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vieren als bei dem andern, und daß man durch ein naturwidriges Verhalten die Haut zu einer übermäßigeil Betätig- nng ^dieser Art zwingen, oder, mit anderen Worten, eine Art Schweißsucht erzeugen kann. Wer ist denn nun eigentlich der schuldige Teil, wir oder der von uns mißhandelte Organismus? Wir meinen wir, die wir durch unser naturwidriges Verhalten den Organismus zu einer vermehrten uird dadurch abnormen Betätigung zwingen. Wenn die Millionen von kalten Fußbädern, die jetzt nicht genommen werden, genommen würden oder doch zum mindesten kalte (äbhärtende) nasse Abreibungen der Füße, wenn zur Sommerzeit leichte Fußbekleidungen (von Stoff, Leinwand re.) in dem Maße eingang gefunden haben werden, es jetzt leider der Fall nicht ist, wo man die Füße in dichtes, dickes, dunkles und deshalb besonders heißes Zederzeug einsperrt, den Blutabfluß von den Füßen durch, straff auf der: Adern anliegende Gummizüge behindert, die Füße in jeder Beziehung einerseits en eanaille traktiert, andererseits aber verweichlicht, dann stünde es freilich besser um uns. Aber gegenwärtig? Welches Heer von Erkältungen aller Art infolge von „naß ober kalt gewordenen Füßen", nachdem dieselben vorerst zu übermäßiger Schweißabsonderung gezwungell worden waren. Die naturgemäße Lebensweise verlangt kurz dauernde (wenige Minuten) kalte Fuß- büder oder zum mindesten kalte (nasse) Reibungen, in beiden Fällen mit nachträglichem Frottieren und als bestes „Medikament" zeitweiliges Barfußgehen (behufs Abhärtung der Füße) und Taubäder (Barfußgehen auf einer taufrischen Wiese); letztere Prozedur ist zugleich ein Kurverfahren Seit naturgemäßen Heilweise bei gewissen Störungen periodischer Erscheinungen tut weiblichen System und bei chronischem <kongestivem) Kopfschmerz.
Vermischtes.
Leo XIII. uit b bie Kun st. In The Burlington Gazette, bie neuerdings allmonatlich als Beilage zu der englischen Kuustzeitschrift The Burlington Magazine erscheint, ist zu lesen: „So merkwürdig bie lange Regierung des jüngst verstorbenen Papstes in vielen und verschiedenen Richtungen war, in künstlerischer Beziehung hat sie kaum etwas aufzuweisen. Als Leo XIII. auf den päpstlichen Thron stieg, fand er die mittelmäßige Künstlergruppe vor, die Pius IX. gedient hatte. Während der ganzen Epoche ästhetischer Umwälzungen blieben diese Männer an den alten klassischen und akademischen Traditionen hängen. Auf dem Wrack und der Ruine, die der dahinstürmende Orkan des Romantizismus geschaffen hatte, begann sie unentwegt den Pionieren der realistischen Schule Opposition zu machen. Die Periode der Mittelmäßigkeit in der päpstlichen; Kunst hält nochimmer an. Niemals hat in der langen Geschichte des Papsttums ein Pontifikat existiert, das auf Dauer Anspruch gemacht hat und in Beziehung auf Kunst so unfruchtbar gewesen ist. Und doch sind seit 1880 mehr Kirchen in Rom enh- standen, als in irgend einer anderen entsprechenden Periode. Auch die Restaurationen von Kirchen und anderen kirchlichen Gebäuden sind zahlreich gewesen, dazu hat es an neuen Freskomalereien und statuarischer Ausschmückung nicht gefehlt. Es würde aber schwer halten, aus den letzteren Arbeiten irgend etivas auszusuchen, was nicht im denkbar schlechtesten Geschmack ist; während unter den 50 neugebauten Kirchen nur bie Schöpfungen bes Architekten Seitz Beachtung verdienen. Die übrigen sind schlecht und mesquin ausgeführt und fast alle Kopien." Diego Angelt, der Kunstkritiker des „Giornale d'Jtalia", sagt in gleichem Sinne: „Man kann nur Bedauern haben, daß eine Periode, die in großen Werken hätte fruchtbar sein können, so ausnahmsweise steril gewesen ist. In der Tat möchte es schwer fallen, in der Geschichte irgend eines Pontifikats eine ähnliche Oede wieder anzutreffen. Im Interesse des ästhetischen Rufes des Katholizismus ist dies höchst bedauernswert. Unter allen seit 1870 in Rom gebauten Kirchen trägt nur
einzige Kirche Schmuck von der Hand eines großen Künstlers. Ich meine die Paulskirche auf der Via Nazio- nale, für die Burne Jones die drei wundervollen Mosaiken der Apsis und des Bogens gezeichnet hat. Und St. Paul W em — protestantischer Bau, dessen Pläne, Ausführung und Dekoration protestantischen Künstlern zu danken ist."
