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Mädchen eine Qual (ein. Tie Frau, die die Tür öffnete, sah ihn mürrisch an.

Ich will sehen, ob sie zu Hause ist", sagte sie, als vb der angebotene Dienst eine große Herablassung wäre.

Und hierauf verschwand sie in der Vorderstube. Als sie wieder herauskam, folgte ihr Nell selbst.

Oder war es auch Nell? Dieses schmalwangige, bleiche Mdächen mit den leblosen, furchtsamen Augen. Im ersten Augenblick war Clisford kaum sicher.

Sie erschrak aber heftig und der Ausdruck ihres Ge­sichts veränderte sich. Die Miene der Bestürzung wich der einer solchen Freude, einer solchen Belebung, eines so strahlenden Entzückens, daß Clisford zu bewegt war, um sprechen zu können.

Sie standen beide schweigend da, bis die Frau sich widerwillig in die Hinterstube des Hauses zurückgezogen hatte. Nell gin g hierauf zurück in das Bord erzimmer, in­dem sie ihn, immer noch wortlos- einlud, ihr zu folgen. Er tat es, machte die Tür zu und schloß das Mädchen fest in die Arme. Er konnte durchs den feuchten Schleier vor seinen Augen kaum ins Gesicht sehen.

Ich erkannte Dich nicht, Nell."

Wirklich? Ach, nun, es tut nichts."

Sie sagte es hoffnungslos; der erste Antrieb der Freude bei seinem Anblick schien schon wieder in ihr erstorben zu sein.

Nein, natürlich tut's nichts. Denn ich denke, daß Du rasch wieder ®ein altes Selbst werden wirst. Weißt Du, weshalb ich gekommen bin, Nell?"

Sie schwieg.

Ich bin gekommen, Dich zu heiraten."

Nell schüttelte den Kops; doch atmete sie tief vor Be­friedigung auf.

Ich höre gern, daß Du so sprichst. Es ist gut von Dir", sagte sie mit sanfter, zaghafter Stimme,wenn es auch unmöglich ist."

Warum?"

O Du wirst nicht wollen, daß ich den alten Grund wiederhole. Kann es Dir nicht genug sein, daß es un­möglich ist?"

Nein, unglücklicherweise ist es das nicht- Mein Herz, Tu kannst es nicht länger so aushalten. Es war früher ehrenhaft, Dich zu weigern, jetzt würde es töricht sein. Wer trägt wohl noch Sorge für Dich, Nell, wenn Du mich jetzt nicht hast?"

(Fortsetzung folgt.)

Wie wird man Millionär?

Es giebt eigentliche nichts Einfacheres als das. We­nigstens muß man unbedingt zu dieser Ueberzeugung kommen, wenn man ein soeben bei Harper in London er­schienenes Buch von Andrew Carnegie und der muß es doch wissen liest.The Empire of Busineß" ist der Titel dieses Schatzkästleins von guten Ratschlägen für an­gehende Millionäre. Machen wir uns einige dieser Milliardärweisheiten zu nutze!Es ist gut", schreibt Andrew Carnegie,daß junge Leute wirklich mit dem Anfang beginnen und die untergeordnetsten Stellungen einnehmen. Mele der ersten Geschäftsleute verbrachten die ersten Stun­den ihres Geschüftslebens damit, das Kontor auszufegen. Leider haben uttfere jungen Leute von heute mit diesem heilsamen Zweig der Geschäftserziehung nichts mehr zu tun, aber wenn zufällig die berufsmäßigen Reinmacheleute eines Morgens fehlen, so wird der Lehrling, der das Genie des zukünftigen Kompagnons in sich trägt, ohne Zögern zum Besen greifen. Auch ich habe einst das Kontor aus- gesegt. . . . Habt ihr alle Beschäftigung gefunden, io ist mem RatStrebt nach Hohem!" Ich gebe keinen Pfifser- lrng für den Mann, der sich im Geiste nicht schon selbst als Kompagnon oder Ches eines großen Hauses sieht. Be­gnügt euch m Gedanken keinen.Augenblick mit der Stellung, wie groß sie auch, sei, seid Könige in euren Träumen! . . . Den Alkohol berührt nur bei Mahlzeiten; ein Glas zum Mittag hindert euer Fortkommen oder erniedrigt euren Ton nicht. Aber es ist unvereinbar mit der Achtung und Wurde emes Herrn und besonders im Hinblick auf das, was ihr werden sollt, an der Bar zu trinken. Die nächste große Gefahr ist das Spekulieren. Es giebt kaum ein Bei­spiel, daß ein Mann das durch Spekulationen erworbene Vermögen gehalten hat; aber ich habe viele Spekulanten

