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Nicht entging, entschloß sich, einen Osfensivstoß gegen die Franzosen vom linken Weseruser zu unternehmen. Ms zum 20. Juni waren die Truppen der Verbündeten bis Grebenstein und Geismar, nördlich von Kassel, vorgerückt. Am 24. Juni wurden die Franzosen bei Wilhelmsthal mit einem Verluste von 1800 Mann an Toten und Ver­wundeten und 3000 Mann Gefangenen in die Defensive geworfen. Dieser Tag kostete der verbündeten Armee 700 Mann. Dem französischen Heere drohte ein zweiter Tag von Roßbach, wenn der hannöversche General Kielmanns­egge, vereint mit General Luckner, auch wenn für ihn kein Befehl vorlag, zeitig in der Flanke und dem Rücken des französischen HeereS angegriffen und nicht durch sein zögern­des Verhalten dem Feinde den Rückzug aus Kassel möglich gemacht hätte.

Der Plan der Franzosen, den Herzog nach Norden zu drängen, war vollständig gescheitert, und auch die ferneren Bewegungen des Herzogs mußten ihnen die Unausführbar- keit ihres Planes^ klar machen. In und bei Kassel wurde die französische Armee über die Fulda geführt. Die weiteren Maßnahmen des Herzogs ließen die Marschälle besorgt machen wegen ihrer Verbindung mit dem Main, und so erbaten sie" sich denn von ihrem Hofe die Erlaubnis, sich rückwärts nach dem Main hin zu bewegen und die Ver­bindung mit Conds bei Gießen zu erstreben.

Trotz, der für die Franzosen ungünstig verlaufenen Gefechte bei Lutterberg uud am heiligen Berge nordöstlich von Kassel am 23. und 25. Juli hatten die Marschälle die Weisung, sich bei Kassel zu halten. Prinz Coudö wurde der Befehl, vom Rhein aus vorzugehen. Durch glückliche Gefechte war es bis Mitte August dem Herzoge gelungen, die Franzosen von Kassel wegzutreiben und sie in die Richtung Melsungen-Spangenberg zu drängen. Ihre Absicht war, Rothenburg zu halten, Hersfeld zu erreichen und sich dann mit Conds zu vereinigen. Des Herzogs Plan ging dahin, dem Feinde zuvorzukommen, sich immer mehr südlich zwischen die Heere der Marschälle und des Prinzen einzuschicken, während der Erbprinz die Weisung hatte, Conds nach dem Main hin zu werfen.

Beim Anmärsche der Verbündeten räumte der Feind am 22. Hcrsfeld und setzte dann seinen Marsch die folgenden Tage nach Fulda, Schlüchtern, Freiensteinau fort, um die alte Heerstraße nach der Wetterau einzuschlagen. Am 24. und -5. August finden wir die Hauptarmee der Verbün­deten im Lager bei Mahr, nördlich bei Lauterbach.

Prinz Conds war unterdessen von Düsseldorf ausge­brochen und hatte über den Westerwald und Hachenburg am 4. August Hohensolms erreicht, woselbst er ein Lager bezog. Am 6. brach er auf, ging bei Gießen über die Lahn und kantonnierte bei Alten-Buseck.

Der Erbprinz von Braunschweig war in der Nacht auf den 22. August von Homberg aus über die Ohm gegangen und hatte seinen Marsch gegen die Vortruppen Condes, gegen das Levi'sche Korps bei Bernsfeld, in der Nähe von Nieder-Ohmen gerichtet. Des schlechten Wetters wegen konnten die Kolonnen des Erbprinzen nicht zeitig ein­treffen, sodaß er nur mit den Abteilungen der Generale v. Hardenburg und v. Bock das Lager des Feindes bei Bernsfeld überfallen konnte. Dieser zog sich mit Hinter­lassung eines Teils seiner Bagage und seines Lagers nach Stangenrod bei Grünberg zurück, wo Conds sich in Schlachtordnung aufgestellt hatte. Die Verbündeten nahmen dem Feinde einige Hundert Mann ab. General Luckner berichtet dem Herzoge:Der liebe Gott hat uns das Wetter so verkehrt gesondert, daß es fast nit menschlich auszustehen gewest; ich vor meine Person allein mußte wegen angeloffenen Wasser 6 Stund zubringen, um nur eine Stund zu machen. ... 3 Kolonnen haben gar nit auf ihrigen angewiesenen Blatz debouchieren können. Und doch ist es so gegangen, daß wir alle dem Erbprinzen gratulieren, daß die Feinde trntz ihme vor deme den nemb- lichen Blatz haben flüchten müssen."

