Nein, Gottlob! Nicht. Sie wünM glüKnd, Arland' keNNen zu lernen."

Das wäre nicht mein Fall; ich! wollte, ich könnte Nach Homburg reisen."

Das herßt dort sein, wollen Sie sagen, denn die Reise ist, abscheulich, Sie wissen ja, daß Greville jedes Jahr zum Fischen'nach Ballybäy in Irland geht, und Maureen will ihn und Nita begleiten."

Nita?" rief die Keine Frau erstaunt.

Ja wohl, sie behauptet, vollständiger Ruhe zu be­dürfen. Uebrigens muß sie mit Maureen jeden Augenblick kommen: sie wollten sich nämlich Toiletten für den großen Creme-Ball aussuchen. Ah> hier sind sie ja endlich !" rief sie beim Anblick von zwei soeben emtretenoen jungen Damen. Die erste, die mit langsamen, graziösen Be­wegungen, umrauscht von seidenen Röcken, naher kam, war Lady Fanshawe, eine selbst in diesem von hübschen Damen wimmelnden Saale auffallend schöne Erscheinung Tie grauen Augen und runden rosigen Wangen, der Keine Mund und das tadellos geformte Näschen wurden von prachtvollen, üppigen, rötlich-blonden Haaren umrahmt. Ein Weißes Kleid und ein mit weißen Taubenflügeln geschmückter Hut ließen ihre blendend schöne Hautfarbe noch mehr hervortreten. In der einen Hand trug sie einen türkisblauen Sonnenschirm, in der andern einen großen Strauß von rosa Rosen. Es war wirklich ein reizendes Bild, das Nita Fanshawe darbot, als sie mit ihrer leichten, freien Haltung auf die beiden älteren Damen zugeschritten kam.

Ihr folgte eine hochgewachsene junge Dame mit lose aufgesteckten dunklen Locken und großen blauen, etwas tiefliegenden, lebhaften Augen ein schönes, junonisches Geschöpf, obwohl Miß D'Arcys Mund und Kinn in ihrer Energie und Festtgkeit nicht übel in das Gesicht eines! hübschen jungen Mannes gepaßt hätten. Sie trug einen einfachen, weiß leinenen Rock mit der gleichen Jacke, und einen nichts weniger als auffallenden Hut, auf ihrem Gesicht aber lag ein Abdruck, als unterziehe sie sich aus Höflichkeit einer lästigen Aufgabe. Das war Lady Fan- shawes Halbschwester, die große Erbin und das Schmerzens- ttnb ihrer Tante.

-Hier bist Tu ja, Tantchen!" rief Lady Fanshcuves fröh­liche Stimme,und auch Sie, Tulcie, jetzt glaube auch ich wahrhaftig nächstens, daß Sie hier wohnen. Böse Zungen behaupten nämlich, Me hätten ein geheimes Zimmer hier. Ach, ich fürchtete schon, es würde nichts mehr aus unserem Kommen!"

nfalls finde ich es recht hübsch", sagte die hattet Ihr davon? M ist ganz neu und

Mit."

«Zch auch", sagte Mrs. Malpas.Es ist vier Uhr."-

. --Wir mußten eine Ewigkett im Blumenladen warten, nnd wurden dann noch durch, einen entsetzlichen UnglückK- fall aufgehalten, der sich in Picadilly mtt einem Wagen ereignete. Ich kann Dir sagen, daß ich Maureen nur mit oller Gewalt davon abhielt, aus unserem Wagen herausüd- spEgen, svnst hätte sie sicherlich auf irgend eine exMt- trrsche Weise ihre Hilfe angeboten."

,Hst das Maureens BaUKeid?" fuhr sie fort, das neue xmnzöftsche Modell mit krittschen Blicken bettachtend.

Mer liebe Tante Rosa, das soll doch nicht für mich sein?" fragte Miß TkArcy voll aufrichtigen Entsetzens.

Mrs. Malpas nickte freundlich bejahend.

Wozu denn ein solches Kleid, ich gebrauche doch keine Luftkur?"

Was für Unsinn schwatzest Du da wieder^ liebes Kindl Was willst Tu damtt sagen?"

Tu hast doch sicherlich 'von der neuen Heilmethode ge-i hört, bei der, die Leute fast ganz ohne Kleider in Tannen­wäldern spazieren gehen? Wenn sie jemand kommen hören, so läuten sie, um die sich Nähernden von sich abzuwehren. Wenn ich nun dieses Kleid trüge", sagte sie, auf das Modell zeigend,so wäre ich dazu verdammt, mit einem Gong herumzulaufen."

Welch eine Idee! Tu spricht doch wirklich zu tolles und unschickliches Zeug."

