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er stehe», sieht sich nach Paul um, der nirgends zu finiten ist, und schluckt, als würge er verhaltenes Weinen her­unter.

Hans, was ist Dir denn noch?"

Dein Laufenbergs Paul seine Mutter ist gestorben und . . . und. . ." Wieder wirft er sich ungestüm gegen mich und weint herzbrechend.Und unfere Mama ist auch krank!"

Da also sitzt es! Ich hebe ihn auf den Arm und nehme ihn mit herauf. Mama hat Kopfschmerzen. Er sieht sie so besorgt an, schluckt und läuft weg. Und dann ist er wieder da und hat für seinen Klettergroschen Salmiakpastillen ge­kauft. Die schenkt er der Mama, damit sie wieder gesund wird. Beim Kaffee würgt er an den Bissen, und dann weint er wieder:Dem Paul Laufenberg seine Mama ist gestorben!"

Ich schicke das Dienstmädchen, um nach Paul zu sehen. Es .stellt sich heraus, daß seine Mama gar nicht gestorben ist. Paul hat nur das Unglück, immer ins ver­kehrte Haus zu laufen, da der linke Teil des Doppelhauses, worin er wohnt, dem rechten zum Verwechseln ähnlich sieht. In dem verkehrten Hause, in das er zuerst geraten, steht aber der zweite Stock leer, und da ihm auf sein langes Klingeln niemand geöffnet, hat er unserem Hans weinend sein schreckliches Schicksal erzählt. In der Abwesenheit von Hans ist er dann ins richtige Haus gekommen, und seine Mama ist Gott sei Dank von den Toten erstanden! Die Salmiakpastillen haben michunsere Mama" wieder gesund gemacht der Himmel ist wieder heiter.

Manchmal steht Frau Sorge hinter mir. Ich beuge mich daun tiefer über meinen Arbeitstisch; aber ich schreibe nicht. Alles liegt grau in grau. Ta klettert Haus an meinem Rücken herauf, und dieweil sich Aenuy zwischen meine Kniee schiebt und nach meinen neuesten Geschichten fragt, hält er sich an meinen Haaren fest, beugt meinen Kopf hintenüber und lacht mir in die Augen hinein.

Wo ist Frau Sorge? Die Sonne scheint jai

Aenuy! . . . Hans! . . . Wunderkind!

Vermischtes.

Eine Kinderstube eigenster Art wird von dem S-mithsonian Institut auf der Weltausstellung in St. Louis 1904 errichtet werden. Die Idee, die hier verkörpert wird, stammt Von dem Sekretär des Instituts, dem Professor Langley. Die Kinderstube beabsichtigt, die Jugend für die Naturwissenschaften, insbesondere für das Tierleben zu interessieren und gleichzeitig die Phantasie der Kinder anzuregen. Das, was geboten werden soll, wird aber wohl die Erwachsenen ebenso interessieren, tote die Kinder. Um dem Denken der Kleinen eine Anzahl von Ausstellungsobjekten näherzubringen, hat sich Professor Langley die Mühe gegeben, Objekte aufzufinden, an welche die Märchenerinnerungen der Kinder anknüpfen. So werden z. B. die Kinder das Ei des Märchenvogels Rock sehen, in Wirklichkeit ist dieses Ei das des ausgestorbenen Riesen­vogels von Madagaskar, da anznnehmen ist, daß dieser Riesenvogel, der von arabischen Händlern in früheren Zeiten auf Madagaskar gesehen worden ist, den Anstoß zu der Erzählung vom Vogel Rock gegeben hat. Ein Stück vom Magnetberg, der alle Schiffe zum Scheitern brachte, weil er ihn en die eisernen Nägel aus den Planken zog, wird ebenfalls zu sehen sein. Natürlich ist dies nichts weiter als ein Stück Magneteisen. Der vom Himmel gefallene Stertt ivirb durch einen interessanten Meteorstein verkörpert. Vor allem ist es die Vogelwelt, welche die Kinder inter­essiert, und man wird den Kondor neben dem Kolibri, den flügellosen Vogel neben den interessantesten Nachtvögeln finbeit. Um auch hier bas Interesse der Kinder anzuregen, werben vor allem Kuriositäten ausgestellt, z. B. ein Vogel­nest mit Eiern in einem menschlichen Totenkopf, ein Nest, von einem Vogel aus der abgestreiften Haut einer Schlange gebaut. Eine besondere Abteilung wirb den Repräsen­tanten der Vogelwelt eingerünmt, welche ihre Nester, ihre Eier, ihre Jungen vermittels besonderer Vorkehrungetr so zu verbergen wissen, daß sie dadurch Schutz gegen die ihnen nachstellenden Feinde erhalten. Eine sehr reiche Sammlung von besonders schärten Muscheln, eine große Schtnetterlingssammluug, eine Sammlung, welchie die be­

rühmtesten Edelsteine ber Welt in Glasimitation zetgr, allerlei Kuriositäten aus bent Mineralreich, allerlei schäd­liches Gewürm, wie Taranteln, Skorpione usw. werden zur Betehrung und Unterhaltung der Kinder in dieser eigenartigen Kinderstube vorgeführt werden.

