Sreitag den 13. Zlovcmöer.

Mff

(Nachdruck verboten.)

Jas WttmiiW-m der Bretlipe.

J8on B. W. Howard.

(Schluß.)

Nannic kränkelte und starb. Es war wohl das klügste, was er tun konnte Nannic war ja immer klug. Er war niemals kräftig gewesen, im Winter nahm seine Schwäche zu, er war immer müde und wußte nicht, wie er ohne Guenn weiterleben sollte, ohne die starke, lustige Gwenn, die mlle seine Neckereien mit ihrem strahlenden Lächeln ausnahm, die schöne Guenn, rosig wie eine Pfir­siche und frisch wie ein Tautropfen, die immer fang und tanzte, immer zur Hand war, wenn man sie brauchte. Nannic litt nicht viel, er siechte dahin und die Frauen im Dorfe waren gut und liebevoll zu ihm. Aus Madames weisen Rat nahm ihn Jeannes Mutter mit nach ihrer Wohnung, ihn da zu verpflegen. Nannic blieb bis zuletzt geduldig und dankbar, weigerte sich aber hartnäckig, seinen Water zu sehen.

Klagen und Seufzer sind billig zu haben", sagte er verächtlich.Vater hin, Vater her, sprecht mir nicht von ihm. Wenn Ihr ihn herbringt, drehe ich mich nach der Wand um. Er hat sie getötet. Er hat uns alle getötet. Ich hasse ihn. Und wenn Ihr die Wahrheit hören wollt: ich habe ihn mein Lebenlang gehaßt."

Oftmals murmelte er vor sich hin, die -großen, blauen Augen weit geöffnet:Ich sah es ja kommen. Ich sagte es ihm, ich -habe es auch ihr gesagt, der andere ist nicht zu tadeln. Es sollte so kommen. Der andere kam und ging, ohne zu wissen, wie es stand."

Tie Weiber wiederholten seine Worte mit frommer Scheu und fügten sie ihrem Vorrat an Geistergeschichten, Wundern, Weissagungen und Zaubersprüchen bei. So er­rang Nannic noch im Tode den Ruhm, nach welchem er am meisten gestrebt hatte während seines kümmerlichen Da­seins ; er ging dahin, wenn auch! nicht im Ruf der Heiligkeit, so doch in dem eines Wesens voll geheimer, übernatür- licher Kräfte, was ihm weit mehr galt.

Auch Guenns ungestümes Herz, dies große Herz, das so leidenschaftlich für ihr Volk schlug wäre befriedigt ge­wesen, hätte sie dre Weiber unten am Flusse hören können. Wie die jüngeren um sie klagten und weinten, und wie die alte Mutter Nives mit seltsam zittriger Stimme zornig rief:Seid still ihr Närrinnen. Sie war mehr wert als ihr alle zusammen. Wer sagt einem jetzt noch ein lustiges Wort? Wer hat solche lachende Augen, die einen fröhlich machen und alle Gliederschmerzen vergessen lassen? Mit wem von euch lohnt es denn noch der Mühe zu reden? « Seid still, sage ich!"

Daraus erwiderte Mutter Quaper in tiefen Kehllauten

unter heftigem Schluchzen:Das frage ich auch Madame Nives, mit wem? Es ist freilich etwas spät am Tage, daß Ihr dahinter kommt. Ich war immer ihre Freundin und sie wußte es auch."

Dann entspann sich ein langer, hitziger Kampf, aber Guenn würde sich dariiber gefreut haben, geschah es doch ihr zu Ehren. Noch viele - aufrichtige Tränen flössen um sie und das Lob ihrer Güte, Klugheit und Schönheit erscholl allenthalben. Da, wo der Engel des Todes die majestäti­schen Fittige ausbreitet, findet der Neid keine Stätte für seinen Gifthauch, und seine Bosheit muß schweigen.

So war Guenn nicht vergessen; in den Annalen von Plouvenec wurde ihr Andenken getreulich aufbcwahrt. Noch lange Zeit nach ihrem Tode lebte sie unter ihrem Volke fort, und wenn die Leute von ihr sprachen, schien die zier­liche, kleine Gestalt in ihrer kecken Frische und Anmut, noch immer durch das Dorf zu streifen, hier mit einem freund­lichen Zuruf für die Schiffer am Strande, dort mit einer heftigen Erwiderung für jeden, der ihr zu nahe trat. Man glaubte die frohe, herzhafte Stimme bei Spiel und Arbeit singen zu hören, und in den kühnen, blauen Augen die un- unendlichste Nachsicht für ihr Plouvenec zu lesen und hoch­mütige Geringschätzung für die ganze übrige so unbedeutende Welt da draußen.

Zehn Jahre später verbrachte Hamor einen Winter in Rom. Tie Zeit war ihm hold geblieben und glimpflich mit ihm umgegangen, sie hatte einige Ecken und Kanten seiner Gestalt und Züge abgescbliffen, und ihm dabei allen Reiz der knabenhaften Anmut gelassen und den goldenen Schein in seinem blonden Haar und Bart. Hervorragend in seiner Kunst, immer vorwärts schreitend in rastlosem Streben, von einem erlesenen Freundeskreis umringt und reich genug, um alle seine Ansprüche zu befriedigen, war Hamor ein vom Glück begünstigter Mensch

Bis jetzt hatte er noch nicht geheiratet. An Veran­lassung über diese wichtige Angelegenheit mit sich zu Rate zu gehen, hatte es ihm nicht gefehlt, denn er war ein Lieb­ling der Frauen und auch jetzt noch geneigt, an besonders! reizenden-Mädchen psychologische Studien anzustellen. Für die Stunden, in denen er sich von der Arbeit losreißen mußte, um seine Mahlzeiten einzunehmen, oder weil sich leider täglich der Abend einstellte oder aus sonst einem zwingenden Grunde, fand er stets die eine oder andere Frau, für die er sich mit mehr oder weniger Gefühl be­geisterte, aber er gab selbst lachend zu, daß keine für ihn mehr sein könne, als die reizende Blume eines Tages. Zu seinen verheirateten Freunden pflegte er zu sagen: Ihr beweist Euren Gattinnen im besten Falle doch einen größeren oder geringeren Grad von Ergebenheit. Ich würde der meinigen gar keine bezeigen. Sobald ich nicht mehr über meine eigene Kühnheit staunte, ein so wundervolles Geschöpf mir zu eigen gemacht zu haben, würde ich fie vergessen. Ich würde nach Egypten gehen, ohne ihr Lebe- wohl zu sagen. Auf Ehre, ich würde die schäudfichsteN