Wer von Taille ist ja hier kaum eine Spur und Aermel gießt es gar nicht. Ich wollte mirs noch gefallen lassen, wenn ich, wie dieses' Fräulein hier, ein anderes Kleid dar­unter anziehen dürste, so aber mutet man mir mit einem solchen Anzug wirklich zu viel oder besser gesagt, zu wenig zu."

(Fortsetzung folgt.)

Literarisches.

Tie amerikanische Presse gefällt sich augen­blicklich, anläßlich der .Venezuela-Affäre, in den schnödesten Angriffen auf Deutschland. Ta ist ein umfangreicher Artikel doppelt interessant, in dem, im neuesten Heft von Vel - Hagen & Klasings Monatsheften, O. v. Gott-, berg aus eigenster Anschauung heraus diese Presse in ihren intimsten Schattierungen schildert; das Verständnis ihrer Eigenart, im guten und bösen Sinn, wird durch diese Dar­stellung wesentlich gefördert. Velhagen & Klasings Monats­hefte lieben es, in ihren Artikeln möglichst an die Gegen­wart anzuknüpfen. So veröffentlicht in demselben Heft Tr. W. Meyer der bekannte Urania-Meyer einen von zahlreichen Abbildungen begletteten hochinteressanten Bei­ttag über dieAufgabe der Vulkane in der Ent­wickelungsgeschichte der Erde", der von dem fürchterlichen Ausbruch des Mont Pelöe auf Marttnique aus­geht; Prof. Tr. Ed? Heyck gibt, anknüpfend an das hundertjährige Jubiläum des Reichsdeputa? tions-Hauptschlusses, der das Ende desHeilgeN Römischen Reichs deutscher Nation" bedeutete, eine Würdi­gung dieses seltsamen Staatengebildes' in den letzten Jahren seines' Bestehens; Hans v. Zobeltitz berichtet über die, neuesten Erscheinungen auf den Bühnen der Reichshaupb- stadt. Endlich schildert Tr. G e n z e l das! Werk und das Leben Konstantin Meuniers, des großen belgischen Bildhauers; auch dieser Auffatz ist reich und vielseitig illustriert.Taaebnchblättett , feinsinnige Apho­rismen von Marr.e V. Ebner-Eschenbach bilden einen besonderen Reiz des? Heftes, in dem wir, neben dem Schluß des! RomansAllein ich will" von Frieda v. Bülow, den stimmungsvollen Anfang eines RvmanesDas offene Fenster von Otto v. d? Pfordten sanden. Soviel uns! bekannt, tritt damit der als Dramatiker vielgenannte süd­deutsche Dichter zum erstenmale in die Reihen der Ro­manciers!. i

Rätsel.

Der Vater spricht in ernstem Tone Zu seinem gar zu wilden Sohne: Ich hab' cS Dir schon oft erteilt, Auch jetzt bekommst Du'S unverweilt; Doch weil Du kannst und willst nicht hören, So soll es diesmal Dich belehren, Mit einem Kopf und Fuß verseh'«!" Das that das Söhnlein gleich versteh'«;

Hat fürder sich gar brav benommen. Und hat es niemals mehr bekommen. (Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des BüderrätselS in vor. Nr.: Franziskaner.

Modenvericht üöer Worgenkkeider «nd Malinees Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmanufaktur Dresden-N. Reichhaltiges Modenalbum und Schnittmusterbuch zu 60 Pfg, daselbst erhältlich.

_ ©streute berühren sich". Je mehr uns! die gesellschast- licheu Freuden, für die jetzt die Hochsaison gekommen ist, an9 auferlegcu, um so mehr wissen toir für die Stmrden der Ruhe und Erholung die Annehmlich- ttlt einer bequemen, und legeren Kleidung zu schätzen. Es . deshalb unseren geschätzten Leserinnen nicht Nn- Evunschtsem, wenn wir, nachdem wtt unlängst über Gesell- S . S berichteten, heute der bequemen Hauskleidung gedenken. Wie wohl tut doch zwischen rauschenden Festen

ein fraulicher .Abend mtt aller häuslichen Bequemlichkeit. Man schlüpft in den molligen Schlafrock und gönnt einmal aus kurz« Zeit den überreizten Nerven dte nötige Ruhe. Tas hohe' Stehbündchen, die engen Futterärmel, die an­liegende Taille, alles! das' verschwindet mit dem modernen Schlafrock; denn in unserer jetzigen, denkenden Zeit, wo jedes' Ting in erster Linie zweckmäßig sein muß, wird auch die Mode gezwungen, ihre Formen den jeweiligen Zwecken anMpassen. So konnnt es, daß die jetzigen Schlafröcke bei