Sprachecke. DerZeitschrift des allgemeinen deut­schen Sprachvereins", die jedem Leser durch ihre Frische und Vielseitigkeit Freude machen muß, entnehmen wir nach­stehende beachtenswerte Ausführungen:In währen- oem Frieden", wie Graf Porck v. Wartenburg in seiner Weltgeschichte in Umrissen" Seite 425 schreibt, ist gute, alte Werse, heute zwar nickt mehr allgemein üblich, aber u. E. nicht zu tadeln. Auch Scheffel schreibt imEkkehard": in währendem Streite", K. F. Meyer:bei währendep Predigt" u. a. Mundarten kennen es ebenfalls noch, so int währenden Regen" (Leipzig). Daneben gebrauchte man' früher auch den bloßen Wesfall so:währendes Krieges" (Lessing,Minna von Barnhelm" 2, 2) wie lateinisch durante bello, und daraus ist erst durch (ur­sprünglich) falsche Zerlegung das heute herrschendew ä h - rend des Krieges" entstanden. Dagegen scheint tn' der Wendungso wäre die Reform des Papstes unge­fragt gemacht" (ebenda Seite 353 ohne den Papst zu fragen) eine kühne Neuerung vorzuliegen, die aller­dings auch an Besteheubes anknüpft.Ungefragt" wird zuweilen in freierem, aktivischem Sinne verwandt, ähnlich wieungegessen, ungefrühstückt", z. B.um ungefragt und nngezankt ( ohne Fragen und Zanken) meinen Platz zu finden" (Hebel),die üble Laune fährt. . . unangefragt ( ohne anzufragen) in jeden Erbensohn" (Göckingk-, ähn­lich auch Grabbe (nach Sanbers). Danach ließe sich also auch sagen:eine Reform ungefragt machen". , Daß nun' bazn ein Wesfall gesetzt ist, beruht wohl auf einer Nach­bildung vonungeachtet", z. B.aller Schwierigkeiten un- geachtet". Aber trotz dieser Möglichkeit, dre Wendungdes Papstes ungefragt" auf vorhandene Spiacherscheinungen' zurückzuführen, scheint sie uns doch eine unerlaubte Ncich^ bildung einer vereinzelten, erstarrten Fügung zu sein. Sonst hätte man auch das Recht, zu sagen:ber Folgen unbe- bacht" . ohne bie Folgen zu bebenken usw. Wer toirb aber bazu bie Hand bieten? Hörsam (für akustisch) scheint uns ein gutes Wort zu sein.Hörsam" fehlt in den Wörterbüchern; boch haben wir es Lei Fr. Th. Vrscher gefunben:Das Hans war so hörsam, baß selbst bas Nagen einer Maus int Nebenzimmer meinem Ohre nicht entging." (Auch Einer" I, S. 15.)

Tre prächtigste Garb erobe in ganz Eurova hat, wie eine französische Frauenzeitschrift versichert, bie Königin-Mutter Margherita von Savoyen, bie Witwe König! Humberts. Die Könrgin Margherita trägt ein Kleib nie mehr als fünfmal, wie prächtig unb teuer es auch feilt möge. Ihreabgetragenen" Kleiber schenkt sie ihren' Kammerfrauen, bie sich große Einkünfte dadurch verschaffen, baß sie bie Roben der Königin an Engländerinnen oder Amerikanerinnen verkaufen, die sich dann damit wichtig tun. Eine bekannte französische Schauspielerin war sehr! stolz auf einen Lehnstuhl mit einem wundervollen durch-- wirkten Atlasbezug, der von einem Hofkleide der Königin! Margherita stammte. Wenn die Königin ihre Kleider ver­schenkt, behält sie doch stets bie unvergleichlichen Spitzen zurück. Unter anberem besitzt sie ein Spitzentaschentuch, das: drei Künstlern in diesem Fache viele Jahre der Arbeit ge­kostet hat. Dieses Taschentuch, das auf 150000 Fr. geschätzt wird, ist so leicht, daß man sein Gewicht nicht in der Hand verspürt, und so sein, daß es sich in eine goldene Schachtel zusammenfalten und hineinlegen läßt, bte in Form und Größe einer Bohüenschote entspricht.

Tauschrätsel.

(Nachdruck verboten.)

Greis, Made, Arm, Weste, Korn, Bast, Sund, Kork, Rast, Wald, Seife.

Durch Umtausch eines Buchstabens an beliebiger Stelle ist ans jedem Wort ein arideres bekanntes Hauptwort zu bilden. «ue neu eingesetzten Bilchstaben müssen int Zusammenhang ein yami- liensest bezeichnen.

(Auslösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Logogriphs in vor. Nr.t

Sonde Sonne.

Redaktion: Au-nst Lötz. Notationsdruck und Verlag der Briibl'schen Universitäts-Buch- und Cteindruckcrci. N. Lange, Gießen.