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dem Munde großer Meister, das den jungen Künstler so hoch beglücken kann, das waren jetzt für Humor die wert­vollen Güter, nach denen er strebte. Man betrachtete ihn allgemein als einen vielversprechenden Künstler, seine Kame­raden hielten große Stücke auf ihn, aber größer noch als ihre Hoffnungen war Humors Glaube an sich selbst.

(Fortsetzung folgt.)

Das Rauhe Haus.

18331903.

Unter den Gedenktagen dieses Jahres darf einer nicht vergessen werden, der äußerlich zwar unscheinbar, doch der fruchtbaren Keim für die großartige Bewegung der Barm­herzigkeit unter uns, die zu den edelsten und erfreulichsten Zügen unserer Zett gehört, bildet: die Gründung des Rauhen Hauses in Hamburg. Es war am 12.,Sep­tember des Jahres 1833, als der Kandidat Johann Hinrich Michern in einer Rede die Herzen der Hamburger für die Rettungsarbeit an den Kindern begeisterte. Schon am 1. November 1833 konnte er mit Mutter und Schwestern in das kleine, strohgedeckte, ihm von dem edlen Syndikus Sieve- king dafür geschenkte, Haus, welches von alters her (jeden­falls nach seinem früheren Bewohner) den NamenRuges Haus" trug, einziehen. Tie Liebe zu den gefährdeten Kin­dern trieb ihn, statt sich um ein Pfarramt zu bemühen, diesen Weg zu gehen, von dem er wußte, daß er nach dem Sinne dessen war, der gesagt hatte:Ich bin gekommen, zu suchen und selig machen, was verloren ist!" Im Be­suchsverein in Hamburg, dem Kandidat Wichern angehörte, war der Gedanke der Begründung eines Rettungshauses zuerst laut geworden. Gott hat dann die Wege geebnet.

Klein war der Anfang des Rauhen Hauses. Erst waren es zwei, dann fünf KUaben, denen Wichern Vater und Lehrer zugleich war. Mit seinem durch Liebe, fleißiges Studium und reiche, persönliche Begabung geschärften Blick schaute er tief in die Herzen d'er Kinder und" wußte jedem das zu geben, was ihm not tat. Bald staunten die, welche vorher über den wunderlichen Kandidaten die Achsel gezuckt hatten, über das, was er bei den ihm anvertrauten Kindern er­reichte. Aber so wie er, wußte auch keiner die biblischen Geschichten zu erzählen, das Lied im Haus zu pflegen, durch Spiel und Arbeit zu erziehen!

So wuchs in kurzer Zeit neben dem kleinen Haus eins ums andere. Fast in jedem Jähre wurde ein neues Haus gebaut: die KUaben selber waren dann Handlanger und Mithelfer. Aber warum nicht ein großes Anstaltsgebäude, warum so viele kleine? Wichern wußte, was er tat, wenn er so baute. Wie Gott das Kind in die Familie setzt, damit die Eltern jedem Kinde und seiner Art gerecht werden, so wollte Wichern nur kleine Gruppen von Kindern unter der Leitung einig Mannes vereinigen, damit jedes Kind nach keiner Art behandelt werden könnte. Darum ordnete er die Knaben in kleine Gruppen, die er Familien nannte. Jede Familie zählt nur 12 bis 16 Knaben und wird von einem Müder geleitet, dem noch ein oder zwei Gehilfen zur Seite stehen, die auch Brüder sind. Diese frommen jungen Männer kamen aus allen Landesteilen auf seinen Ruf zu Wichern, um ihn in seiner Arbeit zu unterstützen. Sie wurden von den Kindern Brüder genannt und sollten, wie die älteren Brüder in einer Familie, den Kindern vorbildlich vorangehen und für guten Geist in der Familie sorgen. Sie selbst empfingen Unterricht und wurden so für den Dienst in kleineren Anstalten, in der Stadtmission undGefangenen- pflege, in Herbergen zur Heimat und Arbeiterkolonien vorbe­reitet; kurz, die erste deutsche Brüderanstalt wurde von Wichern in die Erziehungsanstalt des Rauhen Hauses hinein- gebaut.

Schon im Jahre 1852 sah sich Wichdrn dazu gedrängt, ernen weiteren Schritt vorwärts zu tun. Vermögende Eltern erbaten auch für ihre Kinder Wicherns Hilfe. So sah er sich veranlaßt, für sie das Pensionat zu gründen, in welchem die Kinder eine höhere Schulbildung empfingen und unter Leitung junger Theologen standen. Auch im Pensio­nat, nm das sich.D. Johannes Wichern, der Sohn, be­sonders verdient gemacht hat, wurde das bewährte Fa- mrlrenprinzip beibehalten. Schließlich ging man auch dazu «oer, Handwerker- und landwirtschaftlichen Lehrlingen, die aUe schon konfirmiert sind, int Rauhen Hause die Möalich- kert der Aufnahme zu schaffen. Aus schott lange vorhan­denen Arbertsstatten wnrden fachkundig geleitete Arbeits­

