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Ko« Steck,radelu bereitete es den, Erfinder stets die größte ScIilvieriaLit, eine hinreichend wirksame Schleifvorrichtung mtsfmdig zu machen. Im Jahre 1824 erfand der Ameri­kaner W. L. Wright die Solid-Headed-Maschine, welche dar­aus berechnet war, eine vollständige Umwälzung in der Stecknadelfabrikation hervorzubringen. Seine Maschine er­schien so vielversprechend, vaß es ihm gelang, in London eine Gesellschaft zu bilden und eine Fabrik in Lambeth zu bauen- Obgleich aber die Anlage unter großem Kosten­aufwand ausgestattet und mit etwa 60 Maschinen versehen wurde, erwies sie sich als erfolglos, da die Maschinen die Stecknadeln nicht anzuspitzen vermochten. Später half Wright diesem Mangel ab, doch die Gesellschaft hatte kein Glück und stellte den Betrieb ein, nachdem sie große Kapi­talien verloren hatte. Bei der Geschäftsregelung der Ge­sellschaft fiel die Maschine einem gewissen F. Tayler in die Hande, welcher die Finna D. F. Tayler & Co. (Birmmg- harn) gründete. Diese Gesellschaft brachte 1833 die erste Maschine auf den Markt, welcheStecknadeln mit massivem Kopf" fertigte. Nun waren ihre Erfolge so groß, daß die mit der Maschine hergeftellten Stecknadeln bald die hand- gefertigten Stecknadeln in England verdrängten.

Die Versuche, Stecknadeln durch automatisch arbeitende Maschiuen herzustellen, waren auch in Ainerika sehr zahl­reich, aber erfolglos. Namentlich wenn der Handel mit England, Frankreich und Deutschland unterbrochen war und der Preis derselben ungeheuer stieg, gingen die amert-i konischen Ingenieure immer wieder daran, Stecknadel-Ma­schinen zu konstruieren. Schließlich erwarb sich ein Dr. I. Howe gewisse Verdienste uni die amerikanische Stecknadel- mdustrie/ Seine Erfindungen, die ihm 1832 in den Ver­einigten Staaten, Frankreich und England patentiert wur­den, sind aber nichts anderes als Nachbildungen deutscher und französischer Vorrichtungen. Er begann seine Tätigkeit in den Vereinigten Staaten, nachdem er die Stecknadel-, Industrie in Europa fleißig studiert hatte. Tatsache ist, daß er genau in derselben Weise, wie es in Deutschland schon seit 200 Jahren geschah, die Köpfe durch Drahtspiralen bildete, die durch Druck am Schaft befestigt- wurden. Er hatte aber gute Erfolge, und sein Unternehmen steht heute tu Birmingham (Conecticut) in großer Blitte. Im Jahre 1840 stattete er seine Anlage mit Maschinen zur Herstellung von Nadeln mit massiven Köpfen aus; die Maschinen lieferten 60 bis 70 Stecknadeln pro Minute. Diefe Leistung wurde allerdings schon im Jahre 1850 von Dowler und Atwood überboten, welche Maschinen konstruierten, die 160 bis 170 Stecknadeln in der Minute herstellten. Die neuesten Maschinen sind noch weit leistungsfähiger, sie liefern etwa 300 Stück Nadeln in der Minute. Im übrigen ist man in England in den letzten Jahren vielfach wieder zu einem anderen Fabrikattonsmodus übergegangen. Man bewirkt das Schneiden der Drähte und Spitzen der Nadeln wieder in alter Weise durch Handarbeit und nur das Stauchen der Köpfe vermittelst einer einfachen Maschine. Da die Hand­arbeit an und für sich sehr leistungsfähig war und nur das Anköpfen viel Zeit in Anspruch nahm, ist diese Methode recht zweckmäßig. Die angeweudete kleine Maschine staucht 7000 bis 9000 Köpfe in der Stunde.

Vielfach hat man sich auch mit Erfolg bemüht, das Einstecken der' Nadeln in Papier, zur Bildung der so­genannten Briefe, durch Maschinen zu bewirken. Die Hand­arbeit erfolgte meist durch Kinder mittels einfacher Klemmvorrichtungen, welche das gefalzte Papier fest- hielteu. Geübte Kinder besitzen hierin eilte so außer­ordentliche Fähigkeit, daß eigentlich eine Maschine für diesen Zweck als Luxus angesehen werden muß. In manchen Gegenden scheint man'übrigens vom Einstechen der Nadeln ins Papier ganz abzusehen. Man kauft heute die Nadeln in kleinen Paketcheu von bestimmtem Gewicht, und zwar erhält man ans diese Weise ein weit reicheres Quantum als früher in den sogenaunteu Briefen.

