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(Auflösung in nächster Nummer.)
NomtionLdruck und Lerlag der Brühl'sckan Univers.tätL-Euch- und Cteindruüerci. £R. Sanne. Gießen.
Zur Bekämpfung der Tuberkulose.
Auf der Jahresversammlung des deutschen Vereins P,r ?Es^ntliche Gesundheitspflege zu Dresden behandelte Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. Gafsky- Greßen die Frage: Nach welcher Richtung bedürfen unsere derzeitigen Maßn ahmeü zur Bekämpfung der Tuberkulose einer Ergänz ung? Der Redner sprach die Ueberzeugung ans, daß die V?^bsrcennbare Abnahme der Sterblichkeit der Lunqen- schwindsucht zeige, daß wir uns mit den derzeitigen Maß- nahmen zur Bekämpfung der Tuberkulose auf dem richtigen forderte er eine Ergänzung dieser Maß- rpirf J.L, aUo.^enden Richtungen: Es sollen in hin- rerchender Zahl öffentliche Untersuchun gsstellen ^ieÄöaftcbk^"' br“rd) bie ben Aerzten in Stadt und Land mSJÄ* ^geben werden soll, die Absonderung tußer» rulo^verdachtiger Kranker unentgeltlich auf das Borhanden-
Ncdaktlon: August Göh. 2 ~------------
Weiten Rauin bis in die entfernteste Ecke und sie weiß ihre! Hörer mit fortzureißen, durch die verschiedensten Stimmungen hindurch, aus dem Grausen der „Kraniche des Jbi- kus" durch die geheimnisvollen Töne des „getreuen Eckhart" zu dem sinnigen Humor von Fontanes „Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" und Karl Siebels echt kindlich empfundene „Mama bleibt immer schön". Ter Dank, der ihr wird, ist nicht minder enthusiastisch, und doch bleibt für den Sänger des Programms, Herrn Alexander H e i n c m a n n , noch die gleiche Begeisterungsfähigkeit. Er bietet ihnen Löwes „Archibald Douglas", Schuberts „Erlkönig" und zuletzt „Die beiden Grenadiere" von Schumann. In den Pausen ist Sturm auf das Künstlerzimmer. Der Berliner Backfisch ist eine Autographenjägerin erster Ordnung und ruht nicht, bis ihm drinnen auf das Programm oder gar in ein Album die Vortragenden ihre Namen einge- zeichnet haben. Tie einen kominen keck, die anderen stam- melnd, aber abweisen läßt sich keine. Es geschieht auch nicht. Welcher Künstlerseele täte diese natürliche Frische nicht Wohl nach all den Abenden, wo ein blasiertes oder gelangweiltes Publikum in Glacee-Handschuhen Beifall geklatscht hat, ohne vielleicht einen einzigen Ton bewußt gehört zu haben? Dann kam der mit tiefem Bedauern konstatierte Schluß des entzückenden Nachmittags. Jung Berlin mußte den «aal räumen. Und das aeschah wieder in einer so überraschend igutgeschulten Art, daß man im Stillen den Wunsch hegte, das öftere Berlin mit der Ellbogen-Technik möchte sich an diesem seinen Nachwuchs hier ein Beispiel nehmen. Solcher Konzerte bringt uns der Winter etwa ein halbes Dutzend, und da ich sie für eine segensreiche und leicht auch anderswo einzuführende, wenig Kosten verursachende Einrichtung halte, habe ich so ausführlich in diesem Briefe darüber geplaudert.
