Ausgabe 
10.6.1903
 
Einzelbild herunterladen

335

Unser Garten im Juni.

(Nachdruck verboten.)

Gewöhnlich gilt Herbst und Winter als beste Zeit rum Tungen. Im Herbst und Winter arbeiten wir vor, wer Sommer düngt, der arbeitet nicht vor, sondern der Mlank-n denn die Stoffe, die im Sommer den l8« Form zugeführt werden, sie wirken «rfiHpftinl'LFatt fuPb ^ucht. Aber diese Düngung soll » spat emtreten. Rechtzeitig trrt sie ein rrrts.«T l b p^llercht noch im Juli, nachher schadet sie. Sifina Lall^nS ^tzt für die Arbeiten des Juni rüsten, Lr mit flüssigen Düngern in erster Linie

Mil- ?"ngen mit flüssigem Dünger müssen

nf bie Obstbaume, den Wein, die Kohlpflanzen, die To- SeJ';r b'e Gurken, den Rhabarber und vor allein den

J$eim Spargel beginnt die Düngung acht oder vierzehn Tage vor dem Aushören des Stechens (24. Juni), Em um diese Zeit werden die ersten hochschießenden V sspau von dem gegebenen Dünger profitieren. Arbeiten an unseren Obstbäumen sind ferner: Lösen der Veredelungen, Anbinden der Veredelungen, Auslichten

womöglich allein in unserer alten Weinkneipe sitzen, wo wir gemeinsam so viel durchgemacht habeir puh, schon deshalb möcht' ich heiraten! Tann weiß man doch, wo man hingehört."

Fred Richter nickte.

Sie hat Dich sehr lieb, schreibt Rest, und soweit ich sie kenne, ist die Hete Versen doch ein liebes, feines Mädel. Kräftig starten, Sänftling den Preis holst Tu Dir."

Das nennt man sportlich ein Trostrennen für nicht Plazierte", erwiderte er.Aber der Mensch ist ein sonder­bares Geschöpf. Es ist mir jetzt wirklich ein schwacher Trost, daß mich ein Mädchen von Herzen lieb hat. Ich bin diesem Fräulein von Versen heute aus ganzer Seele dankbar. Es richtet ein bißchen auf.

Er atmete tief.

Ich will Dir noch einmal gratulieren, Fred diesmal schon freier. Auch ein Verlobungsgeschenk will ich Dir machen."

Er kramte in der Schublade.

Ta", sagte er,hier hast DuViolas" Briefe. Was sollen sie mir? Wenn's der Himmel will, find' ich doch noch die richtigeViola". Ich glaube, ich war überhaupt mehr in ineViola" verliebt als in die Rest".

Ter junge Arzt dankte ihm herzlich.

Nimm mir's nicht übel, Kurt jetzt möcht' ich doch nach Hause und mich umziehen. Ich möcht' die Rest nicht zu lange warten lassen. Wie ist es, kommst nach?"

Nein, nein, nein", protestierte der Assessoralles will seine Zeit, auch das Vergessen. Ich möchte vorläufig doch lieber schriftlich gratulieren und ein paar Tage aus Berün verschwinden. Unaufschiebbare Reise Tu verstehst schon! Und wenn ich dann wieder hinkomm', dann sorg' dafür, daß das Fräulein von Versen auch da ist. Uno nun lauf, mein Sohn!"

r'ßier Wochen später saßen Resi Bergmann und Fred Richter alltäglich beisammen und schmiedeten Zukunsts- vlane. Tas Glück sah beiden aus den Augen. Er hielt ihre Hand in seiner und drehte den goldenen Verlobungs­ring an ihrem Finger.

Morgen ist Papas Geburtstag", sagte Resi leise.Es kommen nur wenige."

,Furt hat schon zugesagt. Natürlich führt er Hedwig voii Versen. Findest Tu nicht, daß er schon wieder seelen- vergnugt ist?"

Sie gab ihm einen Klaps.

Es kränkt mich beinah', daß ich so schnell vergessen werde, Fred. Aber eine ist glücklich darüber."

Hallo, was ist los?"

Ihr Männer", sagte sie zärtlich,wie blind Ihr seid." Und dann neigte sie sich gegen sein Ohr, drückte einen Knß darauf uni, flüsterte hinein:Es entwickelt sich. Diesmal 1« bt-te, nichtigeViola". Und wenn wir ein bißchen Geduld haben, Fred, dann gibt es" P

Sie küßte ihn rasch auf den Mund.

Emen Kuß?" fragte er lachend.

