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zubrinaen, liegt so nah, daß es sich auch geschäftlich. verlohnen würde, auf seine vernünftige Befriedigung mehr als bisher zu achten. Selbstverständlich wird jeder nach Charakteristischem fahnden, nach Sachen, die für das besuchte Stückchen Welt bezeichnend find. Man ist, sagen wir, in den Alpen, und wünscht also Erzeugnisse etwa der alten Alpenländerkultur, sie selbst ist aus den Modeorten ja meistens zum Teufel verjagt, aber eine sentimentältuende Industrie irgendwo anders verschleißt Hierher allerhand Kindischkeiten, die deshalb „gehen", weil sie mit dieser alten Kultur kokettieren. Man sucht Sachen, die von Sinn und Geschmack der Einwohner zeugen, und was man erhält, ist allerbilltgster und allerunsolidester Allerweltströdel, dem ein „Andenken an. . ." mit den tausend verschiedenen Namen der „Absatzplätze" gleich in der Fabrik ausgedruckt wird. . . . Vielleicht darf man ein altes Wort in gewissem Sinne auch so -abwandeln: zeige mir, was du von der Reise mitbringst, und ich will dir sagen, was in dir steckt. — Diese sehr richtigen Betrachtungen gelten auch für unsere bayerischen alpinen Sommerfrischen, wo man mit geringen Ausnahmen überall dieselbe städtische Bazarware zu kaufen bekommt.
* Knusperchen heißen jetzt, wie wir kürzlich mitteilten, die Cakes der Bielefelder Fabrik mit ihrem amtlichen preisgekrönten deutschen Namen. Vielleicht findet mancher auch diesen aus Tausenden auserkorenen Namen minder geschmackvoll als die Ware selbst, aber diese Kritiker sind schließlich wohl bereit, ihm zuzustimmen, wenn sie hören, was alles für ungeheuerliche Bezeichnungen die Cakes hätten bekommen können, wenn die Preisrichter bei anderer Laune gewesen wären. Einer aus dem Preisgerichtshof, O. v. Leixner, verrät uns darüber einiges in einem Aufsatz der „Täglichen Rundschau" und verhehlt auch nicht, welche Höllenqualen ihm die Prüfung und Auswahl der 6500 verschiedenen Namensvorschläge bereitet hat. Man kann sich ungefähr eine Vorstellung davon machen, wenn man nur folgende Blumenlese überfliegt. Ungetüme nennt sie Leixner, es ist kein hartes Wort, aber es trifft doch den Nagel auf den Kops. Man stelle sich vor, daß man beim Konditor verlangen soll: Ein halbes Kilo Appetittäfelchen, Allerweltslteblingskuchen, Augustaviktoriaküch- lein, Albionszwieback, Merweltsbreitlinge, AufVewahrungs- gebück, Amorlymphe, Alltischgesundheitsdauerbackwerk, All- zeitwohlbekommsgebäck, Ankeglums, Backtarincheu, Barba- rossatörtchen, Bekömmlichkeitsplätzchen, Billus-Bullus, Buttereiermehlgebäck, Brillengläser, Bruchtafelbrötchen, Be- kömmling, Doppelglutnährformdauerkunstkuchenback, Dauerstaubkuchenplättchen, Dreifachhochplätzchen, Eiermulsivns- brot, Englischweib, Englische Begriffskuchen, Feinsüßröstmehlgebäck, Fleischbruchmehlplätzchen, Fruchterfüllung, Formenspielbissen, Fürjedverdauli, Kinderaltkrankundgesundheitsabfall, Liebfrauenmilchkuchen, Leichtverdaulichkeits- kuchen, Landfrauentrostgebäck, Mondscheinpastet, Noahs- kastenplätzchen, Protzstückchen, Schaumteiagekräusel, Trunk- zubeißchen, Tausendmarkstücke, Universaldauergebäck, Vielgestaltskleingebäck, Zartelfenbeingebäck, Zwischenaktsmusik, Stratmannmeyergut, Stratmeyerle usw. Da ist es denn doch gewiß besser, daß man einfach ein halbes Kilo Küus- fnrh^rt
* „E Hi mm e l ohne Eppelwei..." In der „J u g e n d" lesen wir ein Gedicht „Hibb un dribbi der Bach", das jetzt, wo der Aepfelwein in Frankfurt und Sachsenhausen allabendlich mannigfache Verheerungen anrichtet, aus besonderes Verständnis rechnen darf:
Der Heiner hockt beim Eppelwei Un fiehlt sich net ganz munner. Do kämmt der Aans der Dhier erei, Uit redt von blaae Wunner.
„Kimm Heiner", sägt der Sensemann, „Mer fahre jetzt in Himmel.
Ich spann die flottste Gäulcher an, Zwaa Rappe und zwaa Schimmel. Mer fahre", sägt der das Geripp Uff Hochdeutsch, „kimm, mer fahre Vierspännig, weil mer hibb un dribb Der Bach net. schuftig' spare." Der Heiner hört's und zuckelt still Am Stöffche unbeschriee.