betriebe für Schlosserei, Schuhmacherei, Tischlerei und Druckerei. 2 bis 4 Lehrlinge werden in jedem dieser Be­triebe ausgebildet. Sie alle zusammen bilden die sogen. Handwerkerfamilie im Handwerkerhaus. Neben ihm liegen die Arbeitsstätten der Oekonomielehrliuge, die in zwei Fa­milien, intBienenkorb" und intalten Rauhen Hause" untergebracht sind. Ein großes Schulhaus dient allen diesen Zweiganstalten: hier haben die Zöglinge des Pensionats, Pensionäre genannt, ihre Realschule; hier empfangen die Handwerker nnd die landwirtschaftlichen Zöglinge ihren Unterricht; hier besnchen die Zöglinge der KinderanstaU die Elementarschule; hier haben die Brüder, die in den 13 Knabenfamilien zerstreut wohnen, in zwei Klassen Un­terricht. Weltbekannt sind die Produkte der Buchhandlung und der Druckerei, der sogen.Agentur des Rauhen Hattses".

Außer dem Schulgebäude dienen noch ein paar Häuser der ganzen Anstalt und bereit Familien: da ist zunächst das Wirtschaftsgebäude, in dem für die rund 200 Knaben und die 35 Brüder, die unverheirateten Lehrer und einen Teil der sonstigen Angestellten der Anstalt gekocht wird. Es ist kein geringes Stück Arbeit, die verschiedenen Tische wohl zu bedenken und jedem das Seine zukommen zu lassen. Einer der älteren Brüder mit seiner Frau leitet den Dienst. Dann das Krankenhaus,Baracke" genannt, in dem ein luftiger Saal und mehrere einzelne Zimmer für etwaige Kranke der Anstalt bereit sind. Zwischen diesen Häusern steht ein Bau mit einem Türmchen, davor ein anderes mit hohem Giebeldach, dort ist der Betsaal, in dem sich jeden Morgen und Abend die ganze Hausgemeinde versam­melt. Hier bringt der Hausvater, der in dergrünen Tanne" wohnt, seit September ist es Pastor Hennig seiner Austaltsgemeinde täglich Gottes Wort; da gedenkt man jedes einzelnen Muders und Knaben, der seinen Ge­burtstag feiM, in herzlicher Fürbitte; da feiert man Kaisers Geburtstag) Weihnachtsfest, Konfirmation und Erntedankfest.

Neben der geistigen und geistlichen Pflege der Knaben kommt die körperliche nicht zu kurz. Mitten in der Ost- &des Anstaltsterrains liegt ein Teich, im Winter der nelplatz der Schlittschuläufer. Im Hintergründe der westlichen Hälfte erhebt sich ein stattlicher Bau, in dessen Erdgeschoß sich die Turnhalle weitet. Da drinnen stehen neben den Turngeräten die Gewehre, die der Anstalt vom Kriegsminister zugewiesen sind; mit ihnen wird fleißig exex. ziert. Auf der Westseite der Anstalt dehnt sich endlich, von stattlichen Bäumen umgeben, der Spielplatz, das Gehölz. Da werden Fnßballschlachten geschlagen; allerlei Spiele för­dern die Geschicklichkeit und Behendigkeit der jungen Kna­ben. Wer die Hunptsache: Die ganze Anstalt ist ja ein großer Garten, tu welchem jede Familie ihr besonderes Stück Gartenland nnd jeder Küabe sein eigenes Gartenbeet hat.

Mehr als 2500 Zöglinge sind im Laufe von 70 Jahren durch die Anstalt gegangen, von denen manche als tüchtige MäNner mit gefestigtem Charakter wieder in das Rauhe Haus kommen, um die Stätte ihrer Jügendjahre, welcher sie das Beste verdanken, wiederzusehen, oder auch um sie ihrer lieben Frau zu zeigen. Mehr als 330 Brüder sind von hier ansgegangen, die draußen int weiten Vaterlande zerstreut, in den verschiedensten Anstalten, Herbergen zur Heimat, Rettungshäusern usw. in Arbeit stehen, in denen sie das an unzähligen Menschen verwerten durften, was sie int Rauhen Hause üben und lieben lernten. So ist in der Tat das Rauhe Haus eine rechte Segensstätte und eine Pflanzschule der barmherzigen Liebe geworden, von der viel Segen weithin in alle Lande gegangen ist.

Die Schweizer Reise mit Hindernissen.

Ein von einer Schweizer Reise heimflüchtender Leser sendet derFrkf. Ztg." folgenden,der Wirklichkeit nach- erzählten" poetischen Stoßseufzer, der die Berichte über den enormen Reiseverkehr dieses Jahres bestätigt und in den Herzen vieler Leidensgenossen ein Echo wecken dürfte: Die Schweizer Reise.

Schön ist Mutter Natur deiner Erfindung Pracht, Hättest ott nur dazu stets herrliches Wetter gemacht! Petrus, schütte nur zu, ich kenn' deine Tücken bereits, Wetter, sei wie du willst, auf geht's in die bergige Schweiz) Aus nach St. Moritz, die Fahrt fängt zwar mit Regen mir "an,