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Störte mir nicht den Humor, kam so zur Albula-Bahu! War doch die reizendste Fahrt, wild und doch lieblich zugleich Steigt aus der irdischen Flur ans in der Wolken Bereich. Führt aus der Tunnel Geheg immer zum reißendsten Bild, Schließt sich der Vorhang und dann lachet ein herrlich Gefild.
Schließt sich der Vorhang, und bang gähnet ein Abgrund uns an.
Schließt sich der Vorhang und wild brausen Gewässer heran. Wohl an die vierzig und mehr wechselnde Bilder wir sah'n. Nimmer vergesse ich dich, einzige Albula-Bahn!
Uns begegnet ein Zug, kam von da oben zurück, Und es erstrahlte daraus sichtlich der Reisenden Blick! Doch — 's ist ein spöttischer Strahl: „Sagt, ist's dort oben auch schön,
Wie man's erhofft und erträumt?" — „Fahrt nur, ihr werdet's ja seh'n, Fahrt nur, wir wünschen euch Glück, bleibet. zu lange nicht aus!"
Und es kam über uns all ahnungsvoll mahnend ein Graus. Oben Samaden, es grüßt Gletscher und Alpe so schön, Aus nach St. Moritz soll schnell unsere Wanderung geh'n! „Wie? — Nach St. Moritz? — Da gibt's nicht mehr ein einziges Bett!
Schlafen dort viele auf Heu, finden das immer noch nett!" „Nun denn, so führt unser Weg nach Pontresina hinein!" „Nach Pontresina? O weh! Was fällt Ihnen, Bester, denn ein?
Schlafen dort viele im Stall und in den Wannen im Bad I Viere zusammengedrückt, daß nur ein Plätzchen man hat!" „Nun denn, so bleibe ich hier, isst doch Samaden auch schön!"
„Das wär' vergebliche Müh', müssen wo anders hingeh'n, Alles ist hier überfüllt, und ich versich're auf Ehr', Kommen können noch viel — schlafen kann keiner hier mehr!"
Schön ist Mutter Natur deiner Erfindung Pracht, Hätte die Häuser man nur oben noch größer gemacht! Nützt keine Klage mir mehr, alles ist eiteler Wahn, Führe zurück mich in Eil', herrliche Albula-Bahn;
Trösten soll mich Luzern! — Aber dort wurde ich wild, Tenn von Hotel zu Hotel hieß es: „'s ist ganz überfüllt!" Traurig fahr' ich nun heim, herrliche Schweiz, lebe wohl, Fahre im folgenden Jahr bis an den nördlichsten Pol, Finde vielleicht dort ein Nest! Leser beherz'ge die Lehr': Fahr' ohne eigenes Bett in die Schweiz nimmermehr, Bau dir dazu dort ein Haus, findest dann sicher Quartier, Lade mich dann zu dir ein, denn Obdach dankst du ____________ ja mir!
Vermiete»«
.. * Eine Versicherung g e g en Blind dar m e n t- z u n oung. Seit einigen Jahren hört man ausfallend oft von Erkrankungen des Blinddarms und des benachbarten Wurmfortsatzes, eines ckleineu, anscheinend ganz über- flüssigen Darmanghängsels. In der medizinischen Literatur steht die Frage der Behandlung bei Blinddarmentzündung rm Brennpunkt des Interesses, zumal man einsehen gelernt hat, daß diese Krankheit unter Umständen recht bösartig auftreten kann. In der Vorstellung des Laienpublikums spcelt daher die Blinddarmentzündung eine bedeutsame Rolle. Diese Tatsache und der Umstand, daß im Jahre 1900 in Großbritannien etwa 15 000 Operationen wegen Blinddarmentzündung mit einer Sterblichkeit von 10 v. H. ausgeführt wurden, hat eine englische Versicherungsgesellschaft dazu veranlaßt, Versicherungen abzuschließen, durch welche dem Versicherten im Falle einer Blinddarmerkrankung Arzt- und Arzneikosten bis zu einer gewissen Höhe ersetzt werden. Vorläufig, bis zur Feststellung der Verhältnisse und Gefahren, ist für eine Versicherung über 2000 Mark 5 Mark Prämie zu zahlen. Als Maximum sind 10 000 Mark angesetzt.
* Zigarren aus — Papier. Das Papier hat ja bekanntlich bereits die mannigfachste Verwendung gefun- den. Man benutzt es zur Herstellung von Waggonrädern, Hausern, Booten usw. Nunmehr hat eine Fabrik in Newhork Fabrikation voir Zigarren aus Papier begonnen. Dav Verfahren, durch das diese Blätter gewonnen werden, wrrd folgendermaßen beschrieben: Man taucht Papier
blätter in Bottiche, die mit Tabaksaft, der von der Zubereitung des gewöhnlichen Tabaks herrührt, gefüllt sind, und bringt sie dann zum Pressen. Dabei werden sie gleichzeitig in die Form gewöhnlicher Zigarrenblätter geschnitten und erhalten ein Gewebe aufgedrückt, welches zur Vervollständigung der Illusion dienen soll. Nur die Rippe fehlt d lesen künstlichen Blättern, so daß sie also sogar einest Vorteil vor den natürlichen Blättern voraus haben. Wie berichtet wird, werden diese Zigarren von Liebhabern geraucht und für ausgezeichnet erklärt.
