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aller Kleidsamkeit und Eleganz, doch nichts an Bequemlichkeit zu wünschet. übrig lassen. Es mag Wohl sein, daß die all­gemeine Modeeinrichtung hierbei nicht ohne Einfluß ist, venn sie bringt anstelle des steifen Stehbündchens den kleinen Halsausschnitt, anstelle der engen Aermel die weiten Lündchenärmel, welche sehr gut ein anliegendes Fritter ent­behren können, und- anstelle der geschnürten Dame ist (auch für die korrekteste Modedame) die, wenn auch schlanke, so doch nur geschweifte und nicht eingeschnürte Form getreten. Alles dies macht es leicht, die modernen Morgenkleider auch so bequem tote möglich zu gestalten.

Tie idealste Morgenkleidform bleibt ja ohne Zweifel der Kimono, jenes bequeme und kleidsame mantelartige Kleidungsstück, welches nns von Japan überbracht wurde. Obgleich man nun heutzutage sehr dasür inkliniert, alles möglichst echt zu haben, so würde doch gerade hierfür die ganz echte Form wenig zu empfehlen sein, denn dieselbe ist unten rind vor allem auch hinten zu eng, um bei unserer Art zu gehen und sich zu bewegen, schön zu sein. Tie, den Hals freilassende, aber doch nicht als Ausschrritt wirkende Fornk des Kragenumschlags, der einfache mantelartige Schnitt, die lebhafte Buntheit des Stoffes machen ihn jedoch zu einem äußerst kleidsamen Kleidungsstück, welches in der Tat auch mehr und mehr Anhänger gewinnt; denn nebenbei bemerkt, sind Ls nicht nur Morgenkleider und Malinees, die diese Schnittform aufweisen, sondern auch Mäntel, Paletots und Blusen werden im Frühjahr so erscheinen, Auch auf

Modell Nr. 1303. Modell

die übrigen Mvrgenkleiderformett ist der, in der Konfekttonsi. spräche schlechtweg mit Geisha-Schnitt benannte Kimono nicht ohne Einfluß gewesen, wie sich deutlich am beige­gebenen Modell Nr. 1309 erkennen läßt. Dasselbe stellt zwar ein einfaches!, halb anliegendes' Prinzeßkleid mit breitem Kragen dar, aber unter dem Kragen zeigt sich der rund geschnittene Randbesatz, welcher das' charakteristische des Geisha-Schnittes ist. Die Aermel erweitern sich vor der Hand tulpenförmig und bedingen daher ein dekoratives! Futter. Sehr nett ist auch die übr ige Anordnung der Bord er­teile, welche oben in strahlenförmige, kleine Fältchen genäht sind, die einen schönen Fall der Vorderteile vor den Füßen zur Folge haben.

Tie Ausstattung der Mvrgenkleider mit breitem Kragen ist gleichfalls auf eine jetzt allgemeine Mode zurückzuführen; denn bekanntlich ist der breite Kragen gegenwärtig eine der verbreitetsten Garniturformen und mit Recht, denn er ergibt stets einen harmonischen, abgerundeten Abschluß des ganzen Kleidungsstückes nach oben hin. Auch eignet! er sich besonders gut für Dekorationen jeden Genres, welche! hier sehr gut zur Geltung kommen. Wie hübsch die Wirkung dieser breiten Kragen an einem im übrigen ganz einfachem Morgenkleide ist, veranschaulicht deutlich Modell 1303. An demselben ist er am äußeren Rande in einige breite Bogen ausgeschnitten und mit einem schmalen Plissee umrandete Born schließt er unter einer vollen Schleife mit langen Enden. .. . " V,

. 1306. Modell Nr. 1309.

Unsere 3. Abbildung, Modell 1306, ein Matinee, km Kimonoschnitt, welches mit seiner faltigen Weite be­sonders gut W ider krausen japanischen Stoffmnsterung paßt. Dieselbe wird noch besonders durch den einfarbig glatten, ringsum laufenden Besatz, gehoben. Es' dürste dies ein be- sonders für junge Mädchen und Frauen paffendes Kleidungs­stück sein, für deren Geschmack der Schlafrock zu legere ist. In manchen Familien ist ja bekanntlich das Morgen kleid überhaupt ganz verpönt und wird nur der Hausfrau in Form eines höchst einfachen Prinzeßkleides gestattet, über welches die Wirtschaftsfchürze getragen werden kann. Ändere wieder bevorzugen als Hausanzug nur Rock und Bluse und erkennen das Morgenkleid höchstens bei Rekonvaleszenz an. Tie elegante Dame aber, deren wirtschaftliche Pflichten kein eigenhändiges Eingreifen erfordere verwendet aus ihr Morgenktetd genau die gleiche Sorgfalt, wie auf ihre übrigen Toiletten, und da waltet dann die höchste Eleganz. Alle zarten und kostbaren Stoffe, lute Seide, Chiffon, Seiden- crepp rc., alle teuren Garnituren-, wie Spitze, Bänder, Pelz rc. kommen hier in Anwendung. Tie zartesten Farben- die raffiniertesten Zusammenstellimgen, kurz die höchste Ele­ganz kann ment an diesen Gewändern bewundern, welche natürlich nicht nur dazu geschaffen werden, in der Stille des Boudoirs getragen zu werden. Die glückliche Besitzerin eines derartigen Morgenkteides empfängt im Gegenteil sehr gern ihre intimen Bekannten in diesem Anzuge. Sogar bei offiziellen Enipsängen (ftve o clock theas) tragen manche

Hausfrauen morgenktetdähnliche Gewänder in besonders ele­ganter Ausführung, welche dann den Namen TheagownH wagen. Bei uns in Deutschland ist allerdings diese Sitte nicht sehr verbreitet, aber im Ausland, auch in Frankreich! ist sie sehr beliebt. Aus' diesem Grunde hat man auch bei uns weniger Gelegenheit derartig elegante Morgenkleidejr W bewundern; denn hier di errett sie, wie wir anfangs' er­wähnten, lediglich Bequemlichkeitszwecken, Und daW genügen die einfachen Formen und Ausführungen, wie wir sie ein­gehend beschrieben haben. Biele Damen lieben es sogar, ihr«! Haus- 'oder Mvrgenkleider selbst herWstellen, was ja be­kanntlich mit Hilfe eines guten Schnitts nicht schwer ist.

Praktische Frauen lieben die Garderobe für sich und ihre kleinen Lieblinge selbst zu verfertigen, beim das Schnei­dern im Haus bietet wesentliche Ersparnisse und macht viel Freude, wenn das!, was der Hänoe Fleiß erzeugte, auch chik und! kleidsam ist. Um wirklich günstige Erfolge W erzielen, mutz man sich der rechten Hilfsmittel bedienen und als solches! darf iam erster StelleDie perfekte Schnei­derin" aus dem BerlageEuropäische Modenzeitung, Dres­den", empfolen werden, nicht nur weil sie die praktischste! Und Umfassendste, sondern auch weil sie die billigste An­leitung für Tamenschneid'erei ist. Sie erscheint in 15 Lieferungen ä 50 Pfg. oder in Mappe Wm Preise von 7,50 Mk. Probehefte sind durch alle Buchhandlungen, solche durch de» Berlag erhältlich. . ; i i i i

Redaktion: Curt Plato. Rotationkdruck und Verlag der Brühl'schenUniversitStk.Buch« und Steindruckerei tPietsch Erden) »ließen«