völlig ruiniert gesehen. Die dritte und letzte Gefahr, vor der ich euch warne, ist die gefährliche Gewohnheit, einen Wechsel zu girieren, die um so gefährlicher ist, wenn sie sich in das Gewand der Freundschaft hüllt. Ehe ihr das tut, seht die Giros als Geschenke an und fragt euch- ob ihr eurem Freund das Geschenk machen könnt, und ob ihr wirk­lich euer Geld gebt. Vermeidet also den Alkohol, die Speku­lation und das Girieren. Erstere beide sind die Scylla und Charybdis und das Girieren die Klippen im Geschäftsmeer des jungen Mannes. Sind diese schwersten Gefahren über­wunden, so entsteht die Frage, wie man aus der unter­geordneten Stellung aufsteigt. Das Geheimnis liegt darin: Statt zu fragen:Was muß ich für meinen Ches tun?" muß es heißen:Was kann ich tun?" Gewissenhafte Erfüllung der übertragenen Pflichten ist ja sehr gut, aber es genügt für den künftigen Kompagnon nicht. Es muß noch etwas Darüber sein. Der emporsteigende Mann muß etwas Außer­ordentliches, außerhalb seines Gebietes Liegendes tun, er muß die Aufmerksamkeit aus sich lenken. Es kommt der Tag, an dem dir ausgetragen wird, etwas zu tun, was sür das Interesse der Firma nachteilig ist. Stehe ans wie ein Mann und sage es kühn, gieb die Gründe an und beweise dadurch deinem Ches, daß du die Förderung seiner Inter­essen studiert hast. Ob du recht oder unrecht hast, jedenfalls hast du die erste Bedingung des Erfolges gewonnen. Brich immer einen Befehl, um den Eigentümer zu retten, denn jeder große Charakter hat einmal die gewöhnlichen Vor­schriften gesprengt und neue für sich gemacht. Du wirst nie Kompagnon werden, wenn du das Geschäft deiner Ab­teilung nicht weit besser als der Chef kennst und ihm zeigen kannst, wie falsch seine Befehle waren. Wenn er der richtige Herr ist, hat er es gern, sonst ist er nicht der Mann, bei dem du bleiben kannst. Unsere jungen Kompagnons in der Carnegie-Firma haben ihre Sporen dadurch ge­wonnen, daß sie uns zeigten, wie wir nicht halb so gut wie sie wußten, was nötig war. Einige haben gelegentlich getan, als ob sie Chefs wären. Sie waren die echten Chefs, die Leute, nach denen wir aussahen. Ein sicheres Zeichen des zukünftigen Millionärs ist, daß sein Einkommen immer seine Ausgaben übersteigt. Er beginnt früh zu sparen, fast so früh, wie er zu verdienen beginnt. Wie gering die Er­sparnisse auch sind, sie werden sich als Grundlage für einen überraschenden Kredit erweisen. Kapitalisten ver­trauen dem sparsamen jungen Mann. Es ist einfach Unsinn, wenn junge Leute sagen, daß sie infolge von Ausnahme­umständen keine Chancen hätten. Jeder junge Mann, der in Stellung war, hat glänzende Chancen gehabt. Vom ersten Tage an erprobt ihn sein unmittelbarer Vorgesetzter, und wenn er Verdienst hat, so werden nach einiger Zeit im Rat der Firma seine Tüchtigkeit, Ehrlichkeit, Charakter, Anlage und Gewohnheiten erwogen und analysiert. Eine andere Klasse junger Leute schreibt ihre Mißerfolge der Tat­sache zu, oaß die Chefs Verwandte ober Günstlinge vor­geschoben oder Intelligenzen und aufstrebende junge Leute entmutigt und niedergedrückt haben. Das ist nicht richtig. Im Gegenteil, niemand ist besorgter, den richtigen Mann an die richtige Stelle zu bringen als der Chef. Hat man in einem Fach begonnen, so entschließe man sich, es in jenem Fach auch auszufechten, darin zu führen, jede Verbesserung anzunehmen, die besten Maschinen zu haben und das meiste darüber zu wissen. Es ist falsch zu sagen:Lege nicht alle deine Eier in einen Korb." Ich sage dir:Lege alle deine Eier in einen Korb, und dann bewache diesen Korb." Dein Ideal soll sein, daß kein Mensch von deiner Spezialität mehr weiß als du selbst. Vergiß auch nicht die Bedeutung der Vergnügungen. Das Leben darf nicht zu ernst genom­men werden. Ich schreibe den größten Teil meines Er­folges im Leben der Tatsache zu, daß, wie meine Kom­pagnons sagen, die Sorgen von mir absielen, wie Wasser von einer Ente. Viele Menschen würden groß und ersolg- reich sein, wenn die Welt sie so hoch schätzte, wie sie sich selbst taxieren. Sie sind Opser einer Hallucination. Jeder Chef studiert sorgfältig die jungen Leute um sich damit er sich ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten zu nutze macht. Wer also nicht gewürdigt wird, muß beit Fehler in sich, nicht in der Firma oder seinen Vorgesetzten suchen. Der junge Mann von heutzutage hat es unendlich leichter, an be­stehenden Firmen interessiert zu werden. Die großen indu­striellen Unternehmungen können nicht erfolgreich von be­zahlten Angestellten geleitet werden, die tüchtigen Leute müssen pekuniär daran beteiligt sein." Und Carnegie