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erfährt man die Durchschnittsdauer des Aufenthaltes jedes Besuchers; diese beträgt zwei bis drei Wochen. Das be­deutet eine Gesamtsumme von sieben oder acht Millionen Tagen, die Reisende jährlich in der Schweiz verbringen. Der interessanieste Teil des Freulerschen Berichtes bezieht sich auf die veile und ökonomische Seite, aus den Verdienst der ; Tls und ähnlichen Unternehmungen. Nach Freuler ist bi v i isamtbetrag, der an die Besitzer von Hotels und Pimsi neu jährlich bezahlt wird, zwischen 86 und 98 Mill. i von denen 20 Proz. aus der Tasche der einheimischen Bevölkerung (kommen. Ausländische Reisende geben also gegen 60 Mill. Mk. für Unterhalt und Wohnung aus, ferner 16 bis 18 Mill. Frs. an die Eisenbahnen, Damvferbesitzer und Inhaber von Fahrzeugen aller Art. Dieser Gesamtsumme von fast 90 Mill. Mk. sind von feiten der Eisenbahnen, Restaurateure 2c. Ausgaben von 52 bis 62 Mill. Frs. oder mindestens 40 000 000 Mk. entgegenzuste-lleu. Freuler betont, daß von diesem Brutto­gewinn von fast 50 Mill. Mk. 25 Mill. Mk. für Verluste und Verbesserungen gerechnet werden müssen. Der Rein­gewinn für die Kapitalanlagen, die er aus über 550 Mill. Franks schätzt, wäre danach jedenfalls gering. Daraus folgt nach Freuler, daß Reisende in der Schweiz sehr billig reisen und Unterhalt finden. Den Besuchern stehen 1896 Hotels, Pensionen und private Unterkünfte zur Verfügung, die zusammen 104 800 Betten-enthalten. 945 sind nur wahrend der Saison geöffnet, sie enthalten 62 800 Betten; 591, die das ganze Jahr hindurch geöffnet sind, enthalten nur 42 000 Betten. 22000 Personen haben volle Beschäftigung in diesen Hotels und Pensionen; 5000 werden unregelmäßig darin beschäftigt, wobei beide Geschlechter in fast gleicher Anzahl beschäftigt werden. Es kommt also eine Bedienung auf je vier Betten. Im ganzen gibt das Hotelgewerbe auf der Höhe der Saison direkt oder indirekt 32 000 bis 35 000 Personen Beschäftigung, deren Löhne 9 bis 11 Millionen Franks betragen, nicht eingerechnet Wohnung und Unterhalt, die Freuler auf 7 500 000 bis 8 500000 Frs. schätzt, und Trinkgelder, die 3 500 000 bis 4 000 000 Frs. betragen. Was die Nationalität der Bedienenden betrifft, so tonnte fest- gestellt werden, daß mit Ausnahme einer geringen Zahl zirka 3500 alle geborene Schweizer sind. Diese Aus­stellungen zeigen, in welchem- außerordentlichen Maße die finanzielle und ökonomische Lage der Schweiz von der Anwesenheit fremder Besucher abhängig ist,

*, ,S eimitleidsvoll, o Mensch!" Diese Mahn­ung Will). Jordans sie ist der Titel eines seiner schönsten Gedichte findet leider immer noch nicht genügende Be­achtung. Roheit gegen Menschen und Tiere ist in den letzten Tagen mehr wie vorher in Erscheinung getreten. Ob es sich dabei um raffinierte Mißhandlung und Tötung von Kindern, um die scheußliche Verletzung von Pferden durch Knechte oder um sonstige Greueltateu handelte: in jedem Falle macht man die Wahrnehmung, daß neben etwaiger Anlage zu verbrecherischem Tun bei den rohen Menschen in der Hauptsache Mangel an Erziehung Schuld an den entsetzlichen Vorkommnissen trägt. Wir haben ge­sehen, wie die Kinder im Hause des reichen Mannes er­zogen iuerben, und wir sehen täglich, was in den unteren Sch-ichren der Bevölkerung unterlassen wird, teils mit, teils ohne Schuld der Leute. Da ist es denn kein Wunder, daß tagtäglich Roheitsakte der schlimmsten Art verübt wer­den, vor allem an den wehrlosen Tieren. Wie diesem schweren Uebelstande abznhelfen sei, darüber ist schon viel geschrieben worden. In der Hauptsache wird man sich, soll es anders werden, aus die Einwirkung der Eltern, noch mehr der Schule verlassen müssen. Das sagt auch Gust. Stoll-Eisenach in einem Aufsatz imIbis" in folgen­den Worte«; Im Hause erlernten die Kinder das Mitleid gegen die Haustiere, gegen das Hündchen und Kätzchen, gegen das Mgelchen, das im Bauer sein Liedchen ertönen läßt, von Vater und Mutter. (Leider nicht so allgemein, wie hier gesagt wird. D. Red.) Am Beispiele nn'b Bor­bilde der Eltern werden die Kinder erwärmt für die Tiere, mit denen sie verkehren. Die Tierfreundlichkeit der Eltern reizt die Kinder zur Mahnung, sodaß sie, wie die Eltern, mit innerer Gewalt sich zu. den Tieren hingezogen fühlen, Freude und Leid mit ihnen zn teilen suchen. Es entsteht ein patriar­chalisches Verhältnis zwischen den Hausbewohnern, zu denen die Mitbewohner, die Tiere, unter allen Umständen ge­rechnet werden. Tierfreundliche, mitleidige Eltern haben