Weniger segensreich, wenigstens für die Entwicklung der dent,cyen Kunst, erscheint mir die Jagd nach ausländischen Autoren, der alle unsere TheaterdireÜoren mehr und mehr nachgehen. Tie Spielpläne für den kommenden Winter- weisen außer Hauptmann, Sudermann, Halbe, Hartleben und Dreyer kaum Novitäten deutscher Autoren auf. Dafür tischt uns Brahm in „Deutschen Theater" Rodenbach (Franzose), Ibsen, Maeter- lrnck, Her^ermanns, das Lessingtheater Tolstoi, das Kleine Theater andere Franzosen, Holländer, Dänen, Russen und Skandinavier auf. Man sagt wohl, die Kunst hat kein Vaterland, aber es wäre doch nicht übel, wenn die „deutsche Kunst" ab und zu einmal in der „deutschen Reichs!- hauptstadt" wenigstens ein Unterkommen fände. Im „Berliner Theater" brachte man in dieser Woche Björnsons! liebenswürdiges Lustspiel „Geographie und Liebe" wieder vor das Publikum, das vor Jahren im Deutschen Theater keinen Geschmack daran finden konnte. Welcher Tcheaterdirektor wagt solch Experiment mit einem deutschen Autor? Ich konnte dem ironischen Kritiker nicht Unrecht geben, der hn der Pause den Theaterzettel von „Geographie und Liebe" dahin glossierte, daß unsere Bühnenleiter in den letzten Jahren ungeheure Fortschritte m der Geographie gemacht und immer neue Länder mit auffuhrungsbedürftigen Autoren entdeckt hätten. Kein Wunder, daß ihnen dabei die Liebe zum Erdgeruch der deutschen Scholle abhanden gekommen sei! Daher lallte ^le Parole fiir ihn: Weniger Geographie — und mehr
sein von Tuberkelbazillen nntersuchen zu lassen. Die Eim sendung der Proben an die Untersuchungsstellen soll den Aerzten tunlichst erleichtert werden. Den Aerzten ist eine beschränkte Anzeigepflicht aufzuerlegen, die sich zum mindesten zu erstrecken hat a) auf jeden Todesfall an Lungen- oder Kehlkopffchwindsucht; b) auf jeden Fall, in welchem ein an vorgeschrittener Lungen- oder Kehlkopf- schwindsucht Erkrankter aus seiner Wohnung verzieht oder in eine Heilanstalt gebracht wird, c) aufjeden Fall, in welchem ein an vorgeschrittener Lungen- oder Kehlköpfschwindsucht Erkrankter in Rücksicht auf seine Wohnungsverhäftnisse oder unsauberen Lebensgewohnheiten seine Umgebung hochgradig gefährdet. Für die Fälle unter a mch b ist die Des - infektionssPflicht einzuführen; die Kosten der Desinfektion sind, zum mindesten soweit es sich um Wenin Bemittelte handelt, aus öffentlichen Mitteln zu bestreiten. In den Fällen miter c hat die Behörde tunlichst im Einvernehmen mit dem behandelnden Arzte die Anordnungeii zu treffen, die zur Verhütung der Krankcheitsübertraguna geeignet erscheinen. Das wirksamste Mittel unter ungünstigen Wohnungsverhältnissen und bei unsauberen Lebensgewohnheiten der Kranken die Uebertragung zu verhüten, besteht in der Verbringung der Kranken in ein Krankenhaus. Eine besonders dringende Aufgabe ist daher die weitere Schaffung von Heimstätten und Asylen, sowie von besonderen Abteilungen in den allgemeinen Krankenhäusern, in denen Unbemittelte, für die Heilstätten nicht geeignete Schwindsüchtige unentgeltlich oder gegen geringes Entgelt Aufnahme finden können. Sofern in den Fällen unter c die Entfernung der Kranken aus der Wohnung sich nicht erreichen läßt, ist die Entfernung der Gesunden, soweit sie nicht zur Pflege nötig sind, namentlich aber der Kinder, anzustreben. Durch Errichtung von, S ä u g- lingsHeimen imfo Kinderasylen ist im weiteren Umfänge als bisher die Möglichkeit zu schaffen, der in fiüher Jugend besonders großen' Gefahr einer tuberkulösen Infektion vorzubeugen. Es ist darauf hinzuwirken, daß tuberkulöse Personen solchen Berufen und Beschäftigungen fern gehalten werden, welche die Gefahr einer Uebsrtragungj der Krankheit besonders naheliegend erscheinen lassen; z. B. dem Seemannsberufe, der Beschäftigung in stauberzeugeuden Betrieben, in Verkaufsstellen von Nahrungsmitteln. Der Redner schloß seine Ausführungen mit der Versicherung, daß man zwar über den besten Weg zur Bekämpfung der Tuberkulose verschiedener Meinung sei, nicht aber darüber, daß eine energische Bekämpfung dieser Krankheit unter allen Umständen erfolgen müsse.
Nach längerer lebhafter Debatte erklärte sich die Versammlung mit hen vom Referenten vorgeschlagenen Maßregeln einverstanden.
Einst waren wir so glücklich.
Einst waren wir so glücklich, Einst in der Frühlingszeit! Ter Winter ist gekommen, Mit ihm kam Weh und Leid. Doch wenn im neuen Lenze Die kleinen Blümlein blühn, Dann wird das Glück auch wieder In uns're Herzen zie'hn.
Und wenn die Vöglein singen Die alten Melodei'n, Tann werden wir, du Holde, Wie eh'mals selig sein!
Bilderrätsel.
(Nachbildung verboten.)


