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Mariomtten-Theater.
Von Fred Hood.
(Nachdruck verboten.)
Tie Marionetten — Gliederpuppen, die durch Schnüre oder Drähte in Bewegung gesetzt werden und in den so- genanuten Marionetten-Theatern die lebenden Darsteller ersetzen — waren schon den Griechen und Römern wie auch herumziehenden chinesischen Gauklern früherer Zeiten bekannt. Die Blütezeit der deutschen Puppenspiele begann nach dem 30 jährigen Kriege, während man heut in Deutschland nur noch selten größeren Puppentheatern begegnet. Tie kleinen Kasperle-Theater zur Kinder- und Volksbelustig- ung, deren winzige Figuren auf die Finger einer unsichtbaren Person gesteckt und von dieser in Bewegung gesetzt werden, wird man hier kaum zum Vergleich heranziehen können, da dieses System unter Anwendung der guckkastenartigen Bühne naturgemäß aus ein sehr kleines Repertoir beschränkt bleibt und das gleichzeitige Auftreten einer größeren Zahl von Personen unmöglich macht.
Ein Lieblingsstück des deutschen Puppentheaters früherer Jahrhunderte bildete das Puppenspiel „Dr. Jo- hannes Faust", welches Lessing bearbeitete und auch Goethe die Anregung zur Bearbeitung desselben Stoffes gab.
In neuerer Zeit haben die Marionettenspiele in Frankreich großen Beifall gefunden. Während das Marionetten- spiel bei uns nur noch 'zur Belustigung für Kinder und niederes Volk dient, pflegen in Frankreich auch die gebildeten Kreise M arivnetten-TH eater zu besuchen, in denen namentlich dramatische Satiren ausgesührt werden. Ei»
geborgen in dem Magazin des Unternehmers. In Avalon z. B. kann man ein rundes Zelt sehen, in dem im Winter die verschiedenartigen Materialien, wie Teppiche, Matten, Petroleumkocher, Schüsseln, Lampen und sonstige Haushaltungsgegenstände, serner Zelte jeder Größe, kurz die ganze Zeltstadt aufgestapelt liegt. Im April oder Mai tritt dann eines Tages eine Kolonne Leute an, räumt die Winterquartiere aus, und mit verblüffender Geschwindigkeit werden die Fußböden gelegt, Zelte errichtet, Teppiche ausgebreitet, die Gebrauchsgegenstände an ihren Ort gestellt, das Wasser angedreht, und bald steht die Zeltstadt fix und fertig wieder da. Tie Zelte oder auch einzelne Räume derselben werden dann an die Sommerfrischler vermietet, und diese fühlen sich in der leichten Wohnung Schr wohl und freuen sich ihres Lebens, so gut es geht.
m Zentrum der Zeltstadt befindet sich ein Laden, in dem alle möglichen Speisen zu haben sind, und nebenan finden wir eine Bibliothek mit Lesezimmer. Es ist also alles da.
Auch für das physische und moralische Wohlergehen der Bürger der Zeltstadt, sowie für die nötigen Zerstreuungen und Vergnügungen ist bestens gesorgt. Wir finden an der Grenze der Stadt eine große, sür gesellschast- liche Vergnügungen bestimmte Halle. Vor dieser konzertiert im Freien in den Anlagen von sieben bis neun Uhr abends eine gute Kapelle, und es ist hier für 1200 Personen Sitzgelegenheit vorhanden. Um neun Uhr begiebt sich die Kä- pehle in die Halle, in der dann ein für alle Bewohner der „Zeltstadt freier Tanz arrangiert wird.
Kein Polizist ist in der Stadt zu sehen, nur Schutzleute in Zivil sorgen für die öffentliche Ordnung. Ueber- haupt ist hier eine vollständige Sommerstadtverwaltung vorhanden, von einer Gesellschaft geleitet, die für alles Ergti Tie Reinigung und sanrtäre Beaufsichtigung der ladt wie die Unterhaltung der Bewohner liegt ebenso in ihrer Hand, wie Äe Sorge für ein Postamt und tue täglich zweimalige Tampferverbindung mit dem Feftlande. Trotzdem haben die Bewohner der Zeltttadt nur verhältnismäßig geringfügige Gebühren zu zahlen, nämlich außer der Zeltmiete nur 11,50 Mark für die Heberfahrt von Los Angeles nach der Insel, eine Strecke von etwa 80 Kilometern. Auf diese Weise ist durch die Einrichtung der Zeltstadt vielen Bewohnern Kaliforniens während der heißen Jahreszeit für billiges Geld der Genuß eines Landaufenthaltes ernröglicht, den sich sonst mit Rücksicht auf die Ebbe in seinem Familienbudget mancher versagen müßte.
W. Stengl.
solches Theater hatte sich auch auf der Pariser Weltausstellung großen Beifalls zu erfreuen.