tierfreundliche, mitleidige Stober, die als Erwachsene nie zur Tierquälerei sich hinneigen werden. Auch die Schule hat vielfach Gelegenheit, die Kinder zur Tierfreundlichkeit, zum Mitleid gegen die Tiere zu erziehen. Triersreundliche Lehrer wissen, wie sie dieses anzufangen haben. Ihr eigenes Beispiel und Vorbild genügt ja schon, um Her* freundliche, mitleidige Kinder zu erziehen. Nn Lehrer, oem es vergönnt ist, naturgeschichtlichen, zoologischen Un­terricht zu erteilen, kann die Kinder begeistern für das Leben und Treiben der Tiere, ihnen die Liebe zu den Tieren ans Herz legen und tonen Mitleid für die gesamte Tierwelt ins Herz pflanzen, daß sie beseelt werden, nicht nur Freud, sondern auch Leid mit ihnen zu teilen. Auf diese Weise werden schon die Kinder zum Tierschutz- erlogen. Als Erwachsene werden sie den Tierschutz in der Tat üben. Wer das Mitleid des Kindes gegen die Tiere erweckt, hegt und pflegt, der treibt ein hochedles Werk! Eltern, Lehrer! Ihr seid berufen, Bausteine zu diesem hochedlen Werk bei­zutragen. Ihr dient damit der ganzen Menschheit!

Lricrmrksches.

Im Verlage von Schickardt u. Ebner in Stuttgart, erschien als 28. Heft der Sammlung zwangloser hippo- logischer AbhandlungenUnsere Pferde": Die Logik in der Reitkunst von Oberst a. D. Spohr in Gießen, erster TeilHeber die Beziehungen der Reit- un b Dressier hi lsen zu der anatomischen Me­chanik des Pferdes." Hier bietet der als hippologischer Schriststeller längst anerkannte Verfasser wohl zum ersten Male eine wissenschaftliche Grundlage der Reitkunst. Das Buch ist als eins der hervorragendsten auf diesem Gebiete zu bezeichnen. Es füllt eine Lücke in der Reitliteratur aus und kann aus das Interesse aller Liebhaber der Reitkunst rechnen.

Seit langen Jahren steht unter den besten deutschen Kalendern der Daheim - Kalen der (Verlag von Bel- Hagen u. Klasing, Bielefeld und Leipzig) an erster Stelle. Diesmal ist der atlbeHebte Hausfreund in vergrößertem Format, reicherer Ausstattung und mit wesentlich ver­mehrtem Inhalt erschienen. Was ihn der deutschen Familie so lieb und wert machte, seine Gediegenheit, seine Zuver­lässigkeit, seine Reichhaltigkeit, blieb unberührt; der Inhalt erfuhr aber eine Bereicherung nach der belletristischen Sette hin, sodaß der Daheim-Kalender, jetzt mehr almanachartig ausgestattet, eine überraschende Fülle fesselnden Unterhalt- nnasstoffes bietet u. a. allein fünf größere Erzählungen von Ernst Behrend, Paul Osk. Höcker, L. Glaß, Mar. Mewes und Friedrich Jacobsen. Er bringt ferner um nur einiges herauszuheben, eine vortreffliche, reich illustrierte Abhand­lung über Schnorr von Carolsseld von Fritz v. Ostini, einen interessanten astronomischen Artikel über die Milch­straße von Dr. W. Meyer, einen fesselnden Aufsatz über modernen Schmuck (mit sarbigen Abbildungen), ein Essay über Ernst Curtius von Dr. C. Busse, einen historischen Beitrag über den Herzog von Enghien v. Th. H. Pantenins und einen Artikel von Dr. Julius ©Hube: Die Säure in der Küche, während Otto Funcke überChrist und Patriotis­mus" spricht. Zahlreiche Gedichte runden den belletristischen Inhalt ab; ans dem vielseitigen, praktischen Nachschlags­zielen dienenden Text sei besonders die Genealogie erwähnt.

Ergänzungsrätsel.

(Nachdruck verboten.)

B Werkzeug

s bekannter Badeort i

L s Charakterzeug "V

i n europäische Hauptstadt

P z eßbare Gewächse.

Statt der Striche sind passende Buchstaben zn setzen, sodaß Wörter von der beigesiigten Bedeutueg entstehen. Die cingesugten Buchstaben müssen im Zusammenhang gelesen ein bekanntes Sprichwort ergeben.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung der Geheimschrift in vor. Nr.:

Wenn es drei Heller tun, da wende vier nicht an, :

Und nicht zwei Worte, wo's mit einem ist getan;

(Rückert.)

Redaktion: August Götz. Rotationsdruck und L erloa der B rnbl'schen Universitäts-Buch- und Cteindruckcrci. N. Langc, Gienen.