Mehrere, Tu Ungetüm, und eine Doppelhochzeit noch vbenhrem. Was eine Braut wünscht, geschieht auch. Und ich ich Wunsche es!"

des zu dichten Fruchtbehanges, Entspitzen der Seitentriebe bei Formobstbäumen, Ritzen schlecht treibender Säume, Spritzen aller Bäume mit Kupferkalkbrühe, bei denen sich Fusicladium zeigt. Die Schosse des Weinstoßes sind an- zubinden. Es ist zu geizen; es ist gegen den echten Mehltau mit Schwefelblüte, gegen den falschen Mehltau mit Kupfer- kalkbrühe vorzugehen. Es lind die Rosen ebenfalls gegen Mehltau zu schwefeln; Rostblätter sind abzupslücken und zu verbrennen. Beim Spargel beginnt der Kampf gegen den Spargelkäfer durch Spritzen mit Wasser, dem pro 100 Liter 80SO Gramm Schweinfurter Grün und 100150 Gramm Kalk beigesetzt sind. Tort, wo au Zierbäumen ungewöhn­licher Käferfraß herrscht, ist dieselbe Mischung zu verwenden. Es sind die Erdbeeren zu entranken, es sind für Topferd­beeren Ranken in Töpfe zu leiten. Man macht Aussaaten von Winterrettig, von Endivien, Folgeaussaaten von Radies, Salat und Kohlrabi. Man pflanzt aus: Winterkohl, Weiß­kohl, Wirsing, Rotkohl. Man sät bis Ende des Monats Buschbohnen; man verzieht die späten Möhren, wo sie zu dicht stehen. Man schneidet die Tomaten, um frühe und reiche Ernten zu bekommen, verzieht die Futterrunkeln. Man verstopft die ausgegangenen Staudensaaten von Mal­ven, Aequilegien rc.

Tie Blumennbeete werden reichlich begossen; Canna und Musa außerordentlich stark gedüngt. Wo die Pflanzen nicht vorwärts kommen wollen, ist häufiges Lockern des Bodens dringend notwendig. Man gibt warmen Fuß krank geworbenen Kübelpflanzen, spritzt ine im Garten stehenden Zimmerpflanzen täglich zweimal, sieht jeden Abend mit dem Gießen nach. Tie Balkonpflanzen müssen reichlich ge­düngt werden. I. C. Schmidt, -Erfurt.

Vermischte».

* Einen Igel für den deutschen Reichstag anzuschafsen, erscheint als ein dringendes Bedürfnis. Seit einigen Jahren haben sich nämlich, wie dieNationalztg." schreibt, im Reichstatzsgebäude in den Räumen oberhalb des Lesesaals der Bibliothek eine Unmenge vonSchwaben" eingefunden. Es sind das die großen Mfer, die sich im Dunkeln dadurch bemerkbar machen, daß sie einen lauten Knall von sich geben, wenn man auf sie tritt. Am Tägei halten sie sich versteckt an warmen Stellen auf. Im Reichs­tag sind sie geradezu eine zoologische Merkwürdigkeit, da es durchaus rätselhaft ist, wovon sie sich dort eigentlich nähren. Im Reichstagsgebäude hat man bereits mehrere! Male versucht, sie durch einen Kammerjäger auszurotten, aber der Erfolg war immer nur vorübergehend. Es kam» da nur ein Igel helfen. Ter Igel führt gleichfalls nur ein Nachtleben, er läuft flink und gewandt herum, fängt, Mäuse und frißt namentlich gern Schwaben in sehr großen/ Mengen. Er würde zweifellos in kurzer Zeit den Reichs­tag von den gräulichen Käfern säubern. Tie Anschaffmigs- kosten sür einen solchen Reichsigel können nicht hc sein. Außerdem handelt es sich nur um eilte einmalig Ausgabe, da Unterhaltungskosten nicht entstehen, weil sich, eben der Igel von den Schwaben nähren soll. (Man könnte vielleicht besser einen Oberreichsiger und mehrere Nnter- reichsigel im Reichshause anstellen und nach der Ancien- nität avancieren lassen. T. Red. d. GieA. Anz.)

* Der Panamahut. Der diesjährige Sommer steht namentlich in Großstädten völlig im Zeichen des Panamahutes. Niemals hat man so viele Panamahüte zu­sammen gesehen. Nicht alles, was den Namen Panamahut trägt, kommt von Panama. Der Name bezeichnet eine Gattung und darf nicht wörtlich genommen werden; Panamahüte kommen sogar selten oder fast nie aus Pa­nama. Meistens werden sie in südamerikanischen Städten angefertigt. Zur Anfertigung eines solchen Hutes braucht ein geschickter Arbeiter ein halbes Jahr; man kennt auch Hüte, deren Anfertigung zweimal so lange gedauert hat. Daraus eerklärt sich leicht, warum echte Panamas teurer sind. Newyorker Kaufleute haben in diesem Jahre als Engrospreis für ein Dutzend ea. 1700 Kronen angekündigt und die Händler haben sie weit teurer weiterverkauft.. In London sind in diesem Jahre viele Hüte für je 350 Kronen verkauft worden. Dieser Preis ist noch niedrig; denn König Eduard Zoll im vorigen Sommer für den besten Panamahut ca. 2000 Kronen bezahlt haben. Diese Hüte halten aber auch ewig, und einige Leute in Westindien besitzen Hüte, bei ihren Vätern gehörten, wenn sie niM