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Söhne meldeten doch dem Landgrafen Philipp Lei Ueber- fendung der Todesnachricht, daß ihr Vater vor seinem Hinscheiden das Abendmahl in beiderlei Gestalt empfangen habe. Das Modell eines Reiterstandbildes des reisigen Grasen schmückt die Portalhalle des Schlosses in Lich, das Denkmal selbst wurde ihm von Ludwig I. von Bayern über dem Kreuztor in Ingolstadt errichtet.
Was Lich in den folgenden stürnrischeu Zelten, nm dreißigjährigen und später im siebenjährigen Krieg und den Revolutionskriegen erfuhr, hat jich nicht wesentlich von den Schicksalen anderer Orte unserer Gegend unterschieden. Diese schlimmen Epochen der deutschen Geschichte können deshalb hier übergangen werden. .
Erwähnt sei nur, daß sich nach Lnch, weil es eme Ostung war, des öfteren das Landvolk der Umgegend flüchtete. Ta hatte denn, als die Pest einbrach, der Tod eine gute Ernte. In den Monaten Januar bis August des Jahres 1635, in dem die ganze Gegend- entsetzlich unter dieser verheerenden Krankheit zu leiden hatte, starben in Lich zusaminen 1225 Personen. Die Truppendurchzuge nahmen während des ganzen Krieges kein Ende, was natürlich von Übeln Folgen für die Bewohner war. Eine Erinnerung an diese Zeit, die die Stadt heute noch bewahrt, ist eine Urkunde vom Jahre 1644, durch die Graf Ludwig Christoph der Stadt einen Weg durch seinen Garten auf Wiederkauf verkauft, um die Truppendurchzüge an der Stadt vorbei zu lenken. Aus diesem Kaufbrief leitete die Stadt bis in die neueste Zeit hinein ihr Recht ab, den fürstlichen Park als Durchgang zu benutzen. Der Rückkauf soll aber längst schon stattgefunden haben und tatsächlich wird der Park alljährlich auf ein paar Tage für den Verkehr ge-
Noch einmal sollte das alte Schloß in Lich eine neue Herrschaft einziehen sehen. Im Jahre 1718 starb! die regierende Linie aus und die von ihr äbgezweigte jüngere Linie Hohensolms wurde ihre Erbin. Ihr war es Vorbehalten, den Glanz des Hauses durch Erwerbung des Fürstenhutes zu erhöhen. Ben der letzten deutschen Kanser- krönung am 14. Juli 1792 wurde der regierende Graf Karl Christian von Kaiser Franz II. in den Reichsfürstenstand erhoben. In seiner Jugend hatte seine Mutter als Vormünderin für ihn diese Standeserhöhung abgelehnt, als sie 1744 von der Braunfelser Linie angenommen wurde.
Nicht lange konnte sich das Fürstentum seiner Unmittelbarkeit freuen. Napoleons I. Gewalttätigkeit strich es 1806, zur Rheinbundszeit, mit so vielen anderen aus der Liste der deutschen Staaten. Seine Aemter Lich und Niederweisel fielen an das Großherzogtum Hessen. Seitdem ist Lich eine Großherzoglich Hessische Stadt, aber es verdankt dennoch Wohlstaiid und Anseheii seiner Standesherrschast, die dort ihren dauernden Wohnsitz und den Mittelpunkt der Verwaltung ihrer ausgedehnten Besitzungen beibehalten hat-
Dem Kündigen wird der Zweck dieser Zeilen sofort klar werden. Sie sollen nicht eine erschöpfende und bis in die Einzelheiten genaue Geschichte -der Stadt Lich darstellen, sondern sie beabsichtigen lediglich, die Aufmerksamkeit auf unser liebliches Nachbarstädtchen zu lenken und Verständnis für seine reiche Vergangenheit zu wecken-
Gemeinnütziges.
* Das Streichen der Fußböden. Der zu streichende Boden muß, nach dem „Praktischen Wegweiser", Würzburg, vor allem rein, glatt und trocken sein. Tie Farbe ist am besten auf einem Stück von dem Holze zu erproben, woraus der Boden hergestellt ist, da die verschiedenen Holzarten die Farbe mehr oder weniger! beeinflussen. Tie Farbe ist mit einem Pinsel aufzutragen, das erstmalige Vorbereiten des Bodens , mit einer dünnen Farbe oder richtiger einem nur mäßig gefärbten Firnis geschieht, besser mit einem Lappen, weil die Farbe damit gut in den Boden gerieben werden kann. Jeden Anstrich muß man gut trocknen lassen, und zwar mindestms 24 Stunden. Tann wird der Boden mit einem wollenen Lappen mit Leinöl gut eingerieben. Nach abermals 24 Stunden erfolgt ein Nachpolieren mit einem trockenen wollenen Lappen. Soll der Boden gewichst oder lackiert werden, so muß dies nach dem Glätten geschehen. Beim Mischen der Farben darf nicht vergessen werden, daß die Farben nach dem Trocknen sehr verschieden ausfallen und deshalb muß man sie vor dem Gebrauche immer erst probieren in der Eingangs er-
wühnten Weise. Ein Anstrich, hergestellt mit 1 Liter gekochtem Leinöl, drei Achtel Liter Terpentinöl und dem nötigen Farbstoff, reicht für 60 Quadratmeter.