1 „Was dhut mer", fragt er, „wann mer will, Denn dort zu drinke kriee?"
„No Nektar!" sägt des Steuweoos, „Sonst nix? Kan gute Droppe?" Kreischt Heiner laut und steckt die Noos Vor Schrecke in de Schoppe.
Er streicht saan graue Zwickelbart
Un stärkt saan schwache Mage:
,,'Sis nix mit dere Himmelfahrt, ( Des kann ich net vertrage.
Laß norz bei schlecht Gebabbel sei Und spar dei Rapp un SchimMel.
E Himmel ohne Eppelwei
Js — krieh de Kränk! — kaa Himmel!"
Ein alter lieber Haus- und Familieu- freund hat seine Rundreise durch die Welt wieder ange- treten, nämlich der Lahrer Hinkende Bote. Der alttz Biedermann wird auch in diesem Jahre wieder die gewohnte freundliche Aufltahme finden, denn sein Ränzlein ist wieder gespickt mit populären Beiträgen erzählenden und belehrenden Inhalts, Ernstem und Heiterem in Hülle und Fülle. Auch eine Preisnovelle von Karl Weitbrecht bringt der Kalender unter dem Titel „Herr im Hause"/ eine Erzählung, volkstümlich und von echtem Kalendergeist.. Die Preisrichter krönten sie mit dem ausgesetzten Preise von tausend Mark. Das Kapitel „Weltbegebenheiten" erzählt uns in volkstümlicher Sprache, was in der Welt passiert ist.
— Mi Ullstein u. Co. in Berlin SW. 12, erschien soeben ein „Häuslicher Ratgeber", 400 erprobte Hausmittel für Kleidung, Wohnung und Gesundheitspflege von F r a u F a n n y R. F e l d. (132 Seiten, elegant in Leinwand gebunden, Preis 1 Mark). Aus dem Vorwort de« Verfasserin: „Guter Rat ist teuer! Diesem, ach so oft gehörten Ausspruch der geplagten Hausfrau, die alles, wissen, alles können soll, will mein Büchlein abhelfen. Sein Rat soll immer gut und niemals teuer sein. — IN den 26 Jahren meiner Hausftauentätigkeit, haben sich eine ganze Reihe Rezepte angesammelt, die sich ohne Apotheke und ohne Präcisionswage mit einfachsten Mitteln, höchstens durch Inanspruchnahme des nächsten Drogengeschäfts/ ausführen lassen. Sie sind sämtlich erprobt und für gut befunden worden."
— An die durch ihre sa genumwobenen Ruinen, ihre sanftansteigenden Hügel ausge- zeichneteBergstraße führt uns ein reich illustrierter^ interessante geschichtliche nnd naturbeschreibende Ausblicke gewährender Aufsatz von Albert Wohlgast, den das 25 Heft der illustrierten Zeitschrift Zur Guten Stunde (Preis des Vierzehntagheftes 40 Pf. Deutsches Verlagshaus Bong, u. Co., Berlin W. 57) neben seinem erzählenden Detl: Johanna Klemms Roman Eva König, Adolf Otts Geschichte aus dem bayrischen Hochlande „In den Abgrund bringst Neber Schlaflosigkeit und ihre Bekämpfung spricht Dr. med. Lewinski in der bei diesem Autor bekannten meisterhaft klaren und allgemein verständlichen Weise. Künstlerisches Schmuck umrahmt auch diesmal wieder den literarischen Inhalt des Heftes. M. Ränikes amüsantes Genrebildchen „Malhühnchen", F. Simons Bild „Brautschuhe", das interessante historische Gemälde „Friedrich Friesens Dod von G. Sturtevant und I. Miralles Tierszene „Die Stunde des Frühstücks" seien hier erwähnt. Ein den Zeitereignissen in Wort und Bild Rechnung tragender besonderer Teil, dm illustrierte Abteilung, „Für unsere Frauen" und die Beilage „Klassischer Humor der Weltliteratur" ergänzen auch, diesmal wieder den vielseitigen Inhalt der Zeitschrift.
Arithmogriph.
(Nachdruck verboten.)
123456578 Land in Anuxika.
2 8 17 Vogel.
3 2 3 1 7 2 orientalischer BolkSstamm.
4 5 7 1 Hausgerät.
5 6 6 7 2 Nebenfluß der Donau.
6 5 6 5 7 Blume.
5 2 7 8 7 weiblicher Vorname.
7 4 7 6 Haustier.
8 3 4 7 Teil des Gesichts.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Telegraphenrätsels in vor. Nr.r Kü-el, Arm, Butter, Kuh, Rätsel, Steugel, Gustav.
Uebermut tut selten gut.__________ ...
Redaktion: August Götz. — Rotationsdruck und Setlaa der Brühl'schen UniversitätS-Buck- und Steindruckerei. R. Longe, Gießen.


