Ausgabe 
15.6.1903
 
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Literarisches.

derselben, sie immer mehr vervollkommnend, mir Erfolg ini punischen Kriege. Tas einarmige Tormentum, Skorpion und Onager ist erst in der späteren Kaiserzeit aufgekommen und wurden von Cäsar bereits in dem gallischen Krtege bei jeder Legion eine Abteilung der Soldaten an den Kata­pulten ausgebildet. Mit dem Verfall des römischen Reiches verschwand auch allmählich Hand in Hand wieder mit der Auflösung der stattlichen Armeen diese älteste Artillerre, und einer späteren Zeit blieb es Vorbehalten, dieselbe mit der Erfindung des Pulvers weiter auszugestalten und zu verbessern.

Hände uhu Gesicht reinigen. Das Gesicht beim Essen arg zu beschmieren, gilt durchaus nicht für lächerlich oder gar für eine Schande; die Hauptsache bleibt es für den Gast, soviel als möglich in sich hineinzupacken, um den Gastgeber zu ehren. Das Tafelgeschirr besteht lediglich aus einer Anzahl von Schalen verschiedener Größe, irdenen kleinen Löffeln und den Eßstäben, die in vornehmen Häu­sern aus Silber oder Elfenbein, sonst aber aus Holz an- qefertigt sind. Man hält sie mit der rechten Hand, etwa wie einen Bleistift. Eine Tasse oder vielmehr ein Täßchen Tee beschließt jede Mahlzeit. Dem verdorbenen europäi­schen Geschmacke würde weder die Größe der Gefäße noch die Qualität der Getränke zusagen. Die letztere ist von wunderbarer Feinheit und entzückendem Aroina. Man trinkt den Tee, der durch bloßes Aufgießen von kochendem Wasser bereitet wird, aus sehr kleinen Schalen, dre kaum viel größer als Fingerhüte sind. Auch das Teetrmken

| hat seine bestimmten Formalitäten.

M e t st e r b i l d e r fürs dentscheHa u s", herans- qegeben vom Kunstwart. 13. Folge, Blatt 7378. Verlag von Georg D. W. Callwey, München. Preis jedes Mattes 25 Pfq. DerKunstwart" hat diese ausgezeichneten Meisterbilder" gesammelt und zu spottbilligem Preise herausgegeben, so daß selbst arme, von jedem Luxus sonst ausgeschlossene Leute, das ganze naive und empfängliche Publikum, wirklich das Volk, die großen Meister der Künst. kennen lernen, ihre Werke in trefflichen Reproduktionen nicht nur sehen, sondern besitzen, die Wohnung damit als mit dem erlesensten Schmuck zieren kann. Rembrandt, Dürer, die großen Italiener, sind mit ihren bedeutendsten Schöpfungen vertreten. Auf dem Umschläge jedes Blattes ist in kurzen, verständigen und innigen Worten über den betreffenden Meister, über sein äußeres Leben, fern Wesen, seine Stellung in der Kunst seiner Zeit und der allgemeinen Kunstentwickelung das Wichtigste gesagt. Damit tmrd eme praktische Kunsterziehung in den: Sinne einer beständigen Anschauung und Schärfung der betrachtenden Fähigkeit wie Lichtwark sie seit Jahren lehrt und ut semem Kreise übt, mit weiter und breiter Wirkung geleistet. Die.13. Folge enthält Blatt 73. Raffael, Johanna von Ara­gonien. 74. Constable, Das Kornfeld. 75. Rem­brandt, Die Anatomie. 76. Dürer Heilige Familie in Nazareth. 77. Kranach, Ruhe auf der Flucht. 78. Altdorfer, Ruhe auf der Flucht.

Zweite Schwind-Mappe. Herausgegeben vom Kunstwart. 7 Blatt nebst Bildnis des Künstlers von F. von Lenb a cki Mit Tert von Ferdinand Avenarms. (München, Kunstwiirtverlag Georg D. W. Callwey). Preis Mk. 1.50. Die Hoffnung des Kunstwarts, daß die von ihm herans- aeaebene Schwind-Mappe als die Erschließung eines Schatzes begrüßt werden würde, scheint sich schnell ver- 1 wirklicht zu haben: es ist noch fern Jahr seitdem per- ' Hup ^hielte Scbwmd-'

Nedaktwn: August Göb. Rotationsdruck uud Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Er ) '

