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Schmierseife und 10 Liter Wasser die Tiere töten. Wir pflanzen noch Aurikeln, Primeln und säen noch Stief- mütterchen und Vergißmeinnicht aus.
Wir hacken den Boden unter den Stachelbeeren, damit die Puppen der Stachelbeerblattwespenlarven, die unsere Stachelbeersträucher faljl gefressen haben, zerstört und von den Hühnern gefressen werden.
I. C. Schmidt, Erfurt.
Gemeinnütziges.
* Das „Bild der Gesundheit" bei unseren Babies. Es ist das Streben aller jungen Mütter ihre Sprösslinge im Säuglingsalter den lieben Angehörigen und Gevattern in rechet wohlgenährtem oder vielmehr, was sie dafür halten, fettem Zustande zu präsentieren. Ganz allgemein ist der Glaube verbreitet, daß das Körpergewicht eines Säuglings einen geraden und zuverlässigen Maßstab für seine Gesundheit abgebe. Bei den berüchtigten Babte-- Ausstellungen bekommt auch stets das fetteste Kind den Preis. Mit launigen Worten hat neulich ein Arzt irrt Journal der Amerikanischen Medizinischen Vereinigung die Sachlage gekennzeichnet: „Die Mütter sind besonders stolz auf ihre jungen, hoffnungsvollen Kleinen, wenn sie eine Masse von Wülsten und Fettpolstern, unterbrochen durch Grübchen und Falten, darstellen, die die eigentliche Anatomie des Körpers gänzlich zum Verschwinden bringen und die Kinder zu formlosen kleinen Massen von Menschlichkeit machen." Es entsteht nun für jeden nachdenkenden Menschen die Frage, ob wirklich für ein Kind dieselbe Körperbeschaffenheit ein Zeichen von Gesundheit sein sollte, die beim elv- Vachsenen Menschen zweifellos einen unerwünschten, wenn nicht geradezu krankhaften Zustand bedeutet. Die Fettleibigkeit gilt in den orientalischen Harems für das notwendigste Tribut weiblicher Schönheit. Doch bleibt uns Europäern dieser muselmanische Geschmack ganz unverständliche wie schon die vielen Entfettungskuren, der hohe Ruf von Marienbad usw. genügsam zeigen. Verständige Aerzte sind längst dahin gelangt, auch den jungen Müttern die Augen darüber zu öffnen, baß sie sich über einen übermäßigen Fettansatz an ihren Babies durchaus nicht zu freuen haben. Bei einer fieberhaften Erkrankung ist das Fett, das alle Organe des Kindes einschließt, stets ein ivesentliches Hindernis für eine schnelle Heilung. Außer- bent sind fette Kinder, wenn nicht Ansteckungen, so doch sicher Erkältungen und den gewöhnlichen Kinderkrankheiten stärker ausgesetzt als andere von mehr menschlicher Gestalt. Namentlich int Sommer zeigt sich die Wahrheit dieser Tatsache mit aller wünschenswerten Schärfe. Die fetten Kinder schwitzen in dieser Jahreszeit mehr, sie werden leichter wund, sie schlafen schlechter und sind bei irgend welcher ernsten Erkrankung Nervenzufällen mehr ausgesetzt. Es kann leider nicht bezweifelt werden, daß die Aerzte an den bei den Müttern eingewurzelten falschen Vorstellungen insofern eine Mitschuld tragen, als sie sie entweder gefördert oder wenigstens nicht bekätnpft haben. Das muß anders werden, und es ist eine Pflicht weitester Kreise;, ganz besonders aber jedes Hausarztes, unter seinen Pflegebefohlenen die Aufklärung zu verbreiten, daß ein Kind von geringerem Gewicht, aber festem Körperbau gesünder und widerstandsfähiger ist als ein kleiner Fettklumpen.
VeNmrschtes,
* Eine Künstlerehe. Wie der jüngst verstorbene englische Maler Whistler zu seiner Frau kam, erzählt La- bouchsre, der mit dem Maler eng befreundet war, in der „Truth": „Ich glaube, daß ich verantwortlich war für die Heirat meines Freundes mit der Witwe des Architekten Godwin. Sie ivar eine außerordentlich hübsche Frau und hatte. angenehme Manieren. Ich dinierte mit beiden einmal in Earls Court. Sie schienen sich sehr zugetan, aber keines hatte den Mut, dem anderen Teile seine Zuneigung zu gestehen. Da faßte ich mir eines Tages ein Herz. „Jemmh" frug ich meinen Freund, willst Du Mrs. Godwin heiraten?" „Gewiß!" antwortete er. „Mrs. Godwin", fragte ich diese, „wollen Sie Jemmh heiraten?" „Sehr gern", war ihre Antwort. So wandte ich mich wieder an Whistler. „Wann willst Du heiraten?" fragte ich. „O,
eines Tages." „Das will nichts besagen; ich muß den Tag wissen!" Whistler und Mrs. Godwin überließen es mir, den Tag festzusetzen, die Kirche auszuwählen und als Trauzeuge zu fungieren. Ich tat, wie mir geheißen. Nach der Trauung begaben wir uns in das Atelier meines Freundes. Er hatte dort den Tisch decken lassen. Stühle besaß er indessen nicht, und wir mußten auf alten Kisten Platz nehmen. Die Neuvermählten schienen sehr glücklich- waren aber, (als ich sie verließ, noch nicht darüber einig- ob sie an demselben Wend nazch Paris fahren oder im Atelier bleiben sollten. Wie unpraktisch beide waren, ersah ich an einer Begegnung mit der Braut am Tage vor der Hochzeit. „Vergessen Sie nicht den morgigen Tag", sagte ich zu Mrs. Godwin. „O nein", war die Erwiderung, „ich bin gerade im Begriffe, mein Trousseau zusammenzustellen".. „Ist das heute nicht etwas zu fpät?" warf ich ein. „O nein", sagte Mrs. Godwin lächelnd, „ich kaufe ja nur eine Zahnbürste und einen Schwamm, beides Dinge, die man sich doch vor dem Heiraten neu kauft". Die Gatten liebten sich innig, und als Mrs. Whistler starb, erlitt mein Freund einen herben Verlust, von dem er sich in der Tat niemals erholte.
