Ausgabe 
16.11.1903
 
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Montag den 16. Movtmöer.

die Hausglocke laut und schallend; das junge M,ochen schrak jäh zusammen, dennoch trat sre selbst zur ^ur, um '' $ o/(&ix Harry, Sie sind schon zurück, fo zeitige?" rief sie erstaunt, Ite Augen aus ihn richtend. _

na sch wurde müde und kam ijctin rn der Hoffnung, daß "ich den Tee mit meiner Mutter und Jynen trunken toÜT^,gjZtt Ihrer Mutter? Haben Sie vergessen, daß Lady ^tes in Lmrdon^ist?"^ ^^ssen^ O, dies unleidlich« Fest,"warum gehen wir denn nur hm! Dieser Mr BrowN mit seinen häßlichen Manieren, ferner Eingebildetheit tjt mir unausstehlich! Warum besucht meine Mutter uberhatcht

(Nachdruck verboten.) | Ein WädcheusKrchsak.

Frei nach dem Englischen von A. W endt.

(Fortsetzung.)

2. Kapitel.

cvaite war nun bereits drei Wochen in Yates-Hall und "hatte sich in dieser Zeit vortrefflich in dre neuen alän^enden Verhältnisse hineingefunden. Zuerst etnpfand sie etwas Heimweh, schrieb täglich nach Hause und war glücklich, einen Brief aus der Heimat zu erhalten, doch kaum merklich, nach und nach verlor sich dres Interesse, wenigstens hatte sie die Entdeckung gemacht, daß mehrere Briefe von Robert und Willy sich uneroffnet auf ihrem Schreibtische befanden bei all den Zerstreuungen und Abwechselungen in ihrem jetzigen Leben hatte sie nicht Zeit gefunden, dieselben zu lesen; auch jetzt noch hielt ein unbestimmtes Etwas sie davon zurück Trotz alledem hatte sie heute einen lustigen Brief an Willy geschrieben und ihm von all dem Schönen erzählt, das sie hier sah uno erlebte; aber niemals hatte sie bisher SirHarry m ihrem Schreiben erwähnt, obgleich dieser all ihr Demen beherrschte. Lady Yates war für em paar L.age nach London gereist, um Bestellungen und Einkäufe zu emer arvsieren"Festlichkeit zu machen, welche eine begüterte Fa­milie der Nachbarschaft zur Eröffnung der Wlntersaison abhalten wollte und die natürlich mit entern Dalle endigen sollte. Jane hatte Kopfweh vorgeschützt und war froh, daheim bleiben zu dürfen; es tat ihr wohl, nach all dem Trubel ein paar Tage still und ruhig zu verbringen. T n gestrigen Tag hatte sie fast ausschließliche m.der Bibliothek zugebracht, ab und zu lesend, doch auch oft m tiefes Nach­denken versunken, den Kopf sinnend m die Hand gestuch. Heute hatte sie musiziert und ungestört und unbehelligt ihre einfachen, schottischen Balladen gesungen. Sm Am) war schon seit früh zur Jagd abwesend die Diener chaft war beschäftigt und Jane sich ^völlig allein aber

Wahrscheinlich denkt Lady Yales, mit den Nachbarn freundlich verkehren zu müssen. Sie nennen es em unlew- es Fest, und ich habe mich so auf den Back gefreut.

Wissen Sie, daß ich noch nie auf einem Dall gewesen bm.

Noch tlie auf einem Dall gewesen? Armes kleines Mädchen!" sagte er mit einem fast, zärtlichen Eon;hatte ich das gewußt, so hätten wer hier langst schon entert ^^Während dieses Gespräms hatten sie die Halle durch­schritten und waren an den Tisch gemngt, auf welchen Jane ihren Brief neben die Posttascye gelegt hatte.Ah, Sie haben Ihrem Bruder geschrieben", sagte der junge Mann, die Tasche ergreifend und sie Hane geosinet hin­haltend. Da entglitt der Brief den Händen des Mädchens und nel zur Erde, die Adresse nach oben. Sm HariY hob ihn auf, sah den fremden Herrennamen; eine lleje Blasse breitete sich über sein männlich-schönes Gesicht, und mm einem ernsten, vorwurfsvollen Mick gab er den Brref Jane, welche ihn mit einem leisenIch danke m dremasche

' Tas eingetretene, etwas verlegene Schweigen währte nicht lange,' der Diener kam und, meldete, daß der Tee im'Wohnzimmer serviert sei. Beide, gingen hmem, es ivar Ladv Dates Lieblingszimmer, dessen fchon Ü^chmtzte, dunlle Möbel und schwellende Polster in dem matten Licht der beiden Tischlampen sehr behaglich und einladend aus- iabeii Ta waren an den Wänden Paneele mit schonet.!, altem Porzellan, zierlichen Vasen "«d wertvollenl Anzen; ein Strauß von duftenden Heliotrop» verbreitete emen leichten Wohlgeruch im Zimmer,, welcher sich nnt oem Aroma des Tees angenehm vermt siche. .

Sir Harry, blaß und müde, hatte sich tit emen Arm stuhl nahe dem Katnin gefetzt und sah ernst cm, oas ickone Mädchen in dem dunklen Sommer neide, sah aus m/"s ck ön geformten, weißen Hände, welche das wertvolle Geschirr so sicher und, geräuschlos handhabten, ,ah aus süße Gesicht, die herrlichen, abgriindtie;en Bugen.

' ,Ie schön sie ist! wie sehr ich sie liebe!" dacht« er,aber wenn"

1903. Mr. 171. «SU . , ______rt Xt____

Die Dämmerung war hereingebrochen, das junge Vtäd- chen schloß den Deckel des Instrumentes und trat an das Fenster, das bekannteWohin des Wegs geliebte Maw^ leise vor sich hinsummend. Lange stand sie dort, das Gesicht gegen die Scheiben gelehnt und beobachtend, wre am dunklen Firmament immer klarer und deutlicher Stern um Stern erschien, bis der ganze Himmel wie besäet war von diesen milden, freundlichen Lichtern, unfern steten Begleitern in Leid und Freud'. Ein Frösteln überkam sie; beim Umwenden bemerkte sie, daß das Feuer tut ffiantitt fast erloschen war; sie entzündete eine Kerze und begab sich nach ihrem Zimmer. Dort nahm sie den an Willy geschriebenen Brief, um ihn in dre m der Vorhalle befindliche Posttasche zu tun. In diesem Moment ertönte