* Bon den Tafelgewoh'nheiten der Chi­ne s e n plaudert ein amerikanisches Blatt allerlei In­teressantes aus:Man sägt, daß man die Chinesen mit noch n'öüerem Rechte, als man sie ,das Volk der Spieler nennt', F v- Volk der Köche' nennen könnte. Es giebt nämlich kaum ciren Eingeborenen im Reiche der Mitte, der nicht eine -"elr oder minder starke Neigung zum Kochen, Backen und Brajen besäße. Vom Mandarin ersten Ranges abwärts liu zum Kuli, von der rechtmäßigen Gattin des Groß- auimanns bis zur heimatlosen Bettlerin nimmt alles an ü. ; Zubereitung der Speisen das größte Interesse. Die Zahl der regelrechten Speisen in China ist Legion, aber U-re Zubereitung ist, vom Standpunkt eines europarschen Magens abscheulich. Dem Fremden, der durch die Straßen einer chiuesischen Stadt hinschreitet, fällen zuerst die mehr als zahlreichen Küchen (zugleich Eßhäuser) auf, deren ^ttfte die Straßen oftmals weithin geradezu tu etnen Rebel einhüllen. Da die Kochherde aller dieser offent- lichen Küchen entweder vor dem offenen Fenster oder direkt vor der Tür aufgestellt sind, so ist es dem Vorübergehenden leicht, einen Mick auf die Speisen und die Art ihrer Zubereitung zu tun. Dem Koch selbst ist es sehr erwünscht, wenn er durch seine Kocherei Neugierige anzulocken ver- mag, denn die öffentliche Zubereitung der Speisen tst selbst­verständlich nichts als ein Reklamemittel., Die Rerchhaltig- 1 CltlC iirt UUL ,5LU4l ,1- |VUltV <Ovvt- vx-K -

keil und Seltsamkeit des Speisezettels m entern solchen Mtenttoideliing das Wichtigste gesagt. Damit tmrd eme Restaurant ist wahrhaft achtunggebretend. Gekochter Rers, ' - - ------

alle Sorten grüner Gemüse, fettes Schweinefleisch, mageres Ziegenfleisch und Fische sind die Alltagsspeise des ,klemen Mannes', aber daneben finden sich die größten Delikatessen des Wassers, der Erde und der Luft: Schlangen, Käfer, Würmer, Froschschenkel, Schmetterlingssuppen, etu Dutzend verschiedener Vogeleier, Hunde, Kätzeit, hundert verschiedene Insekten, Fischflossen und überdies Tausende von fußen Backwerken. Die Puppen der Seidenraupe werden als etne der größten Delikatessen angesehen; man ißt sie _ge» kocht, mit einer süßen Brühe. Unter den Raupen smd es besonders zwei Gattungen, die vor deut Magen des mandeläugigen Feinschmeckers Gnade gesunden haben: dte eine wird im Bambus-, dte aitdere im Zuckerrohr gefunden und in allen möglichen Formen gegessen. Mele Gerichte aus denr Reiche der Blumen würden ohne Zwetfet auch bei uns ihre Liebhaber finden, im großen ganzen tst aber es, ,v....... ,

die chinesische Kocherei nichts wemger als versuhrertsch. ä & schon hat Avenarius eine zweite Schwmd-

,Man muß', wie einst ein amertkantscher Humorist metnte, gang , ^ estellt und da er die Erfahrungen bet

'eine gußeiserne Nase besitzeti, um sich mit dem was dte Mappe MsE-ngepenr fo ift fie vielleicht noch

Chinesen ,queng sni', die Europäer haut gostt., »ernten, der > ^rden als diese. Auf sieben Blättern, deren befreunden zu können'. Bei Tische essen dte Manner be- I i ) 3 t Wandschmuck geeignet machen umrbc,

deckten Hauptes und bemühen stch, wenn ste wohlerzogen die Mappe dieRose" ans der Berliner Nattonal-

siud, die Arbeit des Kauens, Verschluckens und Verdauens enthalt dre^app ^^^^alerie in München:Elfen, der Speisen mit größtmöglichem Geräusch auszufuhren. Dav I S . Erlkönig"Ritter im Kahn bet Mondnacht , Schmatzen der Lippen,, Zähneknirschen, Zungenschnalzen und rm^n ,Mtromg , Agende von St. Wolfgang" und lautes gedehntes Ausstößen benn Essen, das tst dte Hochflut I " Zunafrau". Auf einem achten Folioblatt fmden der Höflichkeit gegen den Gastgeber, der sich bet besonders I » Sch Winds Bildnis von Lenbach und den Begletttext

lautem Ausstößen lächelnd und hocherfreut gegen ferne totr einen besonders dazu

Gäste verneigt. Wegen der unvollkommenen Tafelmftru- von avenarms ^^»ck.

mente in China erscheinen alle Gertchte ttt beretts zer- i gesttmmrett suev y ____________

kleinerter Form auf dem Tische: das Fleisch in Würfeln 1

und ohne Knochen, die Früchte zerschnitten, das Gemüse ml Scherzratsei.

kleinen Häuschen. Man speist nicht mit Messer und Gabel, I (Nachdruck verboten.)

sondern bedient sich, wie bekannt, der Eßstäbchen, mtt i Hast du's zu wenig, wirst du klagen,

welchen die Bewohner des Reiches der Mitte äußerst I Hast du's zu viel, schafft's auch dw Plagen,

geschickt umzugehen verstehen. Beim Essen von Reis, Ge- I Wenn du darin, bringtes dich wen,

rnüse und sonstigen halbflüssigen Dingen dienen die Stäbe I Und helft btr tragen Muh und Lew.

nur zum schieben: man setzt nämlich den Rand der Schale | (Auflösung in nächster Nummer.)

an den Mund und schiebt den Inhalt langsam auf die I Sp8 Bilderrätsels in vor. Nr.:

Zunge. Zwischen den einzelnen Gängen werden Schalen Auflösung dev M derratsets^n^

mit Wasser und Hauotücher hernmgeretcht, damtt dte Gaste > Wer i tz ,--------