* Eine Tolstoi-Anedote. Durch die russischen Blätter inacht jetzt eine noch unbekannte Tolstoi-Anekdote die Runde. Tolstoi empfängt bekanntlich, sehr oft Besuch und opfert der Unterhaltung mit allen möglichen Leuten, die zu ihm kommen, einen großen Teil seiner kostbaren Zeit. Als vor einer Reihe von Jahren ein Lustspiel „Die Früchte der Aufklärung" seine Uraufführung erlebt hatte, kam ein reicher Moskauer Kaufmann zmn Grafen. Dieser Mann spielte gern den Mäcen, seine Mittel erlaubten ihm das. Auch hielt er sich für einen Schriftsteller, obwohl seine literarische Tätigkeit nur daritt bestand, daß er kurze Zeit für ein Moskauer Boulevardblatt Kunst- und Ball- krittken schrieb. In Moskau wurde er allgemein für den Helden des in Rußland viel aufgeführten Dramas aus dem modernen Leben der alten Siebenhügelstadt „Ein Gentleman" g ehalten, dessen Verfasser der Hof schauspieler Jushin (Fürst Ssumbatow) ist. Tolstoi empfing feinen Gast mit gewohnter Liebenswürdigkeit und hörte gelassen das Urteil des Schriftstellers an. Der Besucher sprach eingehend und lange über das Stück. Er fühlte sich als berufener Kritiker, gestikulierte eifrig und sprach wohl eine Stunde lang. Der Graf hörte das lobende Urteil seines Gastes schweigend an. Endlich machte jener eine Pause in seinem Redeschwall, dtg Tolstoi sofort benutzte, um ihn sehr höflich, zu fragen: „Entschuldigen Sie, bitte, aber- vielleicht nehme ich Ihnen bte Zeit weg? Sie sagten ja selbst, Sie seien Schriftsteller. Folglich, gehört Ihre Zeit nicht Ihnen allein, sondern auch Ihren Lesern." — „Ach nein, Lew Nikolajewitsch, tch bm ganz frei. Ich schreibe nur dann, wenn ich will. Ich bin gar nicht gebunden, denn ich arbeite nicht um des Geldes willen." — „Ja, gewiß", erwiderte Tolstoi, „aber m; beneide Sie doch" — „Warum können Sie es nicht ebenso machen, wie ich?" fragte der Kaufmann. —„Jetzt eben kann ich es nicht. Sehen Sie, wenn Sie z. B. meine Unterhaltung langweilen sollte, so würden Sie Ihre Mütze nehmen und nach Hause gehen. Aber ich kann nirgendhin gehen." — „Warum denn nicht?" fragte erstaunt der Kritiker uni> Mäcen. — ,/Einfach deshalb, weil ich zu Haufe bin. Ich kann doch nicht gut mein Haus verlassen." — Run erst verstand der redselige Gast den Wink des Grafen und beeilte! sich zu verabschieden.
Wortspiel,
a. b.
1. Himmelskörper Blumen
2. Getränk altgcrmanischer Volksstamm
3. Metall Verkehrsmittel
4. Erdschicht • altes Heldengedicht
5. Vogel alte Waffe
6. schmackhafter Fisch symbolischer Schmuck
7. Nahrungsmittel Musikinstrument.
Von den Wörtern unter a sind durch Voransetzung eines passenden Buchstabens die Wörter unter b zu bilden (z. B. a Angel — b Wiangel). Sind die richtigen Wörter gefunden, so bezeichnen die Anfangsbuchs.aven der Wörter unter b eine bekannte Blume.
«Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Logogriphs in vor. Nr.:
Wolga — Olga.
Redaktion: August Götz. — Rotationsdruck und Bei lag der Brnhl'scken tlnirersitäts-Buck- und Ctcindrnckerci. R. Lange, Gießen.


