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leben und eine Familie ernähren. Und wenn man auch nicht avanciert, also während der ganzen Tienstzeit ein gewöhn­licher Polizist, einPatrolman", bleibt, so wird man nach L5jähriger Tienstzeit mit einem Ruhegehalt von 2800 Mk. pensioniert.

Bei der ersten Beförderung zum Roundsman, der eine größere Zahl von Polizisten zu überwachen, für die genaue Beachtung der Disziplin zu sorgen hat, steigt sein Gehalt um 400 Mk., sodaß es bereits 6000 Mk. pro Jahr beträgt. Ist er tüchtig genug, so kann er noch weiter steigen, Wacht­meister oder auch Polizeikapitän werden. Ein Polizei- Kapitän, dessen Gehalt 10 800 Mk. beträgt, ist ein Mann, dessen Berantwortllichkeit ebenso groß ist, wie sein Einfluß. Es ist selbstredend, daß solch ein Mann einen gewissen Grad von Bildung, gewinnender Eigenschaften des Herzens und des Verstandes zeigen muß. Er soll in seinem Stadt­teil als eine bedeutende Persönlichkeit anerkannt werden. Ueber den Polizeikapitänen stehen die Inspektoren, und über diesen endlich der Polizeichef, der ein Jahresgehalt von 24 000 Mk. bezieht. Tiefer beherrscht die gesamte Polizeitruppe, welche 4000 Mann stark ist. Tie Beförde­rung kann aber auch nach anderer Richtung erfolgen. Zeigt der Beamte besondere Befähigung zum Geheimpolizisten, fo wird er in die Tedektivabteilung versetzt.

Zu den Gefahren, denen ein Polizeibeamter ausgesetzt ist, gehört die stete Berührung mit Verbrechern nnd Leuten, die ein lasterhaftes Leben führen. In Newyork hat die Polizei früher den gefährlichsten Subjekten gegenüber ein Äuge zugedrückt, ja sogar das Laster begünstigt. Spiel­höllen, welche die Beamten zu bestechen wußten, genossen direkt den Schutz der Polizei. Polizisten, welche gewisse Beträge zahlten, konnten ihre Beförderung durchsetzen, und häufig rückten sie lediglich durch den . Einfluß ihrer poli­tischen Freunde in höhere Stellen auf. Tiefem Treiben hat Roosevelt ein Ende gemacht.

Unter anderem sorgte er auch für strenge Bestrafung derjenigen Polizisten, welche auf ruhige Bürger, namentlich in der Trunkenheit, mit dem Polizeiknüttel losgingen. Er interessierte sich aber auch persönlich für das Wohl der Beamten, und so oft eine verdienstvolle Handlung von Unter­gebenen zu seiner Kenntnis gelangte, ließ er sie avancieren. Er selbst hat uns einige dieser Fälle in einerThe New- hork Police force" betitelten Slbhandlung mitgeteilt.

Kurz nachdem Roosevelt Präsident der Newyorker Polizeitruppe geworden, wurde seine Aufmerksamkeit auf einen Zeitungsausschnitt gelenkt. Es wurde da erzählt, wie einRoundsman" eine Frau vor dem Ertrinken rettete. Roosevelt ließ den Mann sofort zu sich kommen. Es war ein soldatisch aussehender, weißköpfiger, straffer Mann, welcher bereits 21 Jahre bei der Polizeitruppe diente und ein Veteran des Bürgerkrieges war. Als ausgezeichneter Schwimmer war er seit langer Zeit am Flusse stationiert, hatte nicht weniger als 25 Personen vor dem Tode des Ertrinkens gerettet nnd war bereits durch zahlreiche Rettungsmedaillen ausgezeichnet worden. Es ergab sich, daß er sich während seiner ganzen Tienstzeit tadellos ge­führt hatte. So wurde er uun zum Wachtmeister befördert.

In einem anderen Falle vollführte ein Polizist eine Heldentat anläßlich eines Brandes. Er erreichte die Brand­stätte vor dem Eintreffen der Feuerwehr. Tie Flammen hatten bereits einer Frau und zwei Kindern den Ausweg abgeschnitten. Tennoch stürzte er durch das Feuer, die von erstickendem Rauch erfüllte Treppe hinan, erreichte die Frau und die beiden Kinder, und ein Fenster aufreißend, gelang es ihm, an einer Dachrinne entlang auf das Dach eines benachbarten Hauses zu klettern. Dreimal machte er den Weg hin und zurück, und es gelang ihm, alle drei Personen zu retten. Dieser Mann hatte sich aber in seiner dienst­lichen Vergangenheit zwei schlimme Vergehen zu schulden kommen lassen. Er mußte deshalb noch einige Zeit auf seine Beförderung warten, damit er erkenne, daß Mut und Entschlossenheit nicht allein den tüchtigen Beamten aus­machen.

