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scher; einige wenige dieser Afterkunst-Tempel geben sich sogar Mühe, von der trivialen Schablone nach Kräften abzustechen. Aber selten mit Glück. Nun, ich denke, auch diese Ueberbrettl-Nachwehen werden wir alsbald überstanden haben! A. R.
Vermischtes.
* ®te Verlobung am Koburger Hofe, wo weben die Schwester des jugendlichen Herzogs Karl Eduard mit dem Fürsten Alexander v. Teck versprochen wurde, setzt den Gerüchten ein Ziel, nach denen die Prinzessin Alice von Großbritannien und Irland die im stillen erwählte Braut des deutschen Kronprinzen sei. Lange genug hat es geheißen — und die Mär ist namentlich von englischen Gesellschaftsblättern sorglich gehegt und gepflegt worden — es bekunde der älteste Sohn des deutschen Kaisers ein nachhaltiges Interesse für seine fast gleichalterige Base, die mit ihrer Mutter, der verwitweten Herzogin van Albany, meist auf deutschem Boden lebt, seitdem der Tod des feines eigenen Sohnes und Erben zuvor beraubten Herzogs Alfted von Koburg (Edinburg) und der Familienrat der englischen Agnaten den jüngeren Bruder der Braut zum Nachk- folger in den thüringischen Herzogtümern und dereinstigen Oberhaupt der weitverzweigten Koburger Fürsteufamilie gemacht hatten, die nrit sämtlichen regierenden und de Pos sedierten Dynastengeschlechtern verwandt ist und außer in den sächsischen Stammlanden in England, Belgien, Portugal und — Bulgarien regiert. Die Braut ist eine überaus anmutige Erscheinung und im Jugendschmuck ihrer 20 Jahre am Berliner Hofe und in den intimen Familienzirkeln der Kaiserin bisher die erklärte Schönheit gewesen. Der Vater der Braut war der stets zarte und kränkliche jüngste Sohn der Königin Viktoria von England, Prinz Leopold, Herzog von Albany, der als Kurgast infolge eines Stnrzes von der Treppe im Kasino zu Cannes am 28. März 1884 gestorben ist. Seine Witwe Helene, geborene Prinzessin von Waldeck, eine Schwester der Königin-Mutter der Niederlande und der verstorbenen ersten Gemahlin des Königs von Württembergs hat dem jetzigen Herzog Karl Eduard von Koburg-Gotha erst vier Monate nach dem Tode seines Vaters das Leben geschenkt. Sie hat als Witwe unfrohe Tage gesehen, namentlich seitdem sie ihre Schwiegermutter, die Königin Viktoria, vergeblich- um die Erlaubnis zu ihrer Wiederverheiratung und zwar mit Lord Rosebery, dem Witwer von Hanna von Rothschild, gebeten hatte. Die Herzogin von Albany mußte die Ungnade ihrer königlichen Schwiegermutter fühlen und war, für sich mit 6000 Pfund und für ihre Kinder vom Parlament gar nicht dotiert, meist genötigt, bei ihren Verwandten auf dem Kontinent der Reihe nach- einen standesgemäßen Familienanschluß zu finden. Baldin Stuttgart, bald in Koburg, bald in Potsdam, siedelte sich die Herzogin mit ihren Kindern an, bis die Verhältnisse durch die Thronbesteigung ihres Sohnes eine Aenderung erfuhren, und von ihr, der jetzt 42jährigen, heißt es, sie^ habe nur die Verheiratung ihrer Tochter abwarten wollen, um Hymens Fackel noch einmal und zwar für sich- selbst zu entzünden. Der Bräutigam, Prinz Mexander von Teck, Bruder der Prinzessin von Wales, ist der- dritte Sohn des verstorbenen, in England naturalisierten Herzogs und der in England so überaus populär gewesenen Prinzessin Marie Adelaide, einer verstorbenen Schwester des Herzogs von Cambridge und der Großherzogin Auguste von Mecklenburg- Strelitz. Die Herzöge von Teck sind die unebenbürtigen Nachkommen jenes Herzogs Mexander von Württemberg, als dessen Finanzminister Jud Süß eine so tragische Rolle gespielt hat. Den Namen haben die Tecks von der bei Owen im württembergischen Donaukreis gelegenen Ruine. Prinz Alexander von Teck ist englischer Hnsarenmajor, 1874 geboren und hat 1896 rn Matabeleland und Von 1899 bis 1900 im Burenkriege gedient.