Vermischte».
Ausgrabungen römischer Geschosse. In der letzten Zeit hat man bei Haltern eine große Menge von A u s r ü st u n g s st ü ck e n der R ö m e r h e e r e zu tage gebracht. Am meisten fesseln uns in dieser reichlichen Ausbeute die Reste der römischen Wurfgeschosse, die erkennen lassen, daß auch die Römer bereits eine nicht zu verachtende Artillerie besessen haben, welche allerdings nicht mit der Artillerie im heutigen Sinne zu vergleichen ist. Immerhin waren die Kriegsmaschinen des Varns, mit denen der unglückliche Feldherr sich gegen den Ansturm der Germanen wehrte, ganz gewaltige und für die Angreifer recht gefährliche Waffen. Au einer Stelle wurden an den Ufern der Lippe gegen 2000 Stück zur Munition dieser Kriegsmaschinen gehörende Geschosse, nämlich große Pfeile und faustdicke, aus gebackenem Ton bestehende Kugeln gesunden. lieber die Einrichtung dieser Kriegs-Maschinen sind wir ziemlich gut unterrichtet. Der Katapult, der zum Schleudern von Pfeilen diente, war ein arm- brnstähnliches Torsiousgeschütz, bei welchem zwei Bündel von starken Sehnen in mäßiger Entfernung von einander in einem aufrechtstehenden Rahmen von festem Holz so eingespannt waren, daß sie durch Oeffnungen in den beiden horizontalen Leisten Hindurchgingen und oberhalb und unterhalb derselben durch mitten hindurch gesteckten Buchsen und eiserne Spannbolzen gehalten und durch Kreisung derselben in starke Torsion gebracht werden konnten. Aus der Mitte jedes Bündels ragte seitwärts tote bei einer Armbrust ein starker Balken, der durch den straffen Zug jener Sehnen in wagerechter Stellung gehalten wurde. Die freien Enden dieser Holzarme waren durch eine starke Sehne miteinander verbunden. Beim Gebrauch der Wurfmaschine wurden zunächst durch die Spannbolzen die Sehnenbündel angezogen und dann mittels Winde oder eines Flaschenzuges die Schlußsehne nach hinten gezogen; beim Losrassen derselben schnellten die vorher gespannten Sehnenbündel die Arme der Maschine vorwärts und trieben mittels der Sehne das Geschütz fort. Hinsichtlich der Geschosse und der hiernach eingerichteten Bauart der Geschütze unterschied man zwei Arten von Katapulten, entweder wurden 0,5 bis 1,5 Meter lange eisen- beschlagene Pfeile geschossen, wobei diese in einer zwischen den beiden Sehnenbündeln liegenden Rinne liefen und von runden Sehnen getrieben wurden, oder man schleuderte, wie die Funde bei Haltern zeigen, Kugeln, mitunter auch Balken, wobei die Sehnen, ihrem Zweck entsprechend, handforung waren. In jedem Falle war die Richtung der Spannungen eine horizontale, die nur wenig durch die Elevationsvorrichtung reguliert werden konnte. Im anderen Falle geschah die Spannung in einem Winkel von 45 Grad. Die Einrichtung dieser letzteren ist auf unserer Zeichnung klar ersichtlich. Ter mit einer Winde niedergehaltene Schleuder- arm, der in seinem oberen Ende in einem pfannenartigen Behälter das Wurfgeschoß aufnahm, prallte beim Ausschalten der Spannungen gegen den mit einem Polsterkissen versehenen Rahmen, und ließ das Geschoß infolge des Trägheitsgesetzes nunmehr weiterfliegen. Tie Wirkung dieser Torrnentum, Skorpion und Onager genannten Katapinten toar recht beträchtlich, und die klassischen Schriftsteller berichten von manchen Triumphen, die die Römer mit diesen Apparaten zu verzeichnen gehabt hätten. Es wird berichtet, daß die Pfeilkatapulten einen Pfeil bis 600 Meter weil schleuderten und ihn alsdann noch einige Zoll tief m eine Holztoand einbohrten. Achünedes scheint allerdings ctMK- zu übertreiben, wenn er erzählt, daß er bei der Belagerung von Syrakus auf die römische Flotte Felsstücke von zwölf Zentner schleuderte. Philipp von Makedonien soll ev-m- falls bei der Belagerung von Aegina Katapulten (Palm- toneii) angewendet haben, welche Steine von 1—8 Zentner schleuderten. Zuerst jedoch finden wir diese Wurfmaschinen erwähnt 400 v. Ehr. in dem Kriege Dionysius gegen die Kathager. Auch die macedonischeN Könige Philipp und Alexander sollen sich ihrer bedient haben. Philipp hatte, der Ueberlieferung nach, 25 Geschütze in seinem Heere. Tie Römer lernten diese Waffen zu ihrem großen Schaden bei der Belagerung von Syrakus kennen und bedienten sich