Eines Tages, als einer der Polizisten sich nach Be­endigung des Dienstes auf dem Heimwege befand, bemerkte er zwei Männer, deren Verhalten ihm verdächtig erschien. Sehr viele Beamte beeilen sich, sobald sie frei sind, zu ihrer Familie zu kommen und ihrer Mußestunden sich zu erfreuen, sodaß sie, wenn sie es irgend vermeiden können, keine Tienstpflichteu mehr erledigen, oder Personen fest­

nehmen. Tiefer Polizist aber war von anderem Schlage. Er folgte den Männern, die ihn für einen Zivilisten hielten, in einiger Entfernung und beobachtete schließlich, wie sie von einem Genossen einen Sack in Empfang nahmen, der, wie er vermtuete, Tiebeswerkzeug enthielt. Im geeigneten Augenblick nahm er sie dann fest. Es stellte sich heraus, daß es zwei bekannte Einbrecher waren, welche wegen ver­übter Verbrechen von der Polizei gesucht wurden. Dieser Fang veranlaßte Roosevelt, die Personalakten des Beamten durchzusehen. Er konstatierte, daß der Beamte sich alS Genie im Entdecken und Einfangen von Verbrechern be­wiesen, da er nicht nur scharfe Intelligenz, sondern auch viel körperliche Kraft besaß. Tie Gesamtstrafen der von ihm arretierten Verbrecher beliefen sich auf 187 Jahre Staatsgefängnis abgesehen von einem Mörder, der für sein Verbrechen hingerichtet tvorden war.

Am glänzendsten ist folgendes Beispiel, welches zeigte wie ein Mann avancieren kann, indem er ein wenig mehr als seine Pflicht tut. Eines nachts sah ein Polizist einen Mann aus dem Fenster eines Hauses springen und auf die Straße hinablaufen. Natürlich verfolgte er ihn sofort. ES war ein mit Waffen versehener Einbrecher. Ter Beamte jedoch lief ihm nach und holte ihn an der Park Avenue ein, unterhalb welcher sich ein Tunnel befindet, durch den die Züge der Newyorker Zentralbahn gehen, lieber diesem Tunnel befindet sich eine Anzahl großer Oeffnungen, und durch eine derselben sprang der Einbrecher hinunter. Es war ein tiefer Sprung, und außerdem lief er Gefahr, von einem der die Strecke passierenden Züge gefaßt zu werden. Toch ein Mann, dessen Freiheit auf dem Spiele steht, scheut auch vor einem schweren Wagnis nicht zurück. Ter Polizist folgte ihm. Seine Freiheit stand nicht auf dem Spiele, und niemand hätte ihn bestrafen, oder auch nur tadeln können, wenn er sich gehütet hätte, durch den Sprung in die Tiefe sein Leben zu riskieren. Trotzdem Kräng er hinab. Dem Einbrecher war durch den Sprung r Atem ausgegangen. Ter Polizist, der glücklicher oder geschickter sprang, kam unverletzt davon, ergriff den Flücht­ling, brachte ihn auf die Polizei und verdiente sich auf diese Weise sein Avancement.

Tie Beförderung zu höheren Rangstufen wird nicht nur durch Mut, Rechtschaffenheit und Gewandtheit erlangt, sondern es ist auch eine bedeutende Exekutivfähigkeit er­forderlich. Ter gegenwärtige Polizeichef und die Inspek­toren haben ihren Stellung durch die Betätigung von Eigenschaften erlangt, welche sie eine große Anzahl von Leuten zu dirigieren geeignet machen. Jedenfalls ist es ein sehr gesundes Prinzip, jeden, ohne nach Herkunft zu fragen, an die seinen Fähigkeiten entsprechende ©teile zu setzen, zumal Bet einer Sicherheitsbehörde, deren Macht und Ansehen von der Zuverlässigkeit jedes einzelnen ab­hängt.

Schachaufgabe.

Von F. Havelka in Louny. (Nachdruck verboten.)

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a b edel x b Selbstmatt in drei Zügen.

(Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des LogogriphS in vor. Nr.r Stern Astern Ostern.

Redaktion: Curt Plato. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Luch- und Eteindruckerei (Pietsch Erben) in Eicsten.