Uebrigens hat auch Leos XIII. Regierung einen Zweig der christlichen Kunst, wenn auch nicht der modernen ausübenden, so doch der Kunstarchäologie einen bedeutenden Fortschritt gebracht. Erst die jüngsten Jahrzehnte haben die christliche Archäologie zu einer großen Wissenschaft gemacht, die sich in noch immer aufsteigender Richtung bewegt. Inwiefern Leo XIII. selbst Verdienste dafür zukommen, wird schwer sestzustellen sein. Aber ein Franz Xaver Kraus, de Rossi, Duchesne, lebten unter seinem Potifikat. Einer der Papabili ist als christlicher Archäologe zu nennen; er hat sich durch Publikationen und Ausgrabungen einen Namen gemacht: Rampolla.
* Ein teurer Floh. The Honorable C. Rothschild, der Sohu des Lord R., ein eifriger Naturaliensammler, hat es sich zur Spezialität gemacht, alle in der Welt bei oder an Menschen und Tieren vorkommenden Flöhe in ihren mannigfaltigen Spielarten zu „sammeln" und sorgfältig nach der Speeies zusammenzustellen. Auf diese Weise hat der Herr bereits eine Kollektion von mehreren Tausenden von Flöhen mit großem Kostenaufwande zustande gebracht und ist unausgesetzt damit beschäftigt, diese zu er- weitern und zu vervollkommnen. In seinem zoologischen Museum auf seinem Landsitze Tring-Park bilden die Flöhe, lebende und präparierte, jedenfalls eine der originellsten Sammlungen der Gegenwart, aber zum größten Leidwesen des Millionärssohnes weist die arktische Abteilung der Kollektion immer noch große Lücken auf, trotz aller Anstrengungen und Kosten, die bislang an der Abstellung dieses betrübenden Umstandes aufgewendet worden sind. Der höchste Ehrgeiz des Herrn Rothschild jr. ist aber, seiner Sammlung ein Exemplar desjenigen Flohes einzuverleiben, der dem PolarfnchD eigen ist, und bis heute sind alle entsprechenden Bemühungen erfolglos gewesen. Der Floh des arktischen Fuchses soll für Flohsammler an Seltenheit und Wert dasselbe sein, was z. B. das Ei des sagenhaften, großen Alkvogels für Eiersammler ist, und da augenblicklich nur zwei perfekte Exemplare des genannten Flohes in. kontinentalen Sammlungen existieren, so ist es verständlich, wenn Mr. Rothschild seit Jahren alles versucht hat, auch seiner Kollektion zu dieser Rarität zu verhelfen. Eine ganze Reihe von Kapitänen von Walfische und Robbensängern und von Nordpolfahrern jeder Art haben im Solde des reichen Sammlers gestanden, um auf ihren Reisen in arktischen Meeren Polarfüchse zu sangen ober zu erlegen, nur zu bem Zweck, ihre Beute auf das seltene Ungeziefer zu untersuchen. Da aber die sonstwo so reichlich vorhandenen, kleinen Tierchen im ewigen Eise; schlecht zu gedeihep scheinen, so sind alle Anstrengungen der Rothschild-scheu Agenten bislang vergeblich; gewesen, und schließlich- hat der eifrige Sammler sich bemüßigt gesehen, eine besandere Belohnung von 1000 Pfund für ein lebendes oder totes Exemplar des seltenen Blutsaugers auszusetzen, und zum Ueberfluß hat er auch noch eine besondere Polarexpedition ausgerüstet, die auf dem Schiffe Forget-Ne-not (Vergißmeinnicht) jetzt zum Zwecke der Flohjagd nach den Regionen des ewigen Eises unterwegs ist. Rothschild soll in echt englischem Spleen geschworen haben, nicht eher zu ruhen und keine Kosten zu scheuen, bis er sein Ideal, den arktischen Fuchsfloh, gefunden resp. in feine Sammlung eingereiht hat. Es gibt doch sonderbare Käuze! ...... i .
Logogriph.
(Nachdruck verboten.)
Sag, woher stammst du, wildes Kind, Und wie darf man dich nennen?
Ich hab' in mir Kosackcnblut, Den freien Sinn der Steppe.
Kennst du den Riesen, der voll Kraft
Trägt ungeheure Lasten
An's Meer, das unser Land bespült.
Dort stand der Mutter Hütte.
Schlägst du dem Riesen ab den Kopf, Weißt du mich auch zu nennen.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Aliflösmig des Rätsels in vor. Nr.r Germania.
schen Universitäts-Tuch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion: August Göb.— Rotationsdruck und Terlog der Trübt'