— Björnstjerne Björnson, Auf Gottes Wegen, Roman, geh. Mk. 3.—, Verlag von Albert Langest in München. — Björnstjerne Björnson's berühmter großer Roman erscheint hier in einer glänzenden Uebersetzung und in vornehmer Ausstattung zu billigem Preise. Was die Weltliteratur an diesem Roman für ein Meisterwerk von unvergänglichem Werte besitzt, ist ja bekannt ünd wird durch die neue Ausgabe sicherlich' auch noch vielen hessischen Literaturfreunden bekannt werden. Namentlich in der Schilderung von Frauen-Charaktern ist Björnson ist „Auf Gottes Wegen" auf der Höhe seines Könnens. Eine Gestalt, wie die zarte Ragni, me unter dem Unverständnis der Welt viel leiden muß und darin stirbt, eine so lebendige und poetische, so entzückende rind so ergreifende Frauengestalt hat schwerlich ein anderer lebender Dichter gebildet. Und die anderen Hauptpersonen, Männer und Frauen, und die zahlreichen, mehr episodisch auftretenden Nebenversoneu, wie sind alle diese Menschen gesehen und geschildert! Wohl fühlt man deutlich des temperamentvollen Dichters Sympathien und Antipathien gegen die einzelnen Geschöpfe seines Genies durch, aber wie gerecht ist er, wie versteht er jeden einzelnen, tote human und tote groß empfindend ist er! Ja, die große humane Idee, die das ganze Werk trägt, die schöne Menschlichkeit des Dichters und seines Buches sind es, die diesem bedeutenden Roman tu erster Reihe seinen dauernden Wert geben. „Auf Gottes Wegen" ist darum auch ein Volksbuch im höchsten Sinne des Wortes, geeignet, aufklärend und läuternd zu wirken, wo es auch gelesen wird, ein Buch, das wunderbar erzieherisch wirkt mit den Mitteln dev reinsten Kunst und ohne alle tendenziösen Moralpredigten.
— Die Schädlichkeiten des Schnürens, auf die schon oft von den Aerzten hingewiesen worden ist, erfahren eine ganz besonders eingehende Würdigung in einem mit hochinteressanten, anschaulichen Illustrationen versehenen Aufsatz von Tr. med. Lutze, den das neueste (27) Heft der illustrierten Zeitschrift „Für alle Welt" (Deutsches Verlagshaus Bong u. Eo., Berlin W. 57. Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) in seinen Spalten bringt. Der beherzigenswerte Artikel ist um so lesenswerter, als nicht nur der Arzt, sondern auch der Künstler sein Bedenken gegen das Korsett auseinaudersetzt. Auf nicht minder allgemeines Interesse darf der im gleichen Heft enthaltene illustrierte Aufsatz „Wer hat die Nähmaschiue erfunden?" rechnen. Die belehrenden Artikel „Ein deutscher Vulkan" und „Die Seewarte in Hamburg", beweisen in Verbindung > mit der allerlei Neuheiten enthaltenden Rubrik „Neue Erfindungen und Entdeckungen", daß auch das neueste Heft der Zeitschrift dem modernen Bedürfnis nach Unterrtchtung aus allen Gebieten der Wissenschaft und Technik Rechntlng trägt. Ten Romanen „Die Templer vom Ringe" von Kraft und „Unter Ruinen" von Jean Bernard steht die Skizze von Paul Grabeitt: „Aus der Philister Land" (entnommen' der Romanfammlung „Vivat Aead,ernia") zur Seite. Von den Illustrationen seien besonders die farbige Kuustbeilage „Die Badenser beiNuits-sous-Beaune", das Schlachtgemalde von Küötel, und das Bild' von Braun: „Bayrische Hochzeit" hervorgehoben.
Arithmetische Aufgabe.
5 6 7 8 9
10 11 12 13 14
15 16 17 18 19
Vorstehende Zahlen sind in der Figur so zu stellen, daß jede ans drei in einer Richtung liegenden Feldern bestehende Reihe (also sowohl entrecht, wie auch quer von links unten nach rechts oben und umgekclnt- die Summe von 36 ergibt, und in der mittelsten wagerechten Reihe fünf aufeinanderfolgende Zahlen stehen. (Auflösung in nächster Nummer.)
Redaktion: Au«ust Götz. — Rotationsdruck und Verlag der Briibl'schen UniversitätS-Vuch- und Cteindruckerei. R' Lange, Großen,