Ter Erbprinz stellte sein Heer bei Atzenhain auf, nach­dem der feindliche General Levy geschlagen, mußte aber, da seine Kolonnen noch nicht alle eingetroffen waren, von einem Angriff abstehen, ließ seine Truppen lagern und abkochen. Als man sich in der Nacht vom 22. zum 23. in Bewegung setzte, erfuhr man, daß der Feind sich gegen Gießen zurückziehe. Conds lagerte vom 23. zum 24. bei

Steinbacy; das Lager des Erbprinzen befand sich bei Grün­berg. Am 24. setzte sich Conds in der Richtung auf Grü- n in gen in Marsch. Da der Erbprinz befürchtete, daß der Feind rechts a'bmarschieren würde, um sich seiner Haupt­armee zu nähern, so ordnete er den General Luckner ab, um den Wald bei Kloster Arnsburg in der Nähe von Lich zu besetzen. Dies gelang ihm ohne Widerstand. Von der Höhe bei Arnsburg sah man, daß der Feind bei Holz­heim Zelte für 10 Bataillone aufschlagen ließ, während das Gros des Heeres jenseits des Pfahlgraben lagerte. Der Erbprinz war bei Muschenheim in 3 Kolonnen über die Wetter gegangen, um die Höhen von Eberstadt zu gewinnen, von wo aus man den Feind bei Holzheim vertreiben wollte. Tie Nacht brach ein, und man beschränkte sich auf Plänke­leien. Prinz Conds ließ noch in der Nacht die Zelte ab- brechen und lagerte vorivärts Grüningen im Walde beim Pfahl grab en. Ter Erbprinz blieb eine halbe Stunde von Grüningen imPfaffenfelde bei Eberstadt stehen. Als der Erbprinz am 25. gegen Grüningen vorging, fand er das Lager des Feindes verlassen. Man erfuhr, dach derselbe die Straße nach Wetzlar eingeschlagen habe. Tie auf die Höhe hin jenseits des Städtchens Grüningen nach Gießen hin vorgeschickten leichten Truppen meldeten daß noch etwa von der Arriöregarde des Feindes im Walde 6eint Pfahlgraben stehe. Als der Erbprinz seine Truppen auf die Höhen Vorgehen ließ, wurden diese von einer heftigen Kano­nade des Feindes empfangen. Der Prinz merkte, daß er es mit der ganzen Armee Condss zu tun haltender dort in der Nacht biwackiert hatte. Alle Versuche des Erb­prinzen, den Feind aüs seiner vorteilhaften Stellung zu vertreiben, blieben erfolglos. Nach zweistündigem Gefecht sah sich der Erbprinz genötigt, in das Lager bet Musch en- heim und Kloster Arnsburg zurückzukehren Die Kano­nade war so heftig, daß sie von dem Herzog bei Ulmcysteirr wahrgenommen wurde. Das Gefecht kostete die Verbündeten 50 bis 60 Mann an Toten und Verwundeten. Der Feind zog sich am 25. nach Gießen zurück und marschierte von da nach Pohlgöns, wo er am 26. einte af. An gleichem Tage verlegte der Erbprinz sein Lager nach Grunberg.

°Die Hauptarmee des Herzogs stand um diese Zeit ber Ulrichstein. Am 28. rückte sie nach Schotten und erreichte am 29. Nidda. Die feindliche Armee unter Soubise und d'Estrses war über Freien stein an, Birstein nach Undingen marschiert, von wo sie der altenhohen Straße über Marköbel nach Win decken folgte, das am 29. erreicht toUr«rim CondS war am 27. von Pohlgöns aus in die Gegend von Friedberg und Nauheim vorgegangen, um sich mit der im Anmarsch befindenden Hauptarmee zu ver- einiaen. Der Erbprinz war nach Wolfersheim nn Kreise Friedberg vorgerückt, um womöglich noch tut letzten Augenblick der Vereinigung der Condsschen Armee zu ver- etteIUnt einem Stoße des Erbprinzen auszuweichen, war Cnndö am 29 Auaust von Nauheim nach Rodheim aus- aebrochen um fick? dem bei Vilbel stehenden französischen General Stainville zu nähern. An demselben Tage erging an den Erbprinzen von dem Herzog die Weisung,« ss en beim am 30. zu besetzen und den General Luckner nach Friedberg vorgehen zu lassen, um Conds zu beobachten. Das Zurückweichen des Letzteren nach RodheiM entsprach den Wünschen der Marschälle nicht, daher an ihn der^Befehl ging, am 30. nach dem Gehöfte Hasselhecke bannisberq wieder vorzugehen. Wahrend ein Teil des Condsschen Korps unter dem General ^evi den Wünschen der obersten Heeresleitung nachkam, folgte Conds- selbst mit den übrigen Truppen bis Oberroßbach, um dort die versprochenen Hilfstruppen der Marschalle abzuwarten.

(Schluß folgt.)

Scherzrätsel.

Ich habe viele Kehlen und alle trinken gern, Tu manche Menschen quälen und blieb kaum einem fern. Ich bin an feuchtem Orte, im Keller tote tm vas- . Man ißt mich auch; doch Worte, die drücken mich nicht aus. (Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Zifferblatttätsels in voriger Nummer r i n in iv v vi vn vm ix x xi xn BANDEN T E S h aj A

Ban, Band, Bande, Banden, Anden, Ente, Esel, Sela, Laban.

Redaktion: Curt Plato. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitöts-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.