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mittelbare Wirkung davon war ein G-efühl der Zärtlichkeit für den Mann, dem all dies gehörte, der ihr all dies, wenn auch nicht mit Worten, so doch tatsächlich 511 Füßen legte.

Als sie jedoch aus den herrlichen Gemächern in die dunklen Korridore des alten Schlosses traten, nahm Ettas muntere Laune und ihr Interesse sichtlich ab. Er erzählte ihr von den Tragödien, die sich hier in vergangenen Zeiten abgespielt hatten; aber sie hörte nur mit halbem Ohre zu, denn ihr Geist war bei der Pracht, die sie eben ver­lassen hatte, und die Totalsumme ihrer Empfindung war befriedigte Ntelkeit.

Es ist Dein Glück, daß Dein Großvater französische Architekten kommen ließ, und den modernen Flügel baute", sagte sie.Diese Zimmer sind ja gewiß sehr interessant, aber düster, entsetzlich düster, geradezu gespenstisch."

Mir sind sie trotzdem lieb", antwortete Paul.Stein­metz und ich wohnten fast immer in diesem Teile des Hauses. Das hier ist das Rauchzimmer. Diesen Bären und alle diese Hirsche haben wir geschossen. Das ist der Kopf eines Wolfes; er zerriß mir einen Jäger, ehe ich mit ihm fertig wurde."

(Fortsetzung folgt.)

Das Baby als Schachmedium.

Im Juliheft derPsychischen Studien; Monatliche Zeit­schrift, vorzüglich der Untersuchung der wenig gekannten Phänomene des Seelenlebens gewidmet", wird ein Er­lebnis des Schachmeisters Dr. S. Tarrasch mitgeteilt, das dieser in derDeutschen Schjachzeitung" in launiger Weise folgendermaßen erzählt: Unter der Ueberschrift:Ein fünf­jähriger Champion im Schachspiel" bringt die in Brüssel erscheinende, äußerst anregendeRevue d'schecs" folgende hochinteressante Nachricht: Wir lesen in dem Rotterdamschen Courier":Das Schachspiel hat jetzt auch- sein Wunderkind. Dolo Falk, ein Junge von fünf Jahren, Sohn eines Apo­thekers in Stanislas, schlägt die besten Amateurs der Stadt und der Umgegend. Der Vater ist selbst ein starker Amateur, und der kleine Dolo hatte seit langem die Gewohnheit, sich seinem Vater, auf den Schoß zu setzen, wenn dieser Schach spielte. Mit vier Jahren kannte er bereits die Spielregeln." Diese frühreife Fertigkeit in einem so schweren Spiest ist in der Tat höchst merkwürdig, und die Schachwelt darf auf die weitere Entwicklung des Wunderkindes mit Recht gespannt sein. Indessen wird die Leistung des hoffnungs­vollen Apothekersprößlings noch weit in den Schatten ge­stellt durch die eines anderen Kindes, das vor kurzem mir, dem erfahrenen Meister, in einer so schwierigen Stellung einer Tournierpartie den entscheidenden Zug, ja den eint-' scheidenden Plan angegeben hat! Der Hergang der Sache ist folgender: Während des letzten Tourniers zu Monte Carlo wohnte ich in Combamine, der Hafenstadt, die sich zwischen Monte-Carlo und dem Felsen von Monaco direkt am Meere in anmutigen Terrassen erhebt. Dort bewohnte ich eilt hübsches Zimmer bei einer jungen Witwe, deren Mann vor drei Jahren das Zeitliche gesegnet hatte und die sich nun schlecht und recht von der Fremden­industrie nährt. Jeden Mittag und Abend, wenn ich vom Tournierlokal nach Hause kam, begab ich mich in den Salon der Mrtin, um dort meine tagsüber gespielte Partie noch einmal durchzuspielen oder abgebrochene Partien zu analy­sieren. Ich betone übrigens ausdrücklich daß mich keinerlei anderweitige Motive in das Zimmer der Wirtin führten, wie vielleicht der geehrte Leser annehmen möchte, der meine tadellose Korrektheit ja nur auf dem Schachbrett kennt. Es war wirklich nur die Scheu vor der Einsamkeit, und dann ziehe ich es auch vor, das Zimmer anderer Leute vollzu- rauchen als mein eigenes. Während ich meine Schachstudien trieb, saß die Wirtin immer ruhig da/auf dem Schoße ihr Kind, einen Säugling von knapp einem Jahre haltend. Beide sahen mir oft Stunden laug zu, und be­sonders das Kind, dessen Betragen übrigens stets von sorg­fältiger Erziehung zeugte, musterte immer das Brett und die Schachfiguren mit einem geradezu intelligenten Gesichts­ausdruck, als ob es das Spiel verstünde. Eines Tages kam ich mittags in ziemlich ärgerlicher Stimmung nach Hause. Meine Partie mit dem genialen Amerikaner Marshall war abgebrochen worden in einer Stellung, die für mich keineswegs sehr aussichtsvoll war. Zwar hatte ich einen

Bauer mehr, aber die allgemeine Ansicht war, daß mein Gegner die Partie würderemis" halten können. Ein Remis" aber würde meine sehr guten Aussichten für den ersten Preis empfindlich gestört haben, da der anscheinend unbesiegbare Ungar Maroczh mir dicht auf den Fersen war. Mißmutig stellte ich mir die abgebrochene Partie auf, wäh­rend meine Mrtin und ihr Sprössling mir wie gewöhnlich zusahen. Mein letzter Zug war Tc 7c 5 gewesen, behufs Deckung meiner Achillesverse, des H-Bauern, gegen TÄ4 h 4. Wenn ich aber den H-Bauern decken mußte, wie sollte ich dann die Partie gewinnen? Ein Versuch, den König nach f 8 u nd >g 7 zur Deckung des Bauern zu bringen, wäre mit Td4d 7 beantwortet worden! Wohl eine Stunde starrte ich aufs Brett, ohne eine Möglichkeit zu sehen, dein Spiele eine für mich entscheidende Wendung zu geben. Re­signiert wollte ich schon die Figuren zusammeuwerfen, als plötzlich das Kind, das schon seit einiger Zeit etwas unruhig geworden war, mit den Händchen nach der Seite des Brettes langte, wo der weiße Damenflügel stand, und, indem es mich mit seinen intelligenten Augen ansah, mit einer Art Kommandostimme mehrmals hintereinandera" rief. Bestürzt erhob sich die sorg­liche Mutter und trug ihr Kind hinaus; sie hat es offen­bar mißverstanden. Ich aber verstand wohl, was das kluge Kind mir hatte sagen wollen. Wie Schuppen fiel es mir von den Augen: jawohl, auf die a-Linie mußte ich den Turm ziehen und den feindlichen a-Bauern angegriffen halten; so blieb sein Turm gefesselt, und mein König und meine Bauern konnten frei agieren. Sofort war mir alles klar, und ich erhob mich mit einem Gefühl, das der ver­storbene Pythagoras gehabt haben mag, als er seinen be­rühmten Lehrsatz gefunden hatte. Nur war bei mir dies Gefühl mit dem der Beschämung gepaart, daß es ein Kind war, das mich auf die richtige Idee gebracht hatte. Sieges­gewiß stürmte ich ins Tournierlokal, und nach wenigen Zügen wurde es allen klarer und immer klarer, -daß die Partie für mich gewonnen war. Damals wunderte man sich allgemein, daß ich das anscheinend schwierige End­spiel so schnell zum Gewinn geführt hatte, und ich durfte die Herren über die Quelle meiner Inspiration nicht wohl aufklären; denn es war zwar vernünftigerweise den Spielern gestattet, abgebrochene Partien zu analysieren, aber aus- drücklüch verboten, Ratschläge anderer anzunehmen. Jetzt aber, wo ich meinen Preis längst in Sicherheit gebracht habe, darf ich mir wohl erlauben, der Schachwelt mein verblüffen­des Ergebnis wahrheitsgetreu mitzuteilen." Ergötzlicher­weise nimmt der Redakteur derPsych. Studien" diesen hübschen Scherz Dr. Tarraschs für bare Münze und begleitet ihn mit folgender ernsthaften Glosse:Wie ist diese Notiz der Schachzeitungnatürlich" zu erklären, ivenu man nicht einen durch das Kind vermitteltenGeistereinfluß" an­nehmen will? Der Gedanke, daß solche Wunderkinder medial veranlagt sind, liegt jedenfalls für den Okkultisten sehr nahe, während freilich ein Professor Dessoir, vermöge des denPhilosophienprofessoren der Professorenphilofophie" eigenen, schon von Schopenhauer zur Genüge gegeißeltcht Unfehlbarkeitsdünkels, mit der stets wohlfeilen Annahme eines bloßenZufalls, die Sache wohl für erledigt erklären würde." Uns scheint, die Redaktion derPsych Studien" hätte nicht unterlassen sollen, ihre Prüfung des Terrasch schen Berichts vom Standpunkte des Okkultismus auch auf dasPhänomen" einer seit drei Jahren verwitweten und doch mit einem einjährigen Kinde gesegneten Frau aus- zudehuen.

GemeeNttirtziges.

E i n M i t t e l g e g e n F u ß s ch w e i ß. Kein Körperteil (der Magen ausgenommen) ivird naturwidriger behandelt (ost genug sogar mißhandelt!) als die Füße. Wenn unter der Einwirkung der betreffenden Einflüsse die Oberfläche des Körpers (Haut) Schweiß absondert, so findet man dies in der Ordnung, findet es naturgemäß, unter Umständen auch heilsam, insofern die Funktion der Schweißabsonderung geeignet erscheint, das allgemeine Wohlbefinden aufrecht zu erhalten. Wenn dagegen die Haut der Füße ihre Schiul- digkeit tut, so gilt dies schon als eine Abnormität oder gar als eine krankhafte Affektiou. Nun ist es richtig, daß wie bei geivissen Menschen die Schweißabsonderung in er­höhtem Maße oder doch leichter als bei anderen stattsindet, auch gewisse Körperstellen bei dem einen leichter transpi-