa der Brübl'ichen Universitäts-B nä- und Eteindruclerei (Pietsch Erb««) in Gießen,