Menn die Nadeln fertig sind, müssen sie blank gebeizt werden, was durch Köchen in Weinsteinlösung oder ver­dünnter Schwefelsäure geschieht. Die gebeizten und mit Wasser rein gewaschenen Nadeln werden dann häufiger noch durch das sogenannte Weißsiedeu verzinnt. Dies wird in der Weise ausgeführt, daß abwechselnd Schichten von Steck­nadeln und Körnerzinu in einen innen verzinnten Kupfer­behälter gelegt werden und eine schwache Lösung von

doppelt-toernsteiusaurem Kali hiuzugefügt wird. Der Be­hälter wird erhitzt und so eine Zmnlösung erzeugt, welche ich auf der Lberfläche der Stecknadeln ablagert. Dann werden diese herausgenommen und poliert, indem sie in einer rotierenden, mit Kleie oder Sägemehl gefüllten Trom­mel durcheinander geschüttelt werden.--

-Armee bleibt. Denn

Die Stecknadel bildet einen zu wichtigen Handelsartikel, als daß die Fabrikatton auf die ehemaligen Hauptproduki ttonsländer, Frankreich und Deutschland, beschränkt bleiben konnte. Namentlich hat sich England und zuletzt auch Amerika der Industrie mit glänzendem Erfolge bemächtigt. Die Vereinigten Staaten, welche früher ganz auf den Im-, ,ort angewiesen waren, gehören heute zu den Haupt-Steck- nadellieferanten auf dem Weltmarkt. Nach einer mir vor­liegenden Statistik gibt es jetzt in den Bereinigten Staaten 42 Steckuadelfabriken; die Produktion betrug bereits int Jahre 1900 67 Millionen Gros.

Wenn man die mäßigen Beträge in Rechnung zieht, welche für große Mengen von Stecknadeln gezahlt werden, daun begreift man kaum, wie die Industrie bei der ziemlich umständlichen Fabrikation der Nadeln ihre Rechnung finden kann und wie sie eine derartige Bedeutung und Ausdehnung anzunehmeii vermochte. Wer wir müssen in Bettacht ziehen, daß wir es hier mit einem Artikel zu tun haben, der zwar nicht leicht verbraucht oder beschädigt wird, der aber die merkwürdige Eigenschaft besitzt, sich unsichtbar zu machen zu verschwinden. Wenn wir z. B. hören, daß in Amerika pro Kopf der Bevölkerung 123 Stecknadeln in einem Satire verbraucht werden und der Verbrauch in europäischen Kletten ist iedenfalls nicht erheblich geringer dann fragt

Staaten ist jedenfalls nicht erheblich geringer man blos, wo diese große Stecknadel-Armee bei dieser Berechnung sind natürlich nicht nur die Erwach­senen berücksichtigt; auch dem kleinsten Beby, welches dank der Fürsorge seiner Mutter überhaupt noch keine Steck- nadeln in die Hände bekommt, sind die 123 Stück zugemesseii. Alljährlich werden aber viele Milliarden von Stecknadeln produziert, ohne daß eilte Abnahme der Nachfrage konstatiert werden konnte. Es dürfte aber doch nicht schwer fallen, dieses industrielle Rätsel zu lösen. Gerade die ungeheure Verbilligung des Produkts hat den Verbrauch mehr und mehr gesteigert. Denn je wohlfeiler ein Erzeugnis ist, mit nm so geringerer Achtsamkeit wird es behandelt.

Ich bin überzeugt, daß die kleinsten Brillautnadeln, welcke jedenfalls für die Herren Diebe etne größere An­ziehungskraft besitzen, als die gewöhnlichen Mesimgsteck, nadeln, nicht so leicht wie diese verschwinden. Bon allen industriellen Erzeugnissen hat gewiß keines so wenig den Sammeleifer der Menschen angeregt, tote die, Steckitadel. Wenn jemand auf die romantische Idee verfiele, einen Handel mit gebrauchten Stecknadeln zu eröffnen, so wurde er em äußerst schlechtes Geschäft machen, obwohl er diesen über die ganze eivilisierte Welt verbreiteten Handelsarttkek steuerfrei von der Straße auflesen könnte. Und warum? Weil es viel mühseliger und kostspieliger ist, 100 verlorene Stecknadeln zu sammeln, als 1000 Stück zu fabrizieren.

Gemeinnütziges.

Gegen nervöse Kopfschmerzen hilft eine Schale starker schwarzer Kaffee, in dem man den Saft einer Zitrone gepreßt hat. Derselbe soll ziemlich ivarm getrunken werden»

v Anagram m.

(Nachdruck verboten.)

Geizt edi berüte, kniend liest Bid huca tot sad bleen, Tiss mov dilb cohd tun erd naschtet, Mu sad tilch uz beehn.

Die vorstehende« Buchstabengruppen sind durch Umstellung zu ft««' gemäßen Wörtern zu bilden, sodaß das Ganze einen Sinnspruch von Anastasius Grün ergibt.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung der Schachaufgabe in vor. Nr.r W. Ke8, Dh2, Lgl, Sb5. Tb3, e4. Bd4, h5.

Schw. Kc6, Le3, Bb7, d3, h6

1, Dh2d2, beliebig. 2, Vierfach matt.

Redaktion: Curt Plato. - Notationsdruck und Vertoa der Brüll'scheu Universitäts-Luch- und Steindruüerei (Pietsch Erben) in Gießen.