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tigen Panamagewebes oder starren Cheviots Etaminc wählt. Dieses in den verschiedensten Farbtönen erhältliche Gewebe eignet sich ebenfalls sehr gut für Promenadenzwecke, sodaß ein derartiges Reisekleid mit offener, innen besetzter Sack- iacke auch für die Straße als „fair" gelten darf. Junge Mädchen entledigen sich selbst für die Reise des klerd- samen Blusenboleros nicht gern, das statt der Bluse zuweilen nur eine Weste ergänzt.
Fiir den Rock des Reiseanzuges gilt die fußfreie runde Fayon als völlig modegerecht und zweckentsprechend; der Vorliebe für Faltenröcke folgend, ordnet man denselben vielfach in breite, nach innen oder außen gelegte Quetschfalten, die entweder bis in Kniehöhe abgesteppt werden oder von oben ungezwungen herabfallen. Daß zu einem derartigen Anzug gutes Schuhwerk, tadellose Handschuhe und ein flotter Bolero- oder Matrosenhut mit einfacher Garnierung unerläßlich sind, braucht wohl nicht erst betont zu werden. t. ,.. ..
Aeußerst zweckmäßig und dabei für die Reise tote für tue Straße gleich elegant sind die langen losen Mantel, die je nach Materral als Regen- oder Staubinäntel getragen werden können. In ihrer alles verhüllenden Eigenschaft decken sie liebevoll alle etwaigen Mängel des Anzuges oder der Figur und tragen doch dabei, wie Modell Nr. 846 erkennen läßt, den Anforderungen der Mode vollkommen Rechnung. Der im Riicken durch sich kreuzende Patten mäßig
lose fallende Mantel ist mit einer vierfachen, aus Menden gebildeten Pelerine ausgestattet und wird außerdem durch aufgesteppte Stoffstreifen mit Vorstoß bereichert. Gin eleganter großer Hut wirkt zu diesem Ueberkleid besonders hübsch.
Ist das Reiseziel eine ländliche Sommerfrische, ein elegantes See- oder sonstiges Modebad, so machen sich je nach den Ansprüchen des Ortes neue Anschaffungen notwendig, Praktisch und elegant ist auch hier die Devise, und das Bemühen wird ein um so heißeres werden, wenn es sich um einen jener internationalen Kurorte handelt, an denen die deutsche Frau gegenüber den Frauen anderer Nationalitäten sich völlig des Vorivurfes bewußt wird, daß sie in der KNnst, sich zu kleiden, hinter jenen zurücksteht. Und doch, welch' reiches Material bietet ihr die Mode!
Welche Fülle schon allein in den sommerlich duftigen Gewändern! Da sehen wir aus Voile, Organdy, getupftem Mull, Foulard und wie all' jene weich fließenden Stoffe heißen mögen, die zur hochmodernen Sommertoilette unerläßlich sind, in Verbindung mit farbigen Unterkleidern, Einsätzen und Spitzengarnituren wahre Keine Kunstwerke von entzückender Wirkung ausgebaut! Als typische Form des heurigen Sommerkleides kann Modell Nr. 278 gelten, das in hem leicht eingereihten 5 Bahnen-Rock und der breiten Spitzenpelerine mit stolaähnlichem Mschluß die markantesten Züge der jetzigen Mode zum Ausdruck bringt.
Modell Nr. 846. Modell Nr. 1270.
Modell Nr. 278.
Nedaktton: August Götz. — Notgtivnsdruck und Verlag der Brühl'fchm Universitäts-Buch- und Stemdruckere, (Pietsch Erben) .n Gieß
Aber auch die Bluse läßt , sich durch die Forderungen der Eleganz ihre Rechte nicht schmälern, läßt sie doch gerade durch den Gebrauch rnehrerer Blusen ein Wechsel der Toiletten schaffen, wie er in so einfacher Weise nicht gleich wieder zu erreichen ist. ?lls Bluse für Reunions oder sonstige festliche Gelegenheiten ist Modell Nr. 1270 gedacht. Reiche Spitzeninkrustationen, die den viereckigen Ausschnitt umgeben und streisenartig zwischen der Fältchen- aarnitur sichtbar werden, vereinen sich mit den breiten Bolai! t der Stüfchenärmel zu reizvoller Wirkung, die auch bei der am Halse geschlossenen Form die gleiche bleibt.
Für mit praktische Zwecke, wie Kostüme für den Landaufenthalt, Brunnenkostüme rc. gelten die derben Lemen- stoffe in den verschiedensten Farben als haute nouveauts. In diesem Gewebe gefällt sich die Mode ganz besonders im Extr°men: Je gröber und packlcinwandartiger der Stoff ist, für desto eleganter gilt er. Welche Kunstfertigkeit gehört aber dazu, aus solchem ungefügen Material eine bei aller Einfachheit elegant wirkende Toilette zu schaffen! In dieser Beziehung sind all die anderen , Waschstoffe, darunter solche mit Seideneffekten, wie die, mercerisierten Baumwollgewebe und die glänzenden Satins, ferner die ein'armgen Batiste, welche man so gern durch buntgestickte Borten bereichert, bedeutend dankbarer, da sie erstens weniger große Ansprüche an den Geldbeutel stellen und bei Verwendung guter Schnitte auch von weniger des Schneiderns kundigen Damen mit Erfolg verarbeitet werden
können. Mchk genug kann dabei jedoch betont werden, daß zur Erreichung der wohltuenden Harmonie, welche nun einmal der Grundzug aller, Eleganz ist, bei vollster Berücksichtigung der Persönlichkeit stets zuerst der Zweck ins Auge zu fassen ist, dem sich dann Form, Stoff und Farbe untevzuordnen haben. Darin liegt das Geheimnis des Erfolges, den wohl jede Evastochter mehr oder minder zu erringen bestrebt ist.___.
Wie fertige ich ein elegantes Re form kl erd an? Diese sür die mit der Reformbewegung Schritt haltende Damenwelt brennend gewordene Frage beani- wortet die soeben erschienene Broschüre: „Die Reform- Schneiderei", ein Leitfaden für praktische .Herstellung, gut passender Reformkostüme, auf das Eingehendste und Sachgemäßeste, sodaß jede Dame durch Benutzung derselben in den Stand gesetzt ist, sich mit wenig Muhe nach dm beigegebenen Normalschnitten em gut!itzendesReformlleM selbst lamzufertigen. Mit zahlreichen geschmackvollen Vorlagen fiir Kostüme und Unterkleidung ausgestattefi bret das Merkchen jedem Geschmack, Zweck und Wer entsprechen des und wird dadurch für jede Dame zum p^Msche« .Ratgeber und eine Quelle der Anregung, und mit 3 Normalschnitten versehen, ist die Broschüre von dem Verlag der Europäiischen Modenzeitung, MesdrN^ zum Preise von 2.50 Mk., ohne Schnitte, zum Preise oon 1 Mk. zu beziehen. ___