In Paris hat sich neuerdings Herr de Sainte-Genvis bemüht, seine Figuren natürlich und lebenswahr zu gestalten. Es ist ihm dies gelungen, denn nicht nur die Haltung und die Bewegungen dieser Darsteller, sondern auch ihr Gesichtsausdruck ist natürlich der Situation angemessen. Er bedient sich War nur derselben technischen Mittel, tote alle seine Vorgänger, indem er durch Fäden, welche an geeigneten Stellen der Puppen befestigt sind, die Darsteller^ und zwar meist nur mit einer Hand, tn Bewegung setzt. Aber er hält eine sehr große Zahl solcher Lenkfäden in seiner Hand, und er hat sehr genaue Beobachtungen gemacht, um seinen Puppen Leben einzuhauchen. Erforderlichen Falles benutzt er aber auch die Füße, die Fäden zu halten oder in Bewegung zu setzen. Im „Jardin des Plantes"- hat er nicht nur die übliche Bühne, sondern auch ein dazugehöriges Puppenorchester eingerichtet. In einer Hinsicht aber hat er etwas völlig Neues und Originelles geschaffen.. In die Logen hat er männliche und weibliche lebenswahre Puppen gesetzt, die mit Fächern, Operngläsern und Theaterzetteln spielen, überhaupt sich ganz wie Zuschauer benehmen. Ter Orchesterdirigent, selbstverständlich eine große Pupp«, leitet mit großem Eifer das Orchester, wie es die Pflichte« seines Berufes verlangen, und alle Musiker sind in lebhafter Tätigkeit. Es wäre unartig auch nur daran zu zweifeln, daß sie es sind, welche die den Gesang begleitende Musik erzeugen. Alles dies geschieht allein durch den Willen des Theaterbesitzers. Er steht, von den Coullsien verdeckt, auf einer unsichtbaren hochliegenden Plattform, von welcher, aus er sein Theater überschaut ün& alle Fäden lenkt.
Vielleicht ist es notwendig, zu betonen, daß es ein« Kirnst ist, Puppen in natürlicher Weise spielen zu lassen. Man muß sich vergegenwärtigen, daß die Bewegungen lebender Wesen, und namenllich diejenigen von Schau- K eiern, sehr kompliziert sind, und daß jede unnatürliche wegung störend auf das Ganze ein wirken muß. Es ist deshalb wesentlich, daß eine genügende Anzahl von Zugfäden Anwendung finden und daß dieselben an richtiger Stells befestigt sind. Und noch eine besondere Zahl von Fäden werden erforderlich bei Puppen, welches ein deutliches Mienenspiel zeigen, wie dies bei den von Sainte-Genois vorgeführten Gringalets (Kinder-Theater) der Fall ist. Ta muß eine Bewegung der Augen, des Mundes und selbst der Backen bewirkt to erben.
Nun ist es sehr wesentlich, daß sich all die Fäden, welche zur Bewegung einer einzigen Figur dienen, nicht verwirren. Sainte-Genois bedient sich zu diesem Zwecke einer besondere« Methode. Er hat die Fäden in mehrere Serien eingetellh, deren eine die Füße regiert, eine zweite dis Arme, eins dritte den Rumpf rc. Jede Serie ist an einem horizontalen Stabe befestigt, und zwar jeder Faden an ganz bestimmte« Stelle, sodaß schon die Art Und Weise, wie die einzelnen Stäbe gehalten werden, die Figur beeinflußt. Alle Stäbe hält der Marionettenspieler in einer Hand, und der ganze Witz besteht nun darin, den eine« oder anderen Stab an rechter Stelle zu neigen, bezw. mit den freien Fingern die Fäden anzuziehen.
Es ist llar, daß eine solche Kunst nicht an einem Tage erlernt werden kann, und sicher erfordert es sehr viel Hebung unb sehr schärfe Beobachtung, um naturgetreu diesen oder jenen Politiker oder sonst eine andere den Theaterbesuchern wohlbekannte Persönlichkeit vorzuführen«
Silbenrätsel.
(Nachdruck verboten.)
AuS nachstehenden Silben:
a, ab, be, bro, cher, bi, do, e, fest, gar, Hut, in, ma, «er, ten, trau, wein
sind sechs Wörter zu bilden von folgender Bedeutung: 1. Handwerk«, 2. Fluß in Spanien, 3. Landesteil in Ostindien, 4. schmackhafte Frucht 5. fremde Rasse, 6. festliche Veranstaltung. Sind die richtigen Wörter gefunden, so ergeben die Anfangsbuchstaben einen weiblichen, die End« buchstabm einen männlichen Vornamen.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Rätsels in vor. Nr.r
Rüge — Prügel.
Redaktion: Curt Plato. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen UniversitStS-Buch« und Eteindruckerei (Pietsch Erbe») ta Gießen.


