556
itrötnt, gibt
ern
8
6
B
Ncdaktion: Auailsi — Notationsdriw und L erlog der 5t riibl’ld.en NmversuätS-L uv« und Steindrndcrei. R' Lange, Greßcn
5
4
3
2
1
Schachaufgabe.
Von K. Erlin.
8
7
6
5
4
3
2
Weiß. '7 + 13)
Weiß zieht und setzt mit dem dritten Zuge matt.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Arithmogriphs in vor. Nr.: rasilien, Rabe, Araber, Sieb, Iller, Lilie, Irene, Esel, Rase.
In diesem festlichen Gewände wird die Zeitschrift nun ihren Siegeszug in alle Kulturländer fortfetzen und allenthalben, nicht nur im Atelier und in der Werkstatt, sondern ganz vornehmlich auch im Haus imb in der Familie, in allen gebildeten Kreisen die Saat des Schönen streuen. Dieses Oktoberheft 1903 mit ca. 150 Illustrationen und acht mehrfarbigen Beilagen ist auch einzeln zum Preise Vdn 2,50 Mk. in allen Buchhandlungen erhältlich. R.
orientalische Sprachen: Ein berühmter japanischer Schau- spieler, Souketakaya-Dakasouke, spielte eines Tages die Rolle einer Persönlichkeit, die auf der Bühne sich den Bauch auffchfttzen muß (hara-kiri). Es war ein besiegter General der sich von seinen Feinden umzingelt sieht. Einige schwer zu befriedigende Zuschauer fanden nun, daß der Künstler serne Rolle nicht natürlich genug spielte; sie luden ihst also zu dem Teehause des Theaters ein und versprachen ihm vrele Geschenke für den Fall, daß er seine Rolle rea- usttscher durchführte. Am folgenden Tage versuchte der Schauspieler daher, das „hara-kiri" so wahr als nur irgend möglich darzustellen ft aber die Zuschauer fanden immer noch nicht, daß er sein Leiden natürlich genug zum Ausdruck bringe. Aus die wiederholte Bitte der Zuschauer strengte sich der Künstler immer mehr an, die Nachahmung der Wirklichkeit aus einen Höhepunkt zu bringen, und mit solchem Opfermut ging er an seine Aufgabe, daß ihn eines Tages die Kräfte verließen und er auf der Stelle tot mitten im Spiel zusammenbrach!. . .
Literarisches.
— Die „Ratte der Pharaonen". Diesen Beinamen trägt seit alters her der über ganz Nordafrika und Nordwestasien verbreitete Ichneumon (Herpestes ichneumon), den die alten Aegypter als heilig verehrten. Schon Herodot meldet, daß dieses zu den hundefüßigen Schleichkatzen gehörige Tier, das unsere Hauskatze an Größe übertrifft, im ganzen Nillande nur an heiligen Orten einbalsamiert und begraben werde. Solcher Ehrungen erfreute sich der Ichneumon ehedem wegen des von ihm mit Eifer betriebenen Fressens der Krokodileier; in neuerer Zeit aber hat sich das Blatt gänzlich gewendet: während er einst als heilig galt, wird er jetzt als Räuber gehaßt und verfolgt. Dieser Wandel der Volksgunst erklärt sich sehr einfach: wo der Nil die volkreichsten Gegenden Aegyptens durchströmt, gibt es längst keine Krokodile und folglich an seinen Ufern keine Krokodileier mehr. Fressen will der Ichneumon jedoch nach wie vor, und in Ermangelung seiner ursprünglichen ihm sehr gern gegönnten Nahrung Der greift er sich jetzt, aus der Not eine Untugend machend, an den Hühnern und Hühnereiern der Fellahs, die wahrhaftig so wie so schon arm genug sind. Den Ichneumon und die übrigen Schleichkatzen beschreibt in anziehender Weise Pros. Dr. W. Marshall in der 8. Lieferung seines volkstümlichen Prachtwerkes r „Die Tiere der Erde" (Stuttgart, Deutsche Verlags- Anstalt.) Die Lieferung bringt ferner den Schluß des Abschnitts über die Hunde und den Anfang des die Bären behandelnden Kapitels. Die sämtlichen mehr als 1000 Abbildungen dieser populären Tierkunde, die in 50 Lieferungen ä 60 Pfg. erscheint, sind ausnahmslos nach photographischen Aufnahmen nach dem Leben hergestellt; Lieferung 8 enthält einen prächtigen Farbendruck, der einen kletternden Himalajabären darstellt
Vermischtes.
Das „männliche Dienstmädchen". Das „männliche Dienstmädchen" ist schon oft scherzhaft als das einzige Mittel, der Dienstbotennot ein Ende zu machen hingestellt worden; jetzt aber ist das „männliche Dienstmädchen zur vollendeten Tatsache geworden: in vielen Londoner Haushalten ist es, wie ein dortiges Blatt berichtet, bereits tätig. Vor einiger Zeit wurde in England die Ein- wanderung von Chinesen als Hauspersoiral offen diskutiert, aber der Gedanke widerstrebte dem gesunden Menschenver- stande der Menge, und so blieb England vor der „gelben Mahr' bewahrt. Bei dem Lesen der Tageszeitungen aber erkannten einige Deutsche und Schweizer, die Besitzer von Agenturen für Hotelpersonal sind, daß sich für junge Leute, die geivöhnliche Hausarbeit gegen kleinen Lohn verrichten wollten und dabei noch die englische Sprache lernen konnten, etne große Zukunft böte. So haben sich denn in den letzten Jahren in der Gegend von Tottenham Coustt- road zwer »oder drei Agenturen gebildet, die Leute des Mittelstandes mit „Haushaltburschen" versorgen. Jetzt sind schon 2000 Ausländer, meistens Schweizer, Italiener, Deutsche und Franzosen in derartigen bescheidenen und nützlichen stellen tätig. Die jungen Leute werden, ehe sie nach England kommen, in der Hausarbeit ausgebildet) gewöhn- lich in Hotels, sodaß sie bewandert sind im Ausfegen, staubwischen, Bettenmachen und anderer Hausarbeit, die bisher von Mädchen verrichtet wurde. Ueberdies ist ihre im Haushalt sehr nützlich, denn sie können Möbel ivegrücken, Kohlen und schwere Kisten tragen, Fenster putzen und andere schwere Arbeit verrichten, die gute Hausp frauen Mädchen nicht gern zumuten. Dafür erhalten sie Wohnung, Beköstigung und einen Lohn von 5 bis 7,50 Mk. wöchentlich. Die Arbeitgeber, die sie beschäftigen, erklären, die 'Männlichen Dienstmädchen" eine wahre Wohltat ftnd. Erstlich sind sie alle Frühaufsteher und setzen eine Ehre darein, daß der schmutzige Teil der Hausarbeit gemacht ist, wenn die Familie aufsteht. Dann scheinen sie den schmutz der Küche nicht aufs Gesicht oder Hemd zu bnilgen, und wenn es klingelt, während der Haushaltbursche gerade abwnscht, so braucht er sich nur die Hände zu trocknen und die Jacke anzuziehen, um sauber gekleidet die Tür zu offnen. Auch das Problem des Soldatenliebsten und das darauf folgende Verschwinden von kaltem Fleisch und Bier hört auf, ivenn der angenehme Schweizer oder der höfliche Franzose im Haushalt verwendet wird. Wenn er Mit seiner Arbeit fertig ist, wird er nicht umherstehen und klatschen, sondern den Llbend über englische Sprachstudien tteiben, und er lernt in wenigen Monaten die Sprache. Einige Familien nutzen sogar die Sprachfähigkeiten ihrer Diener aus und lassen von ihnen ihre Kinder im Deutschen oder Französischen unterrichten. Wenn die Hanshaltburschen sich in ihrer Stellung wohlfühlen, so bleiben sie gewöhnlich ein Jahr, sodaß sie dann fließend eilglisch sprechen können. In ihrer Heimat bekommen sie nunmehr gut bezahlte Stellen in Hotels, und viele werden schließlich Leiter und Beisitzer von Hotels. WenU die Verhältnisse sich so weiter entwickeln, so würden die Dienstmädchen in wenigen Jahren unter biejer neuen Phase der Dienstbotenfrage zu leiden haben. Junggesellen und Geschäftsleute ziehen die Haushaltburschen vor, da sie nicht nur vorzügliche Dienstboten sind, sondern auch als Kainmerdiener gebraucht werden können. Daß der Haushaltbursche auch in kleineren Haus- WftUUgen Eingang finden wird, wo das Mädchen haupt- sachlcch zur Beaufsichtigung der Kinder gehalten wird, ist vorläufig noch unwahrscheinlich; aber in Indien und China 8- -ö. sind die Eingeborenen gute Kinderwärter, Köche und „Mädchen für alles". Eine derartige Entwicklung ist also auch hier nicht, ausgeschlossen.
. *c-P i W e © cE) a u f i e I e r e r o i § nt u. Eine Anekdote aus der japanischen Theaterwelt erzählt der Verfasser Motoyosi von der Pariser Schule für