* Aus der Tertia zum Traualtar. In den Jugenderinnerungen des verstorbenen preuß. Ministers Bosse finden wir unter zahlreichen ernsten und heitern Einzelheiten folgendes köstliches Geschichtchen. Bosse berichtet p „Einer unserer Mitschüler in Tertia überragte auch die größten unter uns um mehr als Haupteslänge. Er war der Sohn eines wohlhabenden Bauern aus dem benachbarten Dorfe Warnstedt und hieß Leonhard Boden
stein. M saß schon seit drei Jahren in der Tertia und mußte wenigstens 18 bis 19 Jahre alt sein. Er war ein gutmütiger, harmloser Bursche. Sein Interesse beschränkte sich auf Essen und Trinken, aber mit dem Lernen wollte es durchaus nichts werden. Eines Tages kam während der Unterrichtsstunde der „Herr Direktor", für uns eine gewaltige Respektsperson, in die Klasse und hörte dem Unterricht zu. Am Schlüsse der Stunde fragte er zu unferm höchlichen Erstaunen unfern großen Mitschüler: Nun, Bodenstein, Sie wollen abgehen? Wie hängt denn das zusammen? So mitten im Semester? — Ja, .Herr T'rekter, erwiderte Bodenstein, mein Vater will, daß ich mich verändern soll. — Die ganze Klasse brach in ein homerisches Gelächter aus. Sich verändern heißt in meiner Heimat soviel wie heiraten. Sogar der Direktor und der Klassenlehrer konnten sich des Lachens nicht erwehren. Aber Bo- denftein, sagte der Direktor, Sie wollen doch nicht heiraten? — Doch, Herr T'rekter, entgegnete Bodenstein gleichmütig. Er ging wirklich ab, um aus Tertia heraus in den Stand der heftigen Ehe zu treten. Das war freilich in unserer Tertia noch nicht dagewesen, und wir erzählten zu Hause unfern Eltern den Vorgang mit sehr gehobnem Tertianerbewußtsein."
Kleine praktische Ratschläge.
Möbel zu polieren. Feine einheimische Holzarten, sowie auch dre festen ausländischen Hölzer werden am ein- sachisten nut Milch poliert. Nachdem die Möbel von Schmutz und Staub gereinigt sind, nimmt man Milche und zwar so frisch wie möglich, da dann die fetten Teile sich noch nicht abgesondert haben, und streicht sie auf das Holz, worauf man mit einem wollenen Lappen so lange reibt, bis alle Feuchtigkeit verschwunden ist. Dieses Verfahren wird mehrere Male wiederholt. Die Milch hat vor dem Oel den Vorzug, daß sich der Schmutz nicht so leicht an die Geräte hängt, daß sie keinen unangenehmen Geruch verbreitet, und daß die Möbel sogleich wieder gebraucht werden können. Bet neuen Möbeln wiro das Einreiben wöchentlich wiederholt. —
Neber die zunehmende Unfähigkeit der Frauen, ihre Kinder zu stillen, hatte Prof. G. v. Bunge 1899 in der medizinischen Gesellschaft zu Basel! einen Vortrag gehalten, der allgemeines Aufsehen in allen ärztlichen Meisen erregte, umsomehr, da der Redner als Hauptursache dieser beklagenswerten Erscheinung den Alko- holismus nachwies. Soeben erschien jener Vortrag in 3. Auflage (Verlag von Ernst Reinhardt, Münchens, und die 665 Fälle, die Bnnges erster Statistik zu Grunde gelegt waren, sind auf ein Material von 1629 Fällen an gewachsen. Tas Ergebnis hat eine Aenderung nicht dadurch erhalten, keit, ihr Kind zu stillen und diese Fähigkeit Die Tochter eines Trinkers verliert in der Regel die Fähig- ist unwiderbringlich verloren für alle kommenden Generationen.
Wortspiel.
Nachdruck verboten.
Cs sollen neun Wörter von der Bedeutung unter a gesucht werden. Von jedem dieser Wörter ist durch Umstelltmg der Buchstaben ein anderes Hauptwort zu bilden von der Bedeutung unter b. Sind die richtigen Wörter gefunden, so bezeichnen die Ansaugs- buchstaben unter b ein weihevolles Musikstück.
1. Amtsperson
2. Griechischer Gott
3. Vorname
4. Zeichen
6. Gebäck
6. Griechische Göttin
7. Teil des Feldes
8. Stimmungsausdruck
9. Land in Asien
b. Amtskleid Blume Singvogel Gefäß Kriechtier Nahrungsmitrel Land in Asien Truppengattung Nutzgewächs
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Rösselsprungs in vor. Nr.r Dein bestes Glück, o Menschenkind, Berede dich mit nichten, Daß es erfüllte Wünsche sind.
Es sind erfüllte Pflichten. Gerok.
Redaktion: August Götz. — Rotationsdruck und Verlag der Brstbl'schcn Universitäts-Buch- und Steindruckerei. N. Lange